13. März 2018

Alternative Presseschau (Radio) Folge 5Rechts. International. Schule.

Deutschenfeindlichkeit und Täterschutz

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Bildquelle: Nickolay Vinokurov / Shutterstock.com Wollen lieber mit Deutschen spielen: Asylbewerber einige Jahre vor ihrer Ankunft in Berlin

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Die Linken kämpfen gegen das Böse, doch der Wind scheint sich zu drehen. Rund um die Welt regiert wie immer das Chaos, und auch in den Schulen ist man vor der Politik nicht mehr sicher.

Rechts: Strategien der Linken

Wie kämpft man am besten gegen das Böse? Natürlich auf allen Kanälen. Auf „Compact Online“ schreibt Autor Jonas Glaser über den Trend, in Wörtern die Vokale wegzulassen. Die sogenannten „Metaplasmen“ ziehen sich mittlerweile von links nach rechts, durch den Mainstream und die Werbeindustrie, werden aber wohl am häufigsten verwendet, um linke Parolen juristisch abzusichern. Dazu zählen vor allem, so Glaser, „FCK AFD“ und „FCK CPS“. „Compact“ prognostiziert: Durch den Wegfall der Vokale wird eine Verhärtung und Brutalisierung der Sprache entstehen.

Glasers Kollege Marc Dassen regt sich über Annegret Kramp-Karrenbauers Politikstrategie auf. Kramp-Karrenbauer stellte sich bei Anne Will hinter Seehofers „Masterplan“ in der Asylpolitik. Sie erklärte zudem: „Diejenigen, die kein Bleiberecht haben, müssen auch gehen.“ Für „Compact“ handelt es sich dabei nur um ein durchsichtiges Manöver, da „AKK“ mit allen Mittel sicherstellen soll, das die CDU die Legislaturperiode überhaupt durchstehe. Abkaufen will man ihr diesen Realismus nicht, zumal sie sich in einem vorangegangenen Interview gegen einen „Rechtsruck“ der CDU stellte.

„Russia Today Deutsch“ berichtet über einen „Prinzipienkodex“ der Europäischen Union zum Kampf gegen „Fake News“. Soziale Netzwerke sollen sich zukünftig verpflichten, die Meldungen „herkömmlicher Medien“ bevorzugt zu behandeln. Unter den angedrohten zehn Prinzipien befinde sich auch die Forderung, die Meldungen der Etablierten für den Benutzer leichter zugänglich zu machen. Betonen muss man, so „RT Deutsch“, dass vor allem die großen Druck- und Sendeanstalten bewusst manipuliert und die Wahrheit verfälscht haben. Besondere Beispiele waren die Vorbereitung zu den Kriegen im Irak, in Jugoslawien und in Libyen oder zum Putsch in der Ukraine. Ein Konzept gegen „Fake News“, das die „Fake-News-Fließbandproduzenten“ der großen Medien nicht thematisiert, sei das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist, schließt „Russia Today“.

Den Linken ist wie immer die Kampfzone nicht groß genug. Man erinnere sich an die Forderung des Hutkommunisten Udo Lindenberg an Helene Fischer, sich doch endlich politisch zu äußern. In die gleiche Kerbe schlägt die „Jungle Word“. Autor Kristof Schreuf bemerkt die fehlende Popmusik gegen den „Rechtspopulismus“. Stattdessen fänden sich nur unbekannte Indiebands, die den Aufstieg der AfD allerdings nicht hätten verhindern können. In der Berliner Szene zeige man sich von den Erfolgen der AfD zudem unbeeindruckt. Peter Fox, ehemaliger Frontmann der deutschsprachigen Hip-Hop-Band Seeed, gehe einen anderen Weg. Er arbeite nicht nur an seiner Musik, sondern auch an diversen Podcasts, die unter anderem erklären, warum die Finanztransaktionssteuer eine gute Sache sei, so schließt Schreuf in der „Jungle World“.

Auch in der „Sezession“ bespricht man den „Kampf um die Kultur“. Michael Wiesberg verweist auf die Diskurshegemonie des linksliberalen Milieus, die aber seit einiger Zeit brüchiger werde. Ein Beispiel dafür seien die sogar kritischen Äußerungen gegenüber dem Suhrkamp-Verlag, der sich von seinem Autor Uwe Tellkamp distanzierte. Ausgrenzungsmechanismen werden selbst Gegenstand der Kritik. Der „Gesinnungskorridor“ werde weiter, auch für Leute, die sich den Sprachspielen nicht mehr unterwerfen wollen, so Wiesberg optimistisch.

International: Philippinen und die Slowakei

Im „Kampf um die Philippinen“ gebe sich der IS „nicht geschlagen“, so titelt das Magazin „Zuerst!“. Ein Jahr nach den heftigen Kämpfen im vergangenen Frühjahr gab das Militär nun bekannt, dass ein Ableger des Islamischen Staates einen neuen Emir auserkoren hat. Nach der Niederschlagung des Aufstandes, bei der der in die Schlagzeilen geratene Präsident Rodrigo Duterte das Kriegsrecht verhängte, formiere sich das IS-Fußvolk nun erneut, so berichtet „Zuerst!“. Die Terroristengruppe Abu Sajaf werde nun von einem Kämpfer namens „Abu Dar“ angeführt.

Auf „Jouwatch“ fragt man sich, ob George Soros die slowakische Regierung stürzen will. Laut dem ungarischen Präsidenten Viktor Orbán zeige die dortige Regierungskrise „deutliche Spuren“ des US-amerikanischen Unternehmers. Das Motiv für die Intervention sei die äußerst restriktive Haltung der slowenischen Regierung gegenüber der Aufnahme von Flüchtlingen, so Orbán in einem Interview. Die aktuelle Krise war vor zwei Wochen durch den Mord an einem regierungskritischen Journalisten entstanden, der über die Verflechtung der Mafia in die slowakische Politik berichten wollte. Für Orbán gebe es keinen Zweifel, dass Soros die Finger mit im Spiel habe, so „Jouwatch“.

Schule: Moderne Lern- und Lehrmethoden

Über einen interessanten Fall der grassierenden Deutschenfeindlichkeit wird auf „Young German“ berichtet. Dort schildert der Autor einen Fall in seinem Bekanntenkreis, bei dem zwei neunjährige Jungs gemeinsam Fußball spielten. Nach einiger Zeit kamen zwei angeblich minderjährige Flüchtlinge dazu und wollten mitspielen. Die deutschen Kinder wollten aber alleine weiterspielen und wurden von den Asylbewerbern geschubst, bedrängt und als „Schweinefresser“ bezeichnet. Das Unglaubliche passierte – einem Jungen rutschte „Warum gehst du nicht zurück in dein Land?!“ über die Lippen. Konsequenz: ein Tadel, eine angesetzte Überprüfung des Haushaltes durch das Jugendamt und die Aufforderung des Direktors, dass man in Zukunft mit Migranten spielen müsse. Deutschenfeindlichkeit und Täterschutz seien keine Seltenheit mehr, sondern gehörten zum Alltag in Berlin, so der resignierte Autor.

Ob man mit einem qualitativen Unterricht dem Merkelschen Chaos entgegenwirken kann? Auf „Novo“ kritisiert Robert Benkens den unzeitgemäßen Politikunterricht, der nur noch aus „Auswendiglernen oder moralisierenden Appellen“ bestehe. Es gebe eine immer stärkere Entfremdung zwischen klaren politischen Überzeugungen und Werthaltungen und der chaotischen Welt des 21. Jahrhunderts. Überbrückt werden könne diese Differenz durch einen geeigneten Schulunterricht, der ein Ort der offenen Auseinandersetzung und der Orientierung sein müsse. Trockener und wirklichkeitsfremder als heute, wo die überforderten Lehrer die Schüler das Institutionengefüge der Bundesrepublik auswendig lernen ließen, während halbgare Wahrheiten über Merkel, Syrien und Trump durch die Medien geisterten, gehe es kaum noch, so Benkens auf „Novo“.

„Compact Online“: „FCK VKL – F**k Vokale, oder: Die Sprache des Schlagstocks“

„Compact Online“: „Die neue Merkel: Kramp-Karrenbauer ist ‚strikt gegen Rechtsruck‘“

„RT Deutsch“: „EU ruft zur Zensur auf: Soziale Netzwerke sollen ‚herkömmliche Medien‘ bevorzugen“

„Jungle World“: „Keine Lieder über die AfD“

„Sezession“: „Der Kampf um die Kultur oder: Politik mit der ‚Echokammer‘“

„Zuerst!“: „Kampf um die Philippinen: Der IS gibt sich nicht geschlagen“

„Jouwatch“: „Will Soros die slowakische Regierung stürzen?“

„Young German“: „Wenn mit zweierlei Maß gemessen wird – Deutschenfeindlichkeit – Ein Fall an einer Berliner Schule“

„Novo“: „Politikunterricht in Zeiten von Hate Speech“

Zusammenstellung: Florian Müller


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