Jörg Janssen

Der Autor, Jahrgang 1966, ist Chemiker und lebt seit einigen Jahren glücklich im inneren Exil.

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Griechenland-Krise: Der Lohn der Korruption

von Jörg Janssen

„Der Versailler Vertrag, nur ohne Krieg“

„Man sagt, Deutschland zahle seit den 1920ern. Es zahlt heute noch: Maastricht, das ist der Versailler Vertrag, nur ohne Krieg“, so Franz-Olivier Giesbert 1992 in „Le Figaro“.

Nein wie war es damals schön

Noch 1998 war die Athener Regierung mit ihrem Aufnahmeantrag für die Euro-Zone gescheitert, weil sie kein einziges der geforderten Kriterien für Haushalts- und Preisstabilität erfüllte. Doch schon im Januar 2001 bot sie das gewünschte Bild. Zwar lag ihre Staatsverschuldung mit 104 Prozent des Bruttoinlandsprodukts immer noch deutlich über der Maastrichtgrenze, zwar nahm sie sogar dafür Tricks zu Hilfe (beispielsweise rechnete sie die Verpfändung künftiger Einnahmen aus Flughafen- und Autobahngebühren sowie aus Lotterien einfach aus seinen Schulden heraus). Doch dieses Kriterium hatten die übrigen EU-Regierungen bereits für Italien und Belgien aufgeweicht. Außerdem versprach Athen, die Schulden weiter zu senken. Und noch viel mehr: Die Privatisierung öffentlicher Unternehmen, die Liberalisierung im Telekom- und Energiesektor, Steuersenkungen und sogar eine Arbeitsmarktreform wurden angekündigt. EZB-Präsident Wim Duisenberg antwortete auf die Sorge, der Beitritt Athens könne den Euro in Gefahr bringen: „lächerlich“. Und so stieß Athen zur Gruppe jener Staaten, an deren Disziplin die Stabilität des Euro hängt.

Seit ihrem Beitritt vervierfachte Athen seine Auslandsschulden. Die Privatisierungen und Liberalisierungen lassen bis heute auf sich warten. Tatsächlich änderte sich nichts, wieso auch? Politische Korruption gehört in Griechenland zum täglichen Leben und Arbeiten; Jobs im öffentlichen Dienst erhält man durch Vetternwirtschaft. Nirgends in der EU gibt es einen so hohen Anteil an Staatsbediensteten. Man muss fragen, ob Athens Rückfall in alte Gewohnheiten, sobald es den Sprung in die Eurozone geschafft hatte, wirklich irgendjemanden überraschte. Dieser Rückfall ist jetzt nicht mehr zu kaschieren: Athens Bruttoverbindlichkeiten kletterten 2009 auf 112,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bis 2011 sagt die Europäische Kommission sogar einen Anstieg auf 135,4 Prozent voraus. Das Haushaltsdefizit liegt bei 12,7 Prozent des BIP. Die fortgesetzten Täuschungen Athens sind inzwischen Allgemeinwissen.

Die Zahlungsunfähigkeit der Athener Regierung droht. Mit ihr wankt auch die Stabilität der übrigen hochverschuldeten PIIGS-Regierungen (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) des Euro-Raumes. Jetzt rächt sich, dass die übrigen EU-Regierungen – allen voran die deutsche unter Helmut Kohl – Athen seine damaligen Täuschungen durchgehen ließen.

Keine Zahlungen, außer es wäre wirklich notwendig

Vor wenigen Wochen fand ein EU-Gipfel zu den Zahlungsschwierigkeiten der Athener Regierung statt. „Die EU hat sich darauf geeinigt, Griechenland bei der Überwindung seiner tiefen Finanzkrise zu unterstützen“, so Angela Merkel. „Griechenland wird nicht alleingelassen“, betonte die Bundeskanzlerin. „Aber es gibt Regeln, und diese Regeln müssen auch eingehalten werden, und auf dieser Grundlage werden wir eine Erklärung verabschieden.“ EU-Präsident Herman van Rompuy erklärte, „die Mitgliedstaaten der Eurogruppe werden entschlossen und koordiniert handeln, sofern das nötig ist, um die finanzielle Stabilität in der Eurozone insgesamt zu sichern.“ Athen solle sein Sparprogramm „rigoros und entschlossen“ umzusetzen, es erhielt keine konkreten Zusagen, aber: Wenn es wirklich notwendig werden sollte, würden die übrigen EU-Staaten helfen.

Merkels widersprüchliche Signale kommen nicht von ungefähr. Sie muss einerseits den Wählern in Deutschland – und besonders in NRW, wo im Mai ihre Bundesratsmehrheit auf dem Spiel steht – zeigen, dass sie diese nicht leicht reformunwilligen, südeuropäischen Politkasten opfert. Doch es geht nicht nur um den Zorn deutscher Steuerzahler. Es ist andererseits das Nullsummenspiel bedroht, in welchem die „Geberländer“ den Nehmerländern das Geld geben, um ihnen ihre Exporte abzukaufen. So rechnet beispielsweise das französische Armaris-Konsortium mit dem Kauf von sechs Fregatten der Fremm-Serie durch Athen. Und so wartet Deutschlands ThyssenKrupp auf die Bezahlung von vier U-Booten der 214-Klasse.

Das Bankenkapital, der wahre Schrecken der PIIGS-Krise

Mehr noch als um die Fähigkeit Athens, weiterhin anderer Leute Geld auszugeben, geht es um Europas Banken: Athen schuldet allein deutschen Banken 43 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro), bei österreichischen Banken steht es mit 6,2 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) in der Kreise. Und auch Schweizer Banken sind betroffen, sogar mit Darlehen in Höhe von 64,0 Milliarden Dollar (68 Milliarden Franken). Wenn Athen seine Darlehen platzen lässt, dann verschwindet Eigenkapital dieser Banken in entsprechender Höhe; dann rücken sie, von der Finanzkrise bereits gebeutelt, noch näher an den Abgrund des Konkurses. Und die Schulden Athens sind nur die Spitze des Eisberges. Alle PIIGS-Regierungen zusammen schulden allein den Banken Deutschlands 524 Milliarden US-Dollar (380 Milliarden Euro).

Wie konnten es die Banken schon wieder dazu kommen lassen? Die Antwort ist in der zentralen Zwangsbewirtschaftung durch die EZB zu finden: Ein Kerngeschäft staatlich kartellisierter Banken ist der sogenannte „Carry Trade“: dieser ist eine Variante von „kaufe billig, verkaufe teuer“, nämlich „leihe zu Niedrigzinsen, verleihe zu hohen“. Die EZB nahm den Banken Athener Schulden als Sicherheit für billige Darlehen ab. Die Banken verliehen das Geld dann zu höheren Zinsen weiter. Sie wären dumm gewesen, dieses Angebot der EZB auszuschlagen. Sie reagierten auf die Politik der EZB genau so wie beabsichtigt: Sie kauften Athen dessen Schulden ab, woraufhin Athen das Geld für Produkte deutscher, französischer und anderer Hersteller ausgab. Die Athener Schuldenblase ist kein Unfall, sie ist das ungewollte Ergebnis einer gewollten Politik.

Die Zwickmühlen der Politik

Doch noch mehr als die indirekte Subventionierung ihrer Exporteure und die Stabilität ihrer Banken steht für die Politik auf dem Spiel: Ihr Traum vom europäischen Einheitsstaat und ihre Plätze in den Geschichtsbüchern. Nur ein Einheitsstaat, so die Maxime der europäischen Politik, garantiere Frieden. Abgesehen von zahllosen historischen Gegenbeispielen: Nach dieser Maxime trauen sich die politischen Klassen der einzelnen Staaten selber nicht zu, ohne einen Einheitsstaat den Frieden untereinander zu wahren.

Und dann wäre da noch die Kleinigkeit des Selbstbildes der Akteure. Helmut Kohl steht trotz seiner Pfuscharbeit sowohl bei der deutschen Wiedervereinigung als auch beim Maastricht-Vertrag in der Lamestreampresse als „Wiedervereiniger Deutschlands“ und „Großer Europäer“ da. Seiner Schülerin Angela Merkel ist das nicht entgangen, in ihrer Vorstellung ist es die Einheitswährung, die neben dem Binnenmarkt die EU zusammenhält. Mit Recht: würde Athen wieder die Drachme einführen, käme es zur Kapitalflucht aus Griechenland. Athen würde vermutlich mit Beschränkungen des Kapitalverkehrs reagieren wollen, doch die sind nach EU-Regeln nicht erlaubt. Athen könnte sich nur retten, indem es entweder die Staatsausgaben drastisch kürzt oder die EU verlässt. Merkel wird das nicht wegen irgendwelcher Gewissensbisse gegenüber bloßen Steuerzahlern riskieren. Sie wird die Steuerzahler auch für diesen Zweck plündern, so wie sie uns für den Abbau West, „kaputtgespielte“ Landesbanken, für die subventionierte Ökoindustrie und vieles mehr immer geplündert hat.

Und schließlich könnten auch amerikanische Interessen mitspielen. Wie der Leser sich vielleicht erinnert, wuchsen im Jahre 2008 dem US-Bankenversicherer AIG durch den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes die Schadensfälle seiner Kreditausfallversicherungen über den Kopf. Wäre er in Konkurs gegangen, hätte dies Eigenkapital der bei ihm versicherten Banken vernichtet. Also wurde AIG verstaatlicht. Laut Marktgerüchten gab AIG auch Kreditausfallversicherungen zu Griechischen Schatzbriefen aus. Das würde bedeuten, dass im Falle eines Athener Offenbarungseides die US-Regierung ihren Steuerzahlern erklären müsste, warum diese für die Ausgabefreudigkeit einer fremden Regierung geradestehen sollten.

Was können wir erwarten

Wie könnte also eine solche Plünderung vor sich gehen? Politik ist von Willkür und Irrationalität gekennzeichnet; hier Voraussagen zu treffen ist nahezu unmöglich. Mit diesem Vorbehalt wollen wir in die Kristallkugel blicken: Bereits im April muss Athen 12 Milliarden Euro seiner Schulden refinanzieren. Gemäß Artikel 123 AEUV ist jegliche Kreditvergabe in solchem Falle untersagt – sowohl von der EZB als auch von den Notenbanken wie der Bundesbank. Wenn es keine solchen direkten Darlehen für Athen geben darf heißt das, dass ein indirekter Weg gefunden werden muss. Die KfW könnte diesem Zweck dienen, oder die Landesbanken. Oder die Politik entschließt sich, die EZB einen ähnlichen Schritt machen zu lassen, den die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) ging, als dort die Immobilienblase der Politik platzte: Die Fed kauft seit Dezember 2007 den Banken ihre notleidenden Darlehensverbriefungen im Rahmen der „Term Auction Facility“ ab und bezahlt diese mit Schatzbriefen. Die EZB könnte in ähnlicher Weise griechische Schatzbriefe gegen deutsche, österreichische oder französische tauschen – und somit gegen die Mittel, die die Zentralbank zur Verteidigung ihrer Währung besitzt. Der Stabilität der Athener Regierung würden die Stabilitäten unserer Löhne und Ersparnisse geopfert.

Eine durch eine nationale Zentralbank monopolisierte Nominalwährung hat einerseits den Zweck, der Regierung einen garantierten Markt für ihre Schuldscheine zu schaffen; andererseits soll sie Geschäftsbanken vor der Konsumentenmacht ihrer Einleger schützen (wie so etwas funktioniert, siehe Janssen 2008a, 2008c, unten). Beim Euro handelt es sich zwar um eine Nominalwährung, doch er unterliegt nicht mehr der Kontrolle einer nationalen Regierung. Die Athener Regierung hat das entweder nicht begriffen oder sie spielt bewusst auf Risiko. Das Gegenrisiko liegt bei den Steuerzahlern, Lohnverdienern und Sparern anderer Länder. Gegen diese wetten die Athener Politiker auf das Kalkül ihrer Kollegen in den übrigen Staaten. Einige Athener Politiker pokern sogar höher: „Wie kann Deutschland die Frechheit besitzen, uns wegen unserer Finanzen zu denunzieren“, entrüstete sich Margaritis Tzimais von der Ex-Regierungpartei Neue Demokratie, „wenn es noch keine Entschädigung für die griechischen Opfer des Zweiten Weltkriegs gezahlt hat.“

Erinnern wir uns daran, dass wir die Wette Athens nicht freiwillig eingehen. Sie wird uns durch das Zentralbankmonopol der Politik mit seinem Nominalgeld, seinem Annahmezwang, seiner zentralen Planung aufgezwungen. Eine endgültige Lösung ist durch die Politik nicht zu erwarten. Die Politik ist das Problem.

Internet

Walter K. Eichelburg: Marktkommentar: Griechenland retten oder nicht?

Walter K. Eichelburg: Marktkommentar: Nach dem Euro

Ralph Janik: Zunehmende Zentralisierung der EU: Griechenland, das ungezogene Kind

Andreas Tögel: Griechenland und die Euro-Planwirtschaft: Sozialismus schadet!

Literatur

Philipp Bagus (2010): The Bailout of Greece and the End of the Euro. Online: http://mises.org/daily/4091 (Stand: 11.2.2010)

Jörg Janssen (2008a): Der Weg zur Finanzkrise, Teil 1: Teilreserve, der legalisierte Betrug. Online: http://www.ef-magazin.de/2008/10/25/761-der-weg-zur-finanzkrise-teil-1-teilreserve-der-legalisierte-betrug (Stand: 25.10.2008)

Jörg Janssen (2008c): Der Weg zur Finanzkrise, Teil 3: Schuldenmachen im Namen des Volkes. Online: http://www.ef-magazin.de/2008/10/29/763-der-weg-zur-finanzkrise-teil-3-schuldenmachen-im-namen-des-volkes (Stand: 29.10.2008)

08. März 2010

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Kommentare

Olaf Janowski, am 08. März 2010 um 15:47 ( Link )

Haben die Nazis eigentlich auch in Island gewütet?

Olaf Janowski, am 08. März 2010 um 15:51 ( Link )

Ach so, sorry for that ... das war Norwegen.

Schade für die Isländer.

Olaf Janowski, am 08. März 2010 um 18:58 ( Link )

@nahum:
Wegen Frankreich wurde Versailles 1.0 abgeschlossen.

Und Versailles 2.0 wurde schon längst auch abgeschlossen.

Und jetzt raten Sie mal, von welchen Ländern.

Singaporean, am 08. März 2010 um 19:20 ( Link )

Ich freue mich schon, wenn das britische Pfund wiederholt gegen die Wand fährt. Ich wette bereits kräftig darauf, auch beim Euro.

In Großbritannien wird am 6 Mai keine Partei die Mehrheit erhalten, dafür wird das AAA ganz schnell weg sein und wenn das der Fall ist, rette sich wer kann.

Die EU schickt ihre besten Schlachtschiffe im Kampf gegen das internationale Kapital, gegen diese fiesen Spekulanten, gegen diese Maulhelden, die es wagen, europäische Traumtänzer und Spitzenpolitiker zurück auf den Boden der Tatsachen zu holen.
Die EU ist guter Dinge, dass sie die Schlacht gewinnen wird. Die Propaganda läuft bereits auf Hochtouren. Gemeinsam sind wir stark!!!

:D Dumm nur, dass Soros bereits in seinem Supercarrier, John Paulson in seinem SSBN und FX Concepts an den Startrampen für mehrere Interkontinentalraketen sitzt. Man hat die schönen, denkmalgeschützten, europäischen Schlachtschiffe bereits ausgemacht. Man wird sie ohne zu zögern versenken :D

Die EUdSSR bekommt das, was sie verdient :D

Reiner Vogels Fördermitglied, am 08. März 2010 um 19:48 ( Link )

Man muss das mit Versailles 2.0 etwas differenziert sehen: Versailles 1.0 war natürlich ein großer Fehler, aus Angst vor dem großen Deutschland, aus Wut über die Toten des Krieges und aus Rachegelüsten von den Siegern diktiert.

Beim Euro spielt von diesen Motiven nur das erste eine Rolle: Die europäischen Nachbarn hatten und haben Angst vor der gewaltigen industriellen Potenz und der Wirtschaftsmacht des wiedervereinigten Deutschland. Deshalb haben sie als Preis für die Wiedervereinigung die europäische Integration und den Euro gewissermaßen als Bändigung und Einbindung des großen Landes in der Mitte Europas verlangt. Ich habe in gewisser Weise dafür Verständnis. Niemand kann eine wirtschaftliche Hegemonie Deutschlands in Europa wirklich wünschen und niemand sollte es unseren Nachbarn zumuten wollen, unter einer solchen Hegemonie zu leben.

Das Problem ist nur, dass es nicht gelungen ist und wohl auch nicht gelingen konnte, den Euro zu einer glaubwürdigen und dauerhaft stabilen Währung zu machen. Auf dem Papier ist es der EZB verboten, direkt von den Euroländern Staatsanleihen zu kaufen und in ihre Bücher zu nehmen. Das wäre ein zu offenkundiges und unverhülltes Gelddrucken. Statt dessen erlaubt sie es den Geschäftsbanken, ihrerseits solche Papiere zu erwerben und bei der EZB gegen Cash als Sicherheit zu hinterlegen. Dies ist nur ein verdecktes Gelddrucken. Im Endeffekt besteht aber kein großer Unterschied. Das Ergebnis kann nur sein, dass der Euro den Bach runtergeht.

nehring, am 08. März 2010 um 20:58 ( Link )

reiner vogels

"die europäischen nachbarn hatten und haben angst vor der gewaltigen industriellen potenz und der wirtschaftsmacht des wiedervereinigten deutschland...deshalb haben sie als preis..."

entschuldigen Sie, aber da muss ich herzlich lachen!
man hatte und hat keine angst: im gegenteil!
gerade die wirtschaftliche potenz und die wirtschaftskraft garantieren die vollen taschen, aus denen man sich dann ungeniert bedienen kann!! begründungen finden sich immer!!

warum sind denn soviele "nicht-deutsche" in diesem land gerne zu hause? weil sie angst haben? ich bitte Sie!

man lässt die wirtschaftskraft wachsen und wachsen: dann macht man eine rechnung auf!! und nimmt!!

erst hiess es versailles, dann potsdam und nun eben maastricht!

sehr vereinfacht sicher - aber dem artikel ist nur zuzustimmen:

nicht umsonst kommen griechische stimmen sofort mit dem ewigen adolf!
die habens nämlich begriffen!

Satanas, am 08. März 2010 um 21:41 ( Link )

@Reiner Vogels


Die europäischen Nachbarn hatten und haben Angst vor der gewaltigen industriellen Potenz und der Wirtschaftsmacht des wiedervereinigten Deutschland.

Hallo Herr Vogels,
warum sollte Frankreich denn ein geringeres wirtschaftliches Potential haben als wir? Sie haben ein größeres Land, mit gutem landwirtschaftlichem Potential und sicher nicht weniger Bodenschätze als wir. Ähnlich in England. Allerdings sind insbesondere die Franzosen seit 200 Jahren unverbesserliche Etatisten, die keinen Erhard und keinen Eugen Richter hatten. Kein Wunder daß da einiges Potential brachliegt. Das ist aber nicht unsere Schuld.

2) Die französische Bürokratie, die die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs hemmt, erhält sich durch Plünderung. Vorwiegend der produktiven Teile der frz. Gesellschaft, aber eben auch der deutschen "vollen" Taschen. Ich denke es schadet uns weniger das Geld zu verlieren, als es den Franzosen schadet, daß unser Geld ihre Bürokratie stärkt. Ist aber auch nicht unsere Schuld, wir können die Zahlung nicht verweigern.

3) Was kann man gewinnen, wenn man seinen Kunden(ländern) Geld gibt, damit sie bei uns einkaufen? Märkte, denn man zerstört damit ihre Industrie, und auch das gesellschaftliche und moralische Fundament, auf dem eine gesunde Wirtschaft (und Gesellschaft) ruht. Aber noch einmal: es liegt nicht in unserer Macht, das zu ändern.

Also sehen wir zu wie wir -als Staat wie als Individuen - möglichst viel von unserem Geld behalten, und nutzen wir unsere Chancen. Und wenn unser Geld die Bürokratien in unseren Nachbarländern wachsen läßt, verhindern wir dieses Wachstum wenigstens bei uns.

Daddeldu, am 08. März 2010 um 22:28 ( Link )

Eine durch eine nationale Zentralbank monopolisierte Nominalwährung hat einerseits den Zweck, der Regierung einen garantierten Markt für ihre Schuldscheine zu schaffen; [...] Beim Euro handelt es sich zwar um eine Nominalwährung, doch er unterliegt nicht mehr der Kontrolle einer nationalen Regierung. Die Athener Regierung hat das entweder nicht begriffen oder sie spielt bewusst auf Risiko.

Die vorherigen Athener Regierungen werden wohl keynesianisch gedacht haben: Wir pumpen uns Geld, bringen es unter die Leute, durch den Multiplikatoreffekt boomt die Wirtschaft, wir haben erhöhte Steuereinnahmen, und schon können wir die Schulden locker bedienen. Aber locker. Diese Politiker glauben das, das darf man nicht vergessen.

Das heißt, die griechischen Politiker haben gar nicht daran gedacht, dass sie die Schulden nicht mehr über die Notenpresse vernichten können, weil sie nicht im entferntesten damit gerechnet haben, dass sie das können müssen könnten.

Gruß, Daddeldu

Daddeldu, am 10. März 2010 um 14:51 ( Link )

@nahum

93,2 Prozent der isländischen Wähler haben jetzt die EURO 3,8 Mrd. schwere Entschädigung englischer und niederländischer Banken in einer Volksabstimmung abgelehnt.
Das bedeutet, dass weder die Briten noch die "neutralen USA" jemals mehr das "neutrale Land" der Wikinger besetzen werden!

Verstehe ich nicht. Wieso bedeutet es das?

Anabella White, am 15. Juni 2010 um 22:20 ( Link )

Bändigung und Einbindung des großen Landes in der Mitte Europas verlangt. Ich habe in gewisser Weise dafür Verständnis. Niemand kann eine wirtschaftliche Hegemonie Deutschlands in Europa wirklich wünschen und niemand sollte es unseren Nachbarn zumuten wollen, unter einer solchen Hegemonie zu leben. classified | web advertising | anaheim banquet


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