16. Oktober 2017

Medienmarkt gegen staatlich Eingefettete Impressionen von der deutschen demokratischen Buchmesse, Teil 3

Im Westen nichts neues: Linke ertragen die Meinung der Andersdenkenden nicht

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Bildquelle: travelview / Shutterstock.com Übte dieses Jahr die „Auseinandersetzung“: Frankfurter Buchmesse

Noch ein Wort zu den Vorfällen auf der Frankfurter Buchmesse. „Spiegel Online“, hier als pars pro toto zitiert, berichtet: „Der Börsenverein hatte zur ‚Auseinandersetzung‘ mit den rechten Verlagen auf der Buchmesse aufgerufen. Aktueller Stand: Provokation auf beiden Seiten, gewalttätige Angriffe von rechts, hilflose Veranstalter.“

Die Tendenz ist klar: Die Rechten sind schuld. Allein durch ihre Anwesenheit provozieren sie, und wenn sich die Linken dann provozieren lassen, gibt es „gewalttätige Angriffe von rechts“. Was nicht stimmt, denn es gab nur einen Angriff, näherhin: einen Schlag ins Gesicht. Aber hören wir weiter: „Um die Stände (der Rechten – M.K.) waren gezielt bunte oder politische Gegengewichte positioniert worden – gegenüber dem Stand der ‚Jungen Freiheit‘ zeigten junge Hipster ihr Comicnetzwerk und Indieverlage queere Magazine; schräg gegenüber von Antaios verteilte die Amadeu-Antonio-Stiftung ihr Informationsmaterial gegen rechts. Was das half, auch schon vor der Eskalation am Samstag? ‚Der Dialog mit denen, die zu Antaios kommen, ist schwierig‘, sagte der Sprecher der Amadeu-Antonio-Stiftung gegen Ende des ersten Publikumstags. ‚Am ehesten geht das, wenn man mit Zahlen argumentieren will, aber viele wollen sowieso nur ihren Frust abladen, da ist das Weltbild so geschlossen, da kommt man nicht mehr ran.‘ Gleichzeitig gab etwa Manuscriptum an, dass über Nacht ihre Bücher gestohlen worden seien. Am Freitag hatte es zudem bereits einen gewalttätigen Zwischenfall gegeben: Ein Zuschauer hatte bei einer Veranstaltung der ‚Jungen Freiheit‘ dem Verleger des Musikverlags Trikont einen Faustschlag verpasst, nachdem dieser nach eigenen Angaben vom Rand aus gerufen hatte, der Vortragende solle ‚die Fresse halten‘. Der mutmaßliche Schläger wurde festgenommen.“

Um das klarzustellen: So sehr es einen auch in den Fingern jucken mag, aber auf die Glocke hauen geht unter Zivilisierten nur, wenn beide Seiten zuvor ihr Einverständnis signalisiert haben. Und man haut keinen alten Mann, so unerfreulich sein Anblick, so dummdreist sein Krakeelen auch sein mag. Punkt.

Um aber auch das klarzustellen: Manuscriptum gab keineswegs nur an, dass die Bücher gestohlen worden seien, sondern das ist dokumentiert, ich habe es gesehen, und warum erwähnt „Spiegel Online“ nicht, dass der Hauptsünder Antaios sogar zweimal von nächtlichen Buchzerstörern und -dieben heimgesucht wurde? Warum berichtet das Wahrheits- und Qualitätsmedium nicht, dass Antaios-Co-Chefin Ellen Kositza unmittelbar vor der Messe einen offenen Brief an die Amadeu-Stiftung geschrieben hat, in dem sie zum Gespräch einlud, und dass sie diese Offerte am Stiftungsstand vor laufender Kamera erneuert hat? Sie wollen die Lücke ganz mutwillig; es sind die Lücken, die die Lumpen lassen.

Ein Schmankerl am Rande: Nico Wehnemann, der Vorsitzende der Satirepartei „Die Partei“, hatte „am Samstagabend gegenüber Spiegel Online gesagt, es habe sich bei dem Mann, der ihn zu Boden geworfen habe, um einen Security-Mitarbeiter des Antaios-Verlags gehandelt. Er hatte zudem ein Foto von der Szene getwittert: ‚Ein Nazi auf mir drauf. Privater Sicherheitsdienst streckt mich nieder.‘ Diese Angaben sind offenbar falsch. Laut Angaben der Polizei Frankfurt handelte es sich bei dem Mann um einen Security-Mitarbeiter der Messe Frankfurt.“

Keine weiteren Fragen.

Aber noch drei Anmerkungen. Erstens: Der geplante Auftritt von Martin Sellner, wichtigster Kopf der Identitären, konnte nicht stattfinden; linke Protestler pfiffen und lärmten so lange, bis die Messe schloss. Am Ende wurde die Bühne von der Polizei geräumt. – Von wem geht hier die Aggression aus?

Einschub: Leser *** schreibt als Augenzeuge: „Zeitgleich mit Martin Sellner marschierten Polizei und Antifa ein. Die Messeleitung sah keinen Anlass, die Veranstaltung durch Ausübung ihres Hausrechtes zu schützen. Kubitschek machte einen taktischen Rückzug, nach circa 15 Minuten zog die Antifa ab, und Lichtmesz, Sellner und Kubitschek kehrten zurück. Die Messeleitung ließ daraufhin das Mikrofon abschalten. Das hinderte aber die wortgewaltigen Sprecher der IB nicht daran, ihre Reden zu halten. Das versuchte zwar die Messeleitung unter Hinzuziehung eines Polizeioffiziers zu unterbinden. Die skandierten Rufe der verbliebenen Zuschauer ‚Heuchler, Heuchler‘ versuchte der Messemensch mit einem Polizeimegaphon zu übertönen. Er drückte aber den verkehrten Knopf, und das Martinshorn erscholl. Die Polizei verblieb daraufhin im Hintergrund, und die Veranstaltung wurde wie geplant zu Ende geführt. Die Abschlussfeier am Antaios-Stand fand in harmonischem Nebeneinander mit der Band der Gutmenschen statt. Es gab mangels Antifa keine Pöbeleien, im Gegenteil. Die freundlichen Gespräche gingen dann sogar im Bus bis zum Parkhaus weiter.“

Zweitens: Wer immer um die Stände der Rechten „bunte Gegengewichte“ arrangierte, hat genau das intendiert. Im übrigen empfiehlt es sich in solchen Fällen, auch um dem Ruch der Voreingenommenheit zu entgehen, die Vorgänge einmal unter marktwirtschaftlichem Aspekt zu betrachten. Die rechten Verlage sind kleine florierende Unternehmen, die jeden Cent selber verdienen und trotz der Angriffe, trotz Buchhandelsboykotten, Bestsellerlistenfälschungen und Medienhetze ihr Geschäft machen. Die ihnen gegenüber plazierten Buntheitsgaranten werden mit staatlichen Geldern alimentiert respektive „eingefettet“, wie Antaios-Verleger Götz Kubitschek anschaulich formulierte; sie könnten aus eigenen Kräften gar nicht existieren. Es lebe die Marktwirtschaft! Und man versteht anhand dieses Beispiels, warum Sozialisten die Marktwirtschaft so sehr hassen.

Drittens: Immer mehr Menschen lassen sich diese Art der Berichterstattung nicht mehr gefallen. Nun fordert die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer eine Gebührenerhöhung für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, zu denen – dem Geiste nach, aber vielleicht auch eines Tages buchstäblich – „Spiegel Online“ gehört. Heißt: Wenn ihr die Staatsmedien schon nicht mehr kauft und nicht mehr schaut, sollt ihr sie wenigstens mit euren Steuern finanzieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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