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![]() Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Norman Ernest Borlaug: Der „größte Mensch, der je gelebt hat“ erntet Undankvon Edgar L. Gärtner Gedanken zum Erntedankfest Dankbarkeit scheint in der heutigen Welt, in der so vieles knapp zu werden scheint, zu einer der seltensten Gemütsregungen zu werden. In meiner frühen Kindheit in der Nachkriegszeit war es noch keineswegs selbstverständlich, dass zu den Mahlzeiten immer genügend Essen auf dem Tisch stand. Deshalb empfand ich es, auch ohne den Katechismus gepaukt zu haben, als selbstverständlich, dass jedes Essen mit einem Dankesgebet begann. Heute gilt das tägliche Brot den Bürgern von Wohlfahrtsstaaten als „Commodity“, auf die sie einfach einen Anspruch haben. Man bittet nicht darum und dankt auch niemandem dafür. Erst recht verschwendet man keinen Gedanken an die menschlichen Leistungen und institutionellen Bedingungen, denen wir unsere Nahrungsmittelüberschüsse verdanken. „Undank ist der Welten Lohn“, lautet ein oft zitierter Spruch. Auch Norman Borlaug, der als Vater der „Grünen Revolution“ 1970 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde und am 12. September 2009 in Dallas/Texas im biblischen Alter von 95 Jahren an Krebs gestorben ist, kannte wahrscheinlich diesen Spruch beziehungsweise dessen amerikanische Entsprechung. So hat er sich wohl nicht sonderlich darüber geärgert, dass sein Name am Ende seines langen, erfüllten Lebens sowohl in seiner amerikanischen Heimat als auch in Europa beinahe in Vergessenheit geraten war. Die Auskünfte, welche die Online-Enzyklopädie Wikipedia über ihn gibt, passen bequem auf eine Druckseite. Und doch galt dieser Mann, in den Worten des bekannten US-Comedian Penn Jilette, einmal als „der größte Mensch, der je gelebt hat“. Nach Jesus Christus, sollte man wohl hinzufügen. Aber dieser war ja nicht nur Mensch, sondern Gottessohn. Das US-Magazin „Atlantik Monthly“ schätzte 1999, dass Borlaug durch die Züchtung widerstandsfähiger Hochleistungs-Getreidesorten nicht weniger als eine Milliarde Menschenleben gerettet hat. Norman Ernest Borlaug wurde 1914 als Sohn eines kleinen Farmers in Iowa geboren. Nach dem Studium der Agrarwissenschaften arbeitete er zunächst im Forschungslabor der DuPont de Nemours Foundation und fand dann 1943 einen Job in einem kleinen Pflanzenzüchtungsinstitut der Rockefeller Foundation in Mexiko. Dank Borlaugs bahnbrechenden Erfolgen bei der Züchtung neuer Getreidesorten wuchs dieses Institut zum Internationalen Mais- und Weizen-Zentrum CIMMYT von Weltbedeutung heran. Borlaugs Erfolgsserie begann mit der Einkreuzung eines von einer japanischen Weizensorte stammenden Zwergwuchs-Gens in mexikanischen Weizen. Nach weiteren geduldigen Kreuzungsversuchen entstand eine robuste Hochleistungssorte, deren kurze, kräftige Halme besonders schwere Ähren tragen konnten. Seit 1962 wird dieser Weizen in Indien angebaut. Innerhalb eines einzigen Jahrzehnts stiegen die landwirtschaftlichen Erträge auf dem zuvor von chronischen Hungersnöten geplagten Subkontinent dank des besseren Saatguts auf fast das Dreifache. Das Land wurde zum Weizenexporteur. Später erzielte Borlaug in China ähnliche Erfolge mit Reis. Vor allem Dank dieser „Grünen Revolution“ stieg die Kalorienaufnahme je Kopf der Weltbevölkerung zwischen 1965 und 2005 von 2.065 auf 2.798. Trotz der in diesem Zeitraum abgelaufenen Bevölkerungsexplosion konnte die Welternährungsorganisation FAO den Hunger im Jahre 2006 für beinahe besiegt erklären. Seither hat sich die Situation aus ganz anderen Gründen leider wieder verschlechtert. Jedenfalls war Borlaugs Landsmann Paul Ehrlich, der die Welt 1968 in seinem Bestseller „Die Bevölkerungsbombe“ mit düsteren Prognosen in Angst und Schrecken versetzt hatte, von der Wirklichkeit gründlich widerlegt worden. Doch beeinflussten Ehrlichs Weltuntergangs-Prognosen und nicht die 1970 mit dem Friedensnobelpreis gekrönte erfolgreiche Arbeit Borlaugs seit den 70er Jahren mehr und mehr die öffentliche Meinung. Borlaug hätte später nicht mehr die geringste Chance gehabt, mit einem Nobelpreis geehrt zu werden. Stattdessen musste er sich immer häufiger wegducken, um nichts von den Schmutzkübeln abzubekommen, die „grüne“ Misantropen über ihm ausgossen. Diese warfen ihm vor, die Bauern in die Abhängigkeit der Saatgut-, Pestizid- und Kunstdüngerkonzerne zu treiben und eine Klimakatastrophe heraufzubeschwören. In Indien versuchte die Oberkasten-Angehörige Vandana Shiva den armen Bauern die Anwendung von Hochleistungs-Saatgut auszureden, insbesondere solches, das mithilfe der Gentechnik erzeugt wurde. Norman Borlaug hat sich im „Unruhestand“ in der Tat ganz selbstverständlich für die Grüne Gentechnik starkgemacht, weil er auch darin einen viel versprechenden Weg sah, die weiter wachsende Weltbevölkerung auf der vorhandenen Ackerfläche zu ernähren. Wäre es in der Nachkriegszeit nicht zu den zitierten Produktivitätssteigerungen gekommen, rechnete er vor, hätten längst die letzten Wälder der Erde in Äcker verwandelt werden müssen. Er befürwortete die Grüne Gentechnik gerade auch aus Gründen des Naturschutzes. Doch damit konnte er sich in seinen letzten Lebensjahren keine Sympathie erwerben. Nahe liegender Schluss: Wer heute auf den Friedensnobelpreis aus ist, der sollte es tunlichst vermeiden, etwas für die Menschen Nützliches zu erfinden. Als nobelpreiswürdig gelten vielmehr Studien, die den Menschen Angst und Schuldkomplexe einjagen. Das zeigt die Ehrung Al Gores und des „Weltklimarates“ IPCC vor zwei Jahren. Als besonders aussichtsreich erscheinen heute Studien, die zeigen, dass es für das Weltklima besser ist die Menschheit zu verkleinern, als sich um die Ernährung der weiter wachsenden Menschenzahl zu kümmern. Studien, die aufzeigen, wie die Menschen mithilfe ihres Erfindergeistes sich an wärmere oder kühlere Zeiten anpassen können, haben eine schlechte Presse. Dank Norman Borlaug hatte Paul Ehrlich mit seiner Prognose zum Glück nicht recht. George Orwell dagegen leider doch. Internet Norman Ernest Borlaug auf Wikipedia Michael Miersch über den Mann, der Millionen Menschenleben rettete Gregg Easterbrook about the Man who defused the ‚Population Bomb’ Paul Driessen: Adapting to climate change through technology Contraception cheapest way to combat climate change 04. Oktober 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareEdgar L. Gärtner, am 04. Oktober 2009 um 20:55 ( Link ) @Martin Möller: In der Tat. vonclausewitz, am 04. Oktober 2009 um 23:48 ( Link ) "Current lifestyles and consumption patterns of the affluent middle class - involving high meat intake, the use of fossil fuels, electrical appliances, home and work-place air-conditioning, and suburban housing - are not sustainable.” - Maurice Strong "A massive campaign must be launched to de-develop the United States. De-development means bringing our economic system into line with the realities of ecology and the world resource situation." - Paul Ehrlich Oder verfluchen wir jede Form von menschlichem Fortschritt, beten mit unseren Freunden von der UN die Sonne an und gehen ins Bestattungsgewerbe. Denn: "Global Sustainability requires the deliberate quest of poverty, reduced resource consumption and set levels of mortality control." - Maurice King Michael Schlenger, am 06. Oktober 2009 um 22:06 ( Link ) Werter Herr Gärtner, werter Herr Möller, Sie erfreuen sich so an des Matthias Claudius einfältigem Kehrreim: "Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn." Und sagen Sie bitte nicht, das ist das Geheimnis des Glaubens. Denn das behaupten alle Bewegungen, die ihre echte oder vorgetragene Überzeugung gegen Skepsis immunisieren und zugleich als unhinterfragbare Wahrheit ausgeben wollen... Beste Grüße aus der seit 7000 Jahren dank Klima, Bodenbeschaffenheit und fleißigen Bauern (meist) fruchtbaren Wetterau! Edgar L. Gärtner, am 06. Oktober 2009 um 22:53 ( Link ) @Michael Schlenger: Ich komme ja selbst aus einem Bauernhaus und würde selbstverständlich Faulheit nicht mit Gottvertrauen entschuldigen. Der Mensch ist Teil der Schöpfung. Er kann ihr nicht einfach zuschauen, sondern muss selbst Hand anlegen. Aber er kann mit noch so großer Anstrengung die Keimfähigkeit eines Saatkorns nicht aus dem Nichts schaffen. Er muss sie voraussetzen. Er kann aber die Wachstumsbedingungen der Pflanzen beeinflussen. Und indem er das tut, nimmt er als Gottes Ebenbild am Schöpfungsakt teil. Wer die Hände in den Schoß legt, wendet sich von Gott ab. Michael Schlenger, am 07. Oktober 2009 um 21:12 ( Link ) Herr Gärtner, ich schätze Ihre Darlegung, auch wenn ich die dahinterstehende Meinung nicht teile. Eigentlich ging meine Frage eher in die Richtung, welche übernatürliche Macht eigentlich für das Misslingen menschlicher Anstrengung zuständig ist, also etwa Missernten, die Verheerung reifer Felder durch marodierende Soldateska oder die Enteignung der Landleute durch Feudalherrn oder im weitesten Sinne den Betrug des tätigen Menschen durch jedwede, von ihm nicht unmittelbar verantwortete Unbill. Für den Gottesgläubigen kann - wenn er die Augen vor der Verwundbarkeit noch so aktiver und umsichtiger menschlicher Leider stößt man auf solche ausgewogenen Bekenntnisse seltener als auf die furchtbaren Ereignisse, die die Einsicht in die Janusköpfigkeit der Gottheit befördern sollten... Sie haben ja insoweit recht: Woher das Korn seinen Ursprung hat - jenseits des von der Wissenschaft vermuteten Urknalls - vermag der Ungläubige nicht zu sagen, aber der Gläubige weiß es ebensowenig, er konstruiert sich eben eine Ersatzursache, anstatt sich damit zu begnügen, selbige nicht kausal herleiten zu können. Die Demut, die Angreifbarkeit und Unvollkommenheit der eigenen Auffassung zu bekennen, vermisse ich in den Äußerungen religiös bewegter Zeitgenossen immer wieder, auch in diesem Forum. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Martin Möller, am 04. Oktober 2009 um 18:21 ( Link )
Zum Erntedankfest von einem der größten Deutschen, Matthias Ckaudius:
1. Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand.
Der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn,
Drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn.
2. Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein
und wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
Es geht durch unsre Hände,
Kommt aber her von Gott.
Alle gute Gabe
Kommt her von Gott dem Herrn,
Drum dankt ihm, dankt
Und hofft auf ihn.
3. Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
Das Sandkorn und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst, von ihm
Das schöne Frühlingswetter
Und Schnee und Ungestüm.
Alle gute Gabe
Kommt her von Gott dein Herrn,
Drum dankt ihm, dankt
Und hofft auf ihn.
4. Er läßt die Sonn aufgehen,
Er stellt des Mondes Lauf;
Er läßt die Winde wehen
Und tut die Wolken auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
Er macht uns frisch und rot;
Er gibt dem Viehe Weide
Und seinen Menschen Brot.
Alle gute Gabe
Kommt her von Gott dem Herrn,
Drum dankt ihm, dankt
Und hofft auf ihn.