16. Mai 2019

Diskussion um Enteignungen und rechtsextreme Immobilienbesitzer Von Testballons und Pavianen

„Rechtsstaatliche“ Expansionsträume, aber bitte mit Kühnert!

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Müssen enteignet werden: Immobilien in Nazi-Besitz

Der Name „Kühnert“ sagt Ihnen doch was, oder? Nein? Naja gut, er heißt ja auch eigentlich „Kevin Testballon“. Diese lässt man gerne steigen, um die Reaktion der Bevölkerung zu evaluieren. Wie reagiert der gemeine, zunehmend enteignete Knecht auf solche Vorstöße, ihn noch weiter zu gängeln und zu entrechten?

Die Reaktionen fielen bislang ja eher verhalten aus. Sowohl unter den Bürgen als auch in der Wirtschaft. Mist. Manchmal ist es gar nicht so einfach, Expansionsträume durchzudrücken. Kein Problem, dann distanziert man sich schnell davon und tut es als wirres Gefasel eines verirrten sozialistischen Einzeltäters ab, hihi.

Aber als totalitärer Expansions- und Enteignungsträumer – auch wenn es um Immobilien geht – ist man natürlich Wiederholungstäter. Man kann einfach nicht die Finger davon lassen. Es ist wie eine Droge, eine Sucht.

Wie dem auch sei, auf jeden Fall ist der Testballon erst mal geplatzt und der Kevin unsanft auf dem Bauch gelandet. Schade, denn eigentlich hatten ihm die üblichen Verdächtigen unter den kommunistischen Blättern der Republik doch sekundiert? Mit vielbeachtensrenommerkenswerten Gastbeiträgen führender Linker und dank staatstreuem Bildungswesen ohnehin schon linksgedrillten Essay-Aufmärschen? Sollte das etwa alles vergeblich gewesen sein?

Von wegen. Das werden wir ja sehen.

Denn dann stellte ein zufälligerweise unmittelbar nach diesem Testballon herausgegebener Bericht einer unabhängigen, überparteilichen und unpolitischen Organisation namens „Bundesregierung“ fest, dass, Zitat eines Artikels aus der „Welt“ vom 12. Mai 2019, die „Zahl der von Rechtsextremisten kontrollierten Immobilien“ doch tatsächlich zunimmt. Überschrieben war diese gewohnt peinlich-plumpe Propaganda mit – nein, Sie träumen nicht, also hören Sie bitte auf, mich um ein kräftiges Zwicken zu bitten: „Rechte Expansionsträume“.

Was soll ich Ihnen sagen. Das eigentümliche an Zufällen ist ja, dass sie eben so spielen, wie sie wollen. Und wenn direkt nach solchen heftig umstrittenen und laut allen bisherigen Leserumfragen doch eher abgelehnten Enteignungsbestrebungen ein Bericht der karitativen und philanthropischen Hilfseinrichtung „Bundesregierung“ erscheint, sollte jeder, der hier – ja selbstverständlich, was sonst – den Zusammenhang ganz klar erkennt, sich einfach mal dafür schämen, seinen Hochkommissaren unlautere Absichten zu unterstellen. Das ist Staatshass. Soll der mir noch mal versuchen, was auf Youtube hochzuladen. Vergiss es.

Nun gut. Sie werden gewiss verstehen, dass wir natürlich nicht tatenlos dabei zusehen können, wie als Immobilienbesitzer auftretende Rechtsextremisten aus der Hitlermitte der Nazigesellschaft hier einfach eine Machtergreifung 2.0 durchziehen. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir angesichts dieser für unsere Republik, unsere Demokratie und unsere Freiheiten höchst bedrohlichen Gefährdungslage über solche Enteignungspläne eventuell doch noch mal nachdenken müssen.

Oder sollen wir etwa tatenlos zusehen, wie die uns überrennen? Jetzt gilt‘s! Keinen Fussbreit mehr den Immobiliennazis! Wir sagen: Kein Viertes Immobilienreich! Wir müssen diese Feinde unserer Wertekolchose niederkämpfen!

Ich hätte da nur noch eine Frage (keine Bange, ist nur Sarkasmus): Wann bekommen Journalisten, die solche doch eigentlich mühelos durchschaubaren Berichte der Bundescaritas weitergeben, ohne sich dafür sofort zu schämen und bei ihren Lesern umgehend zu entschuldigen, eigentlich den Hintern dermaßen versohlt, dass jeder Zoo sie mit Glückstränen in den Augen als Paviandoubles anheuern würde, damit die Tierchen wieder in die Freiheit entlassen werden können, die sie im Gegensatz zu solchen Bückdienern wirklich zu schätzen wissen?

Entschuldigung, aber da muss ich leider deutlich werden: Verarscht euch gefälligst selber.


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