26. Januar 2012

Klimawandel Ein Vortrag provoziert

Professor Knut Löschke forderte die Rückkehr zur Vernunft

Unter dem Titel „Geben wir der Vernunft noch eine Chance!“ sprach der Physiker Prof. Dr. Dr. Knut Löschke, Hochschuldozent, Unternehmer und Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG, am vergangenen Freitag an der Universität Passau zur Klimapolitik. Der regionale Passauer Gesprächskreis der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft e.V. hatte eingeladen. Professor Löschkes Vortrag gliederte sich in drei Teile, „Klima“, „Energie“ und „Gesellschaft“. Während des Vortrags verließen fünf bis acht Zuhörer unter Protest den Hörsaal. Am Ende des Vortrags verglich Professor Löschke das „internationale Klimaregime“, wie sich die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen in einer EU-Broschüre selbst nennt, mit den sozialistischen Regimen in Deutschland. Sein Fazit: „Principiis obsta – Wehret den Anfängen!“ Dieser Vergleich ist nun vornehmlich in Kreisen wie der Grünen-Hochschulgruppe und im AStA/SprecherInnenRat umstritten. Die Thesen des DDR-erfahrenen Physikers Löschke bezüglich des letzten Vortragsteils „Gesellschaft“ lassen sich wie folgt zusammenfassen:

„Weltklimarat ist eine sozialistische Veranstaltung“

Wie kann es sein, dass bereits an Kindergärten und Grundschulen Kindern der Glaube an die Hypothese vom menschengemachten Klimaweltuntergang eingebleut wird, gleichzeitig aber kein Experiment vorliegt, das dies belegt? Wie kann es sein, dass eine über die Politik finanzierte Institution wie der „Weltklimarat“ IPCC nicht einmal vorläufig gesichertes Wissen als alleingültigen Maßstab verbreitet? Gleichzeitig geben deutsche Bildungsministerien Broschüren für Pädagogen heraus, die bilderbuchartig zeigen, wie Kritiker des menschengemachten Klimawandels wortwörtlich als „Skeptiker“ verunglimpft werden sollen. Die Methode, dass Kinder ihre Eltern beeinflussen, wird darüber hinaus als gewünscht empfohlen. Herr Professor Löschke kennt diese Methoden aus eigener Erfahrung im einst real existierenden DDR-Sozialismus. Deshalb hat er auf die Analogien und Tendenzen im Vergleich zu einstigen diktatorischen Systemen hingewiesen.

Menschengemachte Klimawandelhypothese ist nicht belegt

Der menschengemachte Klimawandel als Hypothese ist schließlich durch kein einziges Experiment belegt und steht nicht im Einklang mit bereits existierender physikalischer Theorie. Trotzdem wird diese Hypothese in reale Politik umgesetzt. Auch vor Betrug und Fälschungen schrecken Vertreter des IPCC nicht zurück, um ihren politischen Auftrag zu erfüllen: Zu zeigen, dass der Mensch das Weltklima beeinflusst. Dies beweisen der Climategate-Skandal und auch ein besonders krasses Fälschungsbeispiel, das Professor Löschke in seinen Präsentationsunterlagen vorstellte. Bei der Verbreitung der Hypothese des menschengemachten Klimawandels und den „Lösungsvorschlägen“ zur weltweiten „Klimakontrolle“ sind längst gefährliche Grenzen jenseits bloßer Lächerlichkeit überschritten. Diese rote Linie sieht auch der Physiker Löschke überschritten und engagiert sich darum ehrenamtlich für ein Umdenken in der Klima-Debatte.

Raubbau an den Ressourcen durch CO2-Vermeidungshysterie

Natürlich steht es jedem frei, Hypothesen in die Welt zu setzen und diese logisch und durch Experimente zu überprüfen. Die Politik macht jedoch die nicht belegte Hypothese vom menschengemachten Klimawandel zur Staatsreligion, die als gesichertes Wissen gepredigt und  aus der absurde politische Handlungen abgeleitet werden. Die CO2-Vermeidungshysterie erzeugt Mehrkosten in der Energieproduktion. Die so verursachten ineffizienten Energieerzeugungsprozesse treiben die Preise auf dem Weltmarkt nach oben. Und dies nicht nur, weil Nahrungsmittel direkt verheizt oder der Vergärung zu Biogas zugeführt werden. Es wird allgemein auf knappe Produktionsmittel zugegriffen. Dadurch verteuert sich der Lebensunterhalt generell und weltweit. Wir in Deutschland können uns diesen Luxus vielleicht noch leisten. Anderswo auf der Welt verhungern Menschen. Darum ist es dringend notwendig, vernünftig über Hypothesen nachzudenken, statt sie blind anzuwenden.

Sind Vergleiche mit sozialistischen Regimen anstößig?

Ein Vergleich bedeutet, Gleiches und Ungleiches aufzuzählen, und ist für jede wissenschaftliche Analyse denknotwendig. Inhaltlich ist darum prinzipiell jeder Vergleich  zulässig. Nichts anderes tat Professor Löschke. Eine Gleichsetzung der IPCC-Tagung mit den Parteitagen sozialistischer Regime in Deutschland, so wie linke Hochschulgruppen es während der Veranstaltung durch Zwischenrufe unterstellten, fand nicht statt. Professor Löschkes Vergleich unter dem Motto „Wehret den Anfängen“ mag wohl die Gefühle mancher verletzt haben. Aber hat dieser Vergleich nicht wachgerüttelt?

Linke Hochschulgruppierungen rufen zur Empörung auf   

„Der Vortrag hatte nichts mit Wissenschaft zu tun, es war plumpe Polemik und hat mich sehr schockiert“,  empört sich Karin Bugow, studentische Senatorin an der Uni Passau nun über das Sprachrohr des AStA-SprecherInnenRates im Internetblog. Überdies steht seitens des AStA der Vorwurf „weitestgehend ungenügender Quellenangaben“ im Raum. Die Quellen sind jedoch in den Vortragsfolien enthalten. Genaue Seitenangaben können auf Rückfrage an Professor Löschke eingeholt werden. Herr Löschke stellte für den weiteren Dialog in den Vortragsunterlagen extra seine private E-Mail-Adresse zur Verfügung. Felix Speidel, studentischer Senator der Universität Passau, schließt die AStA-„Pressemitteilung“ mit: „Ich bin entsetzt, dass Herr Löschke auf dieser Ebene argumentiert und Gegenmeinungen als faschistisch darstellt.“ Es wurden jedoch alle Fragen und auch Zwischenfragen zugelassen, auch die nicht aufgerufenen in lautem Tonfall. Gegenmeinungen als Hypothesen wurden, wie das Redemanuskript beweist, als nützlich und notwendig dargestellt. An den Methoden der linken Gruppierungen jedoch haftet offensichtlich, was sie selbst nicht über sich hören wollen. Ist die Empörung darum so groß? Dürfen extreme Minderheiten den öffentlichen Raum durch derart repressive Methoden besetzen? 

Die sächsischen Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz und Jana Pinka, die der Linkspartei angehören, fordern jetzt bereits den Rücktritt von Professor Löschke aus dem Innovationsrat der Staatsregierung, weil dieser den Neosozialismus als unmenschlich anprangerte. Der Vorfall zeigt, dass die Werte der Aufklärung wie Wahrheit, Vernunft und Dialog nicht ins Hintertreffen geraten dürfen und verteidigt werden müssen. Es bleibt also dabei: „Wehret den Anfängen!“

Links:

SüddeutscheZeitung: Gipfel mit Nazi-Fotos

Passauer Neue Presse: Referent provoziert an Uni

Rücktrittsforderungen durch die Linkspartei

Medien- und Politecho auf den Vortrag

Internetseite des Hayek-Club Passau


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Ralph Bärligea

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