20. Juni 2019

Persönliches Plädoyer für eine „völkisch“-freisinnige Bewegung Volk und Freiheit

Natürliche Feindschaft gegen den Staat

von Maximilian Triebel

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Bildquelle: Wikimedia Commons Wieder vonnöten: Deutsche Freiheitsbewegung

Mit dem Erstarken der völkischen (nationalen) Bewegung in Deutschland wird auch die Frage um das Verhältnis der Freiheit zum Volksbegriff bedeutender. Vielen Freisinnigen ist das Völkische fremd, sie lehnen es gar ab, denn sie verbinden den Volksbegriff mit freiheitsfeindlichen Bewegungen wie dem Nationalsozialismus. Sie missverstehen das Wesen des Völkischen und verkennen den Wert des Volksgedankens im Kampf um die Freiheit.

Oft wird behauptet, ein deutsches Volk gebe es nicht. Es ist ein linker Irrsinn, der unseren schuldzerfressenen Volkskörper durchdringt. Ein französisches, ein englisches, selbst ein amerikanisches Volk gibt es, nur ein deutsches soll es plötzlich nicht mehr geben. Dem sei widersprochen: Wir sind das Volk; wir alle, die wir an der deutschen Gesellschaft teilnehmen, die sich zum Wohle unserer Gemeinschaft einsetzen, die durch Sprache und Abstammung, Bildung und Bräuche geeint sind. Ja, der Volkszusammenhalt ist heute gerade im Westen Deutschlands geschwächt, doch er besteht und wächst wieder.

Warum ist die Volksgemeinschaft ein vortreffliches Mittel, um für die Freiheit zu streiten? Zuerst lässt sich feststellen, dass alle Gründe, die für die Freiheit des Einzelnen im Besonderen sprechen, auch für das Volk im Allgemeinen gelten. Der Staat ist dem Volksnutzen immer abträglich, weil staatliche Leistungen, einem Naturgesetz gleich, immer unwirtschaftlicher sind als marktwirtschaftliche. Auch raubt der Staat des Volkes Freiheit, weil er es unter ein knechtisches Gesetz zwingt, während er sich mit einem gesonderten Gesetz begünstigt. Demnach ist das Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern nicht das des freien Unternehmens zu seinen Kunden, sondern das eines Herren zu seinen Leibeigenen. Für Herren und Leibeigene gelten unterschiedliche Gesetze: Der Diener ist dem Willen des Herren unterworfen; er ist sein, und somit gehören dem Herren auch seiner Diener Erträge. Der Staat kann nichts anderes, als dem einen nehmen und dem anderen geben. Der Einzelne kann zwar durch den Staat gewinnen, das Volk muss aber immer unter der Herrschaft des Staates leiden. Denn selbst wenn der Staat ein wohlwollendes Unternehmen wäre und das Volkseigentum so gutwillig wie möglich verteilte, so bricht er doch das Eigentumsrecht der Eigner und verbraucht einen nicht geringen Teil der enteigneten Werte als Kosten des Einzugs seiner Mittel und ihrer Verteilung. Ohne den Staatseingriff hingegen blieben die Rechte der Eigner unverletzt und das Volksvermögen bliebe unangetastet und somit größer. Hierin liegt eine große Stärke des Volksgedankens: Die Volksgesinnten müssen dem Staate immer feindlich sein, denn der Staat kann dem Volke nur schaden, niemals dienen. Das Volk eint die gemeinsame Knechtschaft unter einen Herren, eine immerwährende natürliche Feindschaft gegen den Staat.

Die völkische Einheit gebietet die Pflicht, im Sinne des Volkswohls zu handeln: Der Einzelne ist abgeneigt, den Staat für seine eigenen Zwecke zu gebrauchen. Doch nicht nur die Pflichttreuen bindet es. Diejenigen, die sich nicht dem Volkswohl verpflichtet fühlen, werden dennoch in ihrem Handeln behindert. Sie müssen erklären, warum gerade ihr Gebrauch des Staates rechtmäßig sei, da ja aller Staatsgebrauch schadet; der gesellschaftliche Druck wird zum mächtigen Mittel gegen die Herrschsüchtigen.

Alle diese guten Folgen des Volksgedankens sind aber an eine Bedingung geknüpft: Das Volk muss um seine natürliche Feindschaft gegen den Staat wissen. Darum ist es unsere dringende Pflicht, gerade die Vaterlandsliebenden aufzuklären und ihnen die Beziehung des Volkes zum Staate zu entschleiern. Erkennen sie erst, wie sie zum Staate gestellt sind, werden sie zu unseren treuesten Waffenbrüdern. Der Volks- wie auch der Freiheitsgedanke sind nicht nur in ihrer Staatsfeindschaft einig, der Volksgedanke ist das notwendige Mittel, um den Freiheitsgedanken mehrheitsfähig zu machen.

Beklagen wir die freisinnige Minderheitenstellung, müssen wir uns zuerst unser eigenes Versagen eingestehen. Wenn es unser Ziel ist, unsere Gesellschaft vom Staatsjoch zu befreien, müssen wir alle mit dem Freiheitsgedanken verträglichen Mittel ausschöpfen, ansonsten nehmen wir ein länger als notwendiges Dauern der staatlichen Ungerechtigkeit hin. Besonders ein so mächtiges Mittel wie den Volksgedanken sollten wir nicht leichtsinnig verwerfen, doch müssen wir eine unvernünftige Abneigung gegen den Volksgedanken in unseren Kreisen feststellen. Hier bestätigt sich gewissermaßen das Vorurteil gegen uns Freisinnige, wir wollten eine zersprengte Gesellschaft, in der jeder für sich alleine lebt. Kein Freisinniger widerspricht dem Nutzen des Marktes, in dem wir eigennützig zusammenarbeiten und so einen Vorteil für alle Teilnehmer erreichen. Oft übersehen wir aber, dass es sich mit der Volksgemeinschaft ähnlich verhält. Der Einzelne gewinnt, wenn er Teil des Volkes ist, denn die Volksgemeinschaft erlaubt ihm, sich in einer gemeinsamen Sprache mit seinen Mitmenschen auszutauschen, auf das Einhalten der Sitten und des Rechts zu vertrauen, sich die höhere Bildung seines Volkes anzueignen; so wie der Einzelne einen Vorteil erreicht, gewinnt die Gemeinschaft als Ganze. Diese Eigenschaften der Volksgemeinschaft müssen wir sogar als Grundvoraussetzungen für den Bestand des Marktes ansehen, der unter anderem auf die gemeinsame Sprache und die Rechtssicherheit zum vertraglichen Austausch von Leistungen angewiesen ist. Vieles spricht aber auch dafür, dass die Volksgemeinschaft und ihr Verhältnis zur Freiheit für ihren dauerhaften Bestand entscheidend sind. Ist der Mehrheit des Volkes die Freiheit gleichgültig, ist sie ihr gar abgeneigt, ist ihr Bestehen ausgeschlossen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir Freisinnigen die Bedeutung des Volksgedankens erkennen.

Die völkische Bewegung lechzt geradezu nach gründlicher Widerrede gegen Staat und Regierung, und wir sind diejenigen, die ihnen diese liefern können und müssen. Verweigern wir uns dieser Möglichkeit, müssen wir mit dem Schlimmsten rechnen, denn schon jetzt versuchen freiheitsfeindliche Kräfte, sich des Volksgedankens zu bedienen. Das Volk droht dann der Verführung der Herrschsüchtigen zu unterliegen und in den Kampf gegen sich selbst geführt zu werden. Nutzen wir diese Möglichkeit jedoch und kämpfen vollen Herzens an der Seite unserer Brüder, dann ist eine deutschfreisinnige Bewegung wie zur Zeit des Vormärz denkbar, dann ist ein bleibender Sieg für die Freiheit greifbar nahe.


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