08. August 2014

Selbstverteidigung Girls and Guns

Das Problem mit den Waffen der Frau

von Sarah Klostermair

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Eine schlanke Frau, beach-blondes Haar, braungebrannte Beine in unglaublich kurzen Hotpants und zwei Walther PPQ im Anschlag. Die Brüste fast schon zu groß, um richtig zielen zu können, der volle Mund trotz Konzentration lasziv geöffnet.

Bei dieser Männerphantasie ist es wohl nicht allein die Frau, die hier zielt, schießt und trifft. Und an die Möglichkeit der Selbstverteidigung denkt wohl auch niemand.

Trotzdem wird der Schießsport nicht nur in den Vereinigten Staaten für Frauen immer interessanter, auch hierzulande, dem vermutlich waffenfeindlichsten Land mit den härtesten Waffengesetzen überhaupt, finden Frauen Gefallen an Schusswaffen.

Auf einem relativ neuen Blog, der von der German Rifle Association betrieben wird,  schreibt eine Frau über ihre Erfahrungen im Schießsport, wie sie zum Schießen kam und was sie von „Eddy the Eagle“ hält.

In den Medien werden Schusswaffen durchweg als etwas „Böses“ behandelt. Wegen verschiedener Amokläufe in den letzten Jahren und Verbrechen, die mit einer Waffe verübt werden könnten, werden die Rufe nach einem absoluten Waffenverbot für Zivilisten immer lauter. Um es reißerisch auszudrücken: Der radikale Pazifismus greift um sich!

Leider bedenkt keiner dieser hysterisch kreischenden Menschen die Folgen, die aus Verboten wie diesem resultieren.

Durch das absolute Verbot von Waffen, wozu nach deutschem Waffengesetz auch Pfefferspray zählt, werden die Menschen und gerade Frauen, die bei einem Angriff im Normalfall körperlich unterlegen sind, ihrer Möglichkeit zur Selbstverteidigung beraubt.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Diese Gesetze verbieten Bürgern, die sich gewissenhaft an solche Vorschriften halten, wirksam das Besitzen und Führen von Waffen. Tragischerweise halten sich Verbrecher, wie zum Beispiel Räuber oder Vergewaltiger, per definitionem schon nicht an Gesetze. Wieso sollten sie sich gerade an das Waffengesetz halten?

Durch dieses De-facto-Verbot von Waffen, das uns in Deutschland aufgezwungen wird, wurde eine asymmetrische Informationsverteilung geschaffen. Das soll heißen, dass die arglose Nachtschwärmerin mit an 100 Prozent grenzender Wahrscheinlichkeit unbewaffnet ist. Das weiß der Räuber, der gerade von einer gutgelaufenen Kaufverhandlung mitsamt neuerworbener Waffe um die nächste Ecke kommt. Er sieht die unbewaffnete Frau, die glaubt, Waffen wurden verboten, und plötzlich haben wir – oh Wunder – ein Gewaltverbrechen mehr in unserer Jahresstatistik.

Wäre das Führen von Waffen erlaubt, so wie es in einigen amerikanischen Bundesstaaten der Fall ist, würde sich der Räuber drei-, wenn nicht sogar viermal überlegen, ob er den nächstbesten Menschen auf einer verlassenen Straße angreift. Er muss schließlich mit ernstzunehmender Gegenwehr rechnen.

Aus diesem simplen und meines Erachtens doch recht einleuchtenden Grund sollte das Waffengesetz stark liberalisiert werden. Die Menschen sind doch in der Lage, selbst entscheiden zu können, ob sie gerne eine Waffe bei sich tragen oder nur ein Photoshooting damit veranstalten möchten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Töchter der Freiheit.


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