17. April 2016

RezensionMichael Grandt: Die Grünen

Zwischen Kindersex, Kriegshetze und Zwangsbeglückung

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„Wie konnte eine grüne Partei, die nie die Legitimierung durch die Mehrheit des Volkes hatte“, fragt Grandt gleich zu Beginn seines Buches, „der gesamten Gesellschaft ihre (oft) obskuren Werte und Ziele aufdrängen und sich zur Moral- und Empörungspartei par excellence aufschwingen, die uns immer wieder mit erhobenem Finger zurechtweist?“ Gute Frage. Schwer zu beantworten. Auch dieser Autor findet keine wirklich überzeugende Erklärung für den phänomenalen Aufstieg einer Bewegung, die bis heute den Zeitgeist prägt und verkörpert wie keine andere Partei in Deutschland. Grandt erzählt keine Parteigeschichte, er präsentiert vielmehr eine mit unzähligen Kästchen und bösen Kommentaren gespickte Materialsammlung, die sich an ein breiteres Publikum wendet. Eben darin liegt der Wert des Buches: Wer wissen will, wer bei den Grünen was wann gesagt oder getan hat, wird schnell fündig. Und alles ist tadellos belegt, mit über 1.150 Quellen. Da finden sich abstruse Forderungen wie die Abschaffung der Gefängnisse, eine „schusswaffenlose Polizei“, eine Verdoppelung der Sozialhilfe, fünf D-Mark für den Liter Benzin oder auch – wenig überraschend – schon 2002 der Ruf nach der Homo-Ehe. Der Leser erfährt zum Beispiel auch, wer unter dem Transparent „Nie wieder Deutschland“ marschierte oder wer sich eine französische Ostgrenze an der Elbe und eine polnische Westgrenze am selben Fluss gewünscht hat. Übersichtlich aufbereitet werden dann die Lieblingsthemen der Grünen – das Kapitel über Pädophilie liest man nur mit Ekel. Es folgen knappe Porträts führender Figuren, darunter Claudia Roth, die „Heulboje der Nation“, Jürgen Trittin, der „Salonbolschewist“, oder Joseph Martin Fischer, der „Kriegsminister“, mit einer kompletten Liste von Konzernen, die sich nicht zu schade waren, Fischer als „Berater“ unter Vertrag zu nehmen. Grandts Buch wird sich gut verkaufen.


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