03. August 2018

„Metwo“-„Debatte“ Schrottsammelstelle von Ideologen

Kein Mensch von Geschmack setzt seinen Namen unter einen Hashtag

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: shutterstock Schrottsammelstelle: Hashtag

Seit einigen Tagen, meldet die Wahrheits- und Qualitätspresse, finde in Deutschland unter dem originellen Hashtag „Metwo“ eine „Debatte“ über den alltäglichen Rassismus statt, dem hierzulande Ausländer ausgesetzt sind und dessen schwunghaftes Wachstum sogar die fortschreitende globale Erwärmung toppt, deren Menschengemachtheit empirisch ähnlich exakt bewiesen ist wie die Deutschheit des besagten Rassismus. Da diejenigen Neumitbürger, die sich seit 2015 vom Regen in die Traufe (auch wenn sie dieses Bild nicht verstehen) nach Kaltland gerettet haben, ihre Sprachschwierigkeiten erst nach circa anderthalb Generationen überwinden (sofern sie nicht aus Südostasien stammen, dann dauert es ein, zwei Jahre), tauchen circa 1,5 Millionen neue Opfer des deutschen Rassismus, deren Blitzableiterexistenz den Indigenen hohe zweistellige Milliardensummen wert ist, in der „Debatte“ noch nicht einmal auf.

An der Journalistenschule lernen die künftigen Bediensteten im „Hospital der Meinungen“ (Lichtenberg) zwar nicht wirklich viel, aber eines zuallererst, nämlich dass ein Journalist Informationen nicht einfach übernehmen, sondern nachrecherchieren sollte. Den unter „Metwo“ geposteten Statements, so egozentrisch, unglaubwürdig und erbsenprinzessinnenhaft viele davon auch ausfallen – nach der Herkunft gefragt werden, gilt als Rassismus –, scheint eine derartige Dignität innezuwohnen, dass kein Journalist sie nachprüfte, wahrscheinlich weil Zweifel erst recht unter Rassismus oder Förderung desselben fielen. Vielmehr haben Vertreter der Wahrheits- und Qualitätsmedien auch die absurdesten Aussagen umstandslos weiterverbreitet und gegen die deutsche Mehrheitsgesellschaft in Stellung gebracht. Einzig der penetrante Alexander Wendt stellte ein paar Proben aufs Exempel an, indem er einem der absurdesten Vorwürfe folgte, nämlich dass nichtdeutsche Schüler für dieselbe Leistung schlechter benotet worden seien als deutsche, und siehe da: Alles war ganz anders als behauptet. Womit auch die Begründung geliefert wurde, warum Wendts Kollegen nicht nachgeprüft haben. Recherchieren kann einem ja die ganze schöne Propagandastory kaputtmachen.

Im Übrigen merkt Wendt mit Recht an, dass unter einem Hashtag keine „Debatte“ stattfindet. Ein Hashtag ist eher so etwas wie eine Schrottsammelstelle für Ideologen, Hypochonder, Aufschneider und andere Trolle. Kein Mensch von Geschmack würde seinen Namen unter einen Hashtag setzen, kein Mensch von Verstand den dort versammelten Bekundungen einen besonderen empirischen Wert beimessen.

Vera Lengsfeld ihrerseits stellt die naheliegende Frage, warum so viele Migranten nach Deutschland wollen, wenn es hier so rassistisch zugehe. Die Antwort ist simpel: Weil sich der eigentliche harte, boshafte und interessengeleitete Rassismus gegen die indigenen Deutschen richtet, damit die sich weiter ohne Murren ausnehmen und aus ihren Stadtteilen verdrängen lassen. In Lengsfelds Worten: „Weil nicht so ohne weiteres einzusehen ist, warum die einheimische Bevölkerung ihre erarbeiteten Werte ohne Gegenleistung mit Einwanderern teilen soll, muss sie eingeschüchtert werden, damit sie keinen Widerspruch wagt. Genau das passiert in der sogenannten Rassismus-Debatte.“

Lassen Sie sich nicht von Rassisten wie Diez, Augstein, Lobo, Stokowski und so weiter für dumm verkaufen. Fremdenfeindlichkeit entsteht hierzulande vor allem durch die Einwanderung von Fremdenfeinden beziehungsweise feindseligen Fremden. Sich dagegen nicht zu wehren, fiele abwechslungshalber wirklich unter Förderung von Rassismus.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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