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Aktuelle Nachricht – USA: UNO untersucht Foltervorwurf wegen der Behandlung von Bradley Manning

von Redaktion eigentümlich frei

Vegetieren auf 6,5 Quadratmetern und vorsätzlicher Schlafentzug

23. Dezember 2010

(ef-DF) Nach Vorwürfen gegen die USA wegen der Folterung von Bradley Manning hat sich die UNO in die Angelegenheit eingeschaltet. Dem Militärangehörigen Bradley Manning wird von den USA vorgeworfen, Landesverrat durch die Weitergabe von geheimen Unterlagen an Wikileaks begangen zu haben. Es wird gemutmaßt, Manning sei die Quelle der Kriegstagebücher aus Irak und Afghanistan sowie der diplomatischen Depeschen, die kürzlich von Wikileaks veröffentlicht wurden.

In Presseberichten über die Haftbedingungen von Manning ist zu lesen, Manning müsse 23 Stunden in Einzelhaft zubringen und habe weder Kissen noch Laken. Manning verfalle psychisch und physisch und dürfe kaum Sport treiben.

Quelle der Vorwürfe ist eine Pressemitteilung von David E. Coombs, Anwalt von Manning. Dieser beschreibt die Haftbedingungen im Einzelnen. Manning ist danach über den Zeitraum von 23 Stunden allein in einer 6,5 Quadratmeter großen Zelle untergebracht. Weil die Gefahr bestehe, dass er sich etwas antue, werde er rund um die Uhr alle 5 Minuten von seinen Wächtern gefragt, ob es ihm gut gehe. Er müsse diese Frage jeweils unmissverständlich positiv beantworten. Wenn Manning sich nachts so in seiner Decke einrolle, dass er nicht gesehen werden könne, werde er geweckt, um sicherzustellen, dass er in Ordnung sei. Wenn er während des Tages versuche zu schlafen, werde er geweckt und müsse stehen oder sitzen. Im Ergebnis wird so verhindert, dass Manning in den REM-Schlaf eintreten kann. 

Während des Tages dürfe Manning in seiner Zelle keinen Sport treiben, Liegestütze oder andere Körpergewichtübungen werden unterbunden. Körperliche Betätigung erhält Manning während seines einstündigen Ausgangs, für den er in einen anderen Raum verbracht wird. Währenddessen sind ihm Handschellen angelegt. Manning nutze die Zeit um Achten zu gehen, da andere Aktivitäten untersagt seien.

Manning sei es gestattet, Bücher und Magazine in limitierter Zahl zu besitzen, aber nur eines dürfe er tagsüber in seiner Zelle aufbewahren. Briefe kann er nur von Personenn empfangen, die er zuvor benannt hat. Andere Briefe werden zurückgeschickt oder vernichtet. Mehrere Stunden täglich dürfe er die lokalen Fernsehsender konsumieren. Des Nachts darf er keine Kleidung in seiner Zelle aufbewahren. Die Zelle ist ausgestattet mit zwei Decken und einer Matratze, in die ein Kissen eingelassen ist.

Quelle

David E. Coombs

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