20. Mai 2016

Linke Lust Der Godesberger Totschlag und seine Folgen

Reflexhafte Angst vor „rechts“

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Bildquelle: Andreas Klamm/Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) Martin Behrsing: Wohin des Wegs? Nach ganz links außen

Man muss sich wirklich schämen für die Politaktivisten dieses Landes, die das immer absurdere Ritual des Kampfes gegen rechts derart auf die Spitze treiben, dass sie lieber vor den politischen Folgen eines Mordes durch Totschläger mit vermutetem Migrationshintergrund warnen, als sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass ein brutales Gewaltverbrechen verübt worden ist. Worthülsen vermeintlichen Mitgefühls gehen unter im lauten Geschrei der politischen Agitation. Und die Politik spielt gerne mit, weil es sich ja so gut anfühlt, vor der braunen Gefahr zu warnen. In Bad Godesberg hat eine linke Gruppierung namens „Bonn stellt sich quer“ nach dem grausamen Mord an einem Jugendlichen nichts Besseres zu tun, als vor der Instrumentalisierung durch Rechte zu warnen. Dass sie dabei den Tod eines Menschen selbst instrumentalisiert, scheint niemanden zu stören. Kopf der Gruppe ist Martin Behrsing, Mitglied der Linkspartei und Sprecher des sogenannten Erwerbslosenforums. Er darf sich darüber freuen, dass von ganz links außen über die SPD bis zu den Grünen auch die Gewerkschaften seinen Aufruf zum Aufmarsch am Pfingstsamstag unterstützten. Doch demonstriert wurde nicht etwa für mehr Sicherheit der Godesberger Bürger oder für eine bessere Ausstattung der Polizei zur effektiveren Bekämpfung von Straftaten. Auch um eine Mahnwache für den Ermordeten ging es nicht.

Behrsing und die Heerschar seiner linken Helfer wollten einfach nur ihre Lust am Kampf gegen die Nazis ausleben, die sie überall dort verorten, wo Menschen ihrer Ideologie nicht folgen wollen. Derweil mutet die Hilflosigkeit unheimlich an, mit der Medien und Politik das sinnlose Verbrechen begleiten. Keine mahnenden Worte der Kanzlerin, keine Lichterketten, keine Appelle an die Bürgergesellschaft, sich dem Hass entgegenzustellen, der von den drei Gewalttätern ausgeht. Teilnahmsloses Schweigen, wo doch so viel zu sagen wäre. Noch weiß man nicht, ob die Täter Migranten waren, es spielt im Grunde auch keine Rolle. Man stelle sich aber für einen Moment den umgekehrten Fall vor: ein Opfer mit Migrationshintergrund und drei Täter mit vermuteter rechter Gesinnung. Die Republik stünde Kopf. So bleibt es ein Verbrechen, bei dem niemand Konsequenzen fordert oder gar zieht, sich aber wieder einmal alle fragen, warum ein Mensch grundlos sterben musste. Die Politik kennt die Antworten. Und die Bürger kennen sie auch. Doch während die einen nichts tun wollen gegen den rapiden Anstieg einer immer aggressiver verübten Gewalt, stehen die anderen den Exzessen, die wir Mitteleuropäer in diesem Ausmaß bisher nicht kannten, sprach- und machtlos gegenüber. Unterdessen hat die Polizei Flugblätter mit der Bitte um sachdienliche Hinweise verteilt, auch auf Türkisch und Arabisch.

Man muss wahrlich kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die lautstarken Rufer nach größeren deutschen Integrationsanstrengungen und die Multi-Kulti-Träumer mit ihren Beschwichtigungsritualen die Meinungsführerschaft an sich reißen werden, sollte sich der Migrationshintergrund der Täter bestätigen. Sie werden ebenso vernehmlich frohlocken, sollte unter den Totschlägern kein Migrant sein, was sie vermutlich mehr bewegen wird als der Tod des jungen Mannes. Es wird keine ehrliche Debatte über den Umgang mit geringeren Hemmschwellen bestimmter Kulturkreise geben und auch keine sachliche Auseinandersetzung mit der Forderung nach einer unnachgiebigeren Ahndung körperlicher Gewalt. Wer sich dafür stark macht, wird die ganze Härte der Nazikeule zu spüren bekommen, wo doch die ganze Härte des Gesetzes für die Täter angemessen wäre. Jeden Tag werden in Deutschland unzählige Gewalttaten verübt. Es sind regelmäßig auch Mitteleuropäer beteiligt, mit und ohne Migrationshintergrund. Wer aus der reflexhaften Angst vor rechts aber die Augen vor bestimmten Mustern verschließt und jene kriminalisiert, die auf beängstigende Entwicklungen hinweisen, hilft nicht bei der Problembewältigung, sondern ist Teil des Problems. Doch so sehr sie sich auch bemühen – die Linken werden es niemals schaffen, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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