04. Mai 2018

Alternative Nachrichten (Radio) Folge 38EU. Betriebspensionen. Aufrüstung. Tansania.

Was uns am 4. Mai bewegt

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Bildquelle: nanka / Shutterstock.com Ökopolitisch korrekt mit der Bahn durch Europa: Jungen Menschen winkt zur Volljährigkeit zukünftig ein Bestechungsgeschenk aus Brüssel

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Das zahlt der Staat – EU erkauft sich nächste Generation mit Bahnfahrkarten

Brüssel. Man mag viel Schlechtes über die sozialstaatsverweichlichte politisch korrekte Jugend sagen können. Bis zur EU-Begeisterung scheint sie aber noch nicht geistig verkommen. Zu diesem Fazit kam die Obrigkeit in Brüssel offenbar auch selbst. Zwar bemühen sich auch am EU-Wahltag immer noch ein paar Fanatiker aus der Bionade-Bourgeoisie bis zu den Urnen. EU-weit lag die Beteiligung beim letzten Wahlgang 2014 jedoch gerade mal bei 42 Prozent. Damit kann man der EU wohl getrost ähnliche Popularitätswerte wie Fußpilz attestieren. Glücklicherweise haben die sie konstituierenden Staaten auf nationaler Ebene längst ein probates Gegenmittel entdeckt: das Verteilen von Wahlgeschenken mit dem Geld der Bestochenen selbst. Über die zwölf zusätzlichen deutschen Milliarden, die nach dem Willen von Haushaltskommissar Günther Oettinger bald fließen sollen, haben wir ja ausführlich berichtet. Die EU legt unterdessen bei der Feinjustierung des Spiels noch einmal nach. Um sich neue Zustimmung zu erkaufen, setzt sie den Hebel jetzt bewusst bei der bereits erwähnten nächsten Generation, nämlich den 18-Jährigen an. 15.000 Ausgewählte unter ihnen sollen nun zur Feier ihrer Volljährigkeit eine sogenannte Interrail-Fahrkarte geschenkt bekommen. Diese beinhaltet die EU-weite Nutzung sämtlicher öffentlicher Verkehrsmittel zu Lande und zu Wasser für einen Monat. Die EU erhofft sich, dass ihre jungen Schützlinge die kulturelle Vielfalt des Kontinents kennenlernen und mit ihr, als Abrissbirne derselben, verwechseln. Die Vergabe erfolgt EU-gerecht über eine Mischung aus Länderquoten und Losverfahren. Der große Vorteil der jugendlichen Zielgruppe liegt einerseits darin, dass die Renditen aus der Investition ins Humankapital sehr lange fließen werden. Andererseits verfügen die jungen Leute, dank Schulzwang, außer Ferienjobs über keinerlei Arbeitserfahrung. Einnahmen aus klassischen Ferienjobs sind in Europa meist steuerbefreit. An sich eine positive Sache, jedoch fällt es einem jungen Menschen dadurch nicht leichter, nachzuvollziehen, wo staatliche Geschenke tatsächlich herkommen. Am Ende bleibt also nur zu hoffen, dass die EU bei dieser Art Indoktrination wieder mal die gleiche Ineffizienz wie sonst auch an den Tag legt.

Gierige Manager? – Betriebspensionen ächzen unter Nullzinsen

„Willst du eine bürgerliche Gesellschaft zerstören, musst du ihr Geldwesen verwüsten.“ Dieses Zitat stammt nicht etwa von Mario Dracula, sondern von Genosse Wladimir Iljitsch Uljanow Lenin. Der erstgenannte muss diese Lektion jedoch ebenfalls gründlich studiert haben. Geht die EZB doch seit 2014 mit ihrer Minuszinspolitik über alles hinaus, was sich die Realsozialisten jemals träumen ließen. Auch die Auswirkungen auf die bürgerliche Gesellschaft sind seit Jahren unübersehbar. Eher vorsichtig orientierte Kleinsparer verloren bereits Hunderte von Milliarden auf ihren Sparbüchern. Seit Jahren steht die Absenkung von Mindestgarantien bei Lebensversicherungen in der Diskussion. Auch Urlauber waren schon mehr als einmal betroffen, da die Piloten gegen die Kürzungen der Betriebsrenten streikten. Aktuell werden gerade die Pensionskassen von der vernichtenden Sogwirkung erfasst. Auch hier geraten viele wegen der fehlenden Zinsen bei der Auszahlung der zugesagten Leistungen in ernste Schwierigkeiten. Als Zusatzbelastung kommt die hohe Lebenserwartung hinzu. Die Redaktion der „Alternativen Nachrichten“ würde den Menschen ja empfehlen, einfach früher zu sterben. Dann bleibt von dem Ersparten auch wenigstens noch etwas für die Erbschaftssteuer übrig. Aber Leichen setzen bei der Verwesung ja hohe Mengen CO2 frei, und das Wetter liegt uns natürlich am Herzen. Die Bundesfinanzaufsicht Bafin hat deshalb auch jemand anderen ausgemacht, der im Zweifelsfall die Zeche zahlen soll: ausnahmsweise nicht den Steuerzahler, sondern den Arbeitgeber. Nur liegen jedoch auch schon Fälle vor, wo der, längst selbst von der Steuerlast erdrückt, Insolvenz anmelden musste. Wie es in einem solchen Fall weitergeht, ist noch nicht bekannt. Die Massen sind in solchen Fällen in der Regel sowieso nicht in der Lage, die wahren Ursachen für die Misere zu identifizieren. Mal waren es gierige Händler, mal sind es Manager, mal sind es die Kapitalmärkte, die die Schuld an dem Elend tragen. Aber niemals die staatliche Zersetzung des Währungswesens. Arbeitnehmervertretungen wie Gewerkschaften würden hingegen einen Teufel tun, einen Funken der Wahrheit nach außen dringen zu lassen. Schließlich sichert das Herumdoktern an den Symptomen etwa durch neue Lohnforderungen ihre Existenz gleich mit. Als positiven Aspekt kann man höchstens interpretieren, dass die technischen Aufklärungsmöglichkeiten über solche Vorgänge heute weiter fortgeschritten sind. Beten und hoffen wir, dass eine kritische Masse sie dieses Mal annimmt.

Aufrüstung vor der eigenen Haustür – USA droht China

Peking/Washington. Zu den vielen brodelnden internationalen Konflikten gehört auch derjenige um eine Inselgruppe im Südchinesischen Meer. Die Spratly-Inseln werden von mehreren asiatischen Staaten, neben China unter anderem von Vietnam und den Philippinen, als Hoheitsgebiet beansprucht. Andererseits beobachten jedoch auch die USA den Konflikt seit Jahren mit Argusaugen. Pikanter‑, aber nicht zwangsläufig zufälligerweise bricht der Streit gerade zu einem Zeitpunkt neu aus, wo sich US-Finanzminister Steven Mnuchin auf Chinareise befindet. Eigentlich sollte er vor allem Verhandlungen in dem seit Monaten schwelenden Zollstreit führen. Jetzt wurden die Gemüter jedoch mit einer Meldung erhitzt, wonach die chinesische Regierung Raketen auf dem Archipel stationieren lässt. Nun könnte man sich fragen, warum ein paar Steine in asiatischen Gewässern hier unbedingt relevant sein sollten? Tja, weil ein solcher Reibungspunkt in einer vollpolitisierten Welt schnell eine Kettenreaktion auslösen kann. Für Indien lag der Balkan 1914 beispielsweise auch nicht gerade um die Ecke, und trotzdem wurde der Subkontinent rasch in einen Krieg mit Deutschland gezogen. Die Auseinandersetzung im Südchinesischen Meer beruht auf zwei Schwerpunkten. Einerseits werden unter dem Meeresgrund seit längerem größere Erdgasvorkommen vermutet. Andererseits lassen sich die Inseln jedoch, wie am Beispiel der Raketen gezeigt, auch militärisch nutzen. In dieser Hinsicht sind sie für China als aufstrebendes Imperium besonders attraktiv, da die ersten Verteidigungslinien möglichst weit vom Festland entfernt werden können. Gemäß den Gesetzen der Politik ist der amtierende Platzhirsch natürlich bestrebt, genau das zu verhindern. Spätestens mit den Durchbrüchen bei der „Fracking“-Technik wäre es ja völlig unsinnig, nur wegen ein paar Rohstoffen am anderen Ende der Welt Krieg zu führen. Zusammen mit dem Zollstreit braut sich sowohl politisch als auch für den auf Sand gebauten internationalen Handel wieder mal eine explosive Mischung zusammen. Politik trennt möglicherweise schneller, als Handel verbindet.

Maasmännchen abgeblitzt – Tansanier wollen kein deutsches Geld

Daressalam. Endlich wieder verfügbar: die gute Nachricht zum Schluss. Das Maasmännchen befindet sich zur Zeit auf einer ausgedehnten Afrikareise, auf Ihre Kosten. Nach Äthiopien bereist es aktuell die ehemalige deutsche Kolonie Tansania. Falls es sich gefreut hatte, deutsche Reparationszahlungen unter den Negerkinderlein zu verteilen, wurde es jedoch enttäuscht. Die Tansanier benehmen sich im Gegensatz zu manch europäischem Volk nämlich wie Erwachsene und lehnten derlei Unsinn ab. Zumal das Land ab 1916 unter belgische und britische Herrschaft fiel. Gegenüber diesen Staaten müssten dann ja ebenso derlei Forderungen postuliert werden. Auch die Rückführung von Kunstgütern lehnte die Regierung des afrikanischen Landes ab und hoffte stattdessen auf eine vertiefte archäologische Kooperation. Richtig so, denn jeder staatliche Geldtransfer wäre nur eine Fortführung der Kolonialisierung mit anderen Mitteln. Vielleicht können die Osteuropäer im Streit um Subventionen und illegale Migranten ja auch noch was daraus lernen.

Zusammenstellung: Jean Modert


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