01. Mai 2017

Online-Handel Chinesisches Startup-Unternehmen bricht Lieferrekord

Der Einzelhandel passt sich an

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Bildquelle: Jeramey Lende / Shutterstock.com Beim Lieblingsnachbarn abgegeben: Amazon-Pakete

Kowalskys Presseagentur meldet:

Der bisherige Rekord des Online-Händlers Amazon, innerhalb einer Stunde zu liefern, scheint jetzt gebrochen zu sein. Dem Vernehmen nach liefert ein chinesisches Startup-Unternehmen bereits eine Stunde vor der Bestellung.

Hobbyphysiker sprechen von einem Quantensprung, andere von einer sensationellen Raum-Zeit-Krümmung.

Statistiker dämpfen derartige Superlative dagegen auf Normalmaß. Dabei muss man wissen, dass die gelieferte Ware zu der letztendlich gekauften Ware im Verhältnis zehn zu eins steht. Bei Schuhen im Verhältnis zehn zu minus eins.

Das heißt, von zehn bestellten Schuhen werden im Durchschnitt elf zurückgeschickt.

Dabei war noch zu klären, wer bestellt. Haushalte, in denen tagsüber jemand zu Hause ist, um die bestellte Ware in Empfang zu nehmen, bestellen nie und scheiden deshalb aus.

Online bestellen, so ein Vertriebsfachmann, grundsätzlich nur Personen, die zum angekündigten Liefertermin nicht zu Hause sind.

Das chinesische Startup-Unternehmen hat jetzt diese Tatsachen in seiner Marketing- und Lieferstrategie berücksichtigt. Beliefert werden von Montag bis Freitag alle Haushalte mit allen online verfügbaren Waren, die nichts bestellen, doch nach der Erfahrung der einschlägigen Transportunternehmen zu Hause sind.

Wer also Schuhe oder andere Wegwerfartikel, wie Haushaltsgeräte oder Flachbildschirme, per Smartphone bestellt, hat bereits im E-Mail-Postfach die Nachricht, dass seine Bestellung bei seinem Lieblingsnachbarn abgegeben wurde. Dort kann er dann in Ruhe sein bestelltes Zeugs auspacken, den Karton zerreißen und den verbleibenden Müll wieder einpacken und zurückschicken.

Das neue Verfahren hat auch noch den Vorteil, dass die Widerrufsfrist vom Besteller nicht eingehalten werden muss. Denn er hat wohl bestellt, aber nie etwas geliefert bekommen. Während der Lieblingsnachbar nichts bestellt hat, aber geliefert bekam. Und hier greift Paragraph 355 BGB nicht, so dass man sich genügend Zeit lassen kann, die Ware zu prüfen.

Die Firma Zapalander will, so erfuhren wir bei Redaktionsschluss, erst gar keine Schuhe mehr verschicken. Ihre Kunden sind aufgefordert, bei einem Bestellwunsch einfach unten auf der Straße dem nächstbesten Passanten den Zapalander-Karton abzunehmen.

Kritiker wenden ein, dass man mit diesem Verfahren dann nicht wisse, was man bekommt. Doch derartige Gewissheiten sind irrelevant. Es spielt weder für den Produzenten noch für den Verbraucher eine Rolle, ob die bestellten Schuhe nicht passen oder nicht gefallen und zurückgeschickt werden, oder die nicht bestellten Schuhe auch nicht passen und gefallen und zurückgeschickt werden.

Der Einzelhandel, so ein Sprecher des Verbandes, hat sich diesen Neuerungen angepasst. Waren, besonders Schuhe, die einigermaßen etwas taugen, wurden aus dem Sortiment genommen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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