06. März 2018

Alternative Nachrichten (Radio) Folge 4Islamfeindlichkeit. Mutti. GEZ. Nordkorea.

Was uns am Abend des 6. März bewegt

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Belebten in Korea einen Hauch ihrer antiken Friedenstradition wieder: Olympische Spiele

Audio

Download

Fiat Islamfeindlichkeit

Berlin. Der hauptsächlich aus der libertären Wirtschaftstheorie bekannte lateinische Ausdruck „fiat“ bedeutet wörtlich so viel wie „es werde“. Im säkularen Gebrauch, abseits von „fiat lux“ (es werde Licht) wird er vor allem im Zusammenhang mit der künstlichen Konstruktion eines gewünschten Zustandes verwendet. Im Finanzbereich eben, dass aus wertlosem Papier, Fiat-Geld, plötzlich ein echtes, werthaltiges Tauschmittel werden soll. Das Stichwort „Papier“ ist jedoch geduldig und eignet sich auch zu anderen politisierten Fiat-Manövern. Zu diesem Schluss kam neulich auch wieder das mit der Verschleierung der Regierungskriminalität beauftragte Innenministerium. Wie verhindert man nämlich, dass die immer noch staatstragende öffentliche Mehrheit beim Thema der kulturellen Bereicherung durch ausländische Messer- und Sexfachkräfte nicht doch irgendwann hellhörig wird? Zur möglichst effizienten Umsetzung dieser Aufgabe wurde beschlossen, den Spieß im öffentlichen Diskurs einfach umzudrehen. So ließ der dafür zuständige (scheidende) oberste Parteisoldat Thomas de Maizière verkünden, 2017 sei es in Deutschland zu „950 islamfeindlichen Angriffen“ gekommen. Die überwiegende Zahl der Fälle in dieser 2017 neu eingeführten Subkategorie von „Hasskriminalität“ konnte nicht aufgeklärt werden. Die Täter entstammten daher allesamt dem rechten Milieu. Zu den registrierten Straftaten gehören Demonstrationen gegen einen Moscheebau in Erfurt und „Beleidigungen im Netz“. Auf diese Weise konnte ein Fiat-Manöver zur Konstruktion eines jetzt konstant kurz bevorstehenden Pogroms gegen muslimische Mitmenschen konstruiert werden. Gesellschaftsdeutenden Hohepriestern, die sich hauptberuflich mit der Verteidigung Angela Merkels befassen, wurde somit eine amtlich bestätigte und endlos wiederverwertbare Nebelkerze gegen ihre Kritiker in die Hand gegeben. Da macht es auch keinen Unterschied, ob sich die Kritik gegen die illegale Masseneinwanderung oder die Energiewende richtet.

„Merkel muss weg“ – Start-up-Zeit geht in die Endphase

Hamburg. In der BRD gab es insgesamt drei Versuche, an das historische Vorbild der DDR-Montagsdemonstrationen anzuknüpfen. Der erste richtete sich gegen die Hartz-IV-Reformen. Diese Demonstrationen ebbten nach wenigen Wochen ab, aber der Unmut schlägt sich seit nunmehr 14 Jahren in kontinuierlich sinkenden SPD-Wahlresultaten nieder. Der zweite fand und findet mit den Pegida-Demonstrationen in Dresden sogar am gleichen Ausgangspunkt wie das große Vorbild statt. Die Pegida-Demonstrationen etablierten sich als kleiner, aber feiner Teil des öffentlichen Unmuts über die Kanzlerschaft Angela Merkels. Beide Demonstrationen können bisher fast identische Erfolgsquoten aufweisen. Schließlich regiert Angela Merkel weiterhin machtpolitisch erfolgreich mit der SPD. Gegen diesen Mehltau der ehemaligen FDJ-Sekretärin formierte sich schließlich vor einigen Wochen ein dritter Nachfolger. Bei diesem neuerlichen Projekt kann die mit Unternehmen vergleichbare Start-up-Phase nun als weitestgehend abgeschlossen betrachtet werden. Das ganze entstand wie so viele gute und weniger bekanntgewordene Ideen spontan, nicht aus einem großen Plan heraus. Die ursprüngliche Initiatorin hatte eigentlich nur einen persönlichen Schweigespaziergang unternommen, dem sich irgendwann andere Bürger anschlossen. So wie jemand eine verrückte Idee hat und irgendwann jemand vorschlägt, sich doch mal nach einer Garage umzusehen. Wie auch bei einem Start-up tauchten bald erste bürokratische Schwierigkeiten und der Druck der Konkurrenz auf. In Hamburg musste nämlich immer eine Demonstrationsleiterin angemeldet werden, die dann sogleich auch Besuch von der Konkurrenz der Antifa bekam. Der Schaden an ihrem Haus und Auto belief sich auf circa 50.000 Euro (wir berichteten). Wie in der Wirtschaft kam es schließlich zu einem Wechsel an der Spitze, und die Gründerin zog sich zurück. Das Projekt lief dennoch weiter und erzeugte erste überregionale Aufmerksamkeit. Zunehmend begannen sich die Organisation und der Widerstand zu professionalisieren. Den ursprünglichen Veranstaltungsort hat die Antifa mittlerweile einen Monat im voraus für Gegendemonstrationen angemeldet. Zugleich waren mittlerweile 1.000 Polizisten zum Schutz der Demo im Einsatz. Zudem wurde sie zum ersten Mal mit einem gestochen scharfen Bild, begleitet von einem liberal-konservativen Moderatorenduo, im Livestream übertragen. Ob ein Produkt, das in seinem Kern auf aufrechte Bürger abzielt, in Deutschland noch einen Massenmarkt erschließen kann, muss sich dann in den nächsten Wochen während der Expansionsphase zeigen.

„FAZ“-Hofschranzen fürchten sich vor Internetexpansion der Öffentlich-Rechtlichen

Die „FAZ“ fürchtet sich vor dem neuen Rundfunkstaatsvertrag. Die zwangsfinanzierten Staatsfunker sollen nun auch sogenannte Nachrichten unbeschränkt im Internet verbreiten dürfen. Das erfuhr das ehemals bürgerliche Blatt vom Main aus dem zwischen den Ländern zirkulierenden aktuellen Entwurf zum neuen Rundfunkstaatsvertrag. Der schon länger schwelende Streit entzündete sich ursprünglich an der „Tagesschau“-App, die ihren Internetseiten noch mehr den Charakter reiner Nachrichtenportale verlieh. Der Mainstream fürchtet nun, dass die öffentlich-rechtlichen Mitstreiter ökonomisch stark in ihrem Online-Territorium wildern könnten. Die Zwangsabgaben sind sicherlich für alle privaten Medien marketingtechnisch ein schwerer Brocken. Denn ein Konsument, der auf diese Weise einmal zur Kasse gebeten wird, verfällt an anderer Stelle oft in Überkompensation. Die von den großen Hauptstromblättern mit verursachte Gratismentalität im Internet erhält dadurch einen kontinuierlichen Auftrieb. Aber, liebe „FAZ“-Kollegen: Versucht es mal mit echtem, kritischem Journalismus, anstatt Euch immer noch als verlängerter Arm der öffentlich-rechtlichen Regierungssprecher zu betragen. Die Themen liegen von Einzelfällen über Geopolitik bis zur ökologischen Demontierung der einst blühenden Wirtschaft auf der Straße. Tragt dazu bei, das Staatsfernsehen durch ungeschönte Berichterstattung als das zu entlarven, was es ist. Dann entledigt sich der kaiserliche Rundfunk schon sehr schnell seiner Kleider, und die Begründung der Zwangsabgabe würde wahrscheinlich mit implodieren. Wenn nicht, wäre zumindest einwandfrei festgestellt, dass sich nicht nur das politische Berlin, sondern ganz Deutschland in eine Freiluftpsychiatrie verwandelt hätte. Dann könntet Ihr Euch getrost aufs Auswandern konzentrieren. Echte Journalisten kennen sich mit Alternativen im Ausland in der Regel ja auch aus.

Nordkorea setzt Atomtests während Annäherungsgesprächen aus

Seoul/Pjöngjang. Die gute Nachricht zum Ausklang des Tages erreicht uns heute aus dem fernen Korea. Die verfeindeten Regierungen des nördlichen und südlichen Teils versuchen sich in einer ernsthaften politischen Annäherung. Nachdem der Umgang miteinander bereits bei den Olympischen Spielen durchaus freundlich geprägt war, wurde nun zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder eine direkte Telefonhotline eingerichtet. Im April soll ein gesamtkoreanischer Gipfel stattfinden. Zudem erklärte der nördliche Staat sich bereit, seine umstrittenen Atomtests „während der Dialogphase“ (präzise Definition noch nicht bekannt) auszusetzen. Nach bisher bekannten Informationen kamen die Gespräche durch eigenständige Initiativen ohne Interventionen geopolitischer Großmächte zustande. Diese Großmächte und die heute fast global umspannende Politisierung sind auch der Grund dafür, dass die Entspannung zwischen zwei so kleinen Staaten am anderen Ende der Welt hier durchaus als gute Nachricht aufgefasst werden kann. Durch die globalen Militärbündnisse und Verstrickungen ließen sich im Ernstfall nämlich politisch schnell diverse Beistandsverpflichtungen ableiten, die zu einer Kettenreaktion führen könnten. Eine Merkel-Regierung hätte wohl kaum Schwierigkeiten, zu begründen, warum „wir“, also der deutsche Michel, uns solidarisch zeigen müssten. Ob als Steuerhamster oder womöglich im Zuge einer wieder eingesetzten Wehrpflicht als Kanonenfutter, würde sich auch schnell klären. Männliche Flüchtlinge dürften sich derweil um die zurückgebliebenen Frauen kümmern. Durch außenpolitische Entspannung verschwindet die heimische Diktatur zwar nicht. Sie beraubt sie jedoch eines der wichtigsten Fundamente jedes modernen Staates: eines Bedrohungsgefühle erzeugenden Feindbildes als kollektives Antibiotikum gegen den gesunden Menschenverstand.

Zusammenstellung: Jean Modert


Artikel bewerten

Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

Dossier: Alternative Nachrichten

Mehr von Nachrichtenredaktion ef

Autor

Nachrichtenredaktion ef

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige