14. September 2015

ef 156 Editorial

Die Lösung: Asylfrage privatisieren und Grenzen abbauen

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Deutschland feiert sich und seine Flüchtlinge, mit Fähnchen, Applaus, Kuchen und Teddybären für die Kleinen. „Das packen wir!“, sagt die Kanzlerin, und Deutschland schunkelt beseelt mit, wie bereits beim Original: „Yes, we can!“

Gestern noch mussten Menschen im Ausland in deutschen Konsulaten Schlange stehen und unzählige bürokratische Hürden meistern – für ein Vier-Wochen-Visum zum Besuch. Heute fallen scheinbar alle Hürden und Fristen – Bleiberecht für alle plus Begrüßungscocktail, auch ohne Papiere.

Warum auch nicht, sofern die Neubürger sich selbst finanzieren würden und dazu ihre Dienste anbieten dürften. Problematisch wird es doch erst, wenn die Freiwilligkeit verletzt wird, indem zum Beispiel die Einheimischen die Ankömmlinge durch sozialstaatliche Umverteilung zwangsfinanzieren müssen oder diese an eigener Arbeit und also Selbstversorgung im Austausch mit anderen gehindert werden. Der ungarische Ministerpräsident sprach kürzlich davon, dass es sich bei der sogenannten Flüchtlingskrise „um ein deutsches Problem“ handelt. Natürlich hat er recht, es ist ein deutsches Problem aufgrund unserer besonders hohen sozialstaatlichen Anreize. Dänische Politiker wissen das – und haben ihre Leistungen für Asylbewerber drastisch gekürzt. Auch so kann man „Zeichen setzen“.

Das „Asylrecht“ gilt derweil für alle als sakrosankt. Warum eigentlich? Es ist doch nur eine dieser modernen staatlichen Erfindungen. Früher sind die Menschen einfach aus- und eingewandert. Wer verfolgt war, dem wurde zuweilen von Mildtätigen geholfen. Das ist ja das Problem nicht nur des Asylstaats, sondern auch sonst des Sozialstaats innen oder der Entwicklungshilfe nach außen, dass er auf beiden Seiten entmenschlicht: Echte Solidarität und Anteilnahme wird mit erzwungenen Abgaben getötet und die großzügig von Steuergeldern Alimentierten verlieren mit der Zeit jeden Antrieb und jede gesunde Selbstachtung.

Die Lösung? Asylfrage privatisieren und Grenzen abbauen, die überhaupt nur durch Sozialismus in der heutigen Form aufgebaut werden mussten! Grenzsicherungen sind eine typische Folge der politischen Interventionsspirale. Ein Wohlfahrtsstaat ohne bürokratische Grenzziehung ist nicht haltbar. Wir sollten ihn schleifen, nicht die Grenzen dicht machen. Dann erledigt sich auch die Massenzuwanderung weitgehend von selbst.

Zum Schwerpunkt dieser Ausgabe: In China ist in den letzten Wochen nicht nur ein Sack Reis umgefallen. Die Entwicklung wirft Fragen auf, denen wir gerne nachgehen. Dabei – und bei den Artikeln zu anderen Themen – wünsche ich wie immer viel Lesefreude und Erkenntnisgewinn!

Und wenn Sie uns einmal persönlich kennenlernen möchten: Bald ist es wieder soweit – eigentümlich frei, das rheinische Magazin aus dem tiefen Westen, lädt ein zur Diskussion auf die östlichste deutsche Ostsee-Insel Usedom. Nach der großen Russland-Debatte mit 16 ausgewiesenen Putin-Verstehern und NATO-Freunden im Herbst letzten Jahres werden diesmal sogar mindestens 18 Redner über linke, rechte, libertäre und reaktionäre Abgrenzungen und Bündnisoptionen streiten und den Kurs neu vermessen.

Ich freue mich auf die große liberale Richtungsdebatte mit Bruno Bandulet, Stefan Blankertz, Gérard Bökenkamp, Dominik Ešegović, Edgar Gärtner, Carlos A. Gebauer, Robert Grözinger, Joachim Kuhnle, Martin Lichtmesz, Henning Lindhoff, Eva-Maria Michels, Klaus Rainer Röhl, Giselher Suhr, Sascha Tamm, Andreas Tögel, Josef Schüßlburner, Erich Weede und Ulrich Wille – und würde mich sehr freuen, auch Sie in Zinnowitz am Wochenende vom 20. bis 22. November begrüßen zu dürfen!

Bedenken Sie dabei bitte, dass die Anzahl der Teilnehmer limitiert ist. Sichern Sie sich deshalb noch heute Ihre Plätze unter www.ef-magazin.de/konferenz oder rufen Sie uns gleich an: Telefon 0211 / 171 868 81. Ich hoffe, wir sehen uns!

Information

Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 18. September erscheinenden Oktober-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 156.


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