02. Mai 2018

Alternative Nachrichten (Radio) Folge 36Wohlstandsvernichtung. Partymeile. Hundewelpen. Zwangsräumung.

Was uns am 2. Mai bewegt

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Bildquelle: shutterstock Minus 20 Prozent mehr Militärausgaben: Kriegstreiber Putin provoziert mit massiver Aufrüstung

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Weltweit mehr Wohlstandsvernichtung beim Militär – Nur Russland schert aus

Global. Die addierte Summe der durch und durch unproduktiven weltweiten Militärausgaben befindet sich auf einem neuen Höhepunkt. Insgesamt 1.739 Milliarden Dollar an volkswirtschaftlichem Kapital wurden 2017 zur Anschaffung absolut unnützer Waffen verbrannt. Spitzenreiter waren wenig überraschend die rivalisierenden Imperialmächte USA und China. In Amerika blieben die Ausgaben stabil auf dem Rekordhoch von 610 Milliarden Dollar und damit mehr als doppelt so hoch wie beim fernöstlichen Wettbewerber. Hier legte man gegenüber 2016 jedoch kräftig nach. Die offiziellen Ausgaben beliefen sich auf 228 Milliarden Dollar. Über mögliche Schattenhaushalte ist nichts bekannt. Raubtier-Keynesianer behaupten natürlich, dass es sich hierbei um die effizienteste Art von antikonjunktureller staatlicher Wirtschaftsstimulation handelt. Schließlich können die Waffen nach wie vor sehr gut zur Ausplünderung ökonomischer Ressourcen in anderen Ländern herangezogen werden. Dadurch wird der globale Wohlstand zwar auch nur zu hohen Nebenkosten umverteilt. Aber im Gegensatz zu ihrem Gründervater sind diese Keynes-Jünger wenigstens ehrlich. Ihren Konkurrenten am linken Rand liefern sie hingegen den Vorwand, zum Kampf gegen die kriegstreibende Marktwirtschaft zu blasen. Zu den fünf Ländern, die für 60 Prozent der Ausgaben weltweit verantwortlich sind, zählen auch Indien und Saudi-Arabien, das es auf Platz drei schaffte. Auch in den florierenden Volkswirtschaften der afrikanischen Subsahara-Länder und Südamerikas stiegen die Beiträge zur Beseitigung überflüssigen Kapitals. Alle sind sich einig, nur der Russe muss mal wieder dagegen sein. Putin reduzierte seine Militärausgaben im vergangenen Jahr um nicht weniger als 20 Prozent und lehnt die Teilnahme am Rüstungswettlauf komplett ab. Wir bitten das Publikum ausnahmsweise, diesen Teilaspekt als Ersatz zur guten Nachricht zu betrachten, da wir in dieser Hinsicht über keine weitere Reserve verfügen. Putins Militärbudget belief sich auf rund 66 Milliarden, womit er immerhin noch zu den globalen Top Fünf zählt. Uschis Schrotttruppe brachte es auf Platz neun weltweit und Platz drei der EU, hinter den Atom- und Siegermächten des Zweiten Weltkriegs, Frankreich und Großbritannien.

Erster Mai – Paris löst Berlin als Partymeile ab

Berlin/Paris. Beginnt sich der fehlende moderne Großstadtflughafen mittlerweile negativ auf das Image der Weltstadt Berlin auszuwirken? Traditionell strömen linksextremistische Wohlstandskinder am Tag der Arbeit eigentlich für eine alljährliche, große Klassenkampffeier in die Bundeshauptstadt. In Jahren, wo nicht gerade ein G-20-Gipfel oder ähnliche Großereignisse anstehen, bildet der Erste Mai normalerweise den Höhepunkt für die feuerfreudigen jungen Leute. Dieses Jahr blieb es jedoch vergleichsweise ruhig. Polizeipräsident und Innensenator zeigten sich „zufrieden“. Wenn das für die Organisatoren mal kein Applaus von der falschen Seite war. Aber wie im einleitenden Satz bereits ausgeführt, ist die Verkehrsanbindung nach Berlin, dank jahrzehntelanger politischer Misswirtschaft, ja auch wirklich katastrophal. Die Obrigkeit sägt unterdessen natürlich auch an ihrem eigenen Stuhl. Die großen Feten wurden dieses Jahr nämlich allesamt in die Konkurrenzstadt Paris verlagert. Bereits im Vorfeld hatten die linksextremen Organisatoren angekündigt, den Tag zu „einem großen revolutionären Treffen“ machen zu wollen. Zu den Höhepunkten der Feten gehörte das Anzünden von Autos, die Zertrümmerung von Fensterscheiben, sowie Straßenschlachten mit der Polizei. Etliche hatten es sich nicht nehmen lassen, zur Feier des Tages mit roten Hammer-und-Sichel-Fahnen aufzuwarten. Rund 200 wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Offenbar schien selbst die legendäre französische Streikbereitschaft den Organisatoren weniger risikobehaftet als das Berliner Verkehrschaos. Deutschland war für seine Ingenieurskunst einst weltweit berühmt. Jetzt kann nicht einmal mehr der Tag der Arbeit angemessen gewürdigt werden. Könnte natürlich auch mit der steigenden ökonomischen Zufriedenheit der Deutschen zusammenhängen (wir berichteten). So oder so, Karl Marx würde sich im Grabe umdrehen.

Prohibition funktioniert – Tierarzt schmuggelte Heroin in Hundewelpen

Kolumbien/USA. Es gibt Nachrichten, die sind so verrückt, die können gar nicht stimmen, und sie tun es doch. Um dies zu verstehen, sollte man sich jedoch kurz die Wirkungsmechanismen staatlicher Anreizpolitik vor Augen führen. Wie ich neulich las, gehört die Kurzformel „aus steuerlichen Gründen“ zu den meistgenannten Erklärungen, wenn das eigene Umfeld einen für geistig unzurechnungsfähig hält. Werden diese drei magischen Worte zu Protokoll gegeben, wird jede noch so absurd scheinende Haltung sogleich als völlig rational akzeptiert. Das soziale Ansehen bleibt unberührt. Die staatlichen Zwänge führen zu absurden Verzerrungen zwischen ursprünglichen Absichten und tatsächlichem Handeln, um noch irgendeine Form von Wirtschaftlichkeit zu wahren. So geschehen auch bei einem kolumbianischen Tierarzt, der in Spanien festgenommen und an die USA ausgeliefert wurde. Der Mann muss sich jetzt in New York vor Gericht verantworten. Er hatte seine beruflichen Fähigkeiten nicht etwa eingesetzt, um die Gesundheitsversorgung leidender Vierbeiner zu verbessern. Stattdessen ging er damit unter die Heroinschmuggler. Durch einen chirurgischen Eingriff plazierte er Herointütchen in Hundewelpen. Anschließend wurden die Tiere in die USA transportiert, wo die Ware per erneuter veterinärer Operation entnommen wurde. Zwölf Jahre wurde gegen ihn ermittelt, im Falle einer Verurteilung drohen mindestens zehn Jahre Haft. Nun kann man dem Mann natürlich den Mangel der für seinen Beruf wichtigen Empathie vorwerfen. Allein, ohne die staatliche Prohibition hätte ein solch abstruses Vorgehen sich niemals rentieren können.

Zwangsräumung abgewendet – Ehemaliger Bundesminister räumt besetztes Haus freiwillig

Mecklenburg-Vorpommern. Da soll noch einer sagen, der Jugend von heute mangele es an politischen Vorbildern. Nachdem ausgerechnet das rot-rot-grüne Berlin die Feiern zum Tag der Arbeit madig machte, kommt ein linkes Vorbild nun ausgerechnet aus dem bürgerlichen Lager. Günther Krause, seines Zeichens von 1991 bis 1993 CDU-Bundesverkehrsminister unter Helmut Kohl, besetzte an der Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern illegal eine Luxusvilla. Wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Fall? Nun, der ehemalige Herr Minister war natürlich nicht gewaltsam in das Gebäude eingedrungen. Stattdessen hatte er ganz unscheinbar einen Kaufvertrag über 459.000 Euro unterschrieben und später „vergessen“, zu überweisen. Für den 10. April dieses Jahres wurde schließlich ein gerichtlicher Auszugstermin vereinbart, den er ebenfalls nicht einhielt. Um einer anberaumten Zwangsräumung zuvorzukommen, ließ er seinen Anwalt nun jedoch die Schlüssel überreichen. Er selbst erschien nicht zu dem Termin. Vor der Wiedervereinigung gehörte er übrigens der DDR-CDU an und war Staatssekretär des letzten ostdeutschen Ministerpräsidenten, Lothar de Maizière. Als solcher sieht Krause sich möglicherweise noch als Klassenkämpfer von echtem Schrot und Korn. In Zeiten, wo Politiker nur noch wachsweiche Sprechblasen absondern, ein für die linke Wohlstandsjugend dringend benötigtes Vorbild.

Zusammenstellung: Jean Modert


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