Yorck Tomkyle

Jg. Jahrgang 1959, geboren als Kind deutscher Eltern in Litauen, aufgewachsen im Norden Deutschlands, pendelt seit geraumer Zeit als Arzt und Züchter von Seeadlern zwischen Südafrika und seiner deutschen Heimat.

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ef Television

Gauck und Wulff: Same procedure, James!

von Yorck Tomkyle

Das Schnarchtheater um den Bundespräsidenten-Contest

Joachim Gauck und Christian Wulff sind nichts weiter als zwei Bauern in einem abgekarteten Spiel, das die erbärmliche Performance unserer politischen Klasse in regelmäßigen Intervallen possenhaft karikiert.

„Same procedure as every year“ möchte man den Protagonisten dieser Scharade zurufen, wie jedes Mal hoffend, dass Freddie Frinton alias CDU nun endlich mal nachhaltig über das Fell des erlegten Tigers stolpert (diesen Part könnte im Sinne einer wundersamen Auferstehung des toten Tieres Joachim Gauck spielen).

Überhaupt erinnert so manches in der Regierung und insbesondere der CDU an das „Dinner for one“: In dem berühmten Sketch, der alljährlich und meist am Silvesterabend aus den öffentlich-rechtlichen Kanälen flimmert, gibt die alternde und leicht demente Miss Sophie ein Galadinner für ihre alten Freunde. Leider sind Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom längst verstorben. Die Gastgeberin weigert sich allerdings beharrlich, dies zur Kenntnis zu nehmen, so dass der ebenfalls alternde Butler James nun wechselweise in die Rollen der Gäste schlüpfen und vor allem auch für diese mit der Lady anstoßen muss.

Der weitere Verlauf ist daher vorhersehbar und am Ende sind beide hoffnungslos betrunken und ziehen sich dann – zwinker – in der Hoffnung zurück, dass James seine Arbeitgeberin auch dann noch wie „every year“ anderweitig zufrieden stellen kann.

Die CDU macht unter Angela Merkel den Freddie Frinton, indem sie sich unter Aufgabe immer größerer Wählerschichten aber dafür berauscht von Muttis Kanzlerschaft in vorauseilendem Gehorsam in die gewünschten Positionen bringt.

Darf es ein wenig moderner sein? Hier noch ein wenig Gender Mainstreaming, dort noch ein bisschen Klima! Und auf jeden Fall mehr Minderheiten, Migranten, Schwule und so weiter. Und dann auf jeden Fall noch weg mit den ollen Zöpfen: Konservativ? Nie gehört! Katholisch? Allmächtiger! Mittelschicht? Höchstens kurz vor Wahlen!

Und jetzt der Präsident! Bloß kein Laienspieler mehr! Vielleicht kann man ja auch einen wegloben, der irgendwann mal an dem Zaun zum Kanzleramt rütteln könnte... Wie, da ist gar keiner mehr in der CDU? Aber Miss Sophie und der gute alte Freddie finden bestimmt noch einen, an dem zumindest noch ein Hauch von Profil klebt! Auch nicht? Na dann eben Herrn Wulff – dem sagt man das ja zumindest nach, auch wenn er sich – das Weichei! – bereits vor einiger Zeit als Sich-das-Kanzleramt-Nicht-Zutrauer geoutet hat.

Freddie Frinton, der alte Onkel CDU, wird auch in diese Rolle schlüpfen und versuchen, Miss Sophie und uns, den Zaungästen, einen schmalbrüstigen August als Wulff-O-Bama zu verkaufen.

Change! tönt die Propagandamaschine und entlockt dem ausgesperrten Publikum doch nur ein Gähnen. Möglicherweise aber steckt hinter Miss Sophies Schachzug aber auch ein richtiger Plan: Man will das Publikum einschläfern, damit es die Liste der Grausamkeiten nicht bemerkt, mit denen wir nun für ein Weiter-So von Griechenland und all den anderen „Freunden“, die uns bei ersten Anzeichen von Unbotmäßigkeit ihre Weltkriegs-Gähn-Reparationsforderungen präsentieren, sparen sollen.

Und Joachim Gauck? 70 bis 80% der Bürger sprechen sich für ihn als Präsidenten aus. Ein Schelm, wer der alten Tante SPD dabei unterstellt, sie hätte diesen Kandidaten nur gewählt, um die CDU gehörig unter Druck zu setzen!

Schade, dass sich so einer so verheizen lässt. Und schade um die verpasste Chance, dem Volk, diesem großen Lümmel, durch die Wahl eines wirklichen Präsidenten ein wenig von dem zerstörten Vertrauen in unser politisches System zurückzugeben.

11. Juni 2010

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