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"Opel-Rettung": Ein abgekartetes Spiel?von Edgar L. Gärtner Politik bedient sich immer häufiger der organisierten Lüge Nach dem Platzen des von der deutschen Politik mit medialer Unterstützung verbal favorisierten Magna-Deals stand Angela Merkel, gerade noch wegen ihrer Washingtoner Antrittsrede gefeiert, in den deutschen Mainstream-Medien auf einmal ganz dumm da. Allenthalben machte sich Häme darüber breit, wie sich ambitionierte deutsche Provinzpolitiker vom amerikanischen GM-Konzern vorführen ließen. Doch scheint es mir nicht ausgeschlossen, dass Angela Merkel auch bei dieser Geschichte wieder einmal unterschätzt wird. Bei einigen Kommentatoren, die sicher mehr über die Hintergründe der „Opel-Rettung“ wissen, als sie ungestraft schreiben dürfen, konnte man durchaus in oder zwischen den Zeilen lesen, dass dem staunenden Wahlvolk hier etwas vorgespielt wurde. So schrieb FAZ-Herausgeber Holger Steltzner am Samstag, dem 7. November in seinem Leitartikel: „Hoffentlich ist die Wut deutscher Politiker über die Entscheidung von General Motors so gut gespielt wie zuvor die Überzeugung, nur mit Magna in Russland habe Opel eine Zukunft.“ Damit deutet Steltzner an, dass nicht nur Konzerne gespielt haben, sondern auch Angela Merkel und ihr (Hinter-)Mann. Alles, was man zu den Vorgängen mündlich erfahren kann, stärkt die Vermutung, dass bei der Operation „Opel-Rettung“ von vornherein feststand, dass das Autohaus in der Hand von General Motors bleibt. Jedenfalls bin ich so gut wie sicher: So wie es beim Thema CO2 nicht primär um das Klima beziehungsweise das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten geht, steht auch bei der „Opel-Rettung“ nicht die Erhaltung von Arbeitsplätzen und der „sozialen Gerechtigkeit“ obenan. Der Trend, sich in der Politik bei der Durchsetzung scheinbar guter Ziele immer häufiger der organisierten Lüge zu bedienen, birgt freilich zwei Gefahren: Zum einen ist es nicht ausgeschlossen, dass die Eliten selbst mit der Zeit ihren eigenen Lügen glauben und den Kontakt zur Realität verlieren. Zum andern droht ihnen ein nachhaltiger Verlust an Glaubwürdigkeit. Die anfängliche Zurückhaltung breiter Bevölkerungskreise gegenüber der Kampagne für die Schweinegrippe-Impfung und die in diesem Zusammenhang allenthalben kolportierten Verschwörungstheorien zeigen, dass immer mehr Deutsche davon ausgehen, dass sie von ihrer Regierung ständig belogen werden. Was geschieht, wenn wirklich einmal große Gefahr im Verzuge ist? Internet: FAZ: Wenn Konzerne mit der Politik spielen 09. November 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareeo, am 09. November 2009 um 21:32 ( Link ) ---Was geschieht, wenn wirklich einmal große Gefahr im Verzuge ist?--------- Dann gibt es MariaStephan, am 09. November 2009 um 22:23 ( Link ) Wie, wenn unsere Politiker ihre Pappenheimer halt eben kennen? Wissen, daß die Deutschen gern belogen werden? Vielleicht, weil sie sich selbst gern belügen? Gern traumtanzen? Lichterketten anzünden und Bäume umarmen? Sich in den Jahrzehnten des Wohlstands nach dem Krieg völlig effeminiert und infantilisiert haben? Kurt_G Politik bedient sich immer häufiger der organisierten Lüge "immer häufiger" ist eine glatte Untertreibung. Es muß heissen ... "nur noch" Goldelse, am 10. November 2009 um 9:04 ( Link ) In meinem Umfeld gibt es nicht einen einzigen Menschen, der den Medien oder dieser Regierung auch nur ein Wort glaubt. Wir wollen auch alle nicht wissen, wann in China eine Tür auf- oder zuging, wir orientieren uns HIER und jetzt. Tobias , am 10. November 2009 um 11:49 ( Link ) Ich habe Hans Ulrich Klose (SPD) vor der Wahl in Hamburg getroffen. Diese sagte: "Nach der Wahl platzt der sogenannte "Opel-Deal". Das ist doch nur Show." Danke, Herr Gärtner für den Hinweis, aber ich dachte, das sei seit Wochen wirklich jedem klar. Warum sollte GM Opel verkaufen, wenn es zur Zeit das Geld im Duzend (Milliarden) billiger gibt? Warum sollte ich mich für Cash von Werten trennen, wenn ich Cash auch ohne "Verkauf" mit Steuersubventionen obendrauf bekomme? Wichtig ist, das Frau Merkel gut aussah und Steinmeier Stallgeruch bekam. Der hat ja auch geschnauft und gegrölt wie Gerhart Polt in seinen Hitler-Witzen. Unter der Opel-Belegschaft war die Wahlbeteiligung bestimmt signifikannt hoch. Politik als Selbsterhaltungsbetrieb! Charlotte Stumm, am 11. November 2009 um 15:14 ( Link ) Gut erkannt! EEkat, am 14. November 2009 um 9:51 ( Link ) OT Herr Gärtner, Ergänzung zu Ihrer Erörterung über Vattenfall/ Merkel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,661160,00.html Hoffen wir, daß der Austausch des Vorstandes von V. bei den nun berichteten "Haftungs-Entdeckungen" zu irgendeiner Änderung führen könnte. EEkat Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Reiner Vogels
, am 09. November 2009 um 19:45 ( Link )
Ich habe an und für sich eine reflexartige Skepsis gegenüber Verschwörungstheorien. Seit meiner kritischen Hinterfragung des Ozonlochs (das nichts anderes ist als eine natürliche, jahreszeitbedingte Schwankung in der Hochatmosphäre über der Antarktis), des Waldsterbens, das es nie gegeben hat, und der drohenden Erderwärmung, die offenbar dazu führt, das es seit 10 Jahren auf der Erde kälter wird, ist meine reflexartige Skepsis geringer geworden.
Im Zusammenhang mit Opel war es doch interessant, dass auf den immer erneut angekündigten entscheidenden Sitzungen der GM-Führung der Tagesordnungspunkt "Rechtlich verbindliche Entscheidung über Opel" immer wieder vertagt worden ist, bis nach der Bundestagswahl.
"Ein Schuft, wer schlecht darüber denkt."