Dirk Friedrich

Jahrgang 1976, Jurist und Blogger.

ef-Einkaufspartner

Wenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button:

Vorbildlich: Zivilcourage und bürgerlicher Mut

von Dirk Friedrich

Dominik Brunner ist ein Individuum

Dominik Brunner hat Zivilcourage gezeigt. Er hat sich vor zwei hilflose Jugendliche gestellt und mit seinem Leben dafür bezahlt, die von ihm vertretenen Werte verteidigt zu haben. Für den von ihm als Bürger aufgebrachten Mut, seine zivile Courage, wird er zum Dank von Reden schwingenden Politikern aller Parteien gelobt. Sie loben ihn für seine Zivilcourage. Und sie verdammen diejenigen, die ohne Zivilcourage zu haben dabeistanden, als Dominik Brunner zu Tode geprügelt und getreten wurde.

Es ist keine gute Zeit für Zivilcourage. Dabei ist sie gefragter denn je. Die Zahl der Konflikte hat zugenommen und dadurch die Erforderlichkeit, sie zu lösen. Die Zivilcourage des Dominik Brunner sollte einen Konflikt lösen. Er hatte den Mut, ein Wagnis einzugehen, als er das Eigentum und die beiden Kinder verteidigte. Er tat dies nicht aus der Stärke der Amtsstellung heraus, sondern als Privatmann, als Zivilist. Das ist ihm hoch anzurechnen. Denn selbst bewaffnete Amtspersonen sind heute nicht mehr unbedingt in der Lage, Konflikte mit den ihnen allein anvertrauten Mitteln zu lösen. Allenthalben klagt die Polizei über eskalierende Gewalt, über Straßenzüge, in denen sich die Besatzung nur eines Streifenwagens unsicher fühlt und lieber Verstärkung anfordert, über Personalmangel. Was Dominik Brunner eine Tugend war, ist für Polizisten ein Beruf, der nicht leicht ist.

Die Umstehenden, die angeblich von den von Dominik Brunner verteidigten Kindern um Hilfe gebeten wurden, hatten diesen tugendhaften Mut nicht. Sie konnten sich nicht überwinden einzugreifen und Dominik Brunner beizustehen. Sie haben eines gemeinsam. Sie haben sich gruppenkonform verhalten. Nichtkonformes Verhalten, nämlich ein Parteiergreifen zugunsten Dominik Brunners hätte jedem einzelnen von ihnen ebenso großen Schaden bringen können. Keiner war bereit, mit Mut dem Beispiel Dominik Brunners zu folgen und ein Wagnis einzugehen. Wo Dominik Brunner den Mut aufbrachte, als Individuum nach seinen Überzeugungen – vielleicht auch nur nach seinen Instinkten – zu handeln, da verharrten die Umstehenden in der Masse. Der Massenmensch ist der persönlich der Verantwortung enthobene Mensch. Er ist ein Herdentier. Gerät die Herde in Panik, gerät auch er in Panik. Kommt die Herde ins Rennen, rennt er mit. Sein eigenes Verhalten ist abhängig von dem Verhalten aller anderen und deren Tun kann er sich nicht entziehen, sondern zieht mit. In der Herde geht dem Menschen die Individualität verloren. Oder anders: Der Herdenmensch ist der, der ohne Individualität ist.

Der Verlust der Individualität ist ein Merkmal des Zeitgeists. Individualität kann nicht gedacht werden ohne die private Betätigung des Menschen. Der spezifische Charakter des Individuums kann nicht übersehen werden, wenn private Betätigung üblich und erlaubt ist. Denn das Erscheinen des Privaten im Verhalten des Menschen ist die Kehrseite des Zerbröckelns von Gemeinschaftsstrukturen. Das Zerbröckeln traditioneller Strukturen brachte das moderne Europa und mit ihm die moderne Individualität hervor. Erst aufgrund der Erfahrung der Individualität entstand die Neigung, die Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums zu erproben. Der Genuss der Individualität ist Hauptquelle des Glücks und der hohe Wert, der der Individualität beigemessen wurde, die natürliche Folge dessen.

Indes ist das Private und mit ihm die freie Entfaltungsmöglichkeit des Individuums auf dem Rückzug. Der Staat hat schrittweise im Laufe vieler Jahrzehnte die vom Bürgertum einst gewonnenen privaten Entfaltungsräume zurückerobert. Vorsorge gegen Krankheit, Alter, Unfall und andere Widrigkeiten sind nicht oder nur schwer privat zu erledigen. Erziehung ist bereits lange nicht mehr Privatsache, wenn sie es überhaupt schon gewesen ist. Selbstverteidigung wird verschmäht, im kritischen Fall hat man sich auf die Polizei zu verlassen. Die meisten Menschen wären sogar unfähig, die Entscheidung zur Flucht zu treffen. Mit dem Abtöten des Privaten muss auch die Individualität verschwinden. Es folgt unausweichlich der Rückfall in die Masse. Dort organisieren sich die Anti-Individuen. Dort sind sie heimisch. Und sie sind in der Überzahl.

Der Massenmensch ist gekennzeichnet durch seine Seelenverfassung. Es verlangt ihn nach Konformität. Ein Anderssein kann er nicht dulden. Der Selbstverantwortung versucht er sich wo er nur kann zu entziehen. Freilich rühmt sich das Anti-Individuum seiner Individualität, die sich im Tragen bestimmter Kleidung von Markendesignern und dem Herzeigen von je nach sozialer Schicht unterschiedlichen Statussymbolen erschöpft. Das Anti-Individuum ist ein Triebmensch. Es ist Mitläufer. Es ist berufen zu folgen, will geführt werden und fügt sich freiwillig in dieses Schicksal, weil es das so will, weil es ihm Spaß macht und weil es nichts anderes kennt.

Wäre auch nur einer der Umstehenden ein Individuum und nicht ein Anti-Individuum gewesen, wäre Dominik Brunner noch am Leben. Denn dem Vorbild des einen wären die anderen gefolgt und die Täter könnten sich glücklich schätzen, wenn sie dem aufgebrachten Mob entgangen wären, der den Tätern womöglich angetan hätte, was sie Dominik Brunner zudachten. Der Massenmensch ist zu allem fähig.

Dominik Brunner dagegen war ein Individuum. Er braucht kein Vorbild, um richtig und mutig zu handeln, sondern ist ein Vorbild. Ist es ein Zufall, dass er einer Unternehmerfamilie entstammte und Geschäftsmann war?

Literatur:

Michael Oakeshott, Die Massen in der repräsentativen Demokratie, in: Albert Hunold (Hrsg.), Masse und Demokratie, Erlenbach-Zürich 1957, S. 189 ff.

Mehr bei ef:

Andreas Tögel, Das moralische Versagen eines verlogenen Staates;

André F. Lichtschlag, Sozialismus tötet.

19. September 2009

Unterstützen Sie ef-online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien.
Klicken Sie hier für Informationen zur Fördermitgliedschaft.

Testen Sie eigentümlich frei

Prominente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht.

Social Bookmarks

Anzeigen

Kommentare

Stefan Miller , am 19. September 2009 um 10:52 ( Link )

...nee, oder? Springt jetzt schon jeder darauf. Herr B. ist der Propaganda vefallen, die sogenannte "Zivilcourage" zu zeigen, dann wird schon alles gut. Das hat nichts mit Individualismus zu tun. Im Gegenteil.
Es ist tragischerweise schiefgegangen und jetzt sind die anderen Schuld. Aber nicht die Täter sondern die Umstehenden.

Den ganzen Rummel gibt es doch nur weil einen tödlichen Ausgang gegeben hat. Und wenn sich jetzt mehr Menschen mit Schlägern anlegen und verletzt oder gar getötet werden, dann ändert das doch nicht das Geringste an dem eigentlichen Problem. Keiner der Schläger wird sich jetzt die Frage stellen, ob er zuschlagen soll oder nicht. Es wird auch nicht weniger Schläger geben. Aber das Fußvolk hat seinen Helden.

Gerd Friederich , am 19. September 2009 um 12:03 ( Link )

Wenn man einem im Eis Eingebrochenen helfen will, dann mag das lobenswert sein, aber es ist trotzdem keine Heldentat, wenn man dann wie ein Elefant auf dem brüchigen Eis herumtrampelt, einbricht und selber absäuft. Mit Verstand und Voraussicht zu helfen, das wäre eine lobenswerte Tat.

Der Mann war offenbar selbst nicht in der Lage sich physisch zu erwehren. Schlechte Idee, dann den Helden spielen zu wollen. Das ist das Problem: Der Bürger wird zunehmend zum Wehrlosen, weil er verlernt hat, wehrhaft zu sein, sich zu bewaffnen, sich zu verteidigen, weil er sein Gewaltpotential zugunsten eines vermeintlichen Gewaltmonopolisten aufgegeben hat und einestages fatalerweise überrascht wird davon, dass nicht alle die Waffen bei Vati Staat abgegeben haben.

Wer wehrhaft ist, geübt ist, mental auf einen Angriff vorbereitet ist, überhaupt eine wehrhafte Körpersprache und Attitüde an den Tag legt, braucht dann auch weitaus weniger Mut, um die fehlende Wehrhaftigkeit auszugleichen. Und Mut ist ein schlechter Ersatz dafür.

Freewheelin Fördermitglied , am 19. September 2009 um 12:57 ( Link )

DAS hier gibt es als Belohnung für Zivilcourage:

Sven G.Verurteilung [er sitzt mittlerweile seit einem Jahr in Haft] wird neu verhandelt – sein Verteidiger legte gegen das Münchener Urteil Revision beim Karlsruher Bundesgerichtshof ein. Der gab dem Antrag statt: Das Münchener Gericht sei den besonderen Umständen der Tat nicht wirklich gerecht geworden.

Die “besonderen Umstände” waren die, dass Sven G., ein nicht vorbestrafter deutscher Informatik-Student, sich gegen eine fünfköpfige, aggressive Ausländerbande zur Wehr setzte und dabei den Anführer, Mergim S., mit einem Messer verletzte. Wegen “überzogener Notwehr” verurteilte das Münchener Schwurgericht den unbescholtenen Sven zu drei Jahren und neun Monaten – ohne Bewährung.

http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/tz-messerstich-notwehr-student-bekommt-neuen-prozess-465262.html

vonclausewitz , am 19. September 2009 um 18:21 ( Link )

Das Urteil Sven G. ist in der Tat skandalös. Da massen sich berufsbeamtete Richter und Staatsanwälte an, am grünen Tisch einen Notwerexzess festzustellen. "Sie hätten doch...", "Unnötig war..."

Wenn ich diese Sprüche und die übliche Litanei vom "Gewaltmonopol des Staates" und dem "Frieden durch Recht" anhören muss, kommt mir das kotzen.

Westfale , am 19. September 2009 um 20:57 ( Link )

...nee, oder? Springt jetzt schon jeder darauf. Herr B. ist der Propaganda vefallen, die sogenannte "Zivilcourage" zu zeigen, dann wird schon alles gut.

Wenn man einem im Eis Eingebrochenen helfen will, dann mag das lobenswert sein, aber es ist trotzdem keine Heldentat, wenn man dann wie ein Elefant auf dem brüchigen Eis herumtrampelt, einbricht und selber absäuft. Mit Verstand und Voraussicht zu helfen, das wäre eine lobenswerte Tat.

Echt zum Kotzen, die Scheiße, die hier manche schreiben.

Stefan Miller , am 19. September 2009 um 21:08 ( Link )

Als wir unsere Waffen dem Leviathan abgegeben haben, hatte das folgenreiche Konsequenzen. Nicht nur dürfen wir uns nicht mehr selbst verteidigen, wir dürfen nicht mal drohen. Eine Mahnung darf nur informativ sein, sie darf keine drohenden Inhalte haben. Wenn ein Vermieter z.B. schreibt: "jetzt zahlen Sie endlich die Mitte, sonst schicke ich Ihnen den Kukuck an den Hals", dann wird er vom Gericht bestrafft.

Sven G. hatte ein kleines Anhängermesser dem Angreifer in den Hals gesteckt. Zu dem Zeitpunkt war nach Ansicht des Staates noch nicht absehbar, wie weit der Angreifer gehen würde. Nach Ansicht des Staates ging Sven hier zu weit und seine Selbsverteidigung war nicht angemessen. Der Fachbegrif hierfür lautet: Notwehrexzess. Hätte der Angreifer eine Waffe benutzt, dann hätte Sven auch eine beliebige Waffe einsetzen dürfen. Aber der Angreifer hatte keine Waffe eingesetzt. Da sich die beiden nicht kannten, konnte Sven auch nicht argumentieren, er wußte, daß sein Angreifer ein gefährlicher Schläger ist. Dazu kommt noch, daß Sven G selbst bereits 1.8 Promille Alkohol im Blut hatte, dem Gegner körperlich überlegen war und Messer sammelte. Dafür gab es Gefängnis ohne Bewährung. Das ist die Lage der Dinge.

Stefan Miller , am 19. September 2009 um 21:34 ( Link )

Dominik B. hat den Täter zuerst geschlagen. Hätte er Erfolg gehabt und den Täter schwer verletzt, dann wäre das bestimmt auch ein Notwehrexzess. Denn die Täter haben zu diesem Zeitpunkt die Kinder lediglich verbal bedroht und wollten (angeblich) Geld erpressen. Es war (und ist) nicht absehbar, ob sie die Kinder auch wirklich angegriffen hätten. Tragisch und sinnlos das alles. Und die Medien und die Politik schlachten das voll aus.

Shuca , am 19. September 2009 um 21:46 ( Link )

Meine Zivilcourage zur Bundesrepublik besteht darin nicht zu wählen.Und meinen Kindern habe ich vorgezeigt, wie mein leeres Bonbonpapier zum Autofenster rausschmeißen tut.Und immer mit der Begründung "Der Umwelt zu Liebe".Die haben sich kaputtgelacht und sind nun Resistent gegen über der neuen Religion.

vonclausewitz , am 19. September 2009 um 22:30 ( Link )

Ein Wahlgeschenk der sinnvollen Art: Jeder volljährige Bundesbürger ohne Vorstrafen kann sich auf der nächsten Polizeiwache seine MP5 SD (Lärmschutz!) abholen.

Das wäre gut für die Konjunktur und Zivilgesellschaft.

Goldelse , am 20. September 2009 um 10:52 ( Link )

Wenn es zum Bürgerkrieg mit all unseren Bereicherern kommt, sind die bis an die Zähne bewaffnet, weil die sich eh nicht an Gesetze halten, und wir halten die Kettensäge in der Hand, eine Regierung, die jeden Ganoven der Welt ins Land lässt und die eigene Bevölkerung entwaffnet, muss wegen Vaterlandsverrat abgeurteilt werden. In diesem Fall waren es UNSERE eigenen Ganoven.

Zum Kommentar: Es lohnt sich auch die Lektüre von Gustave Le Bon "Psychologie der Massen".

Den Herdentrieb kann man auch auf Volksfesten beobachten, bei Gaffern nach Unfällen und auch in diesem Fall, ich wäre nie so vermessen, mich auf irgendeine Hilfe meiner Mitmenschen zu verlassen, zu unfähig ist die breite, über Jahrzehnte dummgemachte und durch staatliche Bevormundung entscheidungslose und träge Masse.

Molot , am 20. September 2009 um 12:03 ( Link )

@vonclausewitz
Wieso auf der Polizeiwache?
B.Ullmann

vonclausewitz , am 20. September 2009 um 16:35 ( Link )

@ Molot

Sie haben recht. Ein Voucher-System für den Hersteller eigener Wahl ist unter den Gesichtspunkten der Privatspäre und des Wettbewerbsrechts von Vorteil.

uranium , am 20. September 2009 um 18:22 ( Link )

In den USA gibt es "concealed carry", d.h. verdecktes Tragen von Schusswaffen
"Easy victim oder gun carrier? Keep Criminals guessing."

Hier in der EudSSR lautet das Motto:
"Ein toter Bürger hat alles richtig gemacht."
Armes Europa.

Knieriem , am 20. September 2009 um 23:33 ( Link )

@Freewheelin
Eine Schweinerepublik (nicht nur die BRD) in der solche Urteile möglich sind! 30 Jahre marxistische Degenerierung im Geiste der 68er Generation, die den Weg durch die Institutionen geschafft hat, macht solche Irrungen (?) möglich. Eine Justiz, die nicht mehr zwischen Täter und Opfer unterscheiden kann, die bisher Unbescholtene mit Gefängnis für die Verteidigung ihres Lebens, zumindest aber der gesundheitlichen Unversehrtheit bestraft, ist unerträglich. Ist es übertrieben sich gegen eine Überzahl von gefährlichen Gewalttätern mit dem Messer zu verteidigen? Worauf, wielange hätte er warten sollen? Dieser Staat ist Mittäter, ein Spießgeselle von Gewalttätern, denen er auch noch Schmerzensgeld zugesteht für ein "mißglücktes" Gewaltverbrechen! Das Notwehrgesetz ist von Wahnsinnigen in Robe außer Kraft gesetzt. Die Gesellschaft und die Politik müssen endlich gegensteuern, denn auch der Gesetzgeber, dessen Gesetze solche Urteile offensichtlich möglich machen, ist Mittäter! Wenn ihr Zivilcourage wollt, dann schützt den Couragierten vor der Justiz!

vonclausewitz , am 21. September 2009 um 0:32 ( Link )

Mir sind die "Amerikanischen Verhältnisse" auch lieber.

karen meiser , am 21. September 2009 um 9:10 ( Link )

@Westfale
Echt zum Kotzen, die Scheiße, die hier manche schreiben.

Wie würden die sich fühlen, wenn sie im besagten Eis einbrechen und ihre Massenmenschen-Genossen ihnen glotzend beim Ersaufen zusehen? Aber auch dann wird sich gewiß noch eine aus der Masse ragende Persönlichkeit finden, die das Wagnis nicht scheut, sie zu retten, ohne sich vorher kundig zu machen, ob sich das rechnet. Und angesichts mancher Geretteter möchte man ein „leider“ hinzufügen.

Stefan Miller , am 21. September 2009 um 10:04 ( Link )

@Karen
Beim "Eiseinbrechen" ist das Risiko hoch, aber bekannt. Jeder, der sowas wagt, weiß was auf dem Spiel steht. Bei UBahn-Schlägern, die dazu noch gar nicht geschlagen haben, sieht es schon anders aus. Herr B. hat sogar zuerst ausgeholt und einen der Typen gehauen, die die Kinder nur BEDROHT haben sollen. Er wußte gar nicht, was das für Typen sind. War das eine Heldentat oder Leichtsinn?

Ich habe schon öfters im Frankfurter Bahnhof beobachtet, wie aus einer Gruppe von Jugendlichen ein hübsches Mädchen rauskommt jemanden (meistens einen Büro-Fuzzi im Anzug) anspricht und mit Tränen in den Augen erzählt, ihr würden 3 Eur für eine Fahrkarte fehlen und sie muß dringend nach Hause.
Einige fallen sogar darauf ein.
Ist eine Situation, wo Kinder sich mit Erwachsenen streiten soviel anders? Die "Kinder" (Teenager sind heute eigentlich keine Kinder mehr) wurden nicht geschlagen oder gewaltsam beraubt. Dafür, daß die Kinder um Hilfe gerufen haben gibt es auch keine Belege. Zeugen wurden erst aufmerksam, als Herr B. schon zur Boden ging. Danach ging alles schnell.
Ich fürchte, hier kommt noch einiges raus.

FM , am 21. September 2009 um 15:07 ( Link )

hier mal ein gutes beispiel, wie zivilcourage mit einer waffe ablaufen könnte:
http://www.youtube.com/watch?v=OLdIKlXl3ZA

Robin Renitent , am 25. September 2009 um 21:13 ( Link )

Der Umgang mit der Waffe erzieht zu Disziplin und Verantwortung. Man lernt sehr schnell, dass eine Fehlentscheidung persönliche Konsequenzen hat. (Durchgeknallte Amokläufer gibt es mit und ohne Waffenverbot!)

Subalternen des Staates zu vertrauen ist ein schwerer Fehler. „Gunownership is for responsible government agencies. Such as GESTAPO, or KGB or STASI. They know better, right?”

Mich tritt niemand tot!


Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können