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![]() Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Hintergründe und Perspektiven des Öko-Totalitarismus (Teil I): Der Kohlenstoff-Kriegvon Edgar L. Gärtner Rockefeller, der Club of Rome und die katholische Kirche „Es ist durchaus denkbar und liegt sogar im Bereich praktisch politischer Möglichkeiten, dass eines Tages ein bis ins letzte durchorganisiertes, mechanisiertes Menschengeschlecht auf höchst demokratische Weise, nämlich durch Majoritätsbeschluss, entscheidet, dass es für die Menschheit im ganzen besser ist, gewisse Teile derselben zu liquidieren“, so Hannah Arendt in „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“. Bei uns in Deutschland, aber leider nicht nur hier, glauben immer mehr Menschen an alles Mögliche – außer an die Wahrheit. Esoterische Verstiegenheiten werden allenthalben, in Bücher verpackt, zu Bestsellern. Die Ursachen und Hintergründe der durchaus realen Wirtschaftskrise wie der uns angeblich drohenden Klimakatastrophe bleiben so weitgehend im Dunkeln. An die Stelle nüchterner Ursachenforschung und darauf aufbauender Abhilfevorschläge, die vom gesunden Menschenverstand geleitet sind, treten Aberglaube und Versatzstücke von Ideologien aus dem 19. Jahrhundert beziehungsweise Verschwörungstheorien und die dadurch begründete Jagd auf vermeintliche Sündenböcke. Die Verwirrung wird komplett durch die von Grünen aller Parteien und Wirtschaftsverbände wiederholte Beschwörung, bei den hilflosen Versuchen, die wirtschaftliche Depression durch Papiergeldvermehrung zu bekämpfen, doch bitte nicht zu vergessen, dass der Klimawandel in Form der „globalen Erwärmung“ eine viel größere Herausforderung darstellt als die uns ins Haus stehende Hyperinflation mit Armut im Gefolge. Hannah Arendt hat in ihrer oben zitierten wegweisenden Analyse der Ursprünge des Totalitarismus eine solche Konfusion als „prätotalitäres Meinungschaos“ charakterisiert, in dem jeder, der noch etwas für wahr hält, für einen Narren gehalten wird. Nach der politischen Philosophin ebnen der Verlust des gesunden Menschenverstandes und dessen Verdrängung durch Gedankenlosigkeit gekoppelt mit dem „Versagen der elementarsten Selbsterhaltungstriebe“ erst dann totaler Herrschaft den Weg, wenn eine „Bewegung“ in Gang kommt, die eine gängige Verschwörungstheorie aufgreift und vermeintliche Allheilmittel für die Lösung der anstehenden Krise propagiert. Sind bestimmte Prämissen erst einmal im Mainstream der öffentlichen Meinung akzeptiert, ergibt sich dann alles Weitere praktisch von selbst. Mit anderen Worten: Ist eine totalitäre Bewegung erst einmal ins Rollen gekommen, ist es kaum noch möglich, sie mit politischen Mitteln aufzuhalten. Zum Wesen totalitärer Bewegungen gehört nach Arendt, dass nichts um seiner selbst willen gesagt oder getan wird. Dem Konsequenzialismus der „Bewegung“ gilt auch die Liebe nicht mehr als Selbstzweck, als unbedingte, auf Unendlichkeit angelegte Lebensentscheidung und als Gefühl, das einen Vorgeschmack auf die ewige Glückseligkeit vermittelt, sondern lediglich als tierischer Trieb, als primär vom Hormonspiegel abhängiges Luststreben, das im Sinne des persönlichen Fortkommens in der sich ausbreitenden „Bewegung“ funktionalisiert werden kann. Auch Töten ist im Prinzip erlaubt, sofern es der „Sache“ dient. Die totalitäre Propaganda, so Arendt weiter, beruht auf einer gegenüber der Wirklichkeit vollkommen abgedichteten Fiktion, die nicht durch Gegenpropaganda bekämpft werden kann. „Totalitäre Propaganda ist keine Propaganda im herkömmlichen Sinn und kann daher nicht durch Gegenpropaganda widerlegt oder bekämpft werden. Sie ist Teil der totalitären Welt und wird mit ihr untergehen“, schrieb Hannah Arendt. Es besteht danach wenig Grund zur Hoffnung, diese Fiktion könne durch Konfrontation mit der Realität ad absurdum geführt werden. Denn ihre geistige Grundlage ist der Nihilismus, eine in ihrem Wesen selbstmörderische und ansteckende Geisteskrankheit. Wirklich gemeingefährlich werde die krankhafte Realitätsverleugnung, wenn sie vom moralischen Nihilismus des „Alles ist erlaubt“ zur Hybris des „Alles ist möglich“ fortschreitet, erkannte Hannah Arendt. Die Frage nach Erfolg oder Misserfolg sei dann nicht mehr entscheidbar. „Denn es liegt im Wesen der totalitären Fiktion, dass sie nicht nur das Unmögliche möglich macht, sondern vor allem auch alles, was sie nach ihrem ideologisch geleiteten Schema ‚voraussieht’ – und Voraussehen heißt hier lediglich Berechnen –, bereits als wirklich in Rechnung stellt. Da die Geschichte in der totalitären Fiktion voraussehbar und berechenbar verläuft, muss jeder ihrer Möglichkeiten auch eine Wirklichkeit entsprechen. Diese ‚Wirklichkeit’ wird dann nicht anders fabriziert als andere ‚Tatsachen’ in dieser rein fiktiven Welt.“ Wer diese Zeilen heute liest, könnte leicht zum Eindruck gelangen, Hannah Arendt habe sich hier auseinandergesetzt mit der abenteuerlichen, aber inzwischen dennoch gängigen Vorstellung, das chaotische Wettergeschehen könne durch eine Rationierung des Ausstoßes des Spurengases Kohlenstoffdioxid (CO2) so „gemanagt“ werden, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad Celsius begrenzt bleibt. Denn die „Klimamodelle“, mit denen das Kyoto-Protokoll über die Reduktion so genannter Treibhausgase, das „Klima-Paket“ der EU, die Einstufung von CO2 als „gesundheitsgefährdender Schadstoff“ durch die US-Umweltbehörde EPA und der internationale CO2-Emissionshandel (eine massive indirekte Kohlenstoffsteuer) begründet werden, beruhen zum allergrößten Teil auf rein theoretischen Berechnungen und nur zum geringsten Teil auf Messwerten. Doch die mit vielen Milliarden Euros bzw. Dollars geförderten „erneuerbaren“ Energien haben unterm Strich bislang noch keine einzige Tonne CO2 eingespart. Die Kosten-Nutzen-Bilanz der „Klimapolitik“ ist jedenfalls eindeutig negativ, zumal von „globaler Erwärmung“ nun schon fast ein ganzes Jahrzehnt lang nicht mehr die Rede sein kann. Aber Fakten zählen in Berlin, Brüssel und Washington offenbar längst nicht mehr. Man könnte deshalb sogar zur Überzeugung kommen, die Urheber der „Klimapolitik“ hätten Hannah Arendts Totalitarismus-Theorie genauestens studiert – und zwar nicht um Totalitarismus zu verhindern, sondern um ganz bewusst eine besonders raffinierte totalitäre Fiktion in die Welt zu setzen. Immerhin geschähe es nicht das erste Mal in der Geschichte politischer Ideen, dass gut gemeinte Warnungen auf eine so perverse Weise beherzigt werden. Hannah Arendt würde damit also lediglich das Schicksal Niccolò Machiavellis teilen, dessen „Principe“ zur Begründung eines Politikstils, des Machiavellismus, wurde, den der große Florentiner in einer für seine Vaterstadt schweren Zeit mit seinem viel zitierten Fürstenspiegel gerade verhindern wollte. Darauf hat kein Geringerer als Carl Schmitt in seiner „Theorie des Politischen“ hingewiesen. „Wenn Machiavelli ein Machiavellist gewesen wäre“, bemerkte Schmitt, „hätte er statt des Principe ein erbauliches Buch geschrieben, am besten gleich einen Anti-Machiavell.“ (Was Preußen-König Friedrich II. bekanntlich auch tat.) Überflüssig darauf hinzuweisen, dass auch Schmitts Theorie des Politischen bis heute vor allem von Antisemiten missbraucht wird und dass Schmitt selbst daran nicht unschuldig war. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass jene recht haben, die die „Klimapolitik“ in erster Linie als Ausfluss einer von langer Hand eingefädelten Verschwörung von Hochfinanz und Politik-Eliten sehen. Denn wenn sich der Nihilismus (frei nach Friedrich Nietzsche: die Negation des wirklichen Lebens durch krankhafte Religiosität beziehungsweise übertriebene Vorsorge, mit anderen Worten: höhere Dummheit) wie eine ansteckende Krankheit seuchenartig ausbreiten kann, bedarf es im Grunde gar keiner Verschwörung, um eine nihilistische Weltsicht zu verbreiten. Dass Dummheit ansteckend wirkt, ist schließlich nicht neu. Schließlich wäre Dummheit nicht Dummheit, könnte man auf ihrer Basis klare Ziele und Strategien formulieren. Deshalb gehe ich im Folgenden aus von der Hypothese, dass die Ausbreitung des grünen Weltbildes und der darauf aufbauenden parasitären Geschäftsmodelle im Wesentlichen naturwüchsig erfolgte, was nicht ausschließt, dass mächtige Akteure gelegentlich kräftig nachgeholfen haben, weil sie erkannt haben, dass es unter gewissen Umständen viel leichter ist, mit der Verbreitung eines krankhaften Aberglaubens Geschäfte zu machen als mit dessen Bekämpfung. Wie bestimmte Ideen sich auch ohne bewusste Strategie virenartig ausbreiten können, ist in den Sozialwissenschaften seit den bahnbrechenden Arbeiten von Elisabeth-Noelle-Neumann und Susan Blackmore über die „Schweigespirale“ und die „Macht der Meme“ längst kein Geheimnis mehr. Seinem Wesen nach besteht das grüne Weltbild in der Annahme, die Erde sei ein geschlossenes Regelsystem in einem fragilen Gleichgewicht. Die Menschen erscheinen darin von vornherein als Störenfriede, wenn nicht als Schädlinge, weil sie streng begrenzte Rohstoff-Vorräte aufbrauchen, die Vielfalt der Organismenarten verringern und Wasser, Luft und Boden mit ihren Ausscheidungen und Abfällen belasten. Diese antichristliche Weltsicht kam in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in erster Linie in Form der Eugenik und der damit begründeten Zwangssterilisierungsprogramme, in der Zeit des Kalten Krieges nach dem Zweiten Weltkrieg hingegen vornehmlich in der Propagierung der Geburtenkontrolle durch private Stiftungen und internationale Organisationen zum Ausdruck. Nach dem Ende des Kalten Krieges nahm dieses Weltbild dann die heutige Gestalt an. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die Weltsicht, die der schwedische Chemiker und spätere Nobelpreisträger Svante Arrhenius im Jahre 1895 skizzierte. Die Entwicklung des Planeten Erde wird danach in erster Linie vom Kohlenstoffkreislauf bestimmt. Arrhenius sah im schwankenden Kohlensäuregehalt der Atmosphäre die Hauptursache des Wechsels zwischen Eis- und Warmzeiten. Denn Kohlenstoffdioxid und andere Infrarot absorbierende Spurengase erzeugten in der Erdatmosphäre einen „Treibhauseffekt“, der Leben auf der Erde erst ermögliche. Verbrenne der Mensch fossile Kohlenstoffvorräte, erhöhe er durch die Freisetzung der Verbrennungsabgase jedoch künstlich den Kohlenstoffdioxidgehalt der Atmosphäre und verursache dadurch eine globale Erwärmung (worin Arrhenius allerdings noch etwas Positives sah). Diese Annahme wurde im 20. Jahrhundert von mehreren Seiten widerlegt: Zunächst vom amerikanischen Strahlenphysiker Robert William Wood, der nachwies, dass nicht einmal richtige Gewächshäuser so funktionieren, wie nach Arrhenius’ Ansicht das „Treibhaus Erdatmosphäre“ funktionieren soll. Dann vom serbischen Astrophysiker Milutin Milankovic, der berechnete, dass Eis- und Warmzeiten auf Schwankungen der Erdachse zurückgehen. Den entscheidenden Schlag bekam das ökologistische Weltbild jedoch vom deutschen Geografen und Meteorologen Alfred Wegener, dem Urheber der Hypothese von der Kontinentalverschiebung und damit der Plattentektonik, des heute allgemein gültigen Paradigmas der Geologie. Die Plattentektonik macht deutlich, dass der Kohlenstoffkreislauf nicht primär biologischer, sondern geochemischer Natur ist. Er ist Teil weltumspannender Verschiebungen der Erdkruste, in deren Verlauf Milliarden von Tonnen schwere Stücke der nur scheinbar festgefügten Kruste tief in den Erdmantel geschoben und dort eingeschmolzen, recycelt werden. Dabei entstehen spontan Kohlenwasserstoffe, die in die Erdkruste aufsteigen und dort unter bestimmten Bedingungen als Erdgas oder Erdöl gefördert werden können. Eine absolute Verknappung von Kohlenwasserstoffen, die die Theorie von deren biotischer Entstehung postuliert, ist unter diesen Bedingungen unvorstellbar. Solange es in der Erdkruste genug Kohlenstoff gibt, wird es auch genug Kohlenwasserstoffe geben. Das bedeutet nicht, dass Kohlenwasserstoffe immer kostengünstig verfügbar sind. (Näheres dazu habe ich gegen Ende des vergangenen Jahres auf ef-online ausgeführt, in „Abschied vom grünen Weltbild“.) Wie konnte es geschehen, dass die öffentliche Meinung demgegenüber an einem seit hundert Jahren widerlegten Weltbild festhielt und Vertretern alternativer Sichtweisen heute sowohl in den Massenmedien als auch in der großen Politik das Existenzrecht abgesprochen wird? Wie schon angedeutet, bin ich davon überzeugt, dass eine Erklärung dieser dem gesunden Menschenverstand Hohn sprechenden Entwicklung nur auf religiöser Ebene möglich ist. In religiösen Lehren kann viel gesunder Menschenverstand stecken. Aber er spielt darin in der Regel nicht die Hauptrolle. Das gilt übrigens nicht nur für Religionen, sondern auch für unverfälschte Wissenschaft. So widerspricht gerade die christliche Dreifaltigkeitslehre ebenso dem auf die fünf Sinne gestützten gesunden Menschenverstand wie das Prinzip der Verschränkung von Elementarteilchen. Aber die unanschauliche Quantenphysik kann – wie wir inzwischen wissen – beide Vorstellungen zur Übereinstimmung bringen. Der Widerspruch zum gesunden Menschenverstand kann also kein Kriterium für die Einschätzung der Lebenstauglichkeit einer Religion sein. Ohne Religion ist der Mensch nichts. Doch gibt es offenbar gesunde, die Fitness im Kampf ums Dasein steigernde und krankhafte, suizidäre Formen von Religiosität (auch christlicher!). Um die letztgenannte handelt es sich meines Erachtens beim totalitären Ökologismus. Schon Hannah Arendt hat übrigens darauf hingewiesen, dass hinter jeglicher Form von Totalitarismus auch Selbstmordmotive stehen. Bei Hitler war das unübersehbar. Wer heute die Geschichte der Bevölkerungs-, Umwelt- und Klimapolitik als Form der inzwischen für verbindlich erklärten Zivilreligion Ökologismus aufarbeitet, stößt unweigerlich auf die Familie Rockefeller. Linksorientierte Publizisten haben sich denn auch die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einflussreiche Studien wie Paul und Anne Ehrlichs Buch „Die Bevölkerungsbombe“ oder die Computersimulation „Die Grenzen des Wachstums“ im Auftrag des Club of Rome als Machwerke im Auftrag der Rockefeller-Dynastie und ihrer Verbündeten in der US-Finanzaristokratie zu denunzieren. Auch einem Teil der deutschen Linken war es anfangs durchaus bewusst, dass „grüne“ Ideen nicht einer Graswurzelbewegung entstammten, sondern in den Denkfabriken der Superreichen ausgekocht wurden. So enthält die im Oktober 1973 erschienene Nr. 33 der von Hans Magnus Enzensberger herausgegebenen führenden linken Zeitschrift „Kursbuch“ den informativen Aufsatz „Die Bevölkerungsbombe ist ein Rockefeller-Baby“ des linksliberalen US-Publizisten Steve Weissmann. Einige Seiten weiter findet sich im gleichen Heft übrigens auch eine deutsche Übersetzung von Martin Gellens historischem Artikel über den Öko-Industrie-Komplex. Schon vor 35 Jahren war also durchaus bekannt, worauf die damals gestartete „grüne Welle“ hinauslief. Im genannten Artikel schildert Weissmann, wie der älteste Rockefeller-Enkel John D. Rockefeller III seit Beginn der 50er Jahre mithilfe seiner Rockefeller Foundation und der befreundeten Carnegie und Ford Foundations private Forschungsinstitute und Nichtregierungsorganisationen wie das Population Council oder der Planned Parenthood Campaign auf die Beine stellte. Diese Pressure Groups erreichten, dass die Förderung der Geburtenkontrolle schon in den 60er Jahren unter Präsident Lindon B. Johnson zum Bestandteil der US-Außenpolitik wurde. Weissmann und andere linksliberale Publizisten verschwiegen allerdings, dass die genannten, schon vor dem Ersten Weltkrieg gegründeten Stiftungen während der gesamten Zeit ihres Wirkens ausschließlich linkes Gedankengut und linke, ex- oder implizit sozialistische Weltverbesserungs-Projekte gefördert haben und kein einziges, das die Idee des freien Unternehmertums unterstützte. Darauf wies – ebenfalls in den 70er Jahren – der christlich und marktradikal orientierte „Verschwörungstheoretiker“ Gary Allen in seinen auch auf deutsch erschienen Bestsellern hin. Allen sah in der von den Rockefellers zur Schau gestellten Philanthropie nichts anderes als konsequenten Machiavellismus. Meines Erachtens überschätzte er allerdings, wie andere Autoren von „Verschwörungsliteratur“, den Einfluss und die Weitsicht der Rockefeller-Dynastie und unterschätzte auf der anderen Seite das Beharrungsvermögen der Kreml-Strategen. Außerdem verlor er aus dem Auge, dass in einer bunten und widersprüchlichen Welt selbst die Mächtigsten ihre Absichten kaum je ungebrochen umsetzen können – zumal, wenn sie vom Virus des Nihilismus infiziert sind. Auch in Kartellen leben Interessensunterschiede fort. Sonst hätten wir die von ihnen angestrebte Weltregierung längst. Allen wies gleichzeitig darauf hin, dass auch die Umweltpolitik im heutigen Sinne insofern ein Rockefeller-Baby ist, als der später aus dem Amt gejagte US-Präsident Richard Nixon, der als „Erfinder“ der Umweltpolitik gilt, lediglich als Platzhalter des mittleren Standard-Oil-Enkels Nelson Rockefeller ins Weiße Haus gelangt war. Nelson Rockefeller hatte seinen Ehrgeiz, selbst Präsident zu werden, nie verborgen. Nach einigen schmerzhaften Niederlagen bei Vorwahlen hatte er jedoch einsehen müssen, dass er keine Chance hatte, selbst ins Weiße Haus gewählt zu werden, und hatte den bei einer zum Rockefeller-Imperium gehörenden Law Firm beschäftigten Nixon vorgeschickt. Nixon hob die Umweltpolitik offiziell im Jahre 1970 aus der Taufe. Es war sicher kein Zufall, dass derselbe Nixon, gedrängt durch massive Goldabflüsse aus den USA (den US-Bürgern war der Besitz von Gold seit 1934 untersagt), nur wenige Monate später die formelle Bindung des US-Dollar an den Goldpreis aufhob und durch eine Welt-Papiergeld-Reserve, die Sonderziehungsrechte, zu ersetzen versuchte. Denn damit vollendete er, was John D. Rockefeller zusammen mit Verbündeten wie Nelson Aldrich, J. P. Morgan, Colonel House, Jacob Schiff, Paul Warburg, Bernard Baruch, den Rothschilds und anderen schon vor dem Ersten Weltkrieg auf den Weg gebracht hatten: die Ablösung des Goldstandards durch politisch manipulierbares Papiergeld – mit dem Ziel, die politische Macht eines Tages in den Händen einer Weltregierung zu konzentrieren. Die Geister scheiden sich bei der Interpretation der im Jahre 1910 bei einer geheimen Zusammenkunft auf der kleinen Jekyll-Insel verabredeten Gründung der US-Notenbank Federal Reserve. Noch immer sehen manche darin eine jüdische Weltverschwörung nach dem Muster des (erfundenen!)„Protokolls der Weißen von Sion“. Gary Allen wies demgegenüber richtig darauf hin, dass der Antisemitismus den „Verschwörern“ von Jekyll Island in die Hände arbeitete, indem er nicht unwesentlich dazu beitrug, deren wirkliche Ziele und Erfolge zu verschleiern. Denn es gerät dabei aus dem Blickfeld, dass der Hauptzweck der Zusammenkunft auf Jekyll Island nicht darin bestand, konkrete Geschäftsprojekte auszuhecken, sondern eine nihilistische Weltsicht beziehungsweise Problemdefinition so attraktiv zu machen, dass sie Chancen hatte, sich gegen den gesunden Menschenverstand und den Selbsterhaltungstrieb der kleinen Leute durchzusetzen. Die nach Ansicht Allens von J.P. Morgan inszenierte Finanzmarkt-Panik von 1907 diente als Vorwand, um eine angebliche sicherere staatsmonopolistische Kartellisierung der Finanzmärkte in Form der Papiergeldwährung der Fed zu fordern. Der Federal Reserve Act passierte am 22. Dezember 1913 mit einer überwältigenden Mehrheit von 298 zu 60 Stimmen den US-Kongress. John D. Rockefeller, der Wettebewerb bekanntlich fürchtete wie der Teufel das Weihwasser und dadurch groß geworden war, dass er Konkurrenten mit allen denkbaren erlaubten und unerlaubten Tricks vom Markt drängte, war damit seinem Ziel einer Weltregierung ein gutes Stück näher gekommen. Wie Carl Schmitt in seiner viel zitierten Schrift über den Begriff des Politischen herausgearbeitet hat, legitimieren sich Staaten durch die Feindbildbestimmung. (Dabei wird der Feind nicht als Un- oder Untermensch definiert, sondern als jemand, der unter bestimmten Umständen in Teilfragen auch zum Bündnispartner auf gleicher Augenhöhe werden kann!) Solange es überhaupt noch Gründe für die Staatenbildung gibt, kann es also keinen die ganze Erde und die ganze Menschheit umfassenden Weltstaat geben. „Die politische Welt ist ein Pluriversum, kein Universum, “ erklärte Schmitt apodiktisch. Ein Weltfriede ist nur als idyllischer Endzustand der allgemeinen Entpolitisierung vorstellbar. Wer sich auf die „Menschheit“ beruft, bemäntelt damit nur imperialistische Expansionsgelüste, vermutete daher Schmitt. Und er zögerte nicht, in diesem Zusammenhang, sich auf den französischen Frühsozialisten Pierre-Joseph Proudhon berufend, zu behaupten: „Wer Menschheit sagt, will betrügen.“ Denn die Rechtfertigung einer Politik durch angebliche Menschheitsprobleme führt zur fatalen Konsequenz, dass deren Gegnern die Qualität des Menschseins abgesprochen werden muss. „Der Gegner heißt nicht mehr Feind, aber dafür wird er als Friedensbrecher und Friedensstörer hors-la-loi und hors de l’humanité gesetzt, und ein zur Wahrung und Erweiterung ökonomischer Machtpositionen geführter Krieg muss mit einem Aufgebot von Propaganda zum ‚Kreuzzug’ und zum ‚letzten Krieg der Menschheit’ gemacht werden“, schrieb Schmitt. So wird deutlich, dass Verschwörungstheorien die auch von Carl Schmitt klar erkannte Gefahr des Totalitarismus letztlich verniedlichen. Die „Verschwörung“ von Jekyll Island bestand, im Lichte von Schmitts Politiktheorie besehen, im Grunde nur in der Entscheidung, wer zur neuen Welt gehört und wer nicht. Die Parallele zur aktuellen „Klimapolitik“ liegt auf der Hand. (Dazu später) Von ganz anderen Voraussetzungen als Hannah Arendt ausgehend, erkannte also auch Schmitt, warum der Totalitarismus eine notwendige Begleiterscheinung der historischen Weichenstellung ist, die in den imperialistischen Kolonialsystemen schon angelegt war. Diese bestand in der Ablösung des Kapitalismus der freien Konkurrenz innerhalb einer Vielzahl mehr oder weniger kleiner Nachtwächterstaaten, für deren Funktionieren etwa fünf Prozent des BSP ausreichten, durch den korporatistischen Kartell- oder Monopolkapitalismus in „modernen“ Wohlfahrts- oder Interessengruppenstaaten, die in der Tendenz mehr als die Hälfte der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung beanspruchen. Nur Dank der engen Verzahnung mit interventionistischer Politik können sich Monopole und Kartelle bekanntlich halten. Das von den Rockefellers und ihren Verbündeten immer offen vertretene utopische Ziel des Aufbaus eines Weltstaates mit einer Welt-Notenbank bedurfte aber einer eingängigen Begründung durch Ängste vor (mehr oder weniger fiktiven) globalen Bedrohungen. Bis dahin hatten die kleinen Leute nämlich eindeutig von der Kleinstaaterei und der Uneinigkeit der Mächtigen profitieren können. Denn notfalls konnten sie unter diesen Bedingungen mit den Füßen abstimmen. Außerdem wussten die Menschen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, selbst unmittelbar benachbarte und historisch verwandte Völker unter einen Hut zu bringen. Es gehörte bis 1914 zum Fundus des gesunden Menschenverstands, dass es besser ist, viele kleine Regierungen zu haben als eine große. Wenn die Mächtigen der Welt sich aber dauerhaft einig würden, hätte der kleine Mann überhaupt nichts mehr zu lachen, weil der dann erreichte Konsens gleichbedeutend wäre mit der Diktatur einer weltweit vernetzten Nomenklatura. Eine „gute“ Gelegenheit, dem gesunden Menschenverstand der kleinen Leute einen Schlag zu versetzen, bot der europäische Krieg von 1914 bis 1918, der erst durch die Intervention von US-Anhängern der Weltstaatsidee zum Weltkrieg geworden war. Große Teile der damals erstarkenden Friedensbewegung sahen im Aufbau eines Weltstaates den besten Weg zum Weltfrieden. Da brauchten Rockefellers Stiftungen kaum noch nachzuhelfen. Mit Bedacht wurde die UNO in New York auf einem von den Rockefellers kostenlos zur Verfügung gestellten Grundstück angesiedelt. Seit der US-Intervention im Ersten Weltkrieg ranken sich um das Finanzkartell der Rockefellers und Rothschilds, wie angedeutet, diverse antiamerikanisch und/oder antisemitisch eingefärbte Verschwörungs- beziehungsweise Dolchstoßlegenden. Deutsche Urheber und Multiplikatoren dieser Legenden glaubten (und glauben zum Teil noch immer), eine primär antideutsche Stoßrichtung der „Verschwörung der Hochfinanz“ ausmachen zu können. Dazu passt schlecht die inzwischen bekannt gewordene Tatsache, dass die Rockefellers und ihre Verbündeten in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht nur den Bolschewiki in Russland, sondern auch den deutschen Nazis – selbstverständlich nicht bedingungslos - finanziell und technologisch unter die Arme griffen und während des Kalten Krieges nach dem Zweiten Weltkrieg den Handel mit dem Ostblock forcierten. (Ohne die Hilfestellung der Rockefellers bei Lenins kurzem Experiment einer „Neuen Ökonomischen Politik“ wäre dem zur Revolution hochstilisierten Putsch der Bolschewiki vermutlich schon bald der endgültige Zusammenbruch des Sozialismus gefolgt.) Dabei ging es selbst während des Korea- und des Vietnam-Krieges auch um die Lieferung von militärisch relevanten Geräten und Technologien. Vermutlich hat Gary Allen recht, wenn er darin Belege dafür sieht, dass Rockefellers Kartell immer in erster Linie das philanthropisch und/oder öko-pazifistisch begründete Ziel einer Weltregierung verfolgte (was Stiche gegen missliebige Konkurrenten im Westen nicht ausschloss). Aufgabe dieser Regierung sollte die globale Kontrolle der Energie- und Nahrungsmittelproduktion sowie des Bevölkerungswachstums durch eine globale Umverteilung von Reichtum und Wohlstand sein. Somit war die Stoßrichtung der Rockefellers nicht primär antideutsch, sondern antichristlich und speziell antikatholisch. Denn nach der reinen kirchlichen Lehre war schon das Ansinnen der Errichtung eines Weltstaates ein Ausdruck von Blasphemie, weil weder der Mensch noch das Geld, sondern Gott die Welt regiert – auch wenn das nicht immer spürbar ist. In der Tat widersetzte sich die katholische Kirche als einzige weltweit geistig einflussreiche Kraft den von den Rockefellers sowie roten und braunen Sozialdemokraten in aller Welt vorangetriebenen Eugenik-Programmen. Nachweislich finanzierte die Rockefeller-Stiftung noch bis 1939 eugenische Forschungsprogramme im Nazi-Deutschland. Diese Programme können, wie Michael Crichton in einem Anhang zu seinem Klima-Thriller „Welt in Angst“ (New York, 2004/München 2005) herausgearbeitet hat, als Vorläufer der heutigen „Klimapolitik“ betrachtet werden, denn bis heute ist der diesen Programmen zugrundeliegende Gen-Begriff ebenso wenig definierbar wie der Begriff „Weltklima“. Es kann nicht oft genug betont werden, dass die katholische Kirche sich gegenüber dieser ebenso irrationalen wie mörderischen Politik als die wahre Hüterin der europäischen Aufklärung erwies. Desgleichen zeigte sich die katholische Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg als ernstzunehmendes Hindernis für die von den Rockefellers propagierte und gesponserte Politik der Geburtenkontrolle, die seit Fairfield Osborns Buch „Our Plundered Planet“ (Boston 1948) streng malthusianistisch begründet wurde. Dieses Buch wurde zum Vorbild sowohl von Paul und Anne Ehrlichs „Bevölkerungsbombe“ (New York, 1968) als auch für die vom „Club of Rome“ angeregte Computersimulationsstudie „Die Grenzen des Wachstums“ des MIT in Cambridge, Ma. (New York, 1972). Schon von daher, aber nicht nur deshalb, stand der Vatikan der UNO, die sich diese Bevölkerungspolitik zum Teil zu Eigen machte, längere Zeit mehr als reserviert gegenüber. Die erstmals medienwirksame 3. Weltbevölkerungskonferenz der UN, die 1974 in Bukarest stattfand – eine Mammutkonferenz, die zum Vorbild der späteren Erd- oder Klima-Gipfel wurde - gilt zu Recht als geistiges Kind von John D. Rockefeller III, der dort auch auftrat. Streckenweise bildete sich anlässlich dieser Konferenz eine oppositionelle Allianz zwischen der katholischen Kirche, Marxisten beziehungsweise Kommunisten und Vertretern der „dritten Welt“, die die Theorie von Thomas Robert Malthus (mit ganz anderer Begründung) von vornherein ebenso strikt ablehnten wie der Vatikan. Es gab auch eine marxistisch inspirierte Fundamentalopposition gegen die Weltstaatsidee. Insbesondere DDR-Autoren taten sich noch bis in die 80er Jahre mit theoretischen Ableitungen und Demonstrationen des Klassencharakters der Ökologie hervor. (Zusammengefasst findet man diese Kritik bei Roland Meister: Ideen vom Weltstaat und der Weltgemeinschaft im Wandel imperialistischen Herrschaftsstrategien; sowie bei Jürgen Kuczynski: Das Gleichgewicht der Null, beide Berlin (Ost) und Frankfurt am Main, 1973) In der UdSSR hingegen schlossen sich nach der Veröffentlichung der „Grenzen des Wachstums“ nach und nach Wissenschaftler und führende Parteiideologen der Auffassung an, die ökologische Krise sei doch real und global. Die Rolle eines Katalysators spielte dabei der in West und Ost gleichermaßen gehätschelte und später mit dem Friedensnobelpreis bedachte „Dissident“ Andrej Sacharow, der schon Ende der 60er Jahre in seinem vielzitierten „Manifest“ eine sozialistische Weltregierung angeregt hatte. So gelang es Aurelio Peccei, dem ersten Vorsitzenden des 1968 gegründeten Club of Rome, im Zeichen der damals einsetzenden West-Ost-Entspannung, von Anfang an auch Vertreter der UdSSR in seinen elitären Zirkel aufzunehmen. Dazu zählten z.B. der kirgisische Literaturnobelpreisträger Tschingis Aitmatov, der auch im Westen nicht unbekannte Managementsystem-Theoretiker Gvishiani und vermutlich auch der weltbekannte russische Physik-Nobelpreisträger Pjotr L. Kapitza. Die „Grenzen des Wachstums“ wurden in Moskau vorgestellt, bevor sie in New York und anderen westlichen Metropolen publik gemacht wurden! Während der 70er Jahre gab es eine ganze Reihe von Ost-West-Konferenzen, auf denen die „Grenzen des Wachstums“ und einige Folgestudien sehr offen und kontrovers diskutiert wurden. (Ich habe ab 1973 selbst an einigen dieser Treffen teilgenommen und dabei über persönliche Bekanntschaften so viele Einblicke gewonnen, dass ich mich von „grünen“ Ideen angewidert abzuwenden begann.) Schon zu Beginn der 80er Jahre bekamen in der UdSSR jene die Oberhand, die das „grüne“ beziehungsweise öko-pazifistische Weltbild im Wesentlichen akzeptierten, weil sie sahen, dass sie mit seiner Hilfe auf einem alternativen Weg zu der von ihnen nach wie vor angestrebten kommunistischen Weltherrschaft gelangen konnten. Dokumentiert wird das in dem 1981 in Moskau erschienen Buch „Globale Probleme der Gegenwart“ der hochrangigen Gorbatschow-Berater Wadim Sagladin und Iwan Frolow. (Sagladin hatte über Goethe promoviert, sprach fließend deutsch und war sehr oft im Westen.) Zu den Hauptgruppen der „globalen Probleme“ zählen die beiden: „das Problem von Krieg und Frieden; die Überwindung des Entwicklungsrückstandes der ehemals kolonialen Gebiete und der ehemals vom Imperialismus abhängigen Länder; Probleme, die mit der Energie- und Nahrungsmittelversorgung der Menschen verbunden sind; Probleme ökologischen Charakters; Probleme, die sich aus dem Wachstum der Erdbevölkerung ergeben.“ Als der Kalte Krieg sich unter US-Präsident Ronald Reagan zum globalen Show down zuspitzte, gab es in Moskau also bereits einflussreiche Vordenker, die die Angst schürten, die Welt werde untergehen, wenn es nicht zu einer globalen Zusammenarbeit komme. 1982 erschien im Ostberliner Dietz-Verlag eine deutsche Übersetzung dieses Buches, die jedoch im Buchhandel der DDR nicht zu finden war. Die SED verteilte das Buch diskret auf internationalen Kongressen anlässlich des 100. Todestages von Karl Marx im Jahre 1983 und an Besucher aus dem Westen. Liest man dieses Buch mit dem heutigen Wissen im Hinterkopf, wird einem sofort klar, dass die Führung der KPdSU die DDR damals im Grunde schon aufgegeben hatte. Mit Blick auf die vor allem von DDR-Philosophen und Ökonomen veröffentlichten scharfen Kritiken an den Studien des Club of Rome schrieben Sagladin und Frolow in ihrem Buch: „Als in Westeuropa und in Amerika rege Debatten über die globalen Probleme begannen, wurde in den sozialistischen Ländern (auch in einem gewissen Teil unserer sozialistischen Öffentlichkeit) zunächst so reagiert: Das alles sei unseriös, sei ein Versuch der Bourgeoisie, die Werktätigen von dringenden Klassenproblemen abzulenken. Glücklicherweise hielt sich dieser Standpunkt nur kurze Zeit. Die Partei hat in ihren Beschlüssen und mit ihren Initiativen diese Position rasch überwunden, und sie hat die sowjetische Wissenschaft auf die gründliche Analyse und praktische Lösung der globalen Probleme orientiert.“ In gewisser Weise schlossen sich die beiden damit der Kritik an, die der in der DDR in Ungnade gefallene marxistische Philosoph Wolfgang Harich in einem 1975 unter dem Titel „Kommunismus ohne Wachstum? Babeuf und der ‚Club of Rome’“ bei Rowohlt in Buchform erschienenen Interview mit Rowohlt-Herausgeber Freimut Duve an meiner eigenen Einschätzung des Club of Rome und Enzensbergers „Kursbuch“ übte. Das bedeutet: Sie schlossen sich (zumindest nach außen) dem „unbewussten“ Öko-Sozialismus der Rockefellers und des Club of Rome an, weil sie erkannt hatten, dass der „wissenschaftliche“ Sozialismus von Marx, Engels, Lenin und Stalin in eine Sackgasse führte. Einige Jahre später konnte Michail Gorbatschow seelenruhig den Zusammenbruch der kommunistischen „Planwirtschaft“ (nicht des Imperiums!) einleiten, weil er wusste, dass die Entwicklung zum Weltkommunismus in anderer Form weitergehen würde. Es bleibt offen, ob der Westen oder der Osten dabei den aktiven Part übernahm beziehungsweise wer wessen nützlicher Idiot war oder noch ist. [Fortsetzung folgt.] 02. Juli 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareMalte Tobias, am 02. Juli 2009 um 15:04 ( Link ) „Wer Menschheit sagt, will betrügen.“ Denn die Rechtfertigung einer Politik durch angebliche Menschheitsprobleme führt zur fatalen Konsequenz, dass deren Gegnern die Qualität des Menschseins abgesprochen werden muss." allerdings:... Da ist die Katholische (oder auch andere) Kirche keine Ausnahme: Auch sie beruft sich darauf, den Gott aller MEnschen zu vertreten und im Besitz der Wahrheit zu sein. Zudem spielte der damalige Papst ja nur allzu gerne mit, als Hitler sich an den Juden ("Jesus-Mördern") vergriff. Er hätte als anerkannte Authorität vielleicht die Chance gehabt, Völkermord und Krieg zu beenden, oder wenigstens mit dem Finger deutlicher darauf zeigen können - all dies tat er nicht. Malte Tobias, am 02. Juli 2009 um 15:05 ( Link ) P.S. (ich meine nicht Karl Marx, sondern den Bischof NAMENS Marx) Reiner Vogels Dieser großartige Artikel macht Hunger auf die Fortsetzung. Edgar L. Gärtner, am 02. Juli 2009 um 15:17 ( Link ) @Malte Tobias: Die katholische Kirche ist Gegenstand von Teil II meines Essays. Deshalb bitte ich um Geduld. Nur so viel vorweg: Für problematischer als Pius XII. halte ich Johannes Paul II. EmilS, am 02. Juli 2009 um 15:43 ( Link ) @Edgar L. Gärtner Danke, für diesen hervorragenden, sehr lesenswerten Artikel. solarkritik, am 02. Juli 2009 um 16:53 ( Link ) Als vom Ökofaschismus persönlich bedrohter Bürger dieses Landes (Richterliche Drohung mit Psychiatrisierung und zweimalige Ordnungshaft), der den Ökofaschisten den "solaren Schwindel-Spiegel" vorhält, weiss ich, dass Edgar Gärtner eine sehr korrekte Analyse der historischen Fakten hier publiziert hat. Seine Analyse erklärt meine persönlichgemachten Erfahrungen. Respekt und meine höchste Anerkennung für dieses sehr lesenswerte Essay, was ich mir sofort als .pdf-Datei weggesichert habe. vonclausewitz, am 02. Juli 2009 um 17:06 ( Link ) Das Projekt "Weltregierung" spiegelt den oligarchischen Konsens der malthusschen Prägung: 1. Die Welt ist prinzipiell und immer überbevölkert. Technologische und medizinische Fortschritte sind in letzter Konsequenz destruktiv, da diese den bevölkerungspolitischen Prellbock der "Limits of Growth" Theorie lediglich hinausschieben. 2. Die postnationale Ordnung hat, neben ihrer genozidalen Funktion, die Aufgabe, die bestehende soziale Hierachie in alle Ewigkeit zu perpetuieren. Eine hochgradig kartellisierte Restwirtschaft verbleibt in Eigentum und Kontrolle der Architekten, dem Rest der Bevölkerung wird der materielle Gehalt ihres Eigentums weitestgehend entzogen. Voll beabsichtigt ergibt sich aus Nullwachstum und Enteignung eine kleine neufeudale Kaste jenseits jedweder Kontrolle. In den Worten D. Rockefellers (Memoirs, 2002): "Die supranationale Souveränität einer intellektuellen Elite und der Welt-Bankiers ist sicherlich der nationalen Souveränität der letzten Jahrhunderte vorzuziehen." Der Nationalstaat muss somit zum Vollzugsorgan einer autokratisch formulierten supranationalen Politik degradiert werden. Satanas, am 02. Juli 2009 um 17:25 ( Link ) Schöner Artikel. Allerdings wäre diese Ökoideologie harmlos, wenn man freiere Staaten hätte, so daß sich der einzelne entziehen könnte. Freilich ahnt man schon, daß auf diesen vielen Konferenzen zur Unterdrückung der Kohlensäure auch weitergehende Maßnamen beraten werden. Allerdings sollte man sich doch einmal überlegen ob man den Idealismus vieler Grüner nicht in konstruktivere Bahnen lenken könnte, wenn man sie mit ihrer Naivität konfrontiert. Als Anfang verschenke man etwa das Buch "unknorke" an einen der weniger hoffnungslosen Fälle. vonclausewitz, am 02. Juli 2009 um 17:33 ( Link ) Der ökologische Totalitarismus nach Vorbild von Maurice Strong, die Earth Summit Konferenz, die Agenda 21 der Vereinten Nationen und die postindustriellen Hirngespinste der Kyoto-Protokolle sind in letzter Konsequenz eine organisierte Rebellion gegen die Vernunft und den progressiven Optimismus, welcher die gegenwärtigen Eigentums- und Herrschaftsverhältnisse hervorgebracht hat. Diese Bewegung charakterisiert den ideellen, moralischen und politischen Bankrott einer herrschenden Oligarchie. Frei nach Thomas Mann wurde aus einer erfolgreichen und respektablen Patrizierfamilie über Generationen eine Ansammlung von dekadenten träumerischen Nichtsnutzen. In unserem Falle leider mit mörderischen Absichten. Jürgen Hodler, am 02. Juli 2009 um 17:42 ( Link ) @Malte Tobias "Zudem spielte der damalige Papst ja nur allzu gerne mit, als Hitler sich an den Juden ("Jesus-Mördern") vergriff. Er hätte als anerkannte Authorität vielleicht die Chance gehabt, Völkermord und Krieg zu beenden, oder wenigstens mit dem Finger deutlicher darauf zeigen können - all dies tat er nicht." Alleine schon diese böswillige Aussage aus der Feder eines Studentlein zeigt, daß für eine geschichtliche Objektivität - und dies dürfte wohl einer fehlenden Substanz geschuldet sein - in einem als bloße Krawallveranstaltung ausgelegten "Neoatheismus" selbstredend kein Platz mehr sein kann. Dummheit und Bosheit scheinen sich hier wohl auf ideale Art und Weise zu ergänzen und so zeugt dies wohl in der Tat von einer geradezu erschreckenden seelischen und geistigen Verwahrlosung der Herren "Kirchengegner". Da will es auch nicht überraschen, daß "Atheismus" und Libertarismus in bester Tradition bisweilen geradezu perfekt miteinander harmonieren. Nun erlaube ich mir eine lapidare Frage: Was hätte dieser Papst, der in der Tat Hunderttausende Juden vor dem sicheren Tod bewahrte und genau aus diesem Grunde in Israel bis zu heutigen Tage verehrt wird, Ihrer Ansicht nach konkret tun sollen, um schlußendlich auch den Ansprüchen eines angeblich „atheistischen“ Studenten gerecht zu werden? Da dürfte sich die Katze wohl selbst in den Schwanz beißen. Wahrscheinlich wird da wohl das einem Geistesblitz gleichende "Argument" folgen, daß die Kirche ja so unendlich mächtig sei und so hätte es wohl ausgereicht, wenn der Papst am Mikrofon des Radio Vatikan den Massenmörder Hitler nur deutlich beim Namen genannt hätte. Anschließend hätten dann alle katholischen Zwangsverpflichteten in Diensten der Wehrmach reuselig die Waffen beiseitegelegt und wären geläutert zu Weib und Kind heimgekehrt. Und der Gröfaz? Der hätte, selbstredend unter seiner Sündenlast ächzend, sein Knie wohl augenblicklich gen Rom gebeugt. Damit wäre der Fall wohl zur Zufriedenheit des "Atheiste" erledigt. Nur so wird die Geschichte nicht bewertet, sondern schlicht und einfach gemacht. Aber Gemach, es wird ein Punkt nach dem anderen abgehakt. Was tat Papst Pius XII., was unterließ er (insebesondere Holland und Polen sind hier von Interesse). Und anschließend wird das „atheistische“ Grottenloch Stück für Stück trockengelegt und somit kultiviert. solarkritik, am 02. Juli 2009 um 17:52 ( Link ) @Satanas
Ich habe auf meiner Webseite zu diesem Zweck spezielle Humorwebseiten eingerichtet, auf denen der "Ökowahnsinn" aufs Korn genommen wird. Meine Eigenkreationen erfreuen sich wachsenener Beliebtheit: Veritas, am 02. Juli 2009 um 18:07 ( Link ) Pius XII hat immerhin versucht Hitler den Teufel auszutreiben, wenn auch aus der Ferne, dem Vatikan! ;-) Max, am 02. Juli 2009 um 20:22 ( Link ) [...] und so hätte es wohl ausgereicht, wenn der Papst am Mikrofon des Radio Vatikan den Massenmörder Hitler nur deutlich beim Namen genannt hätte. Um damit den glorreichen Glanztaten der "Atheisten" und Liberalen zu folgen, die ja bekanntlich vor lauter "mit-dem-Finger-zeigen" das NS-Regime beinahe zur Abdankung zwangen. LOL! ;-) Malte Tobias, am 03. Juli 2009 um 1:00 ( Link ) @ Herr Gärnter: @ Jürgen Holder: Aber als ein stinknormaler Mensch habe ich mich sehr wohl gefragt, wie eine Kirche, die sich "Nächstenliebe" auf die wehenden Banner schreibt, dem heraufziehenden Holocaust, dessen Vorboten ja deutlich erkennbar waren, so wenig entgegensetzte (damit verneine ich ja gar nicht, dass es einzelne, mutige Christen gab - denn die gab es ja zuhauf!) Doch die warnenden Rufe wurden vom Heiligen Stuhl nicht erhöhrt. Nehmen wir z.B. den Rabbiner Arthur Zacharias Schwarz, der sich 1933 mit folgenden Worten an den Vatikan wandte: „Wenn es Eurer Heiligkeit möglich wäre, auszusprechen, dass auch das gegen die Juden geübte Unrecht ein Unrecht bleibt, so würde ein solches Wort den Mut und die Moral von Millionen meiner jüdischen Brüder erhöhen.“ Am 22. April 1933 wurde an den Vatikan folgendes Telegramm eines New Yorker Rabbiners gesandt (dieser hieß: William Margolis) „Im Namen von all dem, was der Christenheit heilig ist, flehe ich Sie an, Ihre Stimme zu erheben, um Hitlers Verfolgungen klar zu verurteilen. Ihre Kritik wird weitreichenden Einfluss auf die deutsche Regierung haben ... und zu einer Änderung der Politik führen.“ Man bemerke, dass diese Appelle lange vor der "Endlösung", ja sogar noch Jahre vor der "Reichsprogromnacht" erfolgten!!! In einem haben Sie allerdings recht, ich bin kein Historiker und muss mich deshalb auf die Fakten anderer Leute verlassen. In diesem Sinne erwarte ich gespannt den folgenden Artikel von Herrn Gärtner. Malte Tobias, am 03. Juli 2009 um 1:06 ( Link ) @ Max: Ihren Einwand verstehe ich nicht: Waren es nicht gerade die Nihilisten, die das Massenmorden möglich machten? Und insofern also doch zum Teil eine Institution, die den Menschen das Denken abnimmt und Ihnen eintrichtert, ihr Verstand scheitere an der Welt, weshalb sie ihn gar nicht erst benutzen sollten? Mit anderen Worten: die Kirche, die in den Jahrhunderten zuvor gute Vorarbeit in Sachen bedingungsloser Gehorsam und Unterordnung geleistet hat? Ich zitiere dazu die Passage aus dem Text von Herrn Gärnter: "der Nihilismus (frei nach Friedrich Nietzsche: die Negation des wirklichen Lebens durch krankhafte Religiosität beziehungsweise übertriebene Vorsorge, mit anderen Worten: höhere Dummheit)" Peter Janowitz, am 03. Juli 2009 um 1:09 ( Link ) Ein Jammer, nochmal kurz von Herrn Gärtners faszinierendem Essay ablenken zu müssen: "Auch die katholische Kirche beruft sich darauf, den Gott aller Menschen zu vertreten und im Besitz der Wahrheit zu sein": Schön wärs ! Peter Janowitz, am 03. Juli 2009 um 2:13 ( Link ) @Malte Tobias: dickbrettbohrer, am 03. Juli 2009 um 6:29 ( Link ) Optimistisch stimmt, daß es wohl leichter sein dürfte, einen Sack Flöhe zu beaufsichtigen als die gesamte Erdbevölkerung unter einen Hut zu bekommen. vonclausewitz, am 03. Juli 2009 um 7:31 ( Link ) Die technische Machbarkeit einer wissenschaftlichen Diktatur aus panoptischer Überwachung und synthetischer Realität ist in der Tat erschreckend. Andererseits wirkt der Fortschritt auch im Dienste der Freiheit. Der weltweite Austausch von Information über das Internet hat in meiner Generation einen besser informierten Menschenschlag hervorgebracht, die Halbwertszeit intimster Geheimnisse hat sich radikal verkürzt. Und mit ihr die Nützlichkeit einer manipulierten Medienlandschaft. Das wütende Gezeter ehemaliger Informations- und Meinungsmonopolisten stimmt hoffnungsvoll. Max, am 03. Juli 2009 um 7:55 ( Link ) @Malte Tobias: Das Argument, wonach die katholische Kirche den Menschen das "Denken abnimmt" und damit der Wegbereiter für modernistische, irdische Heilsideen wie den nationalen Sozialismus sein soll, werden hoffentlich andere entkräften. Mir ist das zu blöd ;-) Wo bleibt eigentlich Ihre 'Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit' beim Nachplappern von Behauptungen, die Ihnen von demokratischen Propagandamedien und mithilfe demokratischer Erziehungs- und Gehirnwäscheeinrichtungen eingetrichtert werden? Und nun zu Ihrem herzerschütternden Sentimentalismus und Ihrem Glauben an die menschliche Güte und Weisheit (gibt es dafür eigentlich auch ein rationales Basisaxiom, denn empirisch scheinen Sie diesbezüglich offensichtlich auf verlorenem Posten zu kämpfen): "Die Morallehren der Aufklärung zeugen von dem hoffnungslosen Streben, an Stelle der geschwächten Religion einen intellektuellen Grund dafür zu finden, in der Gesellschaft auszuhalten, wenn das Interesse versagt. [...] Das Werk des Marquis de Sade zeigt den 'Verstand ohne Leitung eines anderen', d.h. das von Bevormundung befreite bürgerliche Subjekt." "„Die Wurzel des kantischen Optimismus, nach dem moralisches Handeln auch dort vernünftig sei, wo das niederträchtige gute Aussicht habe, ist das Entsetzen vor dem Rückfall in die Barbarei." - Theodor W. Adorno & Max Horkheimer - TrebMelsa @Jürgen Holder Sie fragen was der Papast Pius XII. hätte tun können? Z. B. die Enzyklika >Humani generis unitas< veröffentlichen. Diese war - wie Sie sicherlich auch wissen - 1938 im Auftrag von Papst Pius XI. von den Jesuiten Gustav Gundlach und John La Farge entworfen worden und ist wegen des Todes Pius XI. nicht mehr veröffentlicht worden. Haderach, am 03. Juli 2009 um 8:33 ( Link ) Es gibt wohl kaum eine wirksamere Möglichkeit die libertäre Sache allgemein, und diese Seite im speziellen zu schädigen, als diese herablassende sektiererische Religionsfixiertheit mancher Komentatoren. Reiner Vogels Was die Kritik an der katholischen Kirche betrifft - ich selbst bin lutherischer Christ - so ist das Spiel immer wieder dasselbe: Es werden vermeintliche oder wirkliche Missstände und Fehlentscheidungen ins Feld geführt, um den Glauben als solchen zu diskreditieren. Diese Argumentationsmasche - mehr ist es nicht - ist von Grund auf falsch. Es ist doch selbstverständlich, dass es in einer Großinstitution wie der Kirche auch Missstände, Fehlentscheidungen und sogar auch Verbrecher und Betrüger gib. Schließlich besteht die Kirche aus Menschen. Das hat nun aber nichts, wirklich gar nichts, mit der Frage zu tun, ob der christliche Glaube gut oder schlecht ist. Da muss jeder selbst sehen, wie er zurecht kommt, unabhängig von den guten oder schlechten Vorbildern in der Kirche. Das gilt im übrigen für jede Großinstitution. In jeder politischen Partei gibt es Missstände, Betrüger, Lügner und Schurken. Dennoch kann die Partei als ganze wählbar sein und für eine vernünftige Politik stehen. Goldelse, am 03. Juli 2009 um 9:03 ( Link ) Alles, was internationalistisch ist, ist für mich schon einmal suspekt wie alle Organisationen, die mit 3-4 Buchstabenabkürzungen sozialistisch daherkommen und international unterwegs sind. Wenn sich alle nationalen Regierungen diesen Organisationen entziehen, würden die sich auflösen müssen. Tun sie aber nicht. Daher meine Frage: Welche Rolle spielen die europäischen Regierungen und welche spielt unsere eigene? Sind sie eingesetzt von Rockefeller und Co? Sie halten sich bekanntlich stramm an das Programm. Man selbst kann sich dem Internationalen insofern entziehen, indem man sein Kaufverhalten ändert, weg vom Supermarkt der Kartelle und hin zu den regionalen Händlern. Interessant fand ich in dem Artikel, dass es immer wieder Personen gibt, die hoch gespült wurden, z.B. Aitmatov, nie habe ich verstanden, warum er so berühmt wurde, denn seine Bücher sind zweitklassig, jetzt habe ich es verstanden. Und auch Gorbatschov war also eine Kunstgestalt, der bewusst die Öffnung des Ostens vorantrieb. Die offenen Grenzen haben uns das Unglück erst gebracht: Schmuggel, Tierhandel, Kriminalität, Lohndrückerei. Weit haben es die Globalisten gebracht, die EU ist ein ekelhaftes Konstrukt, nach dessen Vorbild andere Regionen zusammengefasst werden sollen, um dann alles zu einer Weltregion zu vereinen. Die "eine Welt" verlagert die Verantwortung für jede politische und wirtschaftliche Handlung ins Nichts, wie jetzt bei den Globalplayern der Finanzwelt. Das geht weiter, wenn ich mir ein chinesisches Produkt andrehen lasse und davon krank werde, dieser Wahn darf daher nicht umgesetzt werden. Stefan Miller, am 03. Juli 2009 um 10:21 ( Link ) vom freeman abgeschrieben: "Als ich in den 60er Jahren die Landwirtschaftsschule besuchte, war CO2 Finde ich sehr treffend. Malte Tobias, am 03. Juli 2009 um 11:15 ( Link ) Danke, Haderach, für Ihren Kommentar. @ MAx: Sie setzen mir Argumente in den Mund, auf die ich mich nie bezog. Wo spreche ich bspw. von der "Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit"? Es hebt sich also auf, wobei ich die Taten eines Menschen, der aus eigener Überlegung zum Ergebnis gelangt, dass das Töten andere Menschen unmoralisch ist, einen freiheitlicheren Geist zusprechen, als jemandem, der andere nur verschont, weil ihm das eine weltliche Instanz und ihre heiliges Buch eingetrichtert haben. Denn wenn diese weltliche Instanz - oder auch das Buch an anderer Textstelle - einmal von ganz konträren Zielen sprechen, dann werden diese Ziele ebenso fanatisch verfolgt werden, wie zuvor die "guten" Ziele. Man kann alles in einem Glauben finden, aber sicherlich begründet sie keine Moral. Und in diesem Punkt stimme ich Ihnen ja sogar zu: nämlich, dass die kritische Distanz eines Atheisten, der die Diktatur des Geistes ablehnt, nicht per se ein moralischer Mensch ist - in der Tat bietet der Atheismus per se ebensowenig eine Moral, wie jede Religion. JS, am 03. Juli 2009 um 12:43 ( Link ) "Sie fragen, was der Atheist dem Wahn des III. Reiches entgegenzusetzen hat. Nun, ein Atheist würde erst einmal nicht auf diese Wahllose Unterscheidung kommen, einen Juden geringer zu bewerten, weil er häufiger in einem anderen heiligen Buch blättert als man selbst. " Eine Verklärung des Atheismus. Ein Atheist würde, so wie es alle Ahteisten bis heute tun, den Juden genauso gering bewerten wie den Christen und würde deren Religion(en) auf jeden Fall geringer als seine eigene Religion des Atheismus bewerten. "Und daran schließt sich eine Gegenfrage an: Was kann der Christ dem Massenmorden Hitlers entgegensetzen, wenn nicht sein heiliges Buch, bzw. seine Überzeugung?" Er könnte das tun, was Bonhoeffer, Stauffenberg, Elser, und viele andere, die auf Grund ihrer christlichen Überzeugungen aktiven Widerstand leisteten und dafür ihr Leben hingaben. Überhaupt gab es den einzig ernstzunehmenden Widerstand im Dritten Reich von christlich-konservativer Seite, was den Führer zu der Bemerkung veranlasste, den "versäumten Kampf gegen Rechts" als "Unterlassungssünde" zu bezeichnen. TrebMelsa Ich bin mir nicht bewusst, dass mein Kommentar zu den herablassenden sekterischen Bemerkungen gehören soll. Als Angehöriger der katholischen Kirche bin ich vielmehr stolz darauf, dass es Männer wie Bischof Preysing, der schon bei der Amtseinführung als Bischof von Berlin deutlich machte, mit seiner Interpretation vom Eid auf den NEUEN STAAT, was er von den Nazis hielt. Malte Tobias, am 03. Juli 2009 um 15:17 ( Link ) Ich stimme dem letzten Kommentar zu: Ich erinnere mich auch, dass der user "Lieber Atheist" an anderer Stelle ebenfalls auf das heutige Tageszitat hingewiesen hat. Man solle doch seinen Glauben niemandem aufzwingen, vor allem sollte man sich hüten, wenn der Staat Partei für diese oder jene Religion ergreift. Auch Roland Baaders Analyse stimme ich weitgehend zu, ich selbst habe meine christlichen Freunde, die zum großen Teil Sozialisten, Grüne oder CDU-ler geworden sind, mehrmals darauf hingewiesen, dass die 10 Gebote ja genau dem widersprechen, was heute im Namen einer christlichen Politik oftmals unternommen wird. Die Sozialpolilitik bspw. widerspricht den 10 Geboten, da sie sich am Eigentum fremder vergreift, um "sozial" zu sein. Wahre Nächstenliebe kann aber nach biblischem Verständnis nur diejenige sein, die eigene Güter teilt und sich nicht an den Gütern anderer vergreift. Ich denke, dass wir alle dieser Aussage zustimmen können, oder? Mein Anliegen ist hier ja auch gar nicht, Atheismus gegen Religion aufzuwiegeln. Sondern es geht darum, die Abwehrrechte, die wir gegenüber dem Staat kraft unserer Geburt als freie Menschen haben, auch auf der geistigen Ebene zu betonen. Solange jeder seine Weltanschauung für sich oder mit Gleichgesinnten genießt, kann ich gar nichts dagegen einwenden. Es mag manchen Überraschen, doch ich selbst versuche, nach christlichen Werten zu leben, d.h. Werte, die ich in der Jesus-Botschaft finde. Es besteht aus meiner Sicht kein zwingender Zusammenhang zwischen christlichem Glauben (oder einem Wotan-, Shiva-, Jehowa-, Satans, etc.- Glauben) und einer Lebenseinstellung, die sich an christlichen Werten orientiert. Ich selbst bin dafür ein empirischer Beleg und ich kenne viele andere Menschen, die ihre Moral eben nicht aus einer christlichen Ethik ableiten. Ich verfolge daher die meisten der 10 Gebote sehr wohl (bis auf das erste, da ich nicht nur keine anderen Götter neben Jehowa habe, sondern keinen einzigen ;) ) - der einzige Unterschied ist der, dass ich den Grund für meine Moral nicht aus dem Glauben an einen Herrgott ableite. In diesem Sinne, libertäre Grüße an alle! Malte Tobias, am 03. Juli 2009 um 15:18 ( Link ) P.S. ich lebe nach christlichen Werten, so wie ich den Werten Konfuzius oder Gandhis etwas abgewinnen kann, ohne diese HErren gleich als Gottes Söhne zu bezeichnen und ihnen zu huldigen. Das ist der Unterschied. Moral aus Beispielen lernen, das kommt ja bereits in der Bibel vor und ist elementarer Bestandtei jeder Erziehung. Ich sehe dafür nicht die Notwendigkeit einer Religion TrebMelsa Lieber Malte Tobias! Hanna Thiele, am 03. Juli 2009 um 16:18 ( Link ) @ Reiner Vogels Reiner Vogels schreibt: EINSPRUCH! Beim Glauben wird das kaum anders sein. Ähnlich ist es mit den Parteien. Wer es schafft, eine der Parteien aus dem Kartell von "CO2-Bürgerschändern" zu wählen, der muß ganz schön geübt sein im treudoofen Krötenschlucken - was als "deutscher Untertanengeist" in der ganzen Welt zweifelhaft berühmt ist. Max, am 03. Juli 2009 um 20:28 ( Link ) @ Malte Tobias: Ich wollte Ihnen nichts in den Mund setzen und habe deshalb mit einfachen und doppelten Anführungszeichen gearbeitet. Beim nächsten Mal überlege ich mir etwas besseres ;-) Was kann der Christ dem Massenmorden Hitlers entgegensetzen, Es ist die Pflicht eines jeden Christen -vorausgesetzt, er möchte erlöst werden- nach den Worten Gottes zu handeln. Mit dem Glauben nicht kompatible, weltbezogene Heilsversprechungen eines Volksverhetzers sind zu ignorieren oder zu bekämpfen. Bei den Katholiken verringert die Gebundenheit an den Vatikan die Anfälligkeit für irdische Erlösunglehren zusätzlich. wenn nicht sein heiliges Buch, bzw. seine Überzeugung? Die Bibel ist für gläubige Christen genausowenig ein gewöhnliches Buch wie die Reichskrone ein einfaches Stück Metall war. Dieses "mehr sein", ja dieser Kult ist für Modernisten nicht mehr nachvollziehbar und wird von ihnen belächelt. Dabei sind doch jene mystischen, ja überirdischen Institutionen, Riten und Bräuche fruchtbare und unabdingbare Voraussetzungen für eine Ordnung des gesamten Lebens und die Verwirklichung von Höherem. Es hebt sich also auf, wobei ich die Taten eines Menschen, der aus eigener Überlegung zum Ergebnis gelangt, dass das Töten andere Menschen unmoralisch ist, einen freiheitlicheren Geist zusprechen, als jemandem, der andere nur verschont, weil ihm das eine weltliche Instanz und ihre heiliges Buch eingetrichtert haben. Und hier offenbart sich doch die gesamte Unfruchtbarkeit des modernistischen Denkens. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass die Bestie Mensch, die ihre Bestialität allerhöchstens unterdrücken, niemals jedoch beseitigen kann, "aus eigener Überlegung zum Ergebnis gelangt, dass das Töten" -und andere barbarischen Akte- unmoralisch ist? Das modernistisch-atheistisch-materialistische Denken kennt keine höhere moralische Instanz als den eigenen Verstand. Das atheistische Denken führt doch zwangsläufig dazu, den Nutzen der Vernunft ausschließlich zum Zweck der Selbsterhaltung, der materiellen Nutzenmaximierung und der effizienten Befriedigung der Begierden zu verstehen. Warum soll jenes Denkschema keine Auswirkungen auf die Moral haben? Es muß doch zwangsläufig -und dazu muß man wahrlich kein Hellseher sein- eine Moral entstehen, die Personen zu bloßen Kategorien verkommen lässt, auf deren maximale Nutzbarmachung es ankommt. Rainhelt , am 04. Juli 2009 um 12:23 ( Link ) Hallo Herr Gärtner, Viele Grüße Hanna Thiele, am 04. Juli 2009 um 13:16 ( Link ) Ja, es gibt einen Ausweg! Keiner Partei die Wählerstimme geben, die uns Bürger wie Leibeigene an Klima-Geschäftemacher verkauft. Lesen Sie hier http://www.nordsee-zeitung.de/Home/Nachrichten/Startseite/Experten-geben-Tipps-zum-Klimawandel-_arid,185008_puid,1_pageid,52.html Und das Forschungsministerium will das 'Weißwaschen" des Bürgerverkaufs begleitet wissen von einem täglichen Klimabericht in der Tagesschau, damit die Bürger das Verbrechen an ihnen nicht bemerken. dickbrettbohrer, am 04. Juli 2009 um 13:55 ( Link ) Das ist das Problem. Die Ausplünderung des Volkes geschieht nach rein marktwirtschaftlichen Prinzipien, so paradox sich das auch anhören mag. Wo eine Verdienstmöglichkeit winkt, wird sie ausgenutzt - Ursache ist die Verfügungsmasse der erpreßten Steuern. Das läßt sich weder reformieren noch zurückdrehen, denn das Flechtwerk der organisierten Schmarotzerei hat "Unternehmen" gebildet, die wie ein Krebsgeschwür Metastasen bildet. Das Gewebe des gesamten öffentlichen und teilweise auch schon privaten Lebens ist von diesem energieraubenden Flechtwerk durchdrungen. Jeder von uns kennt in der eigenen Verwandtschaft und Bekanntschaft Personen, die ganz legal für steuersubventionierte Freßzellen arbeiten. Ihnen ist kein Vorwurf zu machen! Überall sind meist nette Menschen am Werk! Wo wollte man da beginnen mit dem Aufhören ... Reiner Vogels @Hanna Thiele Sehr verehrte Frau Thiele, ich stimme natürlich Ihren beiden Beiträgen zu. Was ich gemeint habe: Die Sache des Glaubens ist unabhängig von der Glaubwürdigkeit der Menschen, die in der Kirche sind. Das Wort Gottes kann recht haben, auch wenn Priester sich an Kindern vergreifen und Päpste mit den Mächtigen paktieren oder wenn Lutheraner die Nazis unterstützen. Das ist bei Parteien nicht anders: Die Idee des Liberalismus z.B. wird nicht dadurch falsch, dass eine Partei, die sich liberal nennt, sich an der CO2-Verdummung und der CO2-Abkassiererei der Bürger beteiligt. Hanna Thiele, am 04. Juli 2009 um 23:18 ( Link ) @ Reiner Vogels Sie schreiben: Um das geht es nicht. dickbrettbohrer, am 05. Juli 2009 um 8:17 ( Link ) „Wer die atmosphärische Luft oder das genießbare Wasser monopolisieren würde, der könnte freilich damit alle anderen Menschen zu allem und zu jedem zwingen. Einem solchen Monopol gegenüber würde es überhaupt keinen Tauschverkehr und kein Wirtschaften geben. Sein Inhaber würde über das Leben und über allen Besitz seiner Mitmenschen frei verfügen können.“ Ludwig von Mises (in: Die Gemeinwirtschaft, Seite 354) Sind wir bald soweit? Nicht erwähnt hat Mises die Möglichkeit der Monopolisierung von Saatgut (Terminator- und Gentechnologie) und damit die Monopolisierung in Fragen der Ernährung, Gesundheit, Fortpflanzung und Lebensdauer des Menschen. Diese perfide Vorstellung lag wohl zu seiner Zeit außerhalb der Phantasie. Hanna Thiele, am 05. Juli 2009 um 8:41 ( Link ) @ dickbrettbohrer Genau das ist es! Es ist ein Staatsstreich, was da abläuft – und keiner guckt hin. Fabio Bossi, am 05. Juli 2009 um 11:48 ( Link ) "Wir Liberalen behaupten gar nicht, daß Gott oder die Natur alle Menschen zur Freiheit bestimmt hätte, schon darum nicht, weil wir über die Absichten Gottes und der Natur nicht unterrichtet sind und es grundsätzlich vermeiden, Gott und die Natur in den Streit um irdische Dinge hereinzuziehen." Ludwig von Mises Nikolaus Lenau, am 05. Juli 2009 um 20:47 ( Link ) Lieber Edgar, Deine Analysen sind brillant und beweisen intellektuellen Tiefgang und profunde Bildung - beides wird von den etablierten Medien leider nur noch zur Ausschmückung interessenorientierter "Gedankengänge" benutzt. Gleichwohl - der Anspruch, bestehende "Verschwörungstheorien" zu erkennen und zu überwinden und dabei die "reine Realität" (die reine Wahrheit?) zu beschreiben, kann nicht erfüllt werden. Z.B.: Die katholische Kirche als Hüterin der Aufklärung - das ist schräge und konstruiert. Als Kind im christlich-fundamentalen Glauben erzogen suche ich (halb unbewusst) immer noch eine Erklärung, eine Einsicht, ein gedankliches Modell, das die Realität abbildet und dem man vorbehaltlos vertrauen kann. Natürlich gibt es das nicht. So muss auch Dein genialer Beitrag durch den Filter laufen, den man "eigenen gesunden Menschenverstand" nennt - und damit bleib ich so beschränkt und so klug als je zuvor. Trotzdem - Kompliment und Danke ! Malte Tobias, am 05. Juli 2009 um 21:20 ( Link ) @ Fabio : @ Max: "Die Bibel ist für gläubige Christen genausowenig ein gewöhnliches Buch wie die Reichskrone ein einfaches Stück Metall war." Genau das macht Religion ja so gefährlich. Wenn die Bibel nämlich für Sie bloß ein gewöhnliches Buch wäre, könnte man über die darin enthaltenen Lehren konstruktiv streiten. Da es für Sie aber offenbar bereits im Vorhinein einen heiligen und mystischen Stellenwert besitzt, scheinen Sie den darin enthaltenen Wertvorstellungen a priori einen höheren Wert beizumessen als anderen Argumenten: ich interpretiere das überspitzt so, dass sie ihren Verstand nicht gebrauchen möchten, da Sie mir zeigen, dass Sie Argumente nicht mithilfe ihres Geistes überprüfen, sondern anhand der Quelle aus der diese stammen: ob aus einer "heiligen" oder nicht-heligen Schrift; von einem geistlichen Würdenträger oder einem Ketzer. Weiter fragen Sie: "Wie wahrscheinlich ist es denn, dass die Bestie Mensch, die ihre Bestialität allerhöchstens unterdrücken, niemals jedoch beseitigen kann, "aus eigener Überlegung zum Ergebnis gelangt, dass das Töten" -und andere barbarischen Akte- unmoralisch ist?" Höchst wahrscheinlich! Denn erst war der moralische Mensch, dann hat dieser es in eine mystische Story verpackt, um seinen Werten mehr Glaubwürdigkeit zu verpassen. Okay, Sie lassen dieses Argument bestimmt nicht gelten, also ein anderes, was sie auch überprüfen können: Es ist höchstwahrscheinlich, dass sich eine Moral "aus eigener Überlegung" bildet, da viele Atheisten, die ich kenne - aber auch ich selbst - höchst reale Beweise dafür darstellen. TrebMelsa @ Malte Tobias Das Zitat von Luwig von Mises >Wir Liberalen behaupten gar nicht, daß Gott oder die Natur alle Menschen zur Freiheit bestimmt hätte, schon darum nicht, weil wir über die Absichten Gottes und der Natur nicht unterrichtet sind und es grundsätzlich vermeiden, Gott und die Natur in den Streit um irdische Dinge hereinzuziehen< im Beitrag von Fabio ist zu finden im Buch >Liberalismus< => Seite 20. Ähnliches findet man auch im Buch >Nationalökonomie<, S. 621f. Besten Gruß Besten Gruß Malte Tobias, am 06. Juli 2009 um 10:45 ( Link ) Hervorragend, vielen Dank! Das Zitat belegt zudem, dass HErr von Mises persönlich seine freiheitliche Moral eben NICHT aus einer religiösen Überzeugung herleitet oder begründet - gleichwohl er persönlich durchaus ein Christ gewesen sein kann. Ergo haben wir hier ein weiteren empirischen Fall wie jemand überzeugend eine Moral vertritt, die er kraft seines Menschenverstandes als sinnvoll erkennt, ohne dafür auf Gott zurückgreifen zu müssen. Grüße! dickbrettbohrer, am 06. Juli 2009 um 11:24 ( Link ) Malte Tobias: Was verstehen Sie denn überhaupt unter Religion und unter religiös? Max, am 06. Juli 2009 um 12:23 ( Link ) Ja, die herbeiargumentierte Vereinbarkeit des "angeborenen" Grundrechts auf Selbstbestimmung mit einem rechtsanmaßenden und daher kriminellen Miniwinimax-Schwindelverfassungsstaat ist wahrlich ein überzeugender Beweis für atheistisch-agnostische Moral... ;-) @ Malte Tobias: Genau das macht Religion ja so gefährlich. Der christkatholische Glaube ist eine relativ ungefährliche Religion - aber das soll an dieser Stelle nicht Gegenstand der Diskussion sein. Grundsätzlich gebe ich Ihnen bei dieser These recht. Nur kann ich daraus nicht schließen, den Hokuspokus komplett aus dem menschlichen Leben verbannen zu wollen. Denn was bleibt dann noch übrig? Die pure Leere, Beliebig- und Ziellosigkeit. Ein langweiliges Leben ohne Sinn und Zweck, welches zu allem Überfluss nicht lange Bestand haben wird. Denn was im 20ten Jahrhundert auf den (damals euphorisch gefeierten) Einbruch des Modernismus im 19ten Jahrhundert folgte, wissen Sie selbst. Da es für Sie aber offenbar bereits im Vorhinein einen heiligen und mystischen Stellenwert besitzt, scheinen Sie den darin enthaltenen Wertvorstellungen a priori einen höheren Wert beizumessen als anderen Argumenten: [...] Und Sie tun das nicht? Ja dann diskutieren Sie theoretisch Ihr ganzes Leben lang. Ich prophezeie Ihnen jedoch, dass Sie irgendwann einmal auf wenig konsensorientierte Zeitgenossen stoßen werden, die keine besondere Lust auf konstruktive Diskussionen haben werden. Es ist höchstwahrscheinlich, dass sich eine Moral "aus eigener Überlegung" bildet, da viele Atheisten, die ich kenne - aber auch ich selbst - höchst reale Beweise dafür darstellen. Nun, als advocatus diaboli bin versucht, diese "Atheisten" als irrationale Schwächlinge anzusehen, die mit einem Bein im rückständigen Mittelalter verhaftet sind und Schwindlern und Betrügern (als etwas anderes kann ein Atheist den Papst oder Jesus Christus ja nicht betrachten) die Füße küssen. Wie dem auch sei, als empirischer oder gar logischer Beweis für einen übertriebenen Sentimentalismus taugen die genannten Beispiele meines Erachtens nicht. Im Übrigen habe ich nicht behauptet, dass alle Atheisten moral- und sittenfreie Tunichtgute sind. Noch ist das Christentum relativ präsent, auch wenn natürlich keiner mehr wirklich daran glaubt. Über kurz oder lang ist es leider unabwendbar, dass eine Ideologie, welche die Selbsterhaltung, die materielle Nutzenmaximierung und die Bedürfnissbefriedigung zu ihrer obersten Maxime erhebt, verheerende Auswirkungen auf die Moral haben wird. Es ist doch eine Frage der Zeit, bis auf dem Humus des Materialismus eine utiliteraristisch und sozialdarwinistisch beeinflusste Übermenschen-Moral gedeiht, die sich vor lächerlichen "Grundrechte"-Papierfetzen nicht aufhalten lässt (vgl. de Sade, Nietzsche oder Hitler, Mao, Stalin etc.). Es gibt schlicht und ergreifend keinen objektiven Grund, so zu handeln, wie Sie und Ihre Freunde es als atheistische "10%-Christen" für moralisch halten. Martin Möller, am 12. Juli 2009 um 15:35 ( Link ) Milanković müßte man ja wohl als Milankowitsch transkribieren, wenn Sprache irgend einen Sinn behalten soll. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Malte Tobias, am 02. Juli 2009 um 14:44 ( Link )
Hervoragender Artikel. Frau Arendt war wirklich eine begnadete Dame mit hohem Sachverstand und weiser Voraussicht. Wie toll doch ihre Warnungen zum sich abzeichnenden ÖKO-Faschismus passen...