02. März 2018

Antifa und Anarchismus Nicht gegen den Staat, sondern gegen freiheitliche Grundrechte

Wenn sie ehrlich wäre, hieße sie längst „Fa“

von Christopher Sensebusch

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Bildquelle: 1000 Words / Shutterstock.com Nicht anarchistisch: Antifa

Ich erquicke mich in meiner „Mittagspause“ gerade an Videos, in denen Antifanten aufgemischt werden. Ja, ich gebe es zu: Zu sehen, wie diese faschistoiden, gewaltbereiten Gören ernten, was sie säen, ist Balsam für meine Seele...

Nun wird man in diesem Kontext aber immer wieder damit konfrontiert, dass die Antifanten sich als Anarchisten ausgeben. Und die Gegenseite ihnen das offensichtlich auch abkauft. Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen!

Die Antifa will keine Anarchie; sie hat kein Interesse an Freiheit! Selbst der Teil, der nicht bloß in einer Art „Abenteuerurlaub von Mutti“ Gewaltphantasien ausleben oder sich einfach mal ungestraft abreagieren will, sondern tatsächlich von politischen Überzeugungen getrieben ist, hat so einiges an Zielen, aber sicher nicht das einer Gesellschaftsform, in der jedes Individuum frei von staatlichen Instanzen und in jedem Aspekt seines Handelns frei(willig) (inter)agiert.

Ganz im Gegenteil, nichts ist ihm verhasster als ein Individuum, das gegen den Mehrheitswillen auf persönlichen beziehungsweise Minderheitsrechten beharrt, das auf seinem Recht auf Eigentum bestehen und entsprechend nicht gezwungen werden kann, seine Lebensleistung an das Kollektiv umzuverteilen, das ungestraft die Traumwelt eines Transwesens mit Fakten behelligen darf, das einfach grundsätzlich eine eigene/andere Meinung haben darf (mit der es „sexistisch“, „rassistisch“, „lookistisch“ oder sonstwie „diskriminiert“).

Nun befinden sich derartige freiheitliche Grundrechte seit Jahren auf dem Rückzug, aber noch sind sie in den Erste-Welt-Staaten teils mehr, teils weniger ausgeprägt gewährleistet. Und das ist die Art von Staat, das ist die Gesellschaft, die die Antifa loswerden möchte. Nicht den Staat an sich, nein.

Ein Antifant geht nicht gegen die Staaten der westlichen Hemisphäre auf die Straße, um Staatsgewalt ersatzlos abzuschaffen. Sondern um solche Staaten, die „bloß“ das freie Miteinander von Menschen durch Grenzen, deren Schutz und innere Sicherheit innerhalb selbiger umreißen, durch die perverse Mutation zu einem allgegenwärtigen, allmächtigen, das Individuum negierenden Gleichmacher zu ersetzen!

Die Antifa nun zu bitten, sich nicht weiter als das Gegenteil ihrer selbst auszugeben, hat selbstverständlich wenig Sinn. Sonst hieße sie längst „Fa“. Aber dem mit geistiger Gesundheit geschlagenen Rest möchte ich sagen: Lasst Euch bitte nicht für dumm verkaufen!

Anarchie ist nicht links. Und die Antifa verhält sich zu ihr wie McCarthy zum Kommunismus. Dessen Hammer und Sichel (und bei einigen möchte ich gar sagen: das Hakenkreuz) sind hingegen die einzig treffenden Symbole der Antifa-Ideologie.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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