Edgar L. Gärtner

Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor.

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Euro-Verteidigung: Angela Merkel flieht das Pfingstwunder

von Edgar L. Gärtner

Aber es ist noch nicht zu spät für die Erleuchtung

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte offenbar alles daran, die deutsche Beteiligung am Euro-Rettungspaket in Höhe von 148 Milliarden Euro (plus 20 Prozent Spielraum nach oben) noch vor Pfingsten mit Hängen und Würgen durch den Bundestag zu bringen. Vermutlich ging es ihr darum, der letzten Chance einer Erleuchtung durch das Pfingstwunder zu entgehen. Vielleicht fürchtet sie auch, von jenen erpresst zu werden, die mehr über ihre Stasi-Vergangenheit wissen. „Herr vergib’ ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, kann man da nur all jenen Mitgliedern des deutschen Bundestages zurufen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – dazu hergegeben haben, der Enteignung deutscher Sparer durch die monetäre Planwirtschaft der EU und deren Umverteilung von Wohlstand zugunsten disziplinloser Mittelmeeranrainer zuzustimmen.

"Scheitert der Euro, dann scheitert Europa." Mit diesem ultimativen Spruch hatte Angela Merkel am 19. Mai vor dem Bundestag für den 750-Milliarden-Euro-Schutzschirm und das von der Berliner Regierung im Alleingang ausgesprochene sofortige Verbot von Bankaktien- und Anleihe-Leerverkäufen geworben. „Die Währungsunion ist eine Schicksalsgemeinschaft. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Bewahrung der europäischen Idee“, betonte die Kanzlerin. Schon einige Tage zuvor, nach der nächtlichen staatsstreichartigen Aufhebung aller Stabilitätsregeln der Euro-Zone, hatte der Präsident der EU-Kommission José Manuel Barroso in großsprecherischer Manier verkündet: „Wir werden den Euro verteidigen, was immer es kosten mag.“

Da liegt für alle, die statt des „Teuro“ lieber ihre vergleichsweise soliden D-Mark oder Gulden behalten hätten, der Schluss nahe: Wenn Europa nicht für mehr steht als für eine von französischen Technokraten ausgedachte Papierwährung, dann ist nicht einsichtig, warum man für die Verteidigung dieser Kopfgeburt alle denkbaren Opfer bringen soll. Wer es nicht glauben wollte, dass die europäischen Regierungschefs nicht nur Papiergeld „ex nihilo“ schöpfen, sondern tatsächlich nach dem Nichts streben, der könnte sich nun davon überzeugen.

Dass nach der Absegnung der Ergebnisse des Brüsseler Staatsstreichs in Berlin kein Aufschrei durch das Land ging, ist kaum zu glauben. Vielleicht geht aber einem Teil der Europäer über Pfingsten doch noch ein Licht auf und sie beginnen zu erkennen, dass Europa eher nach dem Muster der römischen Verträge zwischen Nationalstaaten (EWG) und noch besser als Ansammlung von Kleinstaaten unter dem Dach des heiligen römischen Reiches oder deren Verbund in der Habsburger Monarchie mit freiem Handel auf der Basis echten Geldes funktioniert. Denn die Geschichte zeigt, dass die damit verbundene kulturelle Vielfalt zum Durchbruch der Freiheitsidee und zum Aufblühen der Wirtschaft in Kontinentaleuropa führte, während Versuche großräumiger Gleichschaltung immer Krieg, Not und Elend herbeiführten. Echtes (Privat-)Geld fördert die Völkerverständigung, während das zentralstaatliche Papierwährungsmonopol Neid und Zweitracht sät. Da hilft es auch nicht, dass sich die Regierenden auf Krisensitzungen in schlechtem Englisch zu verständigen suchen.

Internet

Merkel verspricht Spekulanten-Bremse

Angela Merkel warnt vor dem Zerfall Europas

Leon de Winter: Zurück zur EWG 

Werner Abelshauser: Zweite Entmachtung der Bundesbank

22. Mai 2010

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Kommentare

Ludwig, am 22. Mai 2010 um 14:31 ( Link )

Volks-Bildung

Die meisten Menschen, immer und überall,
sind töricht und dumm.
Und der Wohlfahrtsstaat und das immer
teurer werdende "öffentliche" Bildungswesen
trägt dazu bei, die Bevölkerung noch weiter
zu verdummen.
Sie denken nicht selbst, sondern beten nur das nach,
was ihnen von den "Eliten" erzählt wird.
Und diese Eliten haben ein Interesse daran,
die Massen dumm zu halten, da sie selbst von dieser
Dummheit nur profitieren.
Die hiesige Demokratie hat auch nichts mit Freiheit
zu tun. Sie ist eine von Demagogen angeheizte und unsicher
gesteuerte Herrschaft des Mobs.
Besonders die deutsche Demokratie trägt Züge eines weichen, durch weitgehende und als solche oft kaum mehr
wahrgenomme Selbstzensur
gekennzeichneten Totalitarismus.

Nonkonformist, am 22. Mai 2010 um 16:31 ( Link )

Zuerst die Frage an @Ludwig: "GESTEUERTE HERRSCHAFT
DES MOBS" - meinen Sie mit "Mob" die politische
Klasse oder das was sonst unter "Mob" versteht?
Ich meine, daß Leon de Winter nicht recht, sondern
auch die Volksmehrheit hinter sich hat!
Der "Euro- bzw. EU-Nationalismus" unserer politischen Klasse ist eine ungeheure Anmaßung und
dient unter anderem dazu, ein ein Brüssel u.
Straßburg zu unterhaltens Politikerpack auf Steuer=
zahlers Kosten zu unterhalten, als ob wir hierzulande mit 16 Bundesländern nicht schon ge=
nügend Überflüssige hätten!
Deshalb: ja zu einem gemeinsamen Europa, einer
Staaten- und Wertegemeinschaft des alten Konti=
nents, Wirtschaftsgemeinschaft inclusive, eine
gemeinsame Währung aber nur unter einzuhaltenden
Kriterien, ansonsten muß es bei den verschiedenen
Währungen bleiben!

Ludwig, am 22. Mai 2010 um 17:13 ( Link )

Nonkonformist@ 16:31h

"Sie ist eine von Demagogen angeheizte und
unsicher gesteuerte Herrschaft des Mobs.."
Ich meine sowohl die Betrüger als auch die
Betrogenen.
Das Wesen der Demokratie ist die Umverteilung,
die sich entsprechend der Verteilung der politischen Macht vollzieht. Diejenigen, die an
der Macht sind, verteilen zu Gunsten der eigenen
Klientel und auf Kosten der Klientel der anderen
Partei um.
Mit Gerechtigkeit hat das nichts zu tun und die Grundrechte, wie das auf Eigentum, sind im Zweifelsfall schnell verloren.
Verschärfend kommt hinzu, daß die Partei, die gerade herrscht, dazu höchstens 4 Jahre Zeit hat - bis zur nächsten Wahl.
In der Demokratie gehört der Staat keinem,
dementsprechend hemmungslos saugt ihn die gerade an den Fleischtöpfen sitzende Partei aus.
Siehe dazu auch die aufschlußreichen Kommentare
zu den fachlichen und
moralischen Qualitäten des deutschen politischen
Personals vor wenigen Tagen an dieser Stelle.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 22. Mai 2010 um 17:17 ( Link )

Unsere hochverehrte Bundeskanzlerin bedarf keiner Erleuchtung. Sie geht ihren politischen Weg, wie sie ihnvon Jugend an gelernt hat.

Sie war FDJ-Sekretärin und betreibt auch heute noch auf den meisten Politikfeldern eine konsequente sozialistisch-kommunistische Politik.

Beispiele:

Die Klimapolitik dient der Installierung einer weltweiten, demokratisch nicht kontrollierten staatlichen Autorität, in der die "Räte" wie z.B. der sog. "Weltklimarat" das Sagen haben.

Die Familien- und Krippenpolitik dient der Vergesellschaftung der Kindererziehung vom Babyalter an und der Entmachtung der Eltern hinsichtlich der Erziehung ihrer eigenen Kinder.

Die Europapolitik dient der Installierung eines Systems europäischer "Räte", die Schritt für Schritt die nationalen Parlamente und und Regierungen entmachten.

Jüngst beschlossene "Regulierung" von Finanzhäusern und die Finanztransaktionssteuer verfolgen das Ziel einer schrittweisen Verstaatlichung des gesamten Banken- und Finanzwesens.

Die Bundeskanzlerin braucht keine Erleuchtung. Sie weiß genau, was sie will, und verfolgt ihre Ziele unbeirrt. Leider haben das bisher nur wenige Menschen in Deutschland begriffen.

Haiduk, am 22. Mai 2010 um 18:44 ( Link )

Sie weiß genau, was sie will, und verfolgt ihre Ziele unbeirrt.

Korrekt. Ihr Ziel besteht in der Ausweitung der Macht diverser Welträte. Wenn auf Krisen nicht angemessen reagiert wird, dann nur deshalb, weil jede Krise als willkommene Gelegenheit zur Ausweitung der Macht dieser Welträte begriffen wird.

Dr. Spiele, am 22. Mai 2010 um 18:59 ( Link )

... und während die Banken mit ihrem privaten elektronischen Buchgeld die Weltmacht endgültig übernahmen,

gestützt von ihren pseudoliberalen und pseudochristdemokratischen Lakaien, nachdem die Bürger durch ihre Zwangsbürgschaften für die Banken in Geiselnahme genommen und enteeignet wurden, nachdem zuletzt sogar die Aktien der privaten Banken vor dem freien Markt geschützt wurden, untouchables

halluzinierte man auf ef-online unberührt die rote Gefahr herbei, und erzählte die Ammenmärchen von den "staatlichen" Papiergeldfluten...

Frigga, am 22. Mai 2010 um 20:47 ( Link )

Es wäre schön, wenn auch der Autor den Unterschied zwischen säe und sähe sähe.

Edgar L. Gärtner, am 23. Mai 2010 um 7:03 ( Link )

@Reiner Vogels: Ich setze nicht auf die Erleuchtung der Bundeskanzlerin, sondern hoffe auf das Erwachen des gesunden Menschenverstandes der Deutschen.

Vogelfrei, am 23. Mai 2010 um 7:15 ( Link )

Nun denn, Herr Gärtner, ich hoffe Sie nennen reichlich Sitzfleisch Ihr eigen, denn das dürfte eine sehr lange Wartezeit werden...

vonclausewitz, am 23. Mai 2010 um 7:42 ( Link )

Prisoner-Dilemma Europa:

Die sich aus der Spieltheorie ergebende dominante Strategie für die Bundesregierung wäre die sofortige Ausschöpfung des gesamten EWF-Kreditrahmens im Jahr 2011, ein Matrosenbudget mit anschliessender Erklärung der Zahlungsunfähigkeit. Vorsichtshalber ein bisschen Geld für die Bundeswehr...

Staatlich Lernbehinderter, am 23. Mai 2010 um 11:47 ( Link )

@Doktorspiele:

Die weltweit größte Halluzination scheint mir doch die etatistische bezüglich eines irgendwie allmächtigen Gottes namens "Staat" zu sein. Das ändert allerdings nichts daran, dass ich hinter den aktuellen Entwicklungen eine Art private Weltverbesserungsverschwörung sehe, die Demokratieverherrlichung, Papiergeldzentralisierung etc. bewußt betreibt, sich Konzerne, Staaten und auch Kirchen zunutze macht. Große Teile der katholischen Kirche beispielsweise willigen ja passiv, teilweise auch aktiv in die Selbstabschaffung der Katholischen Kirche ein. Mittels staatlicher Monopole in Sachen Bildung, Meinungsbildung, Sicherheit und Justiz läßt sich ja auch ganz gut agieren. Die Wirtschaft (die ja alle Arbeitsschaffenden und Konsumenten zugleich sind) wird durch "Regulierung" und im Kern durch das Papiergeld leichthin gesteuert. Die "Krönung" dieses diabolischen Werkes aber ist die allgemeine Demokratieverherrlichung, mit Demokratie als einem Terminus unter dem sich jeder etwas anderes allgemein und eigentlich grundsätzlich Positives vorstellen kann. Genau an dieser Demokratieverherrlichung, die ein präziser Verstoß gegen das erste mosaische Gesetz ist, wird die Sache auch zugrunde gehen. Schon deshalb verlegen sich die Machthaber zunehmend auf nichtdemokratische Institutionen, denn die Demokratie hat einen Januskopf, der sich auch gegen die Machthaber richten kann.

zebra, am 23. Mai 2010 um 12:56 ( Link )

Die europäische Idee existiert auch ohne Euro. Das Pfingstwunder ist: "Wir" retten die die europäische Währung! Statt als Zins- und Geldknechte dürfen wir uns als dickster Pfingstochse fühlen.

Hanna Thiele, am 23. Mai 2010 um 21:49 ( Link )

Lieber Edgar Gärtner,

warum dieser Titel?
Merkel hat es geschafft, dass Westerwelle mit einer Pathosrede seine eigene Partei abschafft.
Ist das kein Wunder?

Edgar L. Gärtner, am 23. Mai 2010 um 22:09 ( Link )

@Hanna Thiele: Ich habe gesagt, dass Angela Merkel es sehr eilig hatte. Die anderen EU-Partner stimmen ja z.T. erst im Juni über das Paket ab. D.h. Merkel wollte nicht riskieren, dass die Deutschen über Pfingsten zur Besinnung kommen.

Hanna Thiele, am 23. Mai 2010 um 23:13 ( Link )

Große Teile des deutschen Fußvolkes sind bei klarer Besinnung, es nützt ihnen aber nichts, solange das Kartell der Parteien verhindert, dass sie echte Volksvertreter in den Deutschen Bundestag entsenden können.

Das Fußvolk wird – wie im Dritten Reich – mal wieder Opfer von opportunistischen Wirtschaftsvertretern die sich lieber bei Merkel anbiedern, als sich dem frischen Wind des Marktes auszusetzen.

Der Gorbatschow-Hirnwurm „Deutschland kann Ökoweltmacht werden“ hat sich in Politiker-Hirnen und in den Hirnen der Wirtschaftsbosse eingenistet. Sie freuen sich über einen schwachen Euro, denn dann lassen sich mit deutschen Klimarettungs-Produkten noch leichter Geschäfte machen, was Deutschlands Öko-Vormacht noch weiter festigen wird.

Hoffentlich merken die übrigen EU-Nationen noch rechtzeitig, dass Merkel China zuarbeitet, das als Finanzier der Länder des freien Westens den Kapitalismus einfach wegkaufen wird.

Ludwig, am 24. Mai 2010 um 17:13 ( Link )

Schäuble - Merkel - Beziehung

"..Ich habe vor Angela Merkel Respekt
und auch Zutrauen zu ihr.
Ich habe sie mal als Generalsekretärin der CDU
vorgeschlagen.
Das war eine meiner besten Personalentscheidungen".

Wolfgang Schäuble BM f. Finanzen
in der "FAS" vom 23.5. 2010


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