Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Klima-Debatte: Erstaunliche Wendung

von Robert Grözinger

Propagandamaschine BBC versucht, mit der Abkühlung der Erde klarzukommen

Beobachter reiben sich verwundert die Augen: Die „BBC“, die jahrelang Schauermärchen über kurz bevorstehende, vom Menschen verursachte Klimakatastrophen erzählte, und die Gegenmeinungen allenfalls in Nebenbemerkungen zuließ, diese „BBC“ hat am 9. Oktober 2009 auf ihrer Website einen Artikel mit dem vielsagenden Titel: „What happened to global warming?“ veröffentlicht. Auf der Suche nach der verlorenen Klimaerwärmung bemerkte Redakteur Paul Hudson, dass wir seit 11 Jahren keinen Temperaturanstieg mehr registriert haben, obwohl gleichzeitig die CO2-Werte in der Atmosphäre weiterhin gestiegen sind.

Zwei der wahrscheinlichsten Ursachen für diese Abweichung von den Vorhersagen der Computermodelle werden in diesem Artikel diskutiert: Der Zyklus der Sonnenflecken und der Zyklus der Ozeantemperaturen. Erkenntnisse besonders über letzteres Phänomen deuten auf eine 30-jährige Abkühlungsphase hin. Selbst Professor Mojib Latif, ein Mitglied des IPPC und laut „BBC“ nach eigenen Angaben kein Skeptiker, sagt für die nächsten 10 bis 20 Jahre stetig sinkende Temperaturen voraus.

Ob das jetzt nur eine vorübergehende Überlagerung der anthropogenen Klimaerwärmung ist oder ein grundsätzlicher Trendwandel markiert wird, ist unsicher. Aber eines, so Hudson, ist klar: „Es scheint, als sei die Debatte über die Ursachen der Klimaerwärmung weit davon entfernt, beendet zu sein.“ Für Hudson ist das offenbar eine Neuigkeit.

Das ist ein erstaunlicher Wandel in der Politik einer der größten Propagandamaschinen der Klima-Angstmacher und Steuerhochtreiber. Der Artikel wurde von der BBC nicht sehr prominent veröffentlicht, und bekam erst durch das bekannte amerikanische Nachrichtenportal „Drudge-Report“ einen höheren Bekanntheitsgrad, berichtet Damian Thompson auf seinem Blog beim „Daily Telegraph“.

Warum jetzt dieser Schwenk der „BBC“? Piers Corbyn vom Unternehmen WeatherAction, das sich auf langfristige Wettervorhersagen spezialisiert, spekuliert: „Vielleicht haben einige Leute in der BBC kapiert, dass das ganze Schützenfest in sich zusammenbrechen wird und sie wollen der Konkurrenz voraus sein.“

Ein anderer Grund ist aber auch möglich: Jetzt, wo in allen westlichen Ländern die Menschen ausreichend auf die Erwartung einer Klimakatastrophe konditioniert worden sind, fürchtet die herrschende Klasse aus Bürokraten, Medien- und Banken- und Konzernmanagern keinen ernsthaften Klimasteuer- und Abgabenwiderstand mehr. Die „BBC“, die wie die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland von Rundfunkgebühren lebt, wird sich allerdings jetzt ernste Fragen gefallen lassen müssen, wie Thompson schreibt: Die „BBC“ hat „Millionen Pfund an Gebühren dafür verwendet, eine simplfizierende Sichtweise darzustellen, die unter genauer Prüfung zusammenzubrechen beginnt. Hat sie nicht vorausgesehen, dass dies passieren könnte?“

Gebührenzahler in Deutschland werden sich das, in Bezug auf ihre eigenen Propagandamaschinen, sicherlich auch fragen.

Internet:

Paul Hudson: What happened to global warming?

Damian Thompson: The BBC's amazing U-turn on climate change

Richard Savill: Sceptics welcome BBC report on 'global cooling'

WeatherAction

12. Oktober 2009

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Kommentare

Singaporean, am 12. Oktober 2009 um 19:54 ( Link )

Passend dazu, ein Artikel auf Spiegel Online:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,653993,00.html

Konkret kommen auf die Bürger Kosten von mindestens 27 Milliarden Euro zu umgerechnet rund 1000 Euro für eine dreiköpfige Familie. Dies geht aus einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und aus einer Berechnungstabelle des Solarmagazins »Photon« hervor, die SPIEGEL ONLINE vorliegen.
Der Grund ist die hohe Ökoförderung, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgeschrieben ist: Betreiber von Solaranlagen bekommen 43 Cent pro Kilowattstunde – fünfmal mehr, als konventioneller Strom an der Energiebörse kostet. Die Mehrausgaben müssen die Verbraucher tragen, und das 20 Jahre lang. Denn so lange ist die Solarvergütung garantiert.
Mit anderen Worten: Eine Solaranlage, die heute installiert wird, verursacht auch in 20 Jahren noch Kosten. Experten sprechen von »Solarschulden«.
Und die sind gigantisch. Allein für die Anlagen, die von 2000 bis 2008 ans Netz gingen, sind laut »Photon«-Tabelle 33,7 Milliarden Euro fällig. Das RWI beziffert die Summe sogar auf 35 Milliarden Euro.
Wer jetzt glaubt, nach diesem Schock die Kinnlade wieder einklappen zu können, irrt. Eingerechnet sind bis hierher lediglich die bereits bestehenden Anlagen. Weiter heißt es:
Und dabei geht es nur um die bereits installierten Solarmodule. Jedes Jahr gehen jedoch weitere Anlagen ans Netz, allein für 2009 rechnen Experten erneut mit 2000 Megawatt. »Der Solar-Schuldenberg wächst jedes Jahr um neun bis zehn Milliarden Euro«, sagt Manuel Frondel vom RWI.
Verbraucherschützer sind darüber entsetzt. »Die neue Regierung muss das Erneuerbare-Energien-Gesetz dringend ändern«, sagt Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Er fordert, die Solarsubventionen radikal »um 30 Prozent« zu senken.
Ökodogmatiker dürften an dieser Stelle mit der Mär von Vollbeschäftigung und der »Endlösung« sämtlicher Energieprobleme kontern. Fundiert wäre das allerdings nicht:
Trotz der gigantischen Subventionen trägt die Sonne kaum zur deutschen Energieversorgung bei. Gegenwärtig liegt der Solar-Anteil an der gesamten Stromproduktion bei gerade einmal 0,95 Prozent. Zum Vergleich: Die Windkraft deckt mehr als sechs Prozent des deutschen Strombedarfs.
Auch die Effekte auf den Arbeitsmarkt sind minimal. Mittlerweile kommt ein Großteil der Solarzellen, die in Deutschland ans Netz gehen, aus China. Heimische Hersteller wie Q-Cells bauen dagegen Stellen ab – und verlagern die Produktion nach Asien.
Doch selbst Solarzellen, die aus Deutschland stammen, schaffen dauerhaft keine Jobs. Sobald eine Anlage installiert ist, fällt keine Arbeit mehr an. Der Beschäftigungseffekt der Solarsubventionen ist damit gering: »Ein Jahr Arbeit verursacht 20 Jahre Kosten«, sagt RWI-Experte Frondel. Legt man die Jobzahlen des Umweltministeriums zugrunde, so wird jeder Solararbeitsplatz mit mehr als 150.000 Euro pro Jahr subventioniert.
Unwillkürlich erinnert man sich an die Wahlplakate der Grünen. An die Solarzellen montierende Arbeiterin auf islamischem Grün unter der Behauptung, man werde Arbeitsplätze schaffen. Den Chinesen hat es offenbar geholfen.

EEkat, am 12. Oktober 2009 um 20:10 ( Link )

Ähnliches war gestern in der österreichischen
http://diepresse.com/ zu lesen.

Neu ist diese Erkenntnisse ja offenbar nicht, wonach sich die globale Temperatur nicht an die Voraussagen des IPCC hält.

Die erste Konsequenz daraus ist nun die Behauptung, wonach die Erwärmung eben ein paar Jahrzehnte später kommen wird, dann aber umso hefiger ausfallen wird. Mal sehen, wie sie das mit Ihrer CO2-Saga in Übereinstimmung zu bringen versuchen.

Denn die darf eigentlich auf garkeinen Fall aufgegeben werden. Wo bliebe dann das Steckenpferd der Merkel: eine weltweite CO2- Steuer?

Wir werden noch mit Eiszapfen an den Nasenspitzen darüber belehrt werden, daß wir uns vor einer Erwärmung zu fürchten haben.

Die Menschen müssen sehr viel besser aufpassen, wem sie ihr Schicksal anvertrauen.

E.Ekat

Stefan Miller, am 12. Oktober 2009 um 20:46 ( Link )

das nennt man Dialektik verbunden mit Immunisierungsstrategie. Funktioniert wunderbar.
Habe heute im Büro einen promovierten Akademiker im Wintermantel darauf angesprochen, der hält das alles immer noch für logisch und nachvollziehbar.

Will man Steuer erheben, dann muß man die Gründe erfinden, genug Nebel entwickeln, Menschen mit Widersprüchen durcheinanderbringen, dann etwas weniger erhöhen als angekündigt und schon sind alle happy und keiner meckert.

Juergen , am 12. Oktober 2009 um 21:15 ( Link )

Danke für diesen Hinweis Herr Grötzinger,

so langsam dürfte es auch dem letzten klar geworden sein, dass man so etwas hochkomplexes wie das "Weltklima" nicht in einfache Modelle pressen kann (Ausdruck meiner Hoffnung, wohlgemerkt). Und ich hoffe, dass sich die Klimatologie darauf besinnt, dass auch die Naturwissenschaft als Wissenschaft eben eine streitbare ist. Selbst für die Evolutionstheorie gibt es verschiedene Modelle über die heftig debattiert wird, ohne dass eine Schule ihre Meinung als allgemein gültig propagieren könnte. Geschweige denn davon, dass ein Modell zum Leitfaden für politisches Handeln erhoben wird.

OFFTOPIC:
Ich würde mir doch sehr wünschen, die Vergabe des diesjährigen Nobelpreises für Ökonomie auch in diesem Forum, das ich sehr schätze, zu debattieren.

Malte Tobias, am 12. Oktober 2009 um 22:54 ( Link )

Guter Artikel. Nennenswert ist in diesem Zusammenhang auch der offene Brief vom Europäischen Institut für Klima und Energie. Dort forderten fast 300(!) Wissenschaftler Frau Dr. Merkel auf, sich von der Klimalüge zu distanzieren.

http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/klimawandel-offener-brief-an-kanzlerin-merkel-temperaturmessungen-ab-1701-widerlegen-anthropogen-verursachte-temperaturschwankungen/

@Juergen (offtopic)
Warum müssten wir diskutieren,wer einen Nobelpreis in Ökonomie bekommen sollte??? Als Anhänger der Österreichischen Schule der Ökonomie warne ich vor einem solchen Szientismus. Niemand sollte einen Ökonomie-Nobelpreis bekommen. Die Wirtschaft ist keine Ingenieursdisziplin, man kann sie nicht nutzen, um eine bessere Gesellschaft zu "konstruieren". Ich verweise auf Hayek's Rede vor dem Nobel-Kommitee, wo er vor einer Anmaßung von Wissen warnte. Interessanterweise passt dies dann ja doch noch ganz gut zum "Klima-Thema" ;)...

Stefan Miller, am 13. Oktober 2009 um 8:13 ( Link )

heute morgen habe ich die globale Erwärmung echt vermisst. Vielleicht sollte man im Winter künstlich CO2 in die Atmosphäre blasen?

...nee, ernsthaft, die Klima-Erwärmung-Ideologie scheint langsam überholt, wie einst das Ozonloch. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt. Das Ozonloch hat übrigens ein Comeback versucht, diesmal über Antarksis.

Juergen , am 13. Oktober 2009 um 8:19 ( Link )

@Malte Tobias

227 Personen sind bei Ihnen fast 300? Außerdem sind ja bei weitem nicht alle Wissenschaftler (so um die 70 werden als Wissenschaftler geführt). Auch wenn ich den offenen Brief an sich gut finde, so halte ich nichts davon Sachverhalte im eigenen Sinne schön zurechnen, wie sie das getan haben. Sie machen damit ja auch nichts anderes als Wissenschaftler, die Datenpunkte nicht in die Berechnungen einbeziehen, damit das gewünschte Ergebnis rauskommt.

Ok, mir ging es weniger um die Frage wer den Nobelpreis bekommen sollte oder nicht, sondern eher um die Preisträger an sich, aber lassen wir das. Ich hatte mir gedacht, dass die Arbeiten von Elinor Ostrom ganz gut zu der Frage "Staat oder Privat" passen. Aber da sie ja nicht der Österreichischen Schule zugerechnet werden kann muss sie ja nur Bullshit geschrieben haben. Wettbewerb wird halt überall eingefordert nur beim eigenen Weltbild nicht.

Naja, ich lese derzeit Friedrich Willhelm Raiffeisen statt Friedrich August von Hayek. Der hat weniger Worte gebraucht um plausibel zu machen, dass freiwillige Kooperation staatlich Zwang überlegen ist. Anschließend werde ich mich mit Elinor Ostrom beschäftigen, die wohl im Prinzip zu dem gleichen Schluss kommt.

Ich hoffe ich bin der religiösen Gemeinde hier nicht allzu sehr auf die Nerven gegangen und wünsche weiterhin viel Spass mit der Offenbarung nach Ludwig v. Mises.

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 8:59 ( Link )

@Jürgen

---Ok, mir ging es weniger um die Frage wer den Nobelpreis bekommen sollte oder nicht, sondern eher um die Preisträger an sich

warum schreiben Sie es dann nicht, um was es Ihnen geht?

-----Ich hoffe ich bin der religiösen Gemeinde hier nicht allzu sehr auf die Nerven gegangen.

Kann ja noch werden. Sie scheinen mir ein Anhänger der Klimakirche zu sein, die nun damit beginnt, ihre Dogmen mit Betrachtungen zu verteidigen, wo "fast 300" beginnt?

Halten wir mal fest: es hat, entgegen den Behauptungen der Klimakirche, nie wissenschaftliche Beweise gegeben für deren Klimalüge. Es handelte sich immer um das, was die "Konsens" nannten. Ein Konsens jedoch, der iederum immer nur von einer kleinen, aber lauten, von der UNO und Politikern verstärkten Gruppe von Wissenschaftlern vorgetragen wurde, die dann von medialen Öffentlichkeitstechniken Unterstützung fand. Wissenschaftler, die behaupteten, auf eine wissenschaftliche Sicherheit Ihrer Aussagen verweisen zu dürfen.

Schon dies ein Ding der Unmöglichkeit, wie Sie offenbar zu wissen scheinen.

Die arglose Öffentlichkeit hat den Politikern, die sich diese Sichtweise für Ihr staatliches Planungsbegehren unter den Nagel gerissen haben, "geglaubt".

In den USA hat es vor wenigen Jahren eine Befragung unter Wissenschaftlern gegeben, die in die Zehntausende ging, wovon ein drittel wissenschaftliche Abschlüsse mit akademischem Grad hatten, und die sich skeptisch zu den Dogmen des IPCC äußerte. Davon war in den Medien nur wenig zu lesen. Ebenfalls vor Jaren gab es eine Umfrage der "Welt" unter jenen deutschen Wissenschaftlern, die tatsächlich mit Wetter (und damit Klima) befaßt sind. Das waren knapp über 300 Leute. Aus diesem Kreis schloss ein knappes drittel die Möglichkeit vollkommen aus, daß wir es mit einer anthropogenen Erderwärmung zu tun haben könnten.

Das war auch Stand der Einschätzung der russischen Akademie der Wissenschaften. Bis Merkel dem Putin in Heiligendamm klarmachte, daß Rußland entweder den Zielen von Kyoto beitritt, oder aber der WTO fernbleiben werde.

So wird bei uns Wissenschaftlichkeit in staatlichem und gesellschaftlichem Handeln hergestellt. Über den Erkenntnisgewinn von Putin zeigte sich anschließend bei uns die eigentlich einmal hochangesehene, aber von staatlichen Mitteln abhängige Helmhotz-Gesellschaft in einem newsletter erfreut.

Aber das lesen Sie ja alles nun sicherlich auch bei Friedrich Wilhelm Raiffeisen, des - wie Sie uns wissen ließen - wegen seiner offenbaren Kürze von Ihnen bevorzugten Ökonomen.

E.Ekat

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 9:10 ( Link )

@Malte Tobias

---Ich verweise auf Hayek's Rede vor dem Nobel-Kommitee, wo er vor einer Anmaßung von Wissen warnte. Interessanterweise passt dies dann ja doch noch ganz gut zum "Klima-Thema" ;)...

In der Tat.

Allerdings wird diese Blase platzen, nicht weil dort Wissen vorgetragen, also Wissenschaft praktiziert wurde. Ds war ein unter Instrumentalisierung von Wissenschaftlichkeit vorgetragener, politischer Angriff auf die Leichtgläubigkeit der Menschen. Eine Vermengung von science, und religiosity.

Selbst die "Anmaßung von Wissen" wurde hier nur vorgetäuscht.

Wir kennen ja bisher nicht einmal eine Anzahl all jener Vorgänge, die in das globale Klimageschehen eingreifen. Gescheige denn deren ineinander verwobenes, genaues Zusammenwirken.

E.Ekat

Tobias , am 13. Oktober 2009 um 9:58 ( Link )

Also erstmal: Heureka! Die BBC und der alte Spiegel.
Ich freue mich mit allen, die diesen Unfug von Anfang an als solchen benannt haben. Nach dem Ozonloch ist der 2. Atmosphären-Feldzug wohl bald zu Ende. Teurer Spaß mit noch zu wenigen, brauchbaren Forschungsergebnissen.

@ Malte Tobias @ Nobelpreis:
Da haben Sie etwas sehr Kluges geschrieben! Richtig, es sollte diesen Preis nicht geben; obwohl ich ihn Hayek und z.B. Feynman von Herzen gönne.

@Jürgen: Welche Modelle beschreiben den die Entstehung der Arten ähnlich gut, oder besser als die Evolutionstheorie?

@EEkat: Volle Zustimmtung.

Christian Baer, am 13. Oktober 2009 um 10:10 ( Link )

@EEkat
Wieder hervorragend geschossen. Ein glatter Blattschuss! Aber beim Zielen nicht genau hingeschaut: Leider nicht das rechte Wild!

Wie Jürgen schrieb:
so langsam dürfte es auch dem letzten klar geworden sein, dass man so etwas hochkomplexes wie das "Weltklima" nicht in einfache Modelle pressen kann (Ausdruck meiner Hoffnung, wohlgemerkt). Und ich hoffe, dass sich die Klimatologie darauf besinnt, dass...

Das erscheint mir nicht von einem Anhänger der Klimakirche zu kommen.

karen meiser, am 13. Oktober 2009 um 10:15 ( Link )

....dass man so etwas hochkomplexes wie das "Weltklima" nicht in einfache Modelle pressen kann

Man darf davon ausgehen, daß die vom Menschen betriebene Umwandlung fossiler Stoffe zur Energiegewinnung Konsequenzen für die Erde hat, so mindestens in etwa jene wie mehrere zusätzliche Vulkanausbrüche: Da werden Ressourcen aus der Erde geholt und verbrannt.

Daß das Thema eines Klimawandels mit allerlei Schreckensszenarien aus Marketinggründen zur Ankurbelung der Wirtschaft und aus Herrschaftsgründen zur Erzeugung von Angst- und Schuldgefühlen gebraucht wird, ist ein anderes Thema.

Kritikus, am 13. Oktober 2009 um 10:32 ( Link )

Zitat: "Zwei der wahrscheinlichsten Ursachen für diese Abweichung von den Vorhersagen der Computermodelle werden in diesem Artikel diskutiert: Der Zyklus der Sonnenflecken und der Zyklus der Ozeantemperaturen."

In den üblichen "wissenschaftlichen Modellen" gibt es die Sonne offenbar nicht oder sie fristet nur einen kleine Nebenrolle. Mir scheinen viele "Wissenschaften" von heute eher Religionen zu sein.

Johann Peter Hebel beschriebt schon vor 200 Jahren sehr eindruckvoll die wechselden Klimaperioden - siehe das Büchlein "Aus dem Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" das Kapitel "Warme Winter".
(siehe auch http://www.hausen-im-wiesental.de/jphebel/geschichten/warme%20winter.htm )

Ansonsten gilt:
Förderlich ist der Klimawandel
Besonders für den Börsenhandel.
Auch zum Löhne stutzen
Läßt er sich benutzen.

Juergen , am 13. Oktober 2009 um 10:36 ( Link )

@Tobias

Ich hatte nicht geschrieben, dass es eine alternative zur Evolutionstheorie gibt, sondern dass es verschiedene Modelle darüber gibt, wie Evolution konkret abläuft, sowohl hinsichtlich der Biogenense als auch der Artenbildung.
Ich hatte genau dazu in der Diskussion eines Beitrags von Herrn Gärtner zum Darwinjahr einiges geschrieben und mit Quellen belegt. Wenn es Sie interessiert können Sie dort nachlesen.

@Christian Baer

Danke für die Richtigstellung.

Tobias , am 13. Oktober 2009 um 10:47 ( Link )

@ Jürgen: Herzlichen Dank, ich werde diese Wissenslücke schließen.

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 13:27 ( Link )

@Christian Baer,

>cite> ... Ein glatter Blattschuss! Aber beim Zielen nicht genau hingeschaut: Leider nicht das rechte Wild!

.......

Das erscheint mir nicht von einem Anhänger der Klimakirche zu kommen.

Mag schon sein. Ich bezuog micht auch eher auf sein:

----Ich hoffe ich bin der religiösen Gemeinde hier nicht allzu sehr auf die Nerven gegangen ...

Das war mir schon den Einsatz der Schrotflinte wert. :-)

E.Ekat

Tobias , am 13. Oktober 2009 um 13:31 ( Link )

@ Jürgen:
Nach der Lektüre des Textes von Herrn Gärtner und den Kommentaren bleibe ich bei meiner These: Eine Theorie sollte nur von einer abgelöst werden, die "besser" ist und immer noch falsifizierbar bleibt. (Daher ist Gott für die Wissenschaft nicht wichtig, für viele Wissenschaftler schon!)
Auch sollten aus Phänomenen keine Theorien abgeleitet werden (diese entstehen aus Experimenten, also "Fragen an die Natur") und auf Grundlage eine geringen Verständnisses zentrale Antworten postuliert werden.
Nur weil die Natur immer unglaublicher/faszinierender wird, je genauer sie man sich anschaut, bedeutet dies m. E. nicht, dass daraus Ideologien abgeleitet werden können.

Übrig bleibt in diesen Fällen nur eine Karikatur von Wissenschaftlichkeit.

@ Evolution:
Trotz fehlender Expertise verteidige ich diese Theorie gerne als reine Theorie, da sie von Ihren "Gegnern" und "Befürwortern" als Schlachtfeld für Fragen verwendet wird, auf die die Wissenschaft keine Antwort zu geben vermag.
Theorien sind nur Werkzeuge zum Erkennen der Welt, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Die Grenzen der eigenen Erkenntnis nicht zu fürchten, ist Sache des Individuums: Viele wählen gegen die Furcht einen Propheten und viele haben diese Propheten instrumentalisiert. Andere brauchen dies nicht und fühlen sich als Pantheisten oder Agnostiker wohl. Wieder andere bezeichnen sich als Atheisten - und schreiben lustige Bücher.
Für mich zählt: Zweifeln ist der Anfang!

@ Glauben und Wissenschaft:
Beachtlich finde ich, dass Einstein seine zwei "Eseleien", die kosmologische Konstante und die Ablehnung von der Unschärferelation durch seinen Glauben zu begehen schien. Interessant wäre, warum er seine vereinheitlichende Feldtheorie nicht zu Ende führen konnte..

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 13:47 ( Link )

@Karen Meiser

---Man darf davon ausgehen, daß die vom Menschen betriebene Umwandlung fossiler Stoffe zur Energiegewinnung Konsequenzen für die Erde hat,

Klar. Aber welche?

---so mindestens in etwa jene wie mehrere zusätzliche Vulkanausbrüche: Da werden Ressourcen aus der Erde geholt und verbrannt.

Oder der Einschlag eines Meteoriten?

Oder doch vielleicht die unentwegte Vermehrung des Menschen?

Vor wenigen Monaten ist bei einer Tiefseebohrung im Gold von Mexiko ein gigantisches Ölreservoir angebohrt, d.h. nachgewiesen worden, das die Vorräte der Erde nennenswert erhöht.

Das hat mehrfache Folgen:

Zunächst: in diesen Tiefen vorkommendes Öl ist in die bisherige Betrachtungen der Vorräte überhaupt nicht einbezogen worden, d.h. die Vorausssagen hinsichtlich der zeitlichen Verfügbarkeit von Öl sind Makulatur.

Viel wichtiger ist jedoch: in diesen Tiefen dürften eigentlich gar keine Ölfunde erwartet werden, dies widerspricht der bisherigen Erklärung über die Entstehung von fossilen Lagerstätten.

Wissen Sie, was dies bedeuten könnte?

Auf jeden Fall soviel: das Problem ist nicht die Ausbringung von CO2, die im Übrigen sehr viel klimaunwirksamer ist als andere klimarelevante Emissionen, die der Mensch zu verantworten hat.

Der Mensch wird eher das Opfer der Überbevölkerung werden, und nicht eines zwar theoretisch klimarelevanten Spurengases CO2, das jedoch hinter anderen Problemen weit zurückstehen dürfte, die mit einer zunehmenden Erdbevölkerung einhergehen.

Es sei denn, dieses Problem der Überbevölkerung, das wir uns in Deutschland durch andere fragwürdige Maßnahmen vom Halse halten wollen löst sich dadurch, daß wir bereits durch die nun in Gang gesetzten KLima-Maßnahmen der Politik (allen voran die in diesem Zusammenhang besonders zu nennende Frau Merkel und ihrer spezifisch deutschen Anhängerschaft) dazu führen, daß sich die globale Vermehrung des Menschen durch Sekundär-Ergebnisse genau dieser Politik bereits reduziert.

Denn soviel ist klar: geht das Welt-Wirtschaftswachstum zurück, dann wird es für die ohnehin schon Hungernden dieser Welt sehr eng.

E.Ekat

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 13:56 ( Link )

@Tobias

Beachtlich finde ich, dass Einstein seine zwei "Eseleien", die kosmologische Konstante und die Ablehnung von der Unschärferelation durch seinen Glauben zu begehen schien. Interessant wäre, warum er seine vereinheitlichende Feldtheorie nicht zu Ende führen konnte..

Da muß ich nun langsam passen, das ist jenseits meiner Möglichkeiten. Gut, Gott würfelt nicht war der eine Einwand, die "Eselei" der kosmologische Konstanten hat er am Ende wohl nochmals zumindest relativiert, wenn ich das richtig erinnere?

Aber was beweist Letzteres in die eine, oder in die andere Richtung? Kommen wir damit der letztmöglichen Frage näher?

E.Ekat

Tobias , am 13. Oktober 2009 um 14:24 ( Link )

@ E.Ekat:

Sie haben recht, er hat die kosmologische Konstante selbst als seine "größte Eselei" bezeichnet. Mit der Quantenmechanik konnte er sich (meines Wissens nach) Zeit seines Lebens nicht anfreunden.
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Unbehagen gegen die Unschärfe ihn bremste. Die höhere Ehrung der eigenen Erkenntnis gegenüber der Heisenbergs (und damit wiederum sein Gottesbild) könnte ebenfalls teil dieses "Versagens" gewesen sein.
So konnte er der Welt nur einen Paradigmenwechsel bescheren.
(Was natürlich eine Jahrhundertleistung ist, nicht das "Versagen" missverstanden wird.)

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 16:05 ( Link )

@Tobias

Mit der Quantenmechanik konnte er sich (meines Wissens nach) Zeit seines Lebens nicht anfreunden. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Unbehagen gegen die Unschärfe ihn bremste.

Möglich. Was wir jetzt Unschärfe nennen (Ableitung aus Unschärfe-Relation) erschien Einstein als ein Element der Unbestimmtheit, also des Zufalls, weswegen er sein Mißbehagen in der Weise artikulierte: Gott würfelt nicht.

So hatte ich seinen Ausspruch jedenfalls eingeordnet.

"Nur einen Paradigmawechsel", durch Einstein veranlaßt, das klingt etwas "unterkühlt".

Die Falsifizierbarkeit beispielsweise von Newtons Gesetzen, bzw. die Notwendigkeit der Falsifizierbarkeit allgemein
ist uns dabei nachhaltig vor Augen geführt wurden.

Etwas, was in dem Anspruch der Klimadogmatiker wohl vollständig aus den Augen verloren wurde.

E.Ekat

karen meiser, am 13. Oktober 2009 um 17:29 ( Link )

@EEkat
Klar. Aber welche?

Gute Frage. Alternative Energien wären, en masse angewandt, möglicherweise auch nicht besser. Wasserkraftnutzung läßt zuviel angestautes Süßwasser verdunsten, Windkraft greift in den Windhaushalt ein. Großflächige Photovoltaik verdunkelt die Erdoberfläche, weniger Energie wird ins Weltall reflektiert und verbleibt in der Atmosphäre. Usw. usw.

Tobias , am 13. Oktober 2009 um 18:02 ( Link )

@ EEkat:

Zustimmung: "Unbestimmtheit" ist das bessere Wort als "Unschärfe".

Ich meinte "nur EINEN Paradigmenwechsel", wenn ich Sie richtig verstehe, habe sich meinen Satz als "NUR einen Paradigmenwechsel" gelesen.

Ich sehe den Paradigmenwechsel als das Größte an, was einer Wissenschaft passieren kann und teile Ihre Ansicht zur Falsifizierbarkeit.

Mit der vereinigten Feldtheorie hätte Einstein (aber) einen weiteren Erkenntnisschub auslösen können.
Dazu hätte es vielleicht die Grundannahme gebraucht, dass es egal ist, ob Gott würfelt oder nicht, weil niemand weiß was vorherbestimmt wäre, wenn er würfeln (und/oder vorherbestimmen) würde.

Ich glaube Hawking schrieb: Gott würfelt - und zwar ständig (jeden Quantenzustand aus).

Komisch ist, dass sich selbst Menschen, die glauben alles sei vorherbestimmt, umschauen, bevor sie die Straße überqueren.

Mit Klima hat das nur noch soweit zu tun, dass sich Menschen, die sich allzu sicher sind, mal wieder ihrer Fehlbarkeit bewusst werden sollten. Am besten jeden Morgen beim Zähneputzen: Da wäre der Welt und dem Steuerzahler sehr geholfen!

Juergen , am 13. Oktober 2009 um 19:19 ( Link )

@Tobias

Nach der Lektüre des Textes von Herrn Gärtner und den Kommentaren bleibe ich bei meiner These: Eine Theorie sollte nur von einer abgelöst werden, die "besser" ist und immer noch falsifizierbar bleibt.

Da sind wir uns absolut einig. Ich hoffe Sie haben meine diesbezüglichen Ausführungen zu Gärtners Artikel nicht missverstanden. Es spricht jedoch nichts dagegen, dass verschiedene Theorien auch nebeneinander existieren können. Um wieder auf die Klimaforschung zurückzukommen: Die Theorien, dass das Klima der Erde maßgeblich von der Zusammensetzung der Atmosphäre, der Sonnenaktivität, den Weltmeeren beeinflusst wird stehen nebeneinander und keine hat sich bisher als robust genug erwiesen, dass man die anderen verwerfen könnte. Wahrscheinlich sind alle Faktoren daran beteiligt und auch das anthropogene CO2 spielt sicher eine Rolle. In der jüngeren Vergangenheit wurde jedoch eine der Theorien unter Vernachlässigung der anderen in den Stand eines Politikums erhoben und das wurde berechtigt u.a. in diesem Forum (wenn auch nicht immer in adäquater Form) kritisiert.

Auch sollten aus Phänomenen keine Theorien abgeleitet werden...

Hier wird es allerdings schwierig. Zwar kann man die postulierten Mechanismen der Evolution (oder auch des Klimawandels, dazu gleich), sprich Reproduktion, Variation und Selektion im Experiment nachvollziehen, der Vorgang an sich ist jedoch dem wissenschaftlichen Experiment unzugänglich. Artenbildung kann man im Labor (noch?) nicht beobachten, ebensowenig konnte man die Biogenese im Reagenzglas wiederholen. Sind dann die entsprechenden Theorien hinfällig? Ich denke: nein.

Hinsichtlich des Klimawandels haben wir an dem Berufkolleg, in dem ich meine Ausbildung zum CTA absolviert habe einen Versuch durchgeführt, der eindeutig einen Zusammenhang zwischen der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und deren Temperatur belegt (im Jahr 2000, das berufskolleg war übrigens privat und nicht staatlich aber das nur am Rande). Erst mit der Zeit ist mir klar geworden, dass die vereinfachte und streng kontrollierte Umgebung eines physikalisch-chemischen Experiments nicht unbedingt geeignet ist, die Phänomene in der hochkomplexen Natur zu erklären.

Trotz fehlender Expertise verteidige ich die Evolutionstheorie gerne als reine Theorie, da sie von Ihren "Gegnern" und "Befürwortern" als Schlachtfeld für Fragen verwendet wird, auf die die Wissenschaft keine Antwort zu geben vermag.

Sehe ich genauso. In Anlehnung an Sloterdijk bezeichne ich Dawkins gerne als Vulgäratheisten, für den Gott hinfällig geworden ist, weil er glaubt eine bessere Erklärung für was auch immer gefunden zu haben. Und auch der deutsche Evolutionsbiologe Kutschera spricht gerne davon, dass die Evolutionstheorie "bewiesen" sei, obwohl das wissenschaftlich gesehen totaler Quatsch ist.Zum Glück hatten die beiden weniger Einfluss auf die politische Ausgestaltung als die Klimaforscher...

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 20:04 ( Link )

Tobias,

Paradigmawechsel: da habe ich auf der Leitung gestanden. Sie meinten also, es hätte Einstein ein weiterer PW gelingen können.

Auch Hawking, der uns die Weltenformel zugesagt hatte (haha) hat bisher nicht "geliefert".

Ich glaube, daß da noch ein paar "Voids" in unserem Wissens-Universum bestehen, nicht nur beispielsweise bei der dunklen Materie, Strings etc.

Das führt alles noch nicht zueinander. Da war Einstein weiter entfernt als lediglich, der Quantenphysik distanziert gegenüberzustehen.

Ich weiß von der Religiosität Einsteins nur sehr wenig, aber er wird sich Gedanken gemacht haben.

Ob dies seine Erkenntnisfähigkeit beeinflußt hat, ihn hemmte, wonach er die letzten Geheimnisse nicht aufzudecken, nicht an ihnen zu rühren wagte: das sehe ich skeptisch.

Es gibt eine weitere Möglichkeit der (jüdischen) Annäherung an die Gottes-Frage, mit der sich bereits Maimonides befaßte. Es hat aber wenig Sinn, sich darüber verständigen zu wollen, weil eine solche Verständigung erhebliche Vorarbeit beanspruchen würde.

Da könnte er Gott nahegekommen, ein Erleuchteter geworden sein. Das jedoch hätte ihn dann nicht gehindert, zu Erkenntnissen gelangen und deren Verbreitung betreiben zu können.

Wer weiß. Vielleicht ist das würfeln an irgendeiner, jedoch exakt bestimmbaren Stelle Bestandteil des göttlichen Räderwerkes?

E.Ekat

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 20:15 ( Link )

@Jürgen, schließen wir bitte Frieden.

...der eindeutig einen Zusammenhang zwischen der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und deren Temperatur belegt.

Unbestreitbar.

Die Atmosphäre des Mars besteht fast ausschließlich aus CO2.

Tagsüber ist es dort etwa 20C. In der Marsnacht jedoch kühlt es ab auf -160C.

Wie Sie schon sagten:

Erst mit der Zeit ist mir klar geworden, dass die vereinfachte und streng kontrollierte Umgebung eines physikalisch-chemischen Experiments nicht unbedingt geeignet ist, die Phänomene in der hochkomplexen Natur zu erklären.

2 tausendstel Grad Abkühlung der Meere ist ausreichend, um die bisher kolportierte Errwärmung der Atmosphäre um 0,5 C zu erklären.

Leider haben wir keinerlei Möglichkeit, das Wärmeinventar der Merre zu bestimmen.

Schon garnicht auf tausendstel Grad.

Wir beschränken uns daher mit der zweidimensionalen Messung der Oberfläche, um zu unseren abenteuerlichen Schlußfolgerungen zu kommen.

E.Ekat

Juergen , am 13. Oktober 2009 um 20:42 ( Link )

@EEkat

wir haben ja schon in der ersten Diskussion, an der ich bei ef teilgenommen habe und in der es auch um Klimawandel ging heftig diskutiert. Mir ging es jedoch nie darum die Theorie des anthropogenen Klimawandels zu verteidigen sondern darum die Kritik sachlich und ohne Polemik zu formulieren, was in diesem Forum oft nicht geschehen ist. Deshalb will ich mich da auch gar nicht in Details verlieren.

Meine Aussage "Ich hoffe ich bin der religiösen Gemeinde hier nicht allzu sehr auf die Nerven gegangen ..." bezog sich auf die Absage von Malte Tobias, die Arbeit von Elinor Ostrom, der Trägerin des Wirtschaftsnobelpreises zu diskutieren. Meiner Meinung nach würde es diesem Forum gut tun, sich mal damit zu beschäftigen. Zumindest die FTD sieht sie in den Fußstapfen der Österreichischen Schule:

"[...]Damit bezieht Ostrom nicht nur Positionen, die sonst meist Soziologen oder Politologen in interdisziplinären Debatten gegen Volkswirte vertreten. Sie kritisiert damit auch die lange dominierende Praxis der Entwicklungshilfe, die Bauern vor allem Privatgrundstücke mit Wasser, Wald oder Weiden verschaffen will, da so diese Ressourcen vermeintlich am besten genutzt werden könnten.

In ihren Forschungen zur Grundwassernutzung in Kalifornien, zur Fischerei in Mexiko oder zu einem Staudammprojekt in Nepal konnte sie zeigen, dass lokale gemeinschaftliche Lösungen oft besser funktionieren. Ein weiteres Untersuchungsobjekt war der "Gewalthaber" in den Schweizer Alpen, der dafür sorgt, dass nicht zu viel Vieh auf den Weiden steht.

Ostrom steht damit dem Markt mit Privateigentum skeptisch gegenüber, lehnt zugleich aber den Ruf nach mehr Staat als Antwort ab. Stattdessen setzt sie auf lokale, "spontane" Lösungen. Damit steht sie der amerikanischen sogenannten "libertären" Richtung nahe, wie sie etwa von dem früheren Nobelpreisträger James Buchanan vertreten wird. Mit der Betonung der Bedeutung lokalen Wissens und der Skepsis gegenüber dem Staat beruhen diese Ansätze zum großen Teil auf den Ideen des Ökonomen Friedrich von Hayek."

Ich jedenfalls werde mir mal ein Werk von ihr zu Gemüte führen, und ich würde mich wirklich freuen hier darüber zu diskutieren.

http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:ostrom-und-williamson-wofuer-der-nobelpreis-verliehen-wurde/50022628.html

Packen Sie bitte die Schrotflinte wieder ein ;-)

EEkat, am 13. Oktober 2009 um 22:28 ( Link )

@Juergen,

--- Elinor Ostrom, Trägerin des Wirtschaftsnobelpreises... steht damit dem Markt mit Privateigentum skeptisch gegenüber, lehnt zugleich aber den Ruf nach mehr Staat als Antwort ab. Stattdessen setzt sie auf lokale, "spontane" Lösungen. ...Mit der Betonung der Bedeutung lokalen Wissens und der Skepsis gegenüber dem Staat beruhen diese Ansätze zum großen Teil auf den Ideen des Ökonomen Friedrich von Hayek."

In einem Wort: Subsidarität.

Bin ich immer dabei. Davon muß ich nicht mehr überzeugt werden.

---wir haben ja schon in der ersten Diskussion, an der ich bei ef teilgenommen habe und in der es auch um Klimawandel ging heftig diskutiert.

Um nicht nachtragend zu werden, merke ich mir die Namen der an Diskussionen Beteiligten nach Möglichkeit nicht. Selbstschutz, um immer wieder auf jemanden zugehen zu können.

---Mir ging es jedoch nie darum die Theorie des anthropogenen Klimawandels zu verteidigen

glaube ich gerne

---sondern darum die Kritik sachlich und ohne Polemik zu formulieren, was in diesem Forum oft nicht geschehen ist.

Wo wäre der Ort, an dem sachlich und ohne Polemik über Klimawandel diskutiert werden könnte? Das schließt sich doch aus. Man kann doch über Religionen nicht wissenschaftlich befinden wollen. Das ist ja das Problem der Küngs, die Dogmen glauben hinterfragen zu dürfen.

Eine Religion braucht nun aber mal Dogmen. Ein Papst kann die Jungfrauengeburt nicht unter einem wissenschaftlichen Anspruch diskutieren wollen, und er muß! sich diejenigen vom Halse halten, die bei und mit all ihrem Wissen dies nicht verstehen können.

Ich schweife scheinbar ab.

Der CO2-Zyklus ist einer von vielen, die in das Klimageschehen eingreifen. Auf sehr unterschiedliche Weise, wie wir beide wissen, und gegensätzlich wirksam werdend.

Was wir beide nicht wissen ist, wie viele globale Mechanismen überhaupt klimawirksam sind. Niemand weiß dies.

Weder kennen wir die Anzahl der klimarelevanten Vorgänge, noch kennen wir deren gegenseitiges Ineinandergreifen.

Aber was wir zu wissen vorgeben ist, daß anthropogenes CO2 in der Größenordnung von Spurengas zu einer globalen Erwärmung führt.

Dies, nachdem wir vor etwas mehr als einem Jahrzehnt den Auto-Katalysator eingeführt hatten, um giftige Abgase in das damals noch "ungiftige" und "harmlose" CO2 umwandeln zu können. Schon vergessen? OK, ich las, daß Sie 2000 noch in Ausbildung waren, das spielte sich dann zu Ihrer Jugendzeit ab, so um 1990.

Wie will man bei diesem Thema ohne Polemik auskommen? Das ganze Thema ist eine einzige Polemik.

Und wenn ich dann lese, hier wären religiöse Tendenzen zu beklagen, dann wird die Schrotflinte das Mittel der Wahl. Auch wenn Sie dabei als Kolateral-Braten enden.

E.Ekat

Sascha Knauf, am 14. Oktober 2009 um 15:22 ( Link )

Zur Religiösität Einsteins:

Hier sind viele Zitate aufgelistet, welche sich auf Gott und Religiösität beziehen.
http://www.stephenjaygould.org/ctrl/quotes_einstein.html

Auf folgender Seite ist einer seiner letzten Briefe zu lesen, in welchem er unmissverständlich klar macht, was er von Gott hält. Dieser Brief ist erst letztes Jahr bei einer Auktion aufgetaucht.
http://www.guardian.co.uk/science/2008/may/13/peopleinscience.religion

Hier ein Artikel dazu beim humanistischen Pressedienst.
http://hpd.de/node/4584

EEkat, am 14. Oktober 2009 um 18:06 ( Link )

Sachscha Knauf

Danke. Das ist nun klar.

Interessant ist, daß er bewußt hervorhebt, gerne Jude zu sein, andererseits an Ihnen nichts besonderes findet. Das mag ihn ehren, ist aber ein Widerspruch. So wie es ein Widerspruch ist, warum er dann wiederum froh ist darüber, daß die Juden keine Macht haben.

Aber lassen wir das.

E.Ekat

EEkat, am 14. Oktober 2009 um 18:07 ( Link )

Sorry, natürlich: Sascha Knauf

Tobias , am 15. Oktober 2009 um 10:09 ( Link )

Herzlichen Dank, Herr Knauf. Sehr aufschlussreiche Texte!


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