04. Januar 2016

Medien-Aktie „Star Wars“ ... and the winner is: Disney

Substanz kombiniert mit Weitsicht

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Bildquelle: Nicescene / Shutterstock.com Freut sich über den Erfolg: Micky Maus

Wer profitiert am meisten von dem Sensations-Kinofilm-Debüt von „Star Wars“? Nun, die Eigentümer. Und das sind die Walt-Disney-Aktionäre.

Walt Disney ist weitgehend für seine Freizeitparks und Zeichentrickfiguren wie Micky Maus bekannt. Viele Investoren konnten sich für dieses Metier nicht erwärmen und haben die Disney-Aktie (Börsensymbol: DIS) in der Vergangenheit gemieden. Ein typischer Fehler mit fatalen finanziellen Folgen: Mangelnder Research im Glauben, man wisse ja, worum es sich bei der Firma handelt.

Tatsächlich gehört die Disney-Aktie zu den besten Anlageentscheidungen der letzten zehn Jahre. Die Aktie hat sich seit 2006 im Wert fast vervierfacht. Hinter Disney verbirgt sich inzwischen ein Medienkonzern, der mit etwa 170 Milliarden Dollar an der Börse bewertet wird. Ausgehend von den Freizeitparks und Micky Maus ist systematisch ein „Power House“ entstanden, das seinesgleichen sucht.

Neben der Division „Resorts und Parks“ ist Disney ein Schwergewicht in der amerikanischen TV-Landschaft mit dem Sender „ABC-Television Group“ (einschließlich Disney TV). Als dritte Säule hat Disney frühzeitig den immer größer werdenden Stellenwert von „Media Content“ erkannt. Der Trend dahinter ist ganz einfach zu erklären: Die Weltbevölkerung wächst, die Menschen haben mehr Freizeit und leichten Zugang zu einem breiten Fächer von Kommunikationsmitteln. Was alle brauchen, sind Medieninhalte mit Weltbekanntheitsgrad.

Wie kaum einem anderen Unternehmen ist es Disney gelungen, Medienunternehmen und -marken aufzukaufen, zu integrieren und erfolgreich auszubauen:

Ausgehend von der traditionellen Zeichentrickproduktion übernahm Disney im Jahr 2006 die von Steve Jobs gegründeten Pixar Animation Studios für 7,4 Milliarden Dollar. Das war ein Schachzug. Zusammen mit dem Konkurrenten Dreamworks nominiert Pixar seitdem das Geschäft mit animierter Filmtechnik. Die Filmrechte an „Finding Nemo“, „Ratatouille“, „Cars“, „Up“ und „Toy Story“ gehören zur Pixar-Filmbibliothek.

Im Jahr 2009 kam die gesamte Welt der Comic-Figuren von Marvel Enterprises hinzu. Der Kaufpreis betrug vier Milliarden Dollar. Damit kamen unter anderem die Filmfiguren Spiderman und Hulk unter das Disney-Dach.

Ein weiterer Volltreffer gelang im Jahr 2012. Für 4,05 Milliarden Dollar erwarb Disney die komplette Firma Lucasfilm Ltd. vom Filmpionier George Lucas. Seitdem gehört alles, was mit „Star Wars“ und Indiana Jones zu tun hat, dem Disney-Konzern.

Merchandising, Online-Medienverbreitung, Kino und klassisches Fernsehen, was auch immer, Disney sitzt auf einer wahren Schatztruhe von Filmmöglichkeiten. Ob mit Altbestand oder durch Fortsetzungsverfilmungen, wie jetzt aktuell bei „Star Wars“, kann Disney weltweit auf einen Schlag große Zuschauerzahlen erreichen. Über das lukrative Freizeitparkgeschäft mit starkem Cash Flow wird das Ganze abgesichert. Gegenüber reinen Filmproduzenten ein unschätzbarer Vorteil.

Das hätte der gute Walt Disney, Gott hab‘ ihn selig, als er die Figur Micky Maus mit ein paar Zeichnern schuf, sicher nicht geahnt. Ein schönes Beispiel, wie sich Substanz kombiniert mit Weitsicht und gutem Management segensreich für Aktionäre auszahlen kann. In diesem Sinne, aus der Welt des „Value-Investing“ auch im Namen des „ME Fonds - Special Values“ Teams, Ihnen allen ein frohes neues Jahr.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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