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„Anti-“ Faschisten: Menschen in ihrer Existenz vernichten!

von Guido Neumann

Denunziantentum heute – „Lizas Welt“ schießt Michael Mross in den Rücken

Er stand beim Abtransport der von ihm Denunzierten immer gerne versteckt hinter einer Ecke. Leicht erschaudert ob seiner Macht sah er zu. Er hatte heute Morgen anonym den Häschern des Systems den Tipp gegeben. Schuldig fühlte er sich nicht. Eher so, als ob er wieder ein gutes Werk getan hatte. Leuten wie ihm war es in seinen Augen zu verdanken, dass das Land „sauber“ wurde.

Unter Hitler, Mao und Stalin hatten Denunzianten wie er ihre ganz große Zeit. Unter dem Banner der Politischen Korrektheit und des modernen „Anti-“ Faschismus ist er nun auferstanden. Im Internetzeitalter denunziert man gerne doppelt anonymisiert, zum Beispiel indem man seine Homepage hinter dem Namen eines französischen Fußballers versteckt und dann zusätzlich auf dieser Seite Artikel unter Phantasienamen publiziert.

Am Ostersonntag war es mal wieder soweit, der Denunziant hatte Langeweile. Diesmal wurde der Börsenexperte Michael Mross zum Abschuss freigegeben. Einer wie Mross hat schließlich etwas zu verlieren, arbeitet er doch unter anderem, wie der Denunziant einführend zu berichten weiß, für den Nachrichtensender N24, den Wirtschaftssender CNBC sowie für Focus-Online.

Heute  verrät der Denunziant nicht die jüdische Urgroßmutter oder die antiproletarische Gesinnung des Opfers, sondern man wittert – vor dem geschichtlichen Hintergrund an Perfidie kaum zu überbieten – dessen „Antisemitismus“. Und wenn der ostersonntäglich so gelangweilte Denunziant konkret in den Texten seines Opfers nichts wirklich Denunzierbares findet, dann erfindet er eben. Etwa eine Wunderwaffe wie den „strukturellen Antisemitismus“ (die geschichtlichen Vorbilder, etwa die „antiproletarische Gesinnung“ waren ähnlich vielseitig und auch auf jeden anwendbar): „Der Begriff Hochfinanz“, erfahren wir beim „Exfußballer“, gilt nämlich „als eine Chiffre für das verjudete Finanzkapital“ – und geht folglich gar nicht.

Wer Hochfinanz sagt will Juden vernichten – mit einer solch feinen „Methode“ kriegt man jeden. Dumm, wenn der so leicht Denunzierte auf seiner im Unterschied zum Denunzianten namentlich gezeichneten Homepage auch noch (ebenfalls im Unterschied zum Denunzianten) Leserkommentare zulässt. Dabei findet der Osterdenunziant heute immer ein paar Eier in Form von Leserkommentaren, die seinen hinterhältigen Angriff vermeintlich rechtfertigen. Dass solche Spinnerposts heute auch zu Tausenden auf Seiten wie welt.de oder spiegel.de zu finden sind, verbirgt der Denunziant dezent wie sein Antlitz.

Glück im Unglück: Noch wird der Denunzierte nicht bereits wieder von der Geheimpolizei abgeholt. Aber es geht dem Denunzianten schon um weit mehr als nur um Rufschädigung. Damit das deutlich wird, schreibt er es – beinahe „ganz offen“ – wie folgt: „Möglicherweise sind die Redaktionen der Sender und Online-Portale nicht im Bilde darüber, welche Ansichten Mross verbreitet [strukturell antisemitische nämlich]. Es ist jedenfalls kaum vorstellbar, dass diese Ansichten mit dem Image eines seriösen Börsenexperten, der glaubhaft von der Frankfurter Börse zu berichten weiß, zu vereinbaren sind.“

Der in solchen Fällen stets dazugehörende empörte Brief an die betreffenden Chefredakteure und Verleger mit Kopie an den Zentralrat und andere Zeugen ist begleitend ganz sicher längst unterwegs. Der Wahnsinn hat durchaus Methode. Absender: ein mutiger Bürger im aufrechten Kampf gegen rechts.

In ein paar Tagen wird auf „Lizas Welt“ dann stolz verkündet werden: „Der überführte Antisemit Mross wurde von seinen Arbeitgebern N24, CNBC und Focus-Online nach unseren Hinweisen fristlos entlassen.“ Und dann beginnt die Eiersuche von vorne.

An unsere Leser

Wir glauben, dass feige faschistoide Denunzianten mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen sind.

Deshalb bitten wir unsere Leser, sich an die geschätzten liberalen Kollegen von der „Achse des Guten“ zu wenden und diese auf die (deutlich auf berufliche Vernichtung zielenden) Machenschaften der von ihnen immer wieder gerne verlinkten Website „Lizas Welt“ hinzuweisen.

Zweitens bitten wir unsere Leser um aufklärende Hinweise auf den oder die Betreiber und Autoren, die sich hinter „Lizas Welt“ verbergen.

Internet

Die leider nur beispielhafte Vernichtungsphantasie von „Lizas Welt“

Die „strukturell antisemitische“ Börsenseite „MM News“

14. April 2009

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