27. Januar 2018

Schriftstreit bei der sächsischen Polizei Warum die Linken voll nazi sind

Über den Drang nach Nihilismus und Werteerosion

von Florian Müller

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Bildquelle: shutterstock Nicht nazi, sondern deutsch: Frakturschrift

Wie immer gibt sich die moderne Linke größte Mühe, in die Fußstapfen der Nationalsozialisten zu treten. Egal ob mehr staatliche Kontrolle, Regierungspropaganda, Zensur und Meinungsmache oder einfach nur die stetige Belästigung des Eigenen, des Privaten und der Entzug von Freiheit. Ganz konkret wurden die Parallelen wieder beim „Schriftstreit“ über die böse „Nazischrift“ der sächsischen Polizei.

Vor etwa einem Monat rumorte es in den Redaktionsstuben der linken Sesselfurzer. „FAZ“, „Spiegel“, „Zeit“ und eigentlich alle großen Printmedien bekamen Schnappatmung. Die neuen Panzerwagen der Polizei Sachsen hatten im Innenraum auf den Sitzbezügen in geschätzter Schriftgröße 20 stehen: „Spezialeinsatzkommando Sachsen“. Darüber prangt ein Logo mit den sächsischen Löwen, einem Lorbeerkranz und zwei stilisierten Flügeln.

Sächsische Panzer mit rechter Symbolik

Sofort ratterten die Tastaturen: „Rechte Attitüde?“ („Stern“), „Aufregung um Schriftzug“ („FAZ“), und das Minderqualitätsmedium „Bento“ fragte: „Fahren in Sachsen jetzt Panzer mit rechter Symbolik?“ Und in der Tat: Seit einigen Jahrzehnten benutzen Neonazis die Frakturschrift. Neonazis haben allerdings auch Glatzen, gehen auf die Toilette und tragen Pullover.

Auf die Idee zu kommen, dass haarlose Rentner, Klobesucher und Leute mit warmen Oberteilen „rechts“ seien, ist genauso absurd wie zu behaupten, dass Nutzer der Frakturschrift Nazis seien. Vielmehr offenbart es das Verständnis der modernen Linken, die alles verbannen und verbieten wollen, was auch nur ansatzweise mit deutscher Kultur zu tun hat. In Zeiten, in denen „Geschichte“ und „früher“ schon zu Schimpfwörtern degradiert wurden, ist es gesellschaftlich längst nicht mehr akzeptiert, aus blassen Massen hervorzustechen.

Königsberger Klopse statt Spaghetti Bolognese

Wenn man heute erzählt, dass man Königsberger Klopse anstatt Spaghetti Bolognese gekocht hat, wird man angeschaut, als wäre man Göring höchstpersönlich und wolle sich Königsb… äh, Kaliningrad zurückerobern. Wenn man zugibt, dass die meisten modernen Bücher und Filme eine Katastrophe sind und man lieber gute deutsche Klassiker lesen sollte, wird man angeschaut, als lebte man in einem Bunker in Obersalzberg.

Und wenn man zugibt, dass Wagner ein erstklassiger Komponist war und man die „Defäkation auf der Bühne“ (Ernst Topitsch) nicht mehr ertragen kann, schauen einen die Leute an, als wäre man Vorsitzender der Reichskulturkammer. Alles Deutsche wird gehasst. Alles Vergangene wird gehasst. Das deutsche Vergangene wird doppelt gehasst. Und dieser kleine „Skandal“ in Sachsen, der aufgrund der ungeklärten Schuldfrage noch immer virulent ist, zeigt wieder einmal, dass die politischen Linken (die CDU inbegriffen) „deutsch“ und „Nationalsozialismus“ gleichsetzen.

Das zeigt auch, dass in einem Land und einer Situation, in der es tagtäglich ernste Probleme zu bewältigen gibt, die Leute sich lieber ihr Maul über eine Schriftart zerreißen, die es seit über 400 Jahren gibt. Aber heute ist ja alles voll nazi. Luther ist ein Nazi, Hitler ist ein Nazi (der einzige echte), Bismarck ist ein preußischer Nazi, Sahra Wagenknecht ist ein linker Nazi, David Berger (schwul) ist ein homophober Nazi, Hendrik Broder (Jude) ist natürlich auch ein Nazi.

Nihilismus und Auslöschen der eigenen Kultur

Man sucht in der Geschichte nach dem eigenen Ursprung, nach der Legitimation des eigenen Denkens und verfälscht die Historie. Während im Dritten Reich zwanghaft versucht wurde, die deutsche Geschichte auf germanische und arische Aspekte umzumünzen, versucht man heute das genaue Gegenteil und verunglimpft alles Deutsche. Beide Ansätze verfehlen die Realität. Ziel der Antideutschen ist das Auslöschen der eigenen Geschichte und eigener Kultur – von der Currywurst bis zur Nationalmannschaft. Und dieser Drang des Nihilismus und der Werteerosion macht eben auch nicht vor einer fast in Vergessenheit geratenen Schrift halt.

Dazu kommt ein unvorstellbar beschränktes Geschichtsverständnis. Denn hätte man sich nur ansatzweise informiert, hätte man erfahren, dass die echten Nazis die Frakturschrift bereits 1941 nicht mehr offiziell verwendeten und in gewohnt linkem Kontrollzwang die heute gängige serifenlose Antiqua einführten. Martin Bormann, Leiter der Reichskanzlei, bezeichnete in seinem „Normalschrifterlass“ die gotische Schriftart als „Schwabacher Judenletter“. Die Schwabacher Lettern sind eng verwandt mit der Frakturschrift und durch ungeübte Leser, insbesondere die gutmenschlichen Tugendwächter, schwer davon zu unterscheiden.

Die eigentliche Nazischrift und die deutsche Schrift

De facto ist also diese Zeile, die Sie gerade lesen, die eigentliche Nazischrift und die verpönte, charaktervolle und wunderschöne Bruchschrift die typisch deutsche Schrift. Angeblich wurde die moderne Antiqua-Schriftart nicht aus ästhetischen Gründen eingeführt, sondern weil man den eroberten Völkern und Staaten nicht zumuten wollte, die komplizierte Bruchschrift lesen zu müssen – wenn sie nach verlorenem Krieg Deutsch lernen müssten. Das hört sich ja schon fast nach modernem Brüssel an. Mittlerweile wurden die Polsterbezüge der sächsischen Panzerwagen geändert. Die „Judenlettern“ wurden unter dem Druck des deutschen Feuilletons entfernt. Stattdessen setzt die Polizei, wie ganz Deutschland, auf die deutsch-imperialistische Eroberungsschrift der Nationalsozialisten. Es ist also wieder einmal die Linke, die unserem allergrößten Gröfaz näher steht als das gesammelte konservative und rechte Milieu eines ganzen Landes.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Blaue Narzisse“.


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