25. April 2018

Alternative Presseschau (Radio)Europa. Fortschritt. Kultur.

Romane spielen in der arabischen Welt keine Rolle

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Bildquelle: shutterstock „Unglaublich, dieses retardierende Moment in Mohammeds Leben“: Junger Araber mag keine europäischen Romane

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Europa: Vielfältig einfältig

Felix Menzel berichtet auf der „Blauen Narzisse“ über seinen Besuch der Veranstaltung „Europa der Regionen in Zeiten des Separatismus“. Geladen hatten die Jungen Europäischen Föderalisten. Der sächsische Vertreter im Ausschuss der Regionen, Heinz Lehmann, rechtfertigte alles, was die Zentralisten forderten, so auch Agrarsubventionen, um „den Hunger in Europa zu überwinden“. Umverteilung schaffe ihm zufolge gar eine Win-win-Situation. „Lehmann jedenfalls scheint überhaupt nicht kapiert zu haben, dass sich die europäische Wirtschaft ohne bürokratischen Irrsinn vermutlich besser entwickeln könnte“, kritisiert Menzel und fordert abschließend ein „Junges Europa“ statt einer „Transferunion“.

Wie genau diese Transferunion aussieht, bekommt man jeden Tag zu sehen. Immer häufiger werde gar der europäische Superstaat gefordert, wie ihn Jean-Claude Juncker schon seit Jahren herbeisehnt. „Tichys Einblick“ fragt also: „Wer wird dieses Mal unsere Freiheit verteidigen?“ Schon zwei Mal hatten die Engländer verhindert, dass Europa beherrscht wurde, so Gastautor Thomas Punzmann, zur Abwechslung könnten wir es vielleicht einmal selbst sein. Mittlerweile stellen sich insgesamt 13 europäische Staaten gegen eine vertiefende Integration, darunter das Baltikum, Skandinavien und die Visegrád-Staaten. Merkel und Macron halten dagegen und wollen die „Ever Closer Union“ weiter vorantreiben und die letzten Reste nationaler Souveränität zerstören.

In den letzten Jahren musste man sich immer häufiger mit Vertretern des Bedingungslosen Grundeinkommens auseinandersetzen. Die „Deutschen Wirtschafts-Nachrichten“ berichten nun über das Ende des finnischen Experiments, bei dem 2.000 Arbeitslose ein anrechnungsfreies Einkommen in Höhe von 560 Euro erhalten. Das Experiment läuft noch dieses Jahr und werde von der finnischen Regierung nicht verlängert. Diese Entscheidung wurde von der finnischen Sozialbehörde mit dem linksten Dauerargument kritisiert: „Wenn Sie wirklich wissen wollen, wie das Projekt funktioniert, müssen Sie genügend finanzielle Ressourcen bereitstellen.“ Erste Ergebnisse des Experiments sind noch nicht bekannt.

Fortschritt: Rettet die embryonalen Eisbären

Auf dem Portal „Novo“ echauffiert sich Matthias Kraus über die kindgerechte Darstellung von bedrohten Eisbären durch den „Spiegel“. Die Lehrerin seiner Tochter habe den natürlich abonniert, mit dem Ergebnis, dass seine Tochter einen Comic zeichne, in dem „Polargirl“ die Eisbären retten will. Grund des „Spiegel“-Berichts sei gewesen, dass „einige Forscher glauben, dass es im Jahr 2050 ein Drittel weniger Eisbären geben wird“. „Und was glauben die anderen?“, fragt Kraus. Betrachte man die Fakten, bekomme man ein ganz anderes Bild: Im Vergleich zu den 60ern, als man Eisbären noch jagen durfte, habe sich die Zahl der Tiere verdoppelt. Das Schmelzen der Eisschollen, jeder kennt die tragischen Bilder, habe nämlich für eins gesorgt: Die Eisbären kommen besser an die leckeren Robben.

In Zeiten von Käferrettung, Bio-Super-Fair-Produkten und Facebook-Petitionen für verhaltensgestörte Kampfhunde könnte man meinen, dass dem Westen Tierleben mehr am Herzen liegen als Menschenleben. Kath.net behauptet genau dies und hat triftige Gründe. Der Europäische Gerichtshof hat die Klage von „One of us“ zurückgewiesen. Ziel der Bürgerinitiative war „ein Verbot der Vergabe von Fördermitteln für Forschungsprojekte, die das Töten menschlicher Embryonen erfordern“, so fasst die Initiatorin Alexandra Linder das Projekt zusammen. Insgesamt konnte sie 1,9 Millionen Unterschriften sammeln, das Quorum war erfüllt, und „One of us“ war sogar die erfolgreichste Bürgerinitiative, die es bisher in der EU gegeben hat, so kath.net. Zuvor hatte die Bürgerinitiative „Stop Vivisection“ (1,1 Millionen Unterschriften) erreicht, dass sich die Europäische Kommission intensiv mit den Problematiken der embryonalen Forschung befasst – allerdings in bezug auf Tiere. Für Lindner ist damit klar: „Hier wird der Tierschutz über den Menschenschutz gestellt.“ Über die Politikverdrossenheit in der EU brauche man sich im Angesicht solcher Entscheidungen nicht zu wundern.

Kultur: Die linke Schickeria sägt und sägt

Die gesellschaftskritische Satire „HERRliche Zeiten“ startet in einer Woche in den Kinos. Romanvorlage des Films über die Wiedereinführung der Sklaverei sei das Buch „Subs“ des deutschen Autors Thor Kunkel, berichtet „Compact Online“. Die Brisanz des Themas sei in Zeiten von Lohndumping und Arbeitskraftimporten nicht verwunderlich – gerade die linke Filmschickeria nehme sich des Themas deshalb an. Das Problem: Autor Kunkel ist ein rechter Merkel- und Asylkritiker, der die AfD öffentlich verteidigt. Reaktion der Produktionsfirma: Sie gab lediglich auf ihrer Internetseite an, dass „HERRliche Zeiten“ „frei nach Motiven des Romans ‚Subs‘ von Thor Kunkel“ gedreht worden sei. Kunkel wirft der Produzentin Jutta Müller vor, ihn aus politischen Gründen zu verschweigen.

Auf „Ortner Online“ berichtet Werner Reichl über den Niedergang des Buchhandels. Das Aufkommen von Smartphone, Internet und neuen Medien habe allerdings nicht den Ausschlag für den Niedergang der Printzeitungen und eben auch des Buchhandels geführt. Stattdessen sei dies die „inhaltliche und politische Ausrichtung einer ganzen Branche“. Der linke Mainstream verkaufe unter bunten Buchdeckeln den immer gleichen Meinungsbrei, jeder, der abweicht, werde ausgegrenzt oder angegriffen. Der zweite Grund sei der demographische Wandel in Deutschland – nicht bezogen auf das Alter der Leser, sondern auf die Deutschen mit Migrationshintergrund. Romane spielten in der arabischen Welt keine Rolle, zitiert Reichl den Orientalisten und Kulturhistoriker Azad Hamoto. „Anders ausgedrückt“, schließt Werner Reichl, „die Autoren, Journalisten, Buchhändler und Verleger, die seit Jahren die Masseneinwanderung aus eben diesem Kulturraum bejubeln, fördern und propagieren, sägen fleißig an dem Ast, auf dem sie sitzen“.

„Blaue Narzisse“: „Ihr baut das falsche Europa!“

„Tichys Einblick“: „Was die EU-Funktionäre wollen“

„Deutsche Wirtschafts-Nachrichten“: „Finnland stoppt Experiment mit Grundeinkommen“

„Novo“: „Eis Eis Bärli“

Kath.net: „‚Hier wird der Tierschutz über den Menschenschutz gestellt‘“

„Compact Online“: „Premiere von ‚HERRliche Zeiten‘: Thor Kunkel zur unerwünschten Person erklärt“

„Ortner Online“: „Sag mir wo die Leser sind, wo sind sie gebliehieben?“

Zusammenstellung: Florian Müller


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