20. Februar 2018

Frauenmarsch in Berlin Ein Land in Narrenhand

Der Kampf gegen rechts verwandelt sich in einen Kampf gegen Frauenrechte

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: Sargoth/Wikimedia Commons Versteht die neue APO nicht: Hans-Christian Ströbele

Nach der Berichterstattung über die Frauendemonstration gegen sexuelle Gewalt, Deutschlands momentan heißesten Importschlager, fällt es dem Beobachter schwer, sich zwischen den Termini „Lügen‑“, „Lücken‑“ und „Lumpenpresse“ zu entscheiden; gottlob ist es auch gar nicht nötig. Der Journalist Alexander Wendt war dabei und hat zunächst einmal die offiziell verbreitete Teilnehmerzahl auf deutlich über 1.000 korrigiert: „Gegen 16 Uhr setzt sich der Zug langsam in Bewegung. Es stehen Leute mit Anti-Merkel-Plakaten dort, mit Deutschlandfahnen, mit Pappschildern wie: ‚Wir sind kein Freiwild.‘ Neben mir läuft ein mittelaltes Paar, beide Ärzte, wie sich herausstellt, beide aus einer Gegend nördlich von Berlin angereist. Dass es sich bei ihnen laut Antifa, Grünen und Linkspartei um Rassisten und Nazis handeln soll, amüsiert sie. ‚Seltsame Stadt‘, sagt der Mann. Ich lasse erst den Zug an mir fast vorbei, und schließe dann wieder nach vorn auf. Schätzungsweise laufen 1.400 Menschen auf der Kreuzberger Friedrichstraße. Das Durchschnittsalter liegt um die 40.“

Inzwischen gibt es auch ein Video auf Youtube, wo jeder mühelos überschlagen mag, wie viele Grundgesetzfundamentalisten in Berlin auf die Straße gingen. Kein Wahrheits- und Qualitätsmedium kommt mit seiner Meldung auch nur in die Nähe der realen Teilnehmerzahl, aber alle berichten darüber, dass der Pegida-Aktivist Lutz Bachmann dort aufgetaucht ist.

Wendt über die Berichterstattung seiner merkelfrommen Kollegen: „Alle Berichte betonen, es habe sich um einen ‚rechten Frauenmarsch‘ gehandelt, das Wort ‚Frauenmarsch‘ wird auch fast durchgängig in Anführungszeichen gesetzt. Die ‚BZ‘ nennt Leyla Bilge eine ‚selbsternannte Frauenrechtlerin‘, beantwortet aber leider nicht die Frage, welches Amt in Deutschland Frauenrechtlerinnen ernennt. Womöglich das gleiche Amt, das Qualitätsjournalisten zertifiziert? Keines der Medien sieht es als Problem, dass linke Gruppen das Demonstrationsrecht in Berlin problemlos aushebeln können.“ Regierungspresse eben.

Der APO-Opa und RAF-Versteher Hans-Christian Ströbele, der von der neuen APO noch weniger kapiert als von Politik generell, postete auf Twitter ein Foto von sich und zwei Berliner sogenannten Grünen-Politikerinnen und schrieb dazu: „Gegen Rassismus und für Feminismus auf der Straße“. Was würden diese Clowns wohl tun, wenn die AfD (die übrigens die Demo nicht veranstaltet hat) morgen mehr Windräder oder mehr Einwanderer forderte?

Ein Land in Narrenhand. Mit einer Deutsch-Kurdin voran demonstrieren Frauen für ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit, praktisch das Hauptthema des Feminismus und diesmal pures unverheucheltes Metoo im Namen wirklicher Opfer, und ein paar Hundert staatliche geförderte – also von den Demonstranten teilfinanzierte – Linksextremisten beschimpfen sie als Nazis und Rassisten und versperren ihnen im Namen des Feminismus den Weg. Der Kampf gegen rechts verwandelt sich in einen Kampf gegen Frauenrechte, und kein Journalist außer Wendt lacht diese Golems aus. Die Polizei lässt die blockierenden Grundrechtsaushebler gewähren; Berlin ist ein rechtsfreier Raum. Man muss sich die ganze Veranstaltung aus der Sicht eines fröhlichen islamischen Radikalen vorstellen. Oder aus der einer brünftigen Fachkraft im Stadtparkgebüsch.

Bericht über den Frauenmarsch auf Youtube

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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