02. März 2018

Alternative Nachrichten am Abend Revolution. Reichsbürger. Hitler-Tagebuch-Verlag. Wochenendtermine.

Was uns am Abend des 2. März bewegt

von Nachrichtenredaktion ef

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Bildquelle: shutterstock Sollen bei Gesinnungskriminalität zukünftig automatisch eingezogen werden: Legalwaffen

Stell dir vor, es ist Revolution und keiner berichtet darüber

Seit einigen Wochen mehren sich insbesondere im sozialstaatsverwöhnten Westdeutschland die Demonstrationen gegen die Kanzlerschaft Angela Merkels. Die unter den Entbehrungen sozialistischer Misswirtschaft zu viel kritischeren Menschen erzogenen DDR-Bürger machen mit kleinen, aber zähen Protesten aller Art im stillen Kämmerlein der alternativen Medien ja schon länger von sich reden. Das bekannteste Beispiel sind natürlich die längst totgeschwiegenen, aber immer noch nicht totzukriegenden Pegida-Demonstrationen in Dresden. 2016 durfte das Maasmännchen dann, für jedermann auf Youtube einsehbar, unter „Hau ab“-Rufen mit quietschenden Reifen von einer Erster-Mai-Kundgebung abziehen. Die Liste ließe sich fortsetzen. Diese Vorgänge sind jedoch wie gesagt auf völlig unterschiedliche soziologische Strukturen in der psychologisch fortlebenden DDR zurückzuführen.

Die Wessis sind hingegen gewohnt, sich ihre Grabestreue zu Staat und Partei seit nunmehr 70 Jahren mit ihrem eigenen Geld teuer erkaufen zu lassen. Es ist also eigentlich davon auszugehen, dass man auf das Privileg dieser Illusionen nicht so gerne verzichtet. Wie wir bereits berichteten, fanden während der letzten Wochen allerdings in Berlin und Hamburg trotzdem mutige und im zweiten Fall auch wiederholte Demonstrationen gegen das Merkel-Regime statt. Dies, obwohl der Staatsapparat sowohl mit seinen getarnten Schlägertruppen der Antifa als auch dem Staatsschutz selbst dagegen vorging.

Für dieses Wochenende ist nun in Kandel, dem beschaulichen pfälzischen Ort, wo junge Flüchtlinge gerne mal auf einen Abstecher in den Drogeriemarkt gehen, eine weitere Demonstration geplant. Auch hier ruft die Bewegung „Kandel ist überall“ nicht zum ersten Mal zur öffentlichen Kundgebung auf. Für morgen, Samstag, den 3. März, erwartet die Polizei für die Demo und staatliche Gegendemos insgesamt etwa 2.500 Teilnehmer. Und die Mainstreammedien schweigen. Dank GEZ, Netzwerkdurchsetzungsgesetz und Antifa dürfte Deutschland gerade so etwas wie die erste stille Revolution der Geschichte erleben. Nachdem bereits die Verantwortlichen der Frauendemo in Berlin von Facebook gesperrt wurden, trifft es mittlerweile selbst ausländische Regimefeinde. Gegen den britischen Journalisten Tommy Robinson, der über diese Vorgänge berichtet hatte, wurde nun ebenfalls eine einwöchige Twitter-Sperre verhängt. All diese Gegenbewegungen finden statt, obwohl das demonstrationsfreundlichere Frühlingswetter aktuell in weiter Ferne steht. Den „Mächtigen“ läuft der Hintern möglicherweise viel stärker auf Grundeis, als selbst ihren ärgsten Kritikern bewusst ist.

Reichsbürger sollen entwaffnet werden

Zu dem Fazit der eben behandelten Meldung scheint sich auch der Bundesrat durchgerungen zu haben. Auch hier fängt das System an, mit allen noch verbleibenden Machtmitteln um sich zu schlagen. Wie wir gestern berichteten, geht die Landesregierung in Bayern bereits verschärft gegen die politische Randgruppe der Reichsbürgerbewegung vor. Diese lehnt die Rechtmäßigkeit der BRD ab und fordert unter verschiedensten Formen eine Neugründung des deutschen Staates. Nun hat man in Bayern festgestellt, dass der Anteil von Legalwaffenbesitzern bei diesen Menschen besonders hoch ist. Ein unbekannter Kritiker des Merkel-Systems charakterisierte die Gesamtsituation einmal folgendermaßen: „Der Optimist lernt Mandarin, der Pessimist Arabisch und der Realist Schießen.“

Somit dürften die Reichsbürger also erst mal nicht alles falsch gemacht haben, zumal sie sonst ja auch nicht der strengen Hintergrundprüfung, die für den Waffenerwerb erforderlich ist, standgehalten hätten. An dieser Stelle kommt nun der Bundesrat ins Spiel, der den Reichsbürgern jetzt eine besondere Ehrung zukommen lässt. Die Enteignungsprozeduren von Legalwaffenbesitzern aufgrund von Gesinnungskriminalität sollen deutlich vereinfacht werden. Zukünftig soll jeder Bürger, der beim Verfassungsschutz einmal aktenkundig wurde, das Recht auf Waffenbesitz verlieren. Die Kommunen sollen dazu automatisch eine Überprüfung von Antragsstellern und Waffenbesitzern bei den Geheimdiensten anfordern, die daraufhin auch auskunftspflichtig sind. Der Anführer der bisher medial am deutlichsten in Erscheinung getretenen Reichsbürgergruppe „Königreich Deutschland“ Peter Fitzek, sitzt übrigens seit dem 8. Juni 2016 in Untersuchungshaft. Als zwei seiner Vertrauten vor einem Monat beim alternativen Radiosender Okitalk gefragt wurden, womit denn diese drastische Überschreitung der maximal für ein halbes Jahr zulässigen U-Haft begründet werde, konnten sie auch nur mitteilen, dass seine Anwälte sich um Antworten bemühen. Was dies über die Kontrollfähigkeiten des aktuellen Systems aussagt, darf jeder selbst entscheiden.

Hitlers Tagebuchverlag geht weiter gerichtlich gegen Blogger vor

Das in den 80er Jahren für das Verlegen seines Bestsellers der authentischen Hitler-Tagebücher bekannt gewordene Magazin „Stern“ wehrt sich weiter gerichtlich gegen die Diffamierung, Fake News zu verbreiten. Der Blogger Jens Bernert hatte auf seinem Blog „Blauer Bote“ behauptet, ein staatlich akkreditierter Journalist des hellsten „Stern“ am deutschen Medienhimmel habe falsche Informationen über den Syrienkrieg verbreitet. Des weiteren hatte ihn Bernert sogar der niederen Beweggründe der Propagandaverbreitung beschuldigt. Konkret geht es um das Zwitscherkonto des siebenjährigen syrischen Mädchens Bana Alabed, das 2016 regelmäßig von Greueltaten des Regimes aus Aleppo berichtete. Kritischen Beobachtern fiel auf, dass die Nachrichten angesichts des vermeintlichen Alters in einem erstaunlich reifen und erwachsenen Englisch formuliert waren, und stellten sich die Frage, ob es sich möglicherweise um eine Fälschung seitens der Rebellen (die in Deutschland unisono als „Terroristen“ bezeichnet würden) handelte. Insbesondere, da sie auch mehrfach westliche Staaten zum militärischen Vorgehen gegen die syrische und russische Regierung aufforderte. Auch die „Berliner Zeitung“ spricht mittlerweile von einer „Lügengeschichte“. Der „Stern“ sieht sich trotzdem genötigt, gegen den Blogger vorzugehen, verschwieg aber den eigenen Sieg vor Gericht. Dort wollte man sich zur Glaubwürdigkeit der Geschichte selbst nämlich nicht äußern, stellte aber fest, dass Bernert die Absichten des „Stern“ nicht bekannt sein konnten. Bernert wiederum weigert sich jedoch, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, also prozessiert der „Stern“ weiter zur Wahrung seiner unerschütterlichen Glaubwürdigkeit. Offensichtlich sind der Redaktion nicht nur die Original-Hitler‑, sondern wohl auch geheime Goebbels-Tagebücher in die Hand gefallen. Dort wird sicher genau drinstehen, wie man einen Gerichtsprozess gegen einen völlig Unbekannten anstrebt, dadurch auf keinen Fall einen Zusatz an Aufmerksamkeit für diesen erregt und dem eigenen Ansehen nicht schadet.

Wochenendtermine für Politikinteressierte

Die gute Nachricht zum Schluss? Die Letztentscheidung darüber liegt dieses Mal bei den SPD-Mitgliedern, den Italienern und den Schweizern. Die ersten beiden stimmen am Sonntag über eine neue Regierung ab, während die Schweizer darüber befinden, ob ein staatlicher Zwangsrundfunk noch zeitgemäß ist. Traditionell sahen sich die Italiener im Vorfeld ihrer Wahlen starker Häme und Spott aus besserwisserischen deutschen Redaktionsstuben ausgesetzt. Werden die Italiener nicht zu populistisch wählen, klappt es dann überhaupt mit der Regierungsbildung, und so weiter… Bis auf einen Praktikanten beim „Spiegel“, der wohl seit September 2017 im Ausland lebt und mit der Titelschlagzeile „Clowns an die Macht“ gefolgt von ebenso geistreichem Inhalt aufwartete, wurde sich dieses Mal erstaunlich zurückgehalten. Natürlich ist es per se unmoralisch, einem Volk eine Regierung zu wünschen, ansonsten könnte man den Italienern fast die Daumen drücken, dass sie die Bildung einer solchen schneller hinkriegen als die Berliner Gurkentruppe. Nun denn, wir werden Sie am Montag wieder auf dem Laufenden halten. Wir wünschen allen Lesern ein schönes Wochenende.

Zusammenstellung: Jean Modert


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