27. Oktober 2014

Schweizer Goldinitiative Panik bei den Eliten

Platte Artikel und längst widerlegte Mythen

Lange Zeit konnten die Mainstreammedien die im Erfolgsfall sehr folgenreiche Schweizer Goldinitiative (Referendum am 30.11.) ignorieren. Oder mit den üblichen seichten, viertelwahren, vollideologischen und einseitig dargestellten Angstargumenten bekämpfen. Nach den vorliegenden Umfrage-Zwischenergebnissen, die ein „Ja“ der Befürworter von „Rettet unser Schweizer Gold“ gegen den (schlechten) Rat aller Schweizer Parteien und Institutionen denkbar erscheinen lassen, kommt bei den Eliten nun offenbar Panik auf. Zu Recht nicht nur bei den Währungsplanwirten der SNB, sondern international – denn wie immer beim Zentralbank-Gold sind Auswirkungen potentiell global. Es wäre kaum denkbar, dass ein einzelnes Land alleine eine glaubhafte Teilhinterlegung seiner Währung machen kann, ohne dass die anderen zumindest analog nachziehen müssten. Solche Teildeckungen aber würden die abstrusen Rettungsaktionen, die die Welt seit 2008/10 für alle Papieranlagen erlebt, erheblich erschweren.

Und so wurde vor ein paar Tagen Alarm geblasen – und nun der Mainstream mobilisiert. Seit Veröffentlichung der ersten Umfrageergebnisse in der Schweiz erscheinen immer mehr unsäglich platte Artikel. Inzwischen auch in den großen internationalen Blättern: sowohl in den USA – als auch in der „Welt“. Daniel Eckerts Artikel ist dabei noch einigermaßen ausgewogen und benennt zu Recht die große Bedeutung des Referendums weit über die Schweiz hinaus. Auch Eckert ist jedoch (wie immer in seinen Artikeln und Büchern) letztlich trotz Expertenstatus kein Versteher der positiven Rolle des Goldes, sondern noch immer im Falschgeldsystem verhaftet. So lässt er etwa mal wieder Herrn Thiele von der Bundesbank dessen (selbst groteskes) Zitat von der „grotesken“ deutschen „Gold-heim“-Diskussion ins Blatt drucken – ebenso unwidersprochen wie viele andere längst widerlegten Mythen der SNB und anderer Falschgeld-Jünger… Trotzdem lesenswert soweit, immerhin wird mit Folker Hellmeyer auch ein Gold(-heim)-Befürworter zitiert.

Wenn Sie die von der SNB gestreuten Mythen wirklich verstehen wollen, sollten Sie allerdings nochmals das längere Interview anhören, das Lars Schall mit Nationalrat Lukas Reimann und mir zu genau diesem Thema geführt hat. Wir greifen darin alle denkbaren oder bereits geäußerten Gegenargumente ausführlich auf. Ich erläutere darin zum Beispiel, dass die auch im „Welt“-Artikel mal wieder so schröcklich skeptisch gesehene „20-prozentige Bilanzdeckung durch Gold“ von der SNB nicht nur durch gar noch schröcklichere Zukäufe von Gold erreicht werden könnte, sondern theoretisch, wenn auch schwer deflatorisch, auch durch eine eh überfällige Schrumpfung der SNB-Bilanz auf etwa das Niveau von vor 2010 – wodurch die 20 Prozent ganz ohne Goldkauf wieder erreicht würden! Ganz abgesehen davon, dass es ein echtes Luxusproblem wäre, Gold mit frisch aus dem Nichts gedruckten Franken kaufen zu „müssen“ oder sogar inflations- und geldmengenneutral per Verkauf von Fremdwährungsbeständen auf der Bilanz zu vermerken.

Der Mainstream wacht nun auf, weil er das Referendum angesichts einer nicht mehr unmöglichen Niederlage am 30. November unbedingt bekämpfen muss. Erwarten Sie im November wieder einmal eine Schlammschlacht der System-Massenmedien gegen die Schweizer Bürger – so wie schon beim IWF-Beitritt der Schweiz, bei allen EU-Referenden der letzten 20 Jahre, bei den dämlichen Verkäufen von 60 Prozent des Schweizer Goldes zum schlechtesten Zeitpunkt 1999, bei allen Zuwanderungs- und Freizügigkeits-Referenden! Auch diesmal wird dem Mainstream kein Argument gegen das Volk zu dumm sein…

Links:

Video: Eine Diskussion zu „Rettet unser Schweizer Gold!“

Thorsten Polleit über die Schweizer Goldinitiative


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Peter Boehringer

Über Peter Boehringer

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige