Julia Bug

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Gebildete im Gebärstreik: Deutschland verdummt!

von Julia Bug

Über ein politikgemachtes Demographieproblem

Da titelt also die „FAZ“ mal wieder, „immer mehr Frauen blieben kinderlos“. Wer wie die Autorin nicht zu den Mutterkreuzlern gehört, könnte das gelassen nehmen. Weniger Kinder fahren in 20 Jahren weniger Auto, brauchen weniger Häuser, rülpsen weniger Methan in die Atmosphäre, kurz: schonen die natürlichen Ressourcen. Warum eine ältere Gesellschaft ein Problem sein soll, ist mir auch nicht klar.

Der Blick in die Tiefe bringt dann die Dramatik. Es sind die hochgebildeten deutschen Frauen, die sich dem Wurf-Diktat verweigern. Schauen wir uns das im Detail an.

Erstens: Gebildete Frauen haben weniger Kinder. Die Frage, welchen Anteil Erziehung und Vererbung haben, lasse ich mal außen vor. Fakt ist, dass Kinder, die von intelligenten Menschen gezeugt wurden und in einem gebildeten Haushalt aufwachsen, auch ein höheres Bildungsniveau aufweisen. Fazit eins: Der relative Anteil der Kinder aus intelligenten und gebildeten Familien geht zurück.

Zweitens: Ausländerinnen haben mehr Kinder. Das isoliert wäre ja kein Problem. Werfen wir kurz einen Blick auf die regelmäßigen Migrations-Statistiken, so wird klar, dass diese Ausländerinnen tendenziell nicht tschechische Ingenieurinnen, französische Köchinnen und amerikanische Managerinnen sind. Sondern eher die angeheirateten, anatolischen Cousinen der in Deutschland lebenden Türken. Während deutsche Leistungsträger ins Ausland ziehen. Fazit zwei: Die Migration verstärkt das Problem.

Drittens: Immer mehr Kinder werden von ledigen Müttern geboren. Die fehlende Familie dürfte die Bildungs-Chancen weiter verringern. Fazit drei: Es wird noch schlimmer.

Deutschland wird dümmer. Kann man es den Nicht-Eltern verdenken? Wer Zeit seines Lebens nur steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Reallöhne erlebt hat, macht sich doch zurecht Sorgen, wie das enorme finanzielle Risiko eines oder mehrerer Kinder zu tragen sind. Früher hat man sich eine „auskömmliche Stellung“ gesucht, und ein wenig Geld gespart. So gesichert hat man eine Familie gegründet. Anstelle des Sparens steht heute das Steuerzahlen, und die vom Staat gebeutelte Wirtschaft baut seit dreißig Jahren Jobs ab. Wer also in dem tradierten Bild verhaftet ist, dass Kinder einen gewissen Wohlstand und ein wenig Sicherheit von den Eltern brauchen, der tritt zu Recht in den Fortpflanzungsstreik.

Aber die Politik fördert doch die Fortpflanzung? Es gibt doch Erziehungsurlaub, Elterngeld und allerhand Wurf-Prämien? Korrekt, der Anreiz wirkt auf die Menschen, die die Verantwortung für Ihre Kinder nicht selbst tragen wollen, sondern sich ans staatliche Gängelband hängen wollen – auf die Ungebildeten, die Arbeitsscheuen, den Abschaum. Für diese ist es dank Stütze ökonomisch gleich, wieviele Kinder sie haben. Der Anreiz wirkt auch auf die Leistungsträger, die den ganzen Schmarrrn finanzieren sollen. Die daher kein Geld mehr für Kinder haben. Sie streiken. Armes Deutschland.

Internet

Immer mehr Frauen bleiben kinderlos

30. Juli 2009

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Kommentare

Carl, am 30. Juli 2009 um 12:54 ( Link )

Der finanzielle Aspekt, der dazu führt, daß Ungebildete sich explosionsartig in Europa vermehren, ist sicher tragisch, und außer der Quasi-Abschaffung des Sozialstaats, was aber bis auf weiteres leider ein fiebriger Traum bleiben wird, fällt mir keine Gegenmaßnahme dazu ein, aber ein viel drängenderes Problem scheint mir zu sein, daß bei den heutigen Frauen besserer Bildung es sich weniger um ein soziales Problem handelt, denn gebildete Frauen haben in aller Regel auch gebildete und einkommensstarke Gatten, sondern eher eine Folge der Selbstverwirklichung, die heute von Frauen im Materialismus anstatt in eigenen Kindern gesucht wird.

Wer sich durch Abitur, ein fades Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Personal und Marketing gelangweilt hat, der will eben auch etwas davon haben und nicht als "Heimchen am Herdt" enden. Kommt auf Stehparties erwiesenermaßen besser an, wenn man seine Karriererfolge vorweisen kann, anstatt 2-3 liebe Kinder zu erziehen.

Es ist zum auswachsen.

Ernst-Gottlieb von Emhofen, am 30. Juli 2009 um 13:11 ( Link )

Eine mögliche Lösung dieses Problems wäre der gute alte Drei-Generationen-Haushalt: Während die Eltern ihrer Arbeit nachgehen, kümmern sich die Grosseltern um die Kleinen.
Dazu braucht es natürlich sehr intakte Familienstrukturern. Meine Familie praktiziert dieses Modell schon seit zwei Generationen und ich als Quasi-Rentner freue mich, daß ich viel Zeit mit meinen Enkeln verbringen darf.

DrBernhard, am 30. Juli 2009 um 13:20 ( Link )

Man mag mich für verrückt halten, aber ich habe eine Frau mit Abitur und zwei abgeschlossenen Berufsausbildungen, und mit dieser Frau zehn gemeinsame Kinder. Das beim vierten Kind ausgebrochene allgemeine Kopfschütteln ist mittlerweile einer allgemeinen Bewunderung gewichen, da sich die Bälger nicht nur zu lässig leistungsbereiten, sondern sogar zu fröhlichen Mitmenschen entwickeln.
Nun, dies ist wohl auch einem gewissen Erkenntnisgewinn geschuldet, dass die Lebenszielpropaganda unserer Tage manch (überwiegend weibliche) Zeitgenossen ins psychische Nirwana befördert, ohne dass sie es rechtzeitig merken.
Man stelle sich vor, die verbittert wirkende, kinderlose Mittvierzigerin wird (betriebsbedingt) durch eine ansehnliche und viel billigere BWL-Absolventin ersetzt, um dann nach einem Jahr Hartz-4 von der anderen Seite kennenzulernen und festzustellen, was freundschaftliche Netzwerke in so einer Situation wirklich wert sind. Rien ne va plus!

Marc , am 30. Juli 2009 um 13:37 ( Link )

"Sinkenden Reallöhne" und das "enorme finanzielle Risiko", das Kinder mit sich bringen würden, sind nicht unbedingt als Erklärung der Kinderlosigkeit zu verstehen, sondern es ist gerade die Zwangsfixierung auf diese materiellen Aspekte an sich, die ein Grund für das Aussterben einer Gesellschaft ist, die nachweislich die wohlhabendste und konsumgesättigste, die verfressenste und die fetteste aller Jahrtausende ist.

Ansonsten scheint hier ja alles wieder im Lot zu sein, wenn man nach der vielen Rede über Allianzen bzgl. Konservativen, Libertären u.dgl. mal wieder Worte wie "Mutterkreuzler" und "Wurf-Diktat" lesen darf. *Augenroll*

bernardo, am 30. Juli 2009 um 14:14 ( Link )

Was genau hat denn die Politik damit zu tun, wenn viele Frauen heute zu faul oder zu feige sind, Kinder in die Welt zu setzen und großzuziehen? Als Hausmann und mehrfacher Vater hatte ich schon reichlich Gelegenheit, im Kindergarten oder beim Kinderturnen das gegenseitige Gejammer der Ein-Kind-Mütter mit anzuhören, daß "ein zweites gar nicht in Frage kommt". So ein Streß, so ein Aufwand...

Viele leisten sich das erste Kind deshalb schon gar nicht. Sesselfurzen im Rahmen der sogenannten Karriere ist nämlich oft auch bequemer als ein 7/24 Familienjob. :)

kfa, am 30. Juli 2009 um 14:29 ( Link )

Was mich besonders krank macht bei der Geschichte ist, wie die Politiker auf so eine Meldung reagieren: Man ist "besorgt um den Erhalt der Sozialsysteme", O-ton. Nein, man interessiert sich nicht für Menschen, die individuell ihr Glück suchen und dabei vielleicht zu anderen Schlüssen kommen. Nur für den Erhalt "des Systems". Einen besseren Beweis für die Arroganz des Kollektivismus gibt es nicht.

Der_Klaus, am 30. Juli 2009 um 14:40 ( Link )

Nicht zu vergessen die ansprüche der Frauen an die Männer. Aussehen wie diese total süsse mischung aus Brad Pitt und Justin Timberlake, Geld wie Rockefeller, Klug wie Einstein und einen "tollen Job" (was auch immer das sein mag) muss der Kerl auch noch haben. Dickes Auto, klar. Ausserdem muss er sie auf Händen tragen, freiräume lassen, beschützen und nicht einengen, Treu sein und Abenteuerlustig, planvoll spontan sein, sportlich, reisefreudig und häuslich, er muss ein liebevoller, sanfter Macho sein und noch tausenderlei sich wiedersprechender Dinge mehr. Es werden keine Männer mehr gesucht sondern eierlegende Wollmilchsäue die nach Rosen duften. Wir dagegen sollen für den ganzen Krempel blechen, und wenn es nicht klappt, noch mehr blechen während die Frauen bestenfalls von der Angst umgetrieben werden sich nicht selbst verwirklichen zu können.

Ein bekannter von mir war mal drei Tage verreist, und als er wiederkam war die Wohnung halb leer geräumt, Frau und Kind weg und nur ein kurzer anruf vom weibchen das es "nicht mehr funktioniert". Ergebnis: Er durfte blechen, und darf noch, bis der Notarzt kommt und sagt seitdem nie wieder ein Kind, keine Heirat mehr. Inzwischen dürfen Kerle noch nicht mal mehr Wissen ob das Kind das eigene ist, sie dürfen nur die Last und das Risiko schultern. Verurteile ich den Mann? Niemals, ich ziehe nur meine eigenen schlüsse. Heiraten und Kinder kriegen bedroht die existenz - Danke 68er, Danke emanzen, Danke Politiker.

Neutrino, am 30. Juli 2009 um 15:22 ( Link )

Ich glaube auch, dass vorallem Frauen mit überzogener Anspruchshaltung und fehlender sozialer Kompetenz die Hauptursache für Kinderlosigkeit sind.

Außerdem stört mich, dass in der öffentlichen Debatte die Gefühle der Väter nie berücksichtigt werden.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 30. Juli 2009 um 16:11 ( Link )

Es gibt sicherlich viele Gründe für die zunehmende Kinderlosigkeit gerade von Akademikerinnen.

Ich kann dazu nur sagen: Jeder muss sein Leben selbst leben und mit den von ihm getroffenen Entscheidungen und ihren Konsequenzen fertig werden. Ich bin jedenfalls überzeugt: Wer bewusst und absichtlich - gar um irgendwelchen Wohlstandsgewinns willen oder wegen der törichten Einbildung, dass berufliche Karriere der Weg zum Lebensglück sei - auf Kinder verzichtet, geht am Leben vorüber und ist ein bedauernswerter Mensch.

Das gilt natürlich nicht für diejenigen, die ungewollt kinderlos bleiben. Die müssen ebenfalls mit ihrem Schicksal fertig werden, was manchmal nicht leicht ist, aber sie brauchen sich nicht vorzuwerfen, dass sie sich alles selbst eingebrockt haben.

Im übrigen funktioniert das Drei-Generationen-Modell nur dann, wenn die Großelterngeneration nur für eine Familie zur Verfügung stehen muss. Wenn die Großeltern mehrere Kinder und entsprechende viele Enkelkinder in mehreren Familien haben, klappt es nur notdürftig. Auch Großeltern können nicht an mehreren Orten gleichzeitig sein.

Frank Martin, am 30. Juli 2009 um 16:18 ( Link )

Es gibt genügend Gründe, Kinder zu haben. Die Probleme der Zeit gehören dazu. Sie verblassen nicht nur mit dem Lächeln eines Kleinkinds, sie werden zuweilen sogar unbedeutend, verglichen mit den realen Aufgaben des Familienlebens. Zu jeder Zeit waren Kinder ein Risiko, sie sind aber auch unsere wichtigste Chance.

Erwin Mahnke, am 30. Juli 2009 um 18:28 ( Link )

Gebärstreik, Wurf-Diktat! Mannomann, was sind das denn für Redensarten. Geht es nicht auch eine Nummer kleiner?

Obwohl vieles von dem, was die Vorredner schrieben, richtig ist, ich kann die Frauen trotzdem verstehen, die nicht 20 Jahre die Schulbank drücken, um dann Mutter und Hausfrau zu werden. Wer kriegt denn nach 5 oder 10 Jahren des Mutterseins in seinem Beruf wieder eine Chance? Ist es nicht vielmehr so, dass die Spitzenkräfte des Personalwesens ihr einfach jegliche Qualifikation absprechen, dass sie den Kontakt zur Arbeitswelt verloren hat?

Klar, man kann das natürlich organisieren. Die Großeltern sollen ran. Die wohnen bei uns aber nun mal beide je 1000 km von uns weg. In den Kinderhort soll man die Kleinen dann halt geben. Als Wochenendmuttter fühlt man sich sicher auch ganz prima.

Wir haben uns für Kinder entschieden und es ist das beste, was mir als Vater in meinem Leben passiert ist. Aber ich sehe, wie meine Frau darunter leidet, nicht mehr in Berufsleben zu stehen. Sie hat wirklich ein großes Opfer für uns gebracht.

EEkat, am 30. Juli 2009 um 19:30 ( Link )

Es wird die Zeit kommen, wo ein von der Frau zu erbringende Opfer auch einmal wieder anders definiert wird.

Gleich bleibt jedoch, daß es immer die Frau ist, welche sich in der Opferrolle sieht.

Ich kenne aus meinem eigenen Umfeld Frauen, die in ihren angestrebten Karrieren gealtert sind, und den Zeitpunkt haben verstreichen lassen, Kinder in die Welt zu setzen. Die deklarieren dies nun auch als Opfer.

Dabei geht von Ihnen etwas merkwürdig Unfertiges, Unausgereiftes aus. Etwas greisenhaft Kindliches. Schlecht zu beschreiben.

E.Ekat

User_Agent, am 30. Juli 2009 um 19:30 ( Link )

Wer definiert »Bildung« nach welchen Kriterien? Die meisten Leute sind unabhängig von irgendwelchen Schulabschlüssen und Studien unheimlich zurückgebliebene, politisch korrekte Gutmenschen. Die Unterrichtsvollzugsanstalten »Bildungseinrichtungen« zu nennen ist eine glatte Lüge.

Satanas, am 30. Juli 2009 um 19:54 ( Link )

Mal abgesehen von Frau Bugs üblicher Polemik, sie sagt nichts Falsches. Würden Kinder wirklich nur ihre alten Eltern versorgen müssen, und würde ihnen der Staat mehr von ihrem Geld lassen, wären Kinder auch finanziell ein Gewinn. Dies ist auch gerade der Punkt wo Kritik ansetzen sollte, denn am Bewustsein der Bürger soll der Staat nichts ändern.

Sicher ist das Bewustsein des einzelnen für die Entscheidung für oder gegen Kinder wichtig. Aber wenn die Eltern ihre Werte den Kindern weitergeben könnten (wichtiger Störfaktor: Staat), würde sich dieses Problem von allein lösen.

Satanas, am 30. Juli 2009 um 19:55 ( Link )

@user agent
P.S.: Volltreffer!

EEkat, am 30. Juli 2009 um 21:51 ( Link )

@user_agent, ich schließe mich Satanas an: Volltreffer.

Wir leben in einer Bildungsgesellschaft, in der keine allgemeine Vorstellung darüber vorüber existiert, was Bildung überhaupt meint. Einer der Gründe, warum bei uns die Vermittlung von Bildung garnicht funktionieren kann.

Die meisten verwechseln Grundwissen, und Bildung. 13 Jahre bis zum Abitur: alles für die Katz.

Was da an Bildung hängenbleibt, ist eher dem Zufall geschuldet.

Dummerweise leidet mittlerweile auch die Vermittlung des Grundwissens. Also Rechtschreibung, Grundrechenarten. Von darüber hinausgehender Schulung der Fähigkeiten, den Umgang mit Grundwissen zu pflegen garnicht zu reden.

Und: es liegt nicht an den Kindern.

E.Ekat

Jochen Trebmann, am 30. Juli 2009 um 23:18 ( Link )

Wenn die deutsche "Akademikerin", also die ökologistisch-verblödete, linksgrün-wählende, Dalai Lama anbetende, Actimel-saufende, exaltierte Quotendiplom-Dummdenkerin keine Kinder bekommt, so ist das doch sowas wie natürliche Auslese. Mir ist es ganz recht, wenn sich solcherlei Möchtegerneliteweibergesindel nicht vermehrt. Für einen Mann ist solcherlei Östrogen-Zellgewebe sowieso unbrauchbar. Niemand braucht solcherlei weibliches Schwachhirn und deren Nachwuchs. Die Welt wäre ohne deutsche Akademikerin weitaus angenehmer.

Aber den türkischstämmigen Sonderschulabgänger, der Mülltonnen leert, den halte ich für durchaus wichtig. Der braucht dafür kein Mathe können und der kann auch Kiezsprache labern. Das hält die Ausbildungskosten in Grenzen und dafür braucht man keine Lehrstelle.

Kurzum: lieber also den Nachwuchs der zwangsverheirateten anatolischen Cousine als den der ökologistisch verblödeten, exaltierten deutschen Akademikerin. Also, alles ok in Deutschland. Kein Grund zur Aufregung!

Knight_who_say_ni, am 30. Juli 2009 um 23:57 ( Link )

1. Keiner will Kinder bei unsicheren finanziellen Verhältnissen.
2. Keiner will Kinder wenn diese Moslems werden müssen(ganz tief in inneren Wissen dies selbst die Gutmenschen)
3. Keiner will Kinder wenn man(n) beim Scheitern einer Beziehung in die Armutskiste rutscht, und selbstredene Dinge wie Vaterschaftstest nicht legal sind.
4. Keiner will Kinder wenn der Partner zu sehr auf Karriere aus ist.
5. Keiner will Kinder weil dies ein gesselschaftliches Wagnis ist (sind sie den auch gut genug)
6. Keiner will Kinder da die Menschen in diesem Kapitalsozialismus es verlernt haben Verantwortung zu übernehmen.
7. Keiner will Kinder weil damit die eigene Freiheit zu nichte ist.

Zu 1. Das liegt an einem selbst,ist aber verständlich.
Zu 2. Richtige Erziehung und wahl des Wohnortes helfen (Auswandern, wie ich)
Zu 3. Man muss vorher nur ganz klare Abmachungen treffen, warum nicht auch auf Papier.
Zu 4. Als Mann ist das leicht zu sagen, aber es gibt Dinge die können und sollten Väter nicht tun - andersrum auch.
Zu 5. Ist doch eigentlich egal,oder?
Zu 6. EF-Leser sind klar im Vorteil, sind Realisten ja meistens. (Von wegen arme Fledermaus)
Zu 7. Ein besseren Tausch habe ich nie gemacht.

PS: Ich komme wegen meiner Kinder nicht mehr nach D zurück, Sie sind es wert. Ich möchte Sie beschützt Wissen, wenn es bei euch knallt, und das es kommt fühlen wir doch alle.

EEkat, am 31. Juli 2009 um 0:12 ( Link )

Tja, die Mädels gehen schweren Zeiten entgegen.

Wir haben diese schon hinter uns.

E.Ekat

karen meiser, am 31. Juli 2009 um 0:22 ( Link )

Nun tue man noch so, als wäre der seit mehreren Generationen bestehende und sich mehr und mehr beschleunigende Verfall des Bestandes etwas Neues, Spektakuläres!

Der Intelligenzforscher Vokmar Weiss resümierte den „Kreislauf der Bevölkerungsqualität und der politischen Verfassungen der Industriegesellschaft“ folgendermaßen:

Eine Kultur im Aufstieg setzt eine gewisse Anzahl von Menschen voraus, so daß nicht alle damit beschäftigt sein brauchen, nur für ihre täglichen Bedürfnisse zu sorgen, sondern viele gering Qualifizierte die alltäglichen Arbeiten für wenige Hochqualifizierte verrichten, sie entlasten und ihnen damit die Möglichkeit geben, ihre speziellen Begabungen zum Nutzen aller einsetzen zu können. Die Völker Kerneuropas, die seit mehreren Generationen fleißig gearbeitet, bescheiden gelebt und vom Einfallsreichtum ihrer Begabten profitiert hatten, erreichten um 1800 und dann in den folgenden Jahrzehnten immer ausgeprägter, daß sich ihre Lebensbedingungen tatsächlich und fühlbar verbesserten. Seit es Hygiene gab, Impfungen und steigende landwirtschaftliche Erträge, erhöhte sich die Geburtenzahl und die Sterblichkeit der Säuglinge und Kleinkinder ging sehr stark zurück. Die Einwohnerzahlen stiegen. Als die Eisenbahn größere Transportleistungen und damit die Versorgung großer Binnenstädte ermöglichte, konzentrierten sich die Menschen in den städtischen Ballungsräumen. Ein neues Zeitalter hatte begonnen, das unendlichen Fortschritt zu versprechen schien.

Der Aufstieg zu einer Hochkultur verläuft ebenso wie der Abstieg über viele Generationen, ehe sich letzterer im eigentlichen Zusammenbruch in katastrophaler Weise beschleunigt. Der Aufstieg geht mit einem langsamen Anstieg der Zahl und des Anteils der Begabten, die folgerichtig denken und schließen können, einher. Umgekehrt bewirkt die Abnahme der geistigen Fähigkeiten, das Seltenerwerden der Begabten, einen langsamen Verfall der Kultur. Der Niedergang wird stets durch die Ausdünnung der Elite eingeleitet, denn allein ihr Wirken hat zur Folge, daß eine Volkswirtschaft ihre Konkurrenzfähigkeit behält oder verliert. Eine Hauptforderung der überfüllten Gesellschaft ist deshalb stets die nach der Enteignung der Besitzenden. Bereits im total überfüllten alten Rom versuchte man, die sozialen Spannungen durch Umverteilung und Enteignung der Besitzenden zu beheben, jedoch ohne Erfolg. Hat ein Volk erst einmal den Zenit seiner Entwicklung durchschritten, so werden instinktiv von der Mehrheit alle Vorschläge abgelehnt, die geeignet wären, den Niedergang zu hemmen oder gar zu stoppen. Ohne daß den Massen die Folgen bewußt sind, bejubeln sie in einer Demokratie mit allgemeinem Stimmrecht – so als wären sie biologisch gesteuert – stets jene Maßnahmen, die ihre momentane Lage erleichtern, die aber mit Sicherheit zu einer mittel- und langfristigen Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage führen und in einer Katastrophe enden. ....

Der sich über mehrere Jahrhunderte erstreckende Zyklus, der vom Ende des 17. Jahrhunderts bis in die Mitte des 21. Jahrhunderts ablief, bestand aus Auf- und Abstieg, jedoch niemals geradlinig, sondern innerhalb der Grundrichtung wellenförmig, manchmal beschleunigt, manchmal gebremst. Wann war der Umkehrpunkt erreicht, von dem an es kein Zurück mehr gab? Es ist im übertragenen Sinne der Punkt, an dem der Brennsatz der Rakete erlischt. Von diesem Punkt an verläuft der Flug nach den Gesetzen einer ballistischen Kurve, anfänglich noch steigend, dann aber langsam umkippend und schließlich immer rascher abwärts stürzend. Für das Deutsche Reich lag dieser Punkt zweifellos bereits zwischen den Jahren 1880 und 1890. Dieser Punkt ist nicht zu verwechseln mit dem Scheitelpunkt einer Kultur, von dem es dann mehr oder wenig schnell, aber ständig abwärts geht. Dieser Zenit, erkennbar vor allem an der Weltgeltung der deutschsprachigen Wissenschaft, lag nach 1918.

Weiter: Bilanz der Verblödung

85 Jahre vorher meinte Oswald Spengler, allerdings mit der Behauptung einer "bis zum äußersten gesteigerten Intelligenz" - worin immer diese auch bestehen soll:

Und nun geht aus der Tatsache, daß das Dasein immer wurzelloser, das Wachsein immer angespannter wird, endlich jene Erscheinung hervor, die im stillen längst vorbereitet war und jetzt plötzlich in das helle Licht der Geschichte rückt, um dem ganzen Schauspiel ein Ende zu bereiten: die Unfruchtbarkeit des zivilisierten Menschen. Es handelt sich hier nicht um etwas, das sich mit alltäglicher Kausalität, etwa physiologisch, begreifen ließe, wie es die moderne Wissenschaft selbstverständlich versucht hat. Hier liegt eine durchaus metaphysische Wendung zum Tode vor. Der letzte Mensch der Weltstädte will nicht mehr leben, wohl als einzelner, aber nicht als Typus, als Menge; in diesem Gesamtwesen erlischt die Furcht vor dem Tode.

Das, was den echten Bauern mit einer tiefen und unerklärlichen Angst befällt, der Gedanke an das Aussterben der Familie und des Namens, hat seinen Sinn verloren. Die Fortdauer des verwandten Blutes innerhalb der sichtbaren Welt wird nicht mehr als Pflicht dieses Blutes, das Los, der Letzte zu sein, nicht mehr als Verhängnis empfunden. Nicht nur weil Kinder unmöglich geworden sind, sondern vor allem weil die bis zum äußersten gesteigerte Intelligenz keine Gründe für ihr Vorhandensein mehr findet, bleiben sie aus. ...

Das Urweib, das Bauernweib ist Mutter. Seine ganze von Kindheit an ersehnte Bestimmung liegt in diesem Worte beschlossen. Jetzt aber taucht das Ibsenweib auf, die Kameradin, die Heldin einer ganzen weltstädtischen Literatur vom nordischen Drama bis zum Pariser Roman. Statt der Kinder haben sie seelische Konflikte, die Ehe ist eine kunstgewerbliche Aufgabe und es kommt darauf an, „sich gegenseitig zu verstehen“.

Es ist ganz gleichgültig, ob eine amerikanische Dame für ihre Kinder keinen zureichenden Grund findet, weil sie keine season versäumen will, eine Pariserin, weil sie fürchtet, daß ihr Liebhaber davongeht, oder eine Ibsenheldin, weil sie „sich selbst gehört“. Sie gehören alle sich selbst und sie sind alle unfruchtbar.

Weiter: Homo metropolis

Knight_who_say_ni, am 31. Juli 2009 um 1:01 ( Link )

@ E.Ekat - Stimmt, aber Sie wollen es ja nicht anders.

@ Karen Meiser

(Zum ersten Text) Und noch ein wenig früher hat es Machiavelli auf den Pukt gebracht (in einen anderen Zusammenhang aber das Ergebnis war gleich).

Es liegt am versagen der Elite und nicht am Pöbel.

dickbrettbohrer, am 31. Juli 2009 um 6:56 ( Link )

Auch die Familie funktioniert nach marktwirtschaftlichen Bedingungen. Dies mag ungewohnt klingen. Wenn man eingehend darüber nachdenkt, kommt man dahinter, daß selbst Partnerschaften nach dem win-win-Prinzip zusammenfinden. Es ist immer der gegenseitige Nutzen der Ehepartner ausschlaggebend, und das ist ganz in Ordnung. Es ist ein Schöpfungsprinzip. Moral und Gefühle stellen sich als Ergebnis guten Zusammenwirkens ein – ähnlich wie beim Geld. Gutes Geld als Folge guten Wirtschaftens, nicht als Ursache. Liebe und Verzichtsbereitschaft innerhalb von Familien als Folge günstiger Rahmenbedingungen, in denen jeder sein eigenes Ich in wechselseitigem Geben und Nehmen verwirklichen kann.
Und dieses Binnenverhältnis in Familien wird durch staatliche Lenkungsmanöver, vor allem durch Enteignung, zutiefst gestört, ja zerstört. Niemand begreift, weshalb trotz täglicher Tretmühle immer weniger Mittel für den Lebensunterhalt übrigbleiben. Jeder hofft, durch verstärkte Anstrengungen dennoch einen angenehmen Lebensstandard und Unabhängigkeit zu erreichen. Auch jene, die sich verschulden, gehören indirekt dazu. Folge: ein Leben in unglaublicher Hetze, in dem alles und jedes beseitigt werden muß, was den glatten und schnellen Ablauf beeinträchtigt, zum Beispiel Kinder, Alter, Kranke. Diese Arbeitshetze und das hohe Lebenstempo sind gewollt: endlich werfen die Arbeitssklaven so richtig Mehrwert ab!

Wo sollen in einem solchen Konzept noch Kinder ihren nutzbringenden Platz haben? Versorgung der Eltern im Alter kommt beim besten Willen schon aus organisatorischen Gründen kaum noch in Frage. So lange Kinder nicht arbeiten – und sie sollen ja gar nicht arbeiten, weil das angeblich ihre Kinderseelen zerstört! (Die Wahrheit ist eine andere und dient dem Machterhalt des Staats-Gewerkschaft-Filzes), gehen sie zur Schule, was eine üble Zwangsanstalt ist. Wie viele fruchtbare Jahre werden dort vertan! Der ganze Zinnober, der heute mit den Kindern getrieben wird, treibt einem die Zornesröte ins Gesicht. Zur Zeit wird wieder landauf landab der „Erste (heilige!) Schultag“ vorbereitet, als handele es sich um Leben und Sterben. Da wird das Kind auf den Thron gehoben, aber in Wahrheit instrumentalisiert. Denn es geht nicht um das Kind selbst: Eine Gesellschaft stillt in übertriebenen Zeremonien das eigene, schlechte Gewissen, und feinfühlige Kinder spüren das sehr genau. Heute Kind sein? Das sieht nur an der Fassade schön aus. Die Schule ist, wie bereits vorhin von einem Mitleser angemerkt, eine üble „Bildungsvollzugsanstalt“, nunmehr hinter gräulich und greulich verfallenden Mauerwerk. Der Eintritt in diese Mühle wäre eher ein Grund zur Trauer, nicht zum Feiern.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie Kleinkinder heute auf den Straßen transportiert werden? In einer Art Nobelschubkarre, zum Abkippen bereit! Die Mütter starren auf Stoffdächer statt in die Kindergesichter zu schauen. Kommunikation findet nicht statt. Die Mutter macht Windowshopping oder guckt sonstwohin. Weder mit dem Blick noch mit dem Herzen ist man bei dem kleinen Menschen, denn man da vor sich herschubst. Man hat den Eindruck, der Zeitgeist will die Verbindung Mutter/Kind schon von klein auf gar nicht erst zustandekommen lassen. Das Kind babbelt vor sich hin, und nicht mit der Mutter: Vorbereitung auf Handykommunikation bei im Hintergrund laufendem Fernsehgerät? Fehlende Sprachkompetenz soll dann später staatlich durch bezahlte Therapeuten angezüchtet werden. Die Selbstentfremdung beginnt schon gleich nach der Geburt. Man nennt das zwar anders, ich weiß: das Kind soll sich ja sogleich an der Buntheit des Lebens ergötzen und viel, viel lernen, indem es viel, viel in der Gegend herumschaut, damit es viel, viel Vorwissen mitbringt in die Krabbelstube, in den Kindergarten, in die Schule. Aber die Gesichter schon der Kleinsten sprechen Bände: frustriert, in sich gekehrt, geängstigt, zornig. Ich schaue mir diese Gesichter in den Wegkippschubkarren immer genau an. Sie sprechen Bände.

Damit keine Mißverständnisse aufkommen: Ich gebe nicht den jungen Müttern die Schuld daran, daß sie ihre Kinder nicht mehr kindgerecht aufziehen – die falsch konstruierten Kinderwagen sind ja nur eines von vielen Symptomen. Die jungen Frauen sind durch den Zeitgeist infiziert und ahmen gedankenlos nach, was alle anderen tun. Und so kommt es zu massenhaftem Fehlverhalten der Mütter, die jegliche Instinkte verloren zu haben scheinen. Man muß sich nicht wundern, weder über die Gebärverweigerung noch über die zunehmenden Verhaltensstörungen bei Kindern.

Das Kapitel Schule hätte eine eingehende Spezialbehandlung verdient. EEkat sagte es schon: dem ursprünglichen Auftrag kommt die Schule längst nicht mehr nach: nämlich den Kindern das kulturelle Grundwerkzeug (Lesen, Schreiben, Rechnen) zu vermitteln. Man gewinnt allmählich den Eindruck, daß auch diese Entwicklung, wenn schon nicht ausdrücklich gewollt, so doch durchaus politisch willkommen ist.
In erster Linie sind die Schulen, gleich Altenheimen Orte des Absonderns und Aussperrens lästiger Elemente. Diese behindern ja die Erwachsenen bei der staatswichtigen Ausübung der Erwerbsarbeit. Schon greifen die Behörden nach Kleinkindern. All dies wird den Kinderwunsch auf einen bislang historisch noch nie dagewesenen Tiefstand hinabdrücken.

karen meiser, am 31. Juli 2009 um 9:38 ( Link )

@DrBernhard
Wieso sollten Sie verrückt sein? Ich halte Sie für völlig normal und dafür die Kinderlosen für pervers – diejenigen, die aus natürlichen Gründen nicht „können“, einmal ausgenommen. Nein, ich habe sogar Ehrfurcht vor Ihnen und vor allem vor Ihrer Frau. Sie haben eine Leistung vollbracht, hinter der sich jeder Karriereritter, und sei er BundeskanzlerIn, nur verschämt verstecken kann. Und während von einem Kinderlosen am Ende doch nur Kompost bleibt – es sei denn, er wäre ein wirklich großer Geist – haben Sie sich unsterblich gemacht.

Ich kenne mehrere Familien mit so hoher Kinderzahl wie ihre, und alle diese Familien leben in finanzieller Bescheidenheit und haben dennoch allesamt Kinder, die sozialkompetent sind und gut in der Schule. Nicht vergleichbar mit den verwöhnten und gestreßten Einzelkindern, die von Müttern kurz vor den Wechseljahren per Kaiserschnitt und Vollnarkose aus dem Bauch gezogen werden und als parfümierter Vorzeigepudel im Bekanntenkreis dienen. Oder die es sich als VIP's und Homo-Pärchen noch einfacher machen, und ihre Pudel per Adoptionsschein einfach in Afrika oder sonstwo einkaufen.

@dickbrettbohrer
„Versorgung der Eltern im Alter kommt beim besten Willen schon aus organisatorischen Gründen kaum noch in Frage.“

Ist auch nicht notwendig beim heutigen anonymen Alimentierungssystem namens „Rentenversicherung“. Wer viele Kinder hat und diese gut ausbildet, produziert zwar gute Beitragszahler (und damit Arbeitssklaven) für das Heer kinderloser Ex-Arbeitssklaven, hat aber finanziell selbst kaum etwas davon. Wenn dann nach einigen Generationen aufgrund des zwangsläufig folgenden Geburtendefizites die Arbeitssklaven fehlen, versucht man sie zu importieren.

Beides, die auf einem „Generationenvertrag“ basierende Rentenversicherung und der Arbeitskräfteimport sind Clous, die kurzfristig gewinnbringend sind, langfristig aber nur den Verfall beschleunigen. Und da jeder Heutige mehr oder weniger individualistisch denkt, hat die schwindende Bestandsgemeinschaft geringe Fertilisationsraten. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber auch diese sind meist individualistisch inspiriert und rühren nicht vom Gemeinschaftsdenken in horizontaler (Volk, Stamm, Sippe*) und vertikaler (Ahnen und Enkel*) Richtung.

Wenn man von der bestehenden Massengesellschaft überhaupt noch etwas retten will, so müßte als Teil des Rettungsplanes eine staatlich organisierte Rente umgelegt werden auf das Einkommen der EIGENEN Kinder. Setzen Sie das als Machthaber um, dann ist die Massenempörung gewiß. Das ginge also nur, wenn Sie gegen die Masse regieren, was auch nicht lange funktioniert. Die Massengesellschaft löscht sich zwangsläufig IMMER selbst aus, es gibt keine Rettung. Der degenerierte Kadaver wird am Ende von funktionierenden („barbarischen“) Nachfolge-Gemeinschaften weitgehend friedlich und in aller Einvernehmen ausgeschlachtet.

„... Kinderwunsch auf einen bislang historisch noch nie dagewesenen Tiefstand hinabdrücken.“

Die Geschichtsbücher sind da anderer Meinung: Alle implodierten Völker wiesen am Ende ihrer Laufbahn niedrigste Geburtenraten auf – nicht von außen aufgezwungen, sondern aus sich heraus.

*Eigendistanzierungserklärung: Mit dieser Aufzählung ist keine Wertung dieser verpönten Begriffe verbunden.

Knight_who_say_ni, am 31. Juli 2009 um 10:05 ( Link )

"Alle implodierten Völker wiesen am Ende ihrer Laufbahn niedrigste Geburtenraten auf – nicht von außen aufgezwungen, sondern aus sich heraus."

Natürlich, aus kranken Geist folgt kranker Körper.

karen meiser, am 31. Juli 2009 um 10:10 ( Link )

@Knight_who_say_ni
"Es liegt am versagen der Elite und nicht am Pöbel."

Was war nun eher da, die Henne oder das Ei?

Es ist eher ein zwangsläufiges Produkt kulturellen Aufstiegs mit Volkwerdung und der ggfs. daraus folgenden noch höheren zivilisatorischen Stufe der industrialisierten Massengesellschaft.

Es mag auch ein Versagen der Eliten sein, denn alles vom Menschen Erzeugte kann auch vom Menschen beeinflußt werden. Aber im Zuge des unbekümmerten Aufstiegs blickt niemand auf die "Lehren der Geschichte", und während der Erkenntnis des Abstiegs ist es zu spät.

dickbrettbohrer, am 31. Juli 2009 um 10:11 ( Link )

karen meiser:
"Die Geschichtsbücher sind da anderer Meinung: Alle implodierten Völker wiesen am Ende ihrer Laufbahn niedrigste Geburtenraten auf – nicht von außen aufgezwungen, sondern aus sich heraus."

Das ist durchaus richtig, glaubt man den historischen Quellen. Ich versuche eine der möglichen Ursachen für die Versagung des Kinderwunsches aufzuzeigen. Wenn ich mich recht erinnere, gab es auch im sterbenden Römerreich zu hohe Steuern, eine Art vorsorgender und entmündigender Bürokratie sowie den aus der Summe demokratischer Maßnahmen willkürlich gezüchteten steuerfinanzierten Brot-und-Spiele-Pöbel. Parallelen zu heute.

Die Sachlage könnte sich allmählich, wenn nicht gar schlagartig ändern, würde das Eigentumsrecht wieder in den Sattel gesetzt. Das Eigentum ist Dreh- und Angelpunkt aller gesellschaftlichen Entwicklung.

Horst E. Böttcher, am 31. Juli 2009 um 10:25 ( Link )

Man kann den Geburtenrückgang gerade bei Akademikerinnen von zwei Seiten sehen. Einmal, es ist reine Privatsache ob Kinder oder nicht, dann ist das hier kein Thema. Zum zweiten die Folgen für die Gesellschaft, auch das Sozialsystem betrachten und dann nach Incentives forschen, wie die Situation gedreht werden kann. In dieser Diskussion wurden eine Reihe von Ursachen bzw. Motiven genannt für die Abstinenz von Kindern. Offenbar weiss man nichts genaues. In der Wirtschaft betreibt man in solch einem Fall Marktforschung, d.h. man befragt die Zielgruppe und findet so die Motive. Ich glaube, die in diesem Forum so verteufelte Kindergarten- und Krippen-Politik würde durchaus von den Betroffenen positiv aufgenommen werden. Weiter muss aber auch das berufliche Umfeld auf die Kombination Beruf und Mutterschaft reagieren. Die meisten Akademikerinnen wollen nicht Vorstands-vorsitzende werden, sondern nur eine ihrer Ausbildung entsprechende Tätigkeit ausüben. Warum kann jemand nichtg eine Zeit aus dem Beruf aussteigen und dann auf gleicher Ebene wieder einsteigen. Ein gutes Beispiel ist hier die Schweizer Armee. Dort ist es nicht ungewöhnlich, dass Manager auch als Reserveoffiziere eine Auszeit vom Beruf nehmen. Zugegeben, nicht so lange wie eine Mutterschaft, aber andererseits steigen sie in der Reservetätigkeit nach jeder Übung meist im Rang. Wieso kann man beim Militär nach nur kurzer Reservetätigkeit auf eine höhere Stufe gelangen, in der Wirtschaft aber nach einer Auszeit auf dem Abstellgleis landen? Auch Heimarbeitsplätze für Frauen könnten vermehrt geschaffen werden und so das Problem erleichtern. Ich habe Bekannte, die Frau Diplomkauffrau, das Paar bekam keine eigenen Kinder und hat dann zwei Kinder adoptiert, die Frau arbeitet aber weiter in verantwortlicher Stellung, aber von zuhause! Wenn man will, geht vieles, aber auch die Wirtschaft muss wollen.

eo, am 31. Juli 2009 um 11:31 ( Link )

Die ganze
Moderne mit ihrer
Fixierung auf das Individuum
als höchste Seinsebene nach der nichts
mehr kommt, ist so ehrgeizig, eitel
und unfruchtbar wie die Beauvoir.
Wenn da nicht paar Prämissen
geändert werden, wird die
überhebliche Moderne
weiter vor sich
hin modern
und in historisch
gesehen kurzer Zeit schon
wieder Geschichte sein.
Man soll sich nicht
mit Mächten
anlegen,
deren Potenzial
das eigene um ein Vielfaches
übersteigen. Denn die Natur oder
anders gesagt die Biologie ist auf die
Dauer immer stärker als jede Theorie
und vor allem jede Idiologie. Noch was:
Das fundamentale Problem dieser
Zeit aber ist im wesentlichen
ein mentales. Hat jetzt
auch der gute alte
Slo erkannt:
Du mußt dein Leben
ändern ! Was ja nichts
anderes heißet, als daß ein
jeder bei sich selbst
beginnen muß. Das
ist der einzige
Weg, oder ?

ISBN3451322005, am 31. Juli 2009 um 15:05 ( Link )

Wer definiert »Bildung« nach welchen Kriterien?

Ich….

Alles geistige, was der materiellen Reproduktion dienlich ist nennen wir Bildung.

Seine Zeit beim lauschen von BWV 846-893 verplempern und dabei womöglich noch aus versehen Kinder zeugen war gestern. Zeit ist Geld...

Max, am 31. Juli 2009 um 20:54 ( Link )

Alles geistige, was der materiellen Reproduktion dienlich ist nennen wir Bildung.

Wunderschön ausgedrückt, Danke!

Roger Lebien, am 02. August 2009 um 2:54 ( Link )

Wem dieser Artikel gefällt, dem gefällt vielleicht auch meine AUDIO-Persiflage auf die aktuelle Familienpolitik (aus Männerperspektive). Hier der Link zum Download:

http://www.kraftfelder.net/VatersachenGera/UrsulasEugenik2punkt0.mp3

Schlange, am 03. August 2009 um 18:31 ( Link )

Nach meinem Eindruck stammen sämtliche Kommentare von Männern. Und das zu einem frauenspezifischen Thema. Interessant.

Scrutograph, am 03. August 2009 um 19:48 ( Link )

@Schlange

das sagt nur was über die Leserschaft des ef-magazin.

Das morsche Christentum und die von ihm in den Atheismus abgefallene Bevölkerung dezimiert sich selbst, der Islam überlebt und majorisiert sie, so sieht es derzeit aus. Weltweit haben wir ja exponentielles Bevölkerungswachstum, welches die innerartliche Konkurrenz anheizt. Da kommt eine robuste Kämpfer-Religion, die apokalyptisch, fatalistisch und massenwirksam-nichtelitär ausgerichtet ist und sich mit schwachem Organisationsgrad aufrechterhalten lässt, gerade richtig.

Die Klage und Furcht, dass nur die Dummen und die Proleten sich fortpflanzen und die kinderarmen Intelligenten auslöschen, ist uralt und hat sich als unberechtigt erwiesen. Denn "erstaunlicherweise" können auch Dumme, Arme und Muslime intelligente und erfolgreiche Kinder haben.

EEkat, am 03. August 2009 um 23:25 ( Link )

@Schlange,

Frauen waren immer schon ein Männerthema.
Soll sich das auch noch ändern?

EEkat

Schlange, am 04. August 2009 um 9:31 ( Link )

"Frauen waren immer schon ein Männerthema.
Soll sich das auch noch ändern?"

Nein.

Zum eigentlichen Thema:

Ich halte die Bezeichnung "Gebärstreik" für sehr interessant. Streik leitet sich wohl von dem englischen Wort strike ab. Dies bedeutet u.a. "Angriff", "schlagen". Kampfvokabular.

Unter Streik verstehe ich die bewußte, wenn nicht gar geplante Verweigerung einer Handlung, die mir obliegt oder die von mir erwartet wird, um etwas zu erzwingen oder zumindest Einfluß zu nehmen.

Von einem Streik in diesem Sinne kann meiner Meinung nicht die Rede sein. Ich würde eher von einer "Fortpflanzungsunwilligkeit" oder auch "Fortpflanzungsunfähigkeit" sprechen.

Woraus resultiert diese?

Tiere pflanzen sich nicht fort, wenn die Lebensbedingungen derart schlecht sind, daß die Brut keine ausreichenden Überlebenschancen hat.
Eine Erklärung? Wenn ja, dann aber nur eine unter vielen anderen.

Was mich betrifft, habe ich nicht plötzlich mit 16, 28, 35 oder 42 Jahren beschlossen, keine Kinder zu haben. Ich habe nur fast alles außer einer Abtreibung unternommen, um keine zu bekommen, und mir gedacht, daß dazu ja immer noch Zeit ist. Inzwischen ist diese Zeit vorbei.

Jetzt in der Nachschau überlege ich, was mich abhielt. Es war ein Unbehagen.

EEkat, am 04. August 2009 um 11:33 ( Link )

@Schlange

Das ist eine beachtliche Analyse. Es ist schwierig, darauf einzugehen, wenn man die notwendige Distanz, die man einem unbekannten Diskussionspartner schuldet, nicht verletzen will.

Zunächst ist die Bedeutung des Begriffs „Streik“, mit dem Du Dich auseinandersetzt, nicht die einzige (notwendige) Unschärfe des zugrunde liegenden Artikels. Nicht ohne Grund kommst Du ja auch zu dem Ergebnis, dass man besser von Fortpflanzungsunwilligkeit, oder gar Fortpflanzungsunfähighkeit sprechen sollte. Da ist was dran, wenngleich dann eine Überlegung fällig wäre, was diese Unwilligkeit bis Unfähigkeit heraufbeschworen haben könnte.

Diese Begriffspräzisierung deutet bereits darauf hin, dass wir es mit mentalen Problemstellungen zu tun haben. Es geht tatsächlich nicht darum, der Gesellschaft durch Streik etwas aufzwingen zu wollen, sondern wir haben es mit Ausweichreaktionen zu tun, das wäre zunächst die von Dir angeführte Unwilligkeit. Die aber womöglich noch nicht einmal im Bereich einer willentlichen, also einer bewusst herbeigeführten Reaktion liegt. Dies wäre dann eine Unfähigkeit, die aus dem unbewussten stammende Handlungssteuerung.

Der Mensch neigt dazu, alle seine Entscheidungen als eine bewusste Äußerung seines Wissens, also als Ergebnis seiner bewussten Überlegungen auszugeben. Das jedoch ist ein großer Irrtum. Dieser Irrtum ist allerdings notwendig, um uns glauben zu lassen, wir wären sozusagen der Herrscher über unser Tun und Handeln, kraft eigener Überlegungen.

Würden wir diesem Irrtum nicht folgen, so wären wir handlungsunfähig. Wir benötigen diese Illusion.

Tatsächlich dürfte das allermeiste von dem, was wir so verzapfen, das Ergebnis unserer unbewusst in uns wirkenden, eigenen Bewusstseinsbindungen sein, denen wir anschließend einen rationalen Anstrich verpassen, eine Erklärung nachreichen, das heißt, der vorangehenden Handlung einen nachträglichen Anschein eines wissensbasierten Handelns zu geben.

Ich hoffe, ich bleibe noch deutlich. Die Grenzen des Internets. Nicht nur.

Nun hat es gerade in den vergangenen Jahrzehnten gravierende Veränderungen gegeben vor allem in dem Bereich der Entfaltung der Frau. Sie ist aus Bindungen, in denen sie stand, herausgetreten, ohne dass ihr dies bewusst gemacht wurde, vor allem ohne dass ihr die Konsequenzen bewusst gemacht wurden.

Übrigens, der gesamten Gesellschaft sind diese Konsequenzen weder vorab bekanntgemacht worden, noch hat die Gesellschaft die Vorgänge bisher identifiziert, geschweige denn gar die Folgen daraus erkannt, obwohl diese Folgen sich natürlich bereits über die Gesellschaften ergießen.

Geblieben ist, dass auch die Frau, wie alle Menschen, ihr Handeln dennoch als wissenbasiert empfindet, empfinden muß, also der allgemeinen – und notwendigen - Illusion folgt, sie selber sei der Bestimmer ihres Schicksals.

Was ja ohnehin nur in ganz kleinem Maßstab stimmen könnte.

Du schreibst:

Jetzt in der Nachschau überlege ich, was mich abhielt. Es war ein Unbehagen.

Erst kommt die Handlung. Die Entfaltung des Wollens. Aus welchen Bewusstseinsbindungen auch immer sich dieses Wollen entfaltet.

Dann folgt der nachträgliche Impuls, sich der Illusion versichern zu müssen, dieses eigene Wollen sei wissensbasiert.

Dann kommt ein Kniff, mit seinem vorhandenen Wissen eine Formulierung finden zu müssen, die ja eigentlich klarmacht, dass man die eigenen Beweggründe tatsächlich nicht kennt, oder: diese besser nicht kennen wolle.

Erwartungsgemäß, oder konsequenterweise bezeichnest Du diese Beweggründe denn auch mit dem ziemlich unscharfen Begriff „Unbehagen“.

Du ahnst, daß eine tiefergehende Ausführung nicht möglich sein wird. Ohne daß dies nun irgendetwas ausschließlich mit Dir zu tun hätte.

EEkat

EEkat, am 04. August 2009 um 12:09 ( Link )

@Schlange

Das ist eine beachtliche Analyse. Es ist schwierig, darauf einzugehen, wenn man die notwendige Distanz, die man einem unbekannten Diskussionspartner schuldet, nicht verletzen will.

Zunächst ist die Bedeutung des Begriffs „Streik“, mit dem Du Dich auseinandersetzt, nicht die einzige (notwendige) Unschärfe des zugrunde liegenden Artikels. Nicht ohne Grund kommst Du ja auch zu dem Ergebnis, dass man besser von Fortpflanzungsunwilligkeit, oder gar Fortpflanzungsunfähighkeit sprechen sollte. Da ist was dran, wenngleich dann eine Überlegung fällig wäre, was diese Unwilligkeit bis Unfähigkeit heraufbeschworen haben könnte.

Diese Begriffspräzisierung deutet bereits darauf hin, dass wir es mit mentalen Problemstellungen zu tun haben. Es geht tatsächlich nicht darum, der Gesellschaft durch Streik etwas aufzwingen zu wollen, sondern wir haben es mit Ausweichreaktionen zu tun, das wäre zunächst die von Dir angeführte Unwilligkeit. Die aber womöglich noch nicht einmal im Bereich einer willentlichen, also einer bewusst herbeigeführten Reaktion liegt. Dies wäre dann eine Unfähigkeit, die aus dem unbewussten stammende Handlungssteuerung.

Der Mensch neigt dazu, alle seine Entscheidungen als eine bewusste Äußerung seines Wissens, also als Ergebnis seiner bewussten Überlegungen auszugeben. Das jedoch ist ein großer Irrtum. Dieser Irrtum ist allerdings notwendig, um uns glauben zu lassen, wir wären sozusagen der Herrscher über unser Tun und Handeln, kraft eigener Überlegungen.

Würden wir diesem Irrtum nicht folgen, so wären wir handlungsunfähig. Wir benötigen diese Illusion.

Tatsächlich dürfte das allermeiste von dem, was wir so verzapfen, das Ergebnis unserer unbewusst in uns wirkenden, eigenen Bewusstseinsbindungen sein, denen wir anschließend einen rationalen Anstrich verpassen, eine Erklärung nachreichen, das heißt, der vorangehenden Handlung einen nachträglichen Anschein eines wissensbasierten Handelns zu geben.

Ich hoffe, ich bleibe noch deutlich. Die Grenzen des Internets. Nicht nur.

Nun hat es gerade in den vergangenen Jahrzehnten gravierende Veränderungen gegeben vor allem in dem Bereich der Entfaltung der Frau. Sie ist aus Bindungen, in denen sie stand, herausgetreten, ohne dass ihr dies bewusst gemacht wurde, vor allem ohne dass ihr die Konsequenzen bewusst gemacht wurden.

Übrigens, der gesamten Gesellschaft sind diese Konsequenzen weder vorab bekanntgemacht worden, noch hat die Gesellschaft die Vorgänge bisher identifiziert, geschweige denn gar die Folgen daraus erkannt, obwohl diese Folgen sich natürlich bereits über die Gesellschaften ergießen.

Diesem Umstand ist geschuldet, daß sich auch Männer mit diesen Folgen auseinandersetzen, ohne jedoch tatsächlich wissen zu können, was dabei ihr eigenes erlebtes Unbehagen speist. Sie erspüren, erleiden die Konsequenzen, aber sie können diese nicht greifbar, behandelbar machen.

Geblieben ist, dass auch die Frau, wie alle Menschen, ihr Handeln dennoch als wissenbasiert empfindet, empfinden muß, also der allgemeinen – und notwendigen - Illusion folgt, sie selber sei die Bestimmerin ihres Schicksals.

Was ja ohnehin nur in ganz kleinem Maßstab stimmen könnte.

Du schreibst:

Jetzt in der Nachschau überlege ich, was mich abhielt. Es war ein Unbehagen.

Erst kommt die Handlung. Die Entfaltung des Wollens. Aus welchen Bewusstseinsbindungen auch immer sich dieses Wollen entfaltet.

Dann folgt der nachträgliche Impuls, sich der Illusion versichern zu müssen, dieses eigene Wollen sei wissensbasiert.

Dann kommt ein Kniff, mit seinem vorhandenen Wissen eine Formulierung finden zu müssen, die ja eigentlich klarmacht, dass man die eigenen Beweggründe tatsächlich nicht kennt, oder: diese besser nicht kennen wolle.

Erwartungsgemäß, oder konsequenterweise bezeichnest Du diese Beweggründe denn auch mit dem für Wissensvorgänge eigentlich ziemlich unscharfen Begriff „Unbehagen“.

Du ahnst, daß eine tiefergehende Ausführung nicht möglich sein wird. Ohne daß dies nun irgendetwas ausschließlich mit Dir zu tun hätte.

EEkat

Schlange, am 04. August 2009 um 16:46 ( Link )

An EEkat

Ich gehe auch davon aus, daß viele der eigentlich unbewußt erfolgten Willensäußerungen nachträglich als eine bewusste Äußerung des Wissens, also als Ergebnis einer bewussten Überlegungen gewertet werden. Manchmal wird einem allerdings auch klar, daß man unbewußt irgendetwas bemerkte, auf das man ebenso unbewußt reagierte. Man macht sich dann manchmal bewußt, was es war, worauf man reagierte.

Zum zweiten Teil der Artikelüberschrift - Deutschland verdummt:

Na auf schwindende Geburtenzahlen führe ich aber das seltsame Verhalten einiger meiner Mitmenschen nicht zurück. Die die ich meine, achten beispielsweise weder auf sich selbst noch auf andere. Lässliche, aber auch ernste Gefahren werden anscheinend gar nicht erst wahrgenommen. Sie scheinen auch nicht vorauszudenken und sich z.B. auszumalen, wie sich eine Situation weiter entwickeln könnte. Dazu passen auch aus meiner Sicht bestens diese Playmobilzäunchen, mit denen seit einiger Zeit Baustellen etc. abgesichert werden.

Als dumm im Sinne von minderbemittelt fasse ich das nicht auf, eher als gedankenlos, phantasielos und letztlich auch als ein bißchen lebensuntüchtig.

Das ist aber meiner Meinung nach nicht das Ergebnis eines "Gebärstreiks", insbesondere nicht einiger Akademikerinnen. Einige von ihnen verhalten sich nämlich auch ausgesprochen seltsam im vorgenannten Sinne. Gleiches gilt auch für ihre männlichen Geschlechtsgenossen.

EEkat, am 05. August 2009 um 1:47 ( Link )

Der als Gebärstreik angeführte Geburtenrückgang hat andere Ursachen. Das sehe ich auch so. Darauf war ich schon eingegangen.

Nun hat es gerade in den vergangenen Jahrzehnten gravierende Veränderungen gegeben vor allem in dem Bereich der Entfaltung der Frau. Sie ist aus Bindungen, in denen sie stand, herausgetreten, ohne dass ihr dies bewusst gemacht wurde, vor allem ohne dass ihr die Konsequenzen bewusst gemacht wurden.

Hier liegen Ursachen des Geburtenrückgangs. Die Frau hat eine andere Rolle eingenommen. Dazu schrieb ich

Übrigens, der gesamten Gesellschaft sind diese Konsequenzen weder vorab bekanntgemacht worden, noch hat die Gesellschaft die Vorgänge bisher identifiziert, geschweige denn gar die Folgen daraus erkannt, obwohl diese Folgen sich natürlich bereits über die Gesellschaften ergießen.

Die sich über die Gesellschaft ergießenden Folgen erscheinen, wenn man es vielleicht unscharf ausdrückt, als eine zunehmende Verdummung der Deutschen. Tatsächlich ist es nicht ganz so schlimm, denn es betrifft keineswegs nur die Deutschen. Wir fallen also im Vergleich mit anderen nicht zurück. Vielmehr scheint die ganze Welt zu verlieren.

Ob sich dies für die Menschheit auswirkt? Ich bin sicher, wir sind bereits mitten drin in diesem Prozeß der Selbstzerstörung, wenn eine Hälfte der Menschheit, der weibliche Teil, seiner ursprünglichen Rolle nicht mehr einnimmt. Ich meine damit nicht "Heimchen am Herd", der weiblichen Komponente kamen sehr viel umfangreichere und elementarere gesellschaftsrelevante Aufgaben zu, die mittlerweile völlig brachliegen, und unsere Gesellschaften regelrecht zerlegen. Das ist leider ein irreversibler Vorgang.

Nur weil wir uns daran gewöhnt haben wundern wir uns nicht mehr darüber, was um uns herum in unseren ehemals sozialen Gefügen zusammenkracht.

Bindungen sind aufgelöst, die Zentrifugalkräfte überwiegen. Aufgelöste Bindungen haben direkte Auswirkungen auf nachfolgende Generationen, vor allem jene, keine Bindungen mehr eingehen zu können.

Wenn ich den heutigen Menschen beurteilen müßte, so würde ich ihn nicht als dumm, sondern als haltlos bezeichnen. Haltlosigkeit, mit den ganzen Komnsequenzen daraus, inkl des daraus folgenden grundsätzlichen Desinteresses, sowie einer totalen persönlichen Verunsicherung. Keinerlei Tiefgang.
Der Nährboden u.a. für einen inneren Zwang zu gesellschaftlichem Konsens.

Damit nun kann man alles machen, und genau dies geschieht ja auch.

EEkat

Schlange, am 05. August 2009 um 18:06 ( Link )

Wie sieht denn die ursprüngliche Rolle der Frauen (und auch der Männer) aus?

EEkat, am 05. August 2009 um 21:27 ( Link )

Es geht garnicht um die "ursprüngliche Rolle", sondern darum, daß die Frau nun eine "andere Rolle" eingenommen hat. Eine Ausweitung, wenn man so will. Eine Weiterentwicklung, wie viele meinen.

Ich mache mir wenig Gedanken über "urspüngliche Rollen", da ohnehin keine Möglichkeit mehr besteht, dorthin zurückkehren zu können.

Jetzt sollte man überlegen, was funktioniert, und was nicht funktioniert. Dabei zu Ergebnissen kommen zu können wird ohnehin schwierig.

Der Mann ist da nicht mehr gefordert. Er hat dabei keine Funktion mehr. Er ist nur noch Zuschauer, so wie beispielsweise ich es bin, kann keinen Rat geben, der hilfreich sein könnte oder etwas verhindern würde, was ja längst hinter uns liegt. Das heißt, ich erreiche die Tochter damit nicht, und nicht mehr rechtzeitig genug die Mutter.

Der Mann kann nichts tun.

EEkat

Kreuzweis, am 05. August 2009 um 22:12 ( Link )

Es ist doch noch eine schöne Diskussion zum Thema entstanden...

Zur Frage der Findung neuen Rolle der Frau sollte man sich m.E. von der feministischen Gleicheitsideologie und ihren Denkbestimmungen befreien und akzeptieren, daß Männer und Frauen von der Natur her in ihren Anlagen im Durchschnitt eben nicht GLEICH sind.
Sie sind, wie gottgewollt, als KOMPLEMENTÄR zu betrachten.

(Im Grunde wissen das auch die Emanzen und tolerieren klammheimlich schwarze Flecken der 'Diskriminierung'. So warte ich immer noch darauf, daß sie endlich Frauenquoten auch in den anstrengenden Berufen einfordern - z.B. bei den Stahlkochern - oder die ungeheurliche Diskriminierung im Leistungssport bekämpfen: Wozu noch Frauendisziplinen, wo doch Mann und Frau gleich sind? Ich warte dringend auf die Boxkämpfe Frau gegen Mann ...)

karen meiser, am 06. August 2009 um 9:23 ( Link )

@Scrutograph
Ihr erster Absatz bzgl. Christentum ist richtig, das Christentum ist zahnlos geworden und mit den es tragenden abendländischen Völkern gealtert. Wo sich diese Völker auflösen, dort löst sich konsequenterweise auch die christliche Gemeinschaft auf, so wie jede Gemeinschaft, die zwischen Individuum und Masse existierte und als Barriere zur uniformierten Gleichschaltung des Menschen betrachtet wird (Geschlecht, Familie, Sippe, Stand, Stamm, Volk, Religion, Rasse usw.).

Wo hat sich die Hypothese, "dass nur die Dummen und die Proleten sich fortpflanzen und die kinderarmen Intelligenten auslöschen" als unberechtigt erwiesen? Natürlich "können auch Dumme, Arme und Muslime (?) intelligente und erfolgreiche Kinder haben", so wie hochbegabte Eltern auch Volltrottel gebären können, aber die Wahrscheinlichkeit, daß aus einer Begabtenfamilie auch Begabtenkinder entstammen, ist ungleich höher. Sie würden das erkennen, wenn Sie sich intensiver mit der Frage beschäftigten und auch keine Scheu hätten, die politisch unkorrekte Zwillingsforschung zu studieren.

Natürlich, den liberalen Individualisten kümmert es nicht, ob der Nachbar dumm oder klug ist; wenn er dumm ist, wäre er wenigstens kein Konkurrent. Der Erfolg einer Volkswirtschaft ist aber kongruent zum Anteil seiner Intelligenten, die auch Netzwerke aufbauen, um schlagkräftig zu werden. Mit steigendem Prozentsatz der Fähigen steigt ein Volk zu kultureller und zivilisatorischer Höhe, kann Weltmacht werden. Mit sinkendem Prozentsatz fällt das Volk in die Mittelmäßigkeit, zumeist stirbt es sowieso in Folgeerscheinung der Zivilisation. Dann nimmt der Nächste den Platz ein - der Barbar. Der hat im Schnitt 10 Kinder, von denen die 5 Schwächsten frühzeitig wegsterben. Der hat, wenn er innerhalb seiner Gemeinschaft erfolgreich ist, auch die meisten Kinder, der Barbarenknecht die Wenigsten. Im Rahmen von Jahrhunderten oder Jahrtausenden wird diese Gruppe immer mächtiger und bemächtigt sich der Schwächeren.

Gut, heute erweitert sich der "Markt der Netzwerke der Intelligenten" durch den Globalismus, dann fällt es wenigstens nicht auf, wenn die maßgeblichen Kulturvölker der letzten Jahrhunderte mehr und mehr vermassen, verblöden und letzten Endes ins Fellachentum abfallen.

EEkat, am 06. August 2009 um 10:22 ( Link )

@karen meiser,

ich wäre da auch skeptisch, ob Scrutograph
dies richtig sieht. Spätestens bei der Prägung eines Menschen ist es nicht völlig egal, aus welchem Kultur-Kreis heraus, und in welchen hinein er geboren wurde.

Wie Sie sehe ich den Globalismus als neue Struktur, der sich die Intelligenten bedienen, und ihre Volker hinter sich lassen werden.

@Kreuzweis:

...daß Männer und Frauen von der Natur her in ihren Anlagen im Durchschnitt eben nicht GLEICH sind. Sie sind, wie gottgewollt, als KOMPLEMENTÄR zu betrachten

Sehe ich auch so.

Die Vorstellung eines autarken Individuums ist nur scheinbar schlüssig, und das hat Grenzen.

Frau und Mann sind jeweils unverzichtbarer, aber sehr voneinandert verschiedener Bestandteil dessen, was insgesamt erst den Menschen ausmacht. Damit meine ich nicht nur die jeweils leckeren äußern Attribute. Immer wieder erstaunlich, wie verschieden die jeweiligen Inventare sind, und wie sie ineinandergreifen.

Sowohl das allgemeine, als auch das gesellschaftliche Bewußtsein dazu fehlt völlig.

Nun hat man der Frau die Möglichkeit gegeben, sich auch noch als Individuum zu entdecken und zu definieren, als solches in der Gesellschaft auch
noch zu überleben, sich zu "verwirklichen", nun soll die Gesellschaft, aber auch die Frauen damit klarkommen, was dies tatsächlich bedeutet.

Das geht, eigentlich schon gut erkennbar, schief.

EEkat

Schlange, am 06. August 2009 um 12:26 ( Link )

Aus meiner Sicht schlägt jetzt das Pendel schlicht zurück und führt zu einigen der Ungerechtigkeiten, die früher Frauen angetan wurden.

Ich habe aber keinen Zweifel, daß sich dies wieder einpendeln wird.

Zum Christentum:

Es lebt doch, wie alle anderen Religionen, davon, daß sich deren Angehörige durch "eine höhere Macht", die übrigens immer ein menschliches Sprachrohr hat, sagen lassen, was zu tun oder zu lassen ist. Speziell im Rahmen des katholischen Christentums kommt noch ganz explizit dazu, daß "man" die Verantwortung für sich und vor allem für die eigenen Taten an die höhere Macht abgeben kann und als Gegenleistung die Absolution erhält. Das scheint heute jedenfalls in Europa nicht mehr so gut zu funktionieren, was aber nicht zur Folge hat, daß wir jetzt alle vollständig selbstverantwortlich leben.

Was nun speziell den Islam betrifft,vertrat ich einmal scherzhaft die Auffassung, daß diese Religion halt 600 Jahre jünger ist als die christliche und es daher eben noch etwas dauern wird, bis sie eine ähnliche Entwicklung durchmacht.
Mir scheint nun, daß an dieser Auffassung wirklich etwas dran ist.

EEkat, am 06. August 2009 um 13:17 ( Link )

@Schlange

Aus meiner Sicht schlägt jetzt das Pendel schlicht zurück und führt zu einigen der Ungerechtigkeiten, die früher Frauen angetan wurden.

Sowas habe ich befürchtet.

Zum Christentum:

Wenn die Abgabe der Verantwortung für sich und eigene Taten - so Ihre These - an eine höhere Macht, als Gegenleistung für Absolution, heutzutage nicht mehr funktioniert, dies aber nicht zur Folge hat, daß wir nun heute alle selbstverantwortlicher leben können, dann scheint an der These wohl irgendwas nicht zu stimmen.

Ob der Islam da in 600 Jahren weiter sein wird, man wird sehen. Er wäre dann ja dort, wo das Christentum heute ist.

EEkat

Schlange, am 06. August 2009 um 14:16 ( Link )

Doch doch, meine These halte ich für stimmig. Die alte Religion wurde abgelöst durch neue, die bestimmen, wo es langgeht. Man denke doch nur an die Flut der Ratgeber, die "Spezialisten", die "Meinungsmacher". Hörte auf die niemand, gäbe es sie nicht.

EEkat, am 06. August 2009 um 14:27 ( Link )

@Schlange

Doch doch, meine These halte ich für stimmig

Das sagt sich so leicht.

Das Christentum scheint also auf einen bestimmten Bedarf zu treffen, der heute von Meinungsmachern abgedeckt wird. Und irgendwann dann auch vom Islam, wie ich bei Ihnen herauslese.

So wird es aber mit der Selbstverantwortung nix werden. Die bekommt man nicht gewährt.

Die hat man, oder man hat sie nicht.

EEkat

Gamma, am 06. August 2009 um 15:16 ( Link )

Selbstverantwortung und Selbständigkeit muss man lernen, diese Attribute sind ja schließlich nicht von Geburt an gegeben. Auch darf man wohl bezweifeln dass völlige Autarkie überhaupt erstrebenswert wäre.

EEkat, am 06. August 2009 um 18:32 ( Link )

Ob man die nun lernen kann oder nicht:

man hat sie, oder man hat sie nicht.

Wenn man sie hat, dann wird man diese ausüben.

Wenn man darauf wartet, daß sie einem gewährt wird, dann ist dabei schon der Ansatz dessen, was Selbständigkeit eigentlich ausmacht, nicht mehr vorhanden. Ob man dann Selbstverantwortung übernehmen kann, das hängt wohl davon ab, in welcher Gesellschaft man sich befindet.

In einer Gesellschaft mit funktionierenden sozialen Netzen wird dies dem Schein nach möglich sein.

Tatsächlich hat dies mit der Übernahme von Selbstverantwortung, und der daraus sich ergebenden Selbstständigkeit nur noch wenig zu tun.

Schließlich: nicht allen kann man das gleiche Maß an Selbstständigkeit und Selbstverantwortung lehren. Da gibt es deutliche Unterschiede, die nichts mit den jeweils Lehrenden zu tun haben.

EEkat

Schlange, am 07. August 2009 um 8:55 ( Link )

Selbständigkeit und Eigenverantwortung hat man nach meiner Auffassung und gleichzeitig hat man sie nicht.

Unser Körper funktioniert, wenn er nicht krank, verletzt oder erheblich gestört wird und schließlich mehr oder minder ausgewachsen ist, überwiegend eigenverantwortlich und selbständig. Das meiste läuft ganz unbewußt ab wie zum Beispiel die Organregulierung oder unbewußte Denkvorgänge.

Was nun Selbständigkeit und Eigenverantwortung z.B. in Bezug auf Entscheidungen betrifft, die man fällt, sieht es anders aus. Man besitzt diese Selbständigkeit partiell. Es ist, wie ich es immer gerne ausdrücke, eine Gratwanderung. Wenn ich in Not bin oder ein Problem habe, befrage ich gerne andere Leute dazu und nehme deren Rat auch an. Damit gebe ich ja zwangsläufig zumindest ein Stückchen Selbstbestimmung auf. Extremer wird es, wenn ich nicht in der Lage bin, mir selbst zu helfen. Dann bleibt mir u.U. gar nichts anderes übrig, als mich sozusagen in die Hand Dritter zu begeben. Aber es ist überwiegend eine beschränkte Aufgabe der Selbständigkeit.

Aber wenn ich mir losgelöst vom Vorstehenden in allen möglichen Lebenslagen vorsagen lasse, was ich zu tun und zu lassen habe, dann ist für mich der Grat überschritten.

Es mag gut sein, daß die Menschheit ein regelrechtes Bedürfnis hat, daß andere ihr Leben bestimmen und auch andere sozusagen die Verantwortung übernehmen. Es mag weiter sehr gut sein, daß beispielsweise bestimmte Religionen auch jetzt noch deshalb auf dem Vormasch sind.

Aber das ist aus meiner Sicht kein Grund, zu verzweifeln. Gesellschaften entwickeln sich weiter und es wird immer Vorreiter geben, die kritisch sind und versuchen, sich gegen Bevormundung zu wehren.

Aber zurück zur sog. Verdummung wegen "Gebärstreik". Es wird gesagt, daß die Natur zur Mitte tendiere. Es sei sehr viel wahrscheinlicher, daß Kinder nicht sehr intelligenter Eltern intelligenter sind als sie selbst. Sehr viel unwahrscheinlicher soll es sein, daß die Kinder sehr intelligenter Eltern noch intelligenter sind als sie selbst, es soll sogar wahrscheinlicher sein, daß sie weniger intelligent sind. Ob es stimmt, weiß ich nicht, klingt aber sehr interessant. Jedenfalls das erstere halte ich für sehr wahrscheinlich.

Und zum Schluß noch ein provokanter Gedanke:

Vielleicht gibt es gute Gründe dafür, daß jemand keine Kinder will. Vielleicht spüren manche Leute, daß es ihnen an etwas mangelt und sie ihren hypothetischen Kindern keinen guten Dienst erwiesen, setzten sie sie in die Welt.

EEkat, am 07. August 2009 um 10:20 ( Link )

Der Selbsterhaltungstrieb hat nichts mit Selbstverantwortung oder Eigenverantwortung zu tun.

Das eine gehört in den Bereich des triebhaft ablaufenden, des reflexhaften. Genau deswegen heißt es: Trieb. Der gehört in den Bereich der autonom ablaufenden Vorgänge wie etwa die von Ihnen geschilderten Zusammenwirken von Organen.

Selbstverantwortung und Eigenverantwortung liegen hingegen bewußte Entscheidungen zugrunde.

Dazu muß man freilich eine Veranlagung mitbringen.

Die dann kulturell geformt, aber natürlich auch verformt werden kann.

Intelligenz alleine hilft da nicht weiter, diese gibt nur das Vorhandensein einer organischen Anpassungsfähigkeit an, ein zur Verfügung stehendes Potential neuronaler Verknüfungsfähigkeit, um damit möglichst umfangreich assoziieren zu können.

Wie viel, und was hingegen assoziiert werden soll, dieses Angebot muß schon von außen kommen.

Da ist gesamte Umwelt, sowie der Input der Eltern, Geschwister etc gefragt.

Damit ist klar, daß Sie zwar auch in primitiver Umgebung mal einen statistischen Ausreißer erhalten können, der später durch außerordentliche Geistesgaben oder Fähigkeiten auffällt.

Eine gebildete Gesellschaft ist jedoch bei der quantitativen Hervorbringung von Menschen, die einem vorhandenen Intelligenz-Potential auch etwas anbieten könnnen prinzipiell und immer überlegen.

Nur dann wird die Verknüpungsfähigkeit der Neuronen angeregt und genutzt.

3 Jahre nach Geburt ist damit übrigens Schluß. Die Anlagen eines Gehirns, die zu besonderen Fähigkeiten führen beispielsweise in der Musik, und die bis dahin nicht gefordert wurden, die sterben schlicht ab. Irreversibel.

Es verbleibt dann die Ebene, auf der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit etabliert und gefördert werden könnten.

Ihr "provokanter" Gedanke hinsichtlich der bewußten Zurückhaltung gegenüber dem Wunsch nach eigenen Kindern hat gleich mehrere Pferdefüße.

Beispielsweise denjenigen, daß sich dumme Menschen niemals diese Frage stellen würden.

Dumme Menschen hätten demnach einen Vorteil, ihre Gene weiterzugeben. Was ihren Gedankengänge zur Weiterverbreitung von Intelligenz ebenfalls entgegensteht.

EEkat


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