Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Zeitgeist Addendum: Teilweise richtige Diagnose – völlig falsche Therapie

von Robert Grözinger

Gesellschaftskritiker verliert sich in Schlaraffenland-Träumereien

Der soeben veröffentlichte Film „Zeitgeist Addendum“ von Peter Joseph ist ein Nachfolgeprodukt des vor einem Jahr vom selben Regisseur herausgegebenen Films „Zeitgeist“. Der erste Film legte die Thesen vor, dass das Christentum in Wahrheit eine Verschwörung zur Kontrolle der Massen war, dass die Angriffe vom 11. September 2001 eine Verschwörung zur Herstellung eines Angstklimas waren, um die Amerikaner leichter zu manipulieren, und dass die Federal Reserve ein Instrument mächtiger Banker ist, mit der sie allmählich eine Weltregierung herzustellen trachten.

Obwohl die im ersten Film angesprochenen Themen legitime Diskussionspunkte sind, sind die dortigen Thesen gelinde gesagt umstritten und entsprechend von der Kritik behandelt worden. In dieser Hinsicht ist „Zeitgeist Addendum“ eine positive Entwicklung. Die hier angesprochenen neuen Anklagepunkte sind besser untermauert als im ersten. Außerdem will der neue Streifen nicht nur anklagen, sondern auch Lösungen vorschlagen. Ersteres gelingt einigermaßen, bei letzterem jedoch versagt er fast völlig. Immerhin gelingt es Joseph in der ersten Hälfte von „Addendum“ das Hauptproblem unserer Zeit zu benennen und einigermaßen klar darzustellen: Das Monopolgeldsystem der „Weltreservewährung“ der US Federal Reserve und das unter ihrer Ägide mögliche, inflationäre Teilreservebankwesen ohne Realwertbindung ihrer Banknoten. In diesem System gedeihen diejenigen, die gute Beziehungen zum Erstempfänger neuen Geldes haben, in der Regel also der Staat. Es führt zur Zentralisierung von Macht und Geld. Joseph hat sicherlich auch nicht unrecht mit dem Vorwurf, dass „Economic Hitmen“ ausgesandt werden, um ausländische Staats- und Regierungschefs den Interessen amerikanischer Großbanken und -konzerne gegenüber gefügig zu machen – erst durch Bestechung, dann durch Bedrohung und schließlich durch Beseitigung. An dieser Stelle wäre es jedoch wünschenswert gewesen, abgesehen von den – ausführlichen – Aussagen eines einzigen ehemaligen „Economic Hitman“ weitere Quellen zu zitieren.

Die Wirkung dieser einigermaßen klaren Analyse wird in der zweiten Hälfte des zweistündigen Werks leider erheblich geschmälert, da Joseph uns seine Vorstellung einer Welt auftischt, wie sie aussähe, wenn es kein Geld gäbe. Eine Welt ohne Geld, eine „ressourcenbasierte Ökonomie“, kommt Joseph zufolge dann zustande, wenn das gegenwärtige monetäre System zusammenbricht und die Menschen erkennen werden, dass sie ohne Geld auch keine künstliche, angeblich von den Banken hergestellte Güterknappheit erleiden werden. Im Film stellt er die Visionen eines Jacque Fresco vor, eines Industriedesigners und „Social Engineers“, wie er sich nennt, vom „Project Venus“. Fresco beschreibt neben einigen phantastisch anmutenden technischen Ideen die geldlose Gesellschaft von morgen: Es wird keinen Mangel mehr geben, es wird einen Überfluss an sauberer Energie geben und keiner wird mehr arbeiten müssen. Gefängnisse wird es auch nicht mehr geben, weil es keinen Grund mehr geben wird, kriminell zu werden. Da kein Mangel mehr herrscht, wird es auch keine Werbung mehr geben, und natürlich keine Profite.

Der grundlegende Denkfehler, der zu dieser Schlaraffenlandvision führt, ist, dass das gegenwärtige Geldsystem das einzig mögliche ist. Joseph und Fresco verhalten sich wie ein Arzt, der Blutkrebs korrekt diagnostiziert – unser krankhaftes Geldsystem –, dann aber sagt, dass es dem Patienten sehr viel besser ginge, wenn seine Gefäße kein Blut mehr enthielten. Es ist bedauerlich, dass Joseph es offenbar nicht für nötig gehalten hat, die Geschichte des Geldes und der Geldentstehung zu studieren. Mehr noch, dieses Versehen ist unerklärlich und eigentlich unentschuldbar. Denn im Film erwähnt Joseph den gescheiterten US-Präsidentschaftskandidaten Ron Paul, von dem er hätte lernen können, was die Österreichische Schule der Ökonomie dazu zu sagen hat. Nämlich, dass Geld ganz natürlich aus dem Tauschhandel entstanden ist. Es ist dasjenige Gut, das am „marktgängigsten“ ist, für das es also immer Nachfrage gibt, das haltbar ist, das leicht zu lagern und aufzuteilen ist. Mit anderen Worten: Es wird solange Geld geben, wie die Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben, weil sie dann Güter und Dienstleistungen untereinander tauschen werden. Von einem anderen Gelehrten „österreichischer“ Prägung, Hans-Hermann Hoppe, hätte Joseph lernen können, dass es selbst im Paradies knappe Güter gibt. Zumindest der Boden, auf dem jemand steht oder sitzt, steht in dem Augenblick keinem anderen zur Verfügung. Ein weiterer Einwand sollte jedem sofort einleuchten: So lange wir den Tod nicht besiegen, wird es für uns immer zumindest eine begrenzte, nicht erneuerbare Ressource geben: unsere Zeit. Nicht einmal der „Social Engineer“ vom „Projekt Venus“ geht so weit, unsere Unsterblichkeit vorauszusagen. Ergo werden die Menschen immer unterschiedliche Bedürfnisse haben, ergo wird es Tauschhandel geben, ergo Geld.

Der Film propagiert ein „intelligentes Management der Ressourcen der Erde“ und behauptet, dass die wundersamen technischen Innovationen, von denen Fresco schwärmt, innerhalb kürzester Zeit verwirklicht werden könnten. Es ist zwar ermutigend, dass in einem globalisierungskritischen Film technische Visionen wie zum Beispiel superschnelle, interkontinentale Magnetbahnen als etwas positives und erstrebenswertes angesehen werden. Globalisierungskritiker sind bislang kaum durch Technikfreundlichkeit aufgefallen, im Gegenteil. Doch wer dieses „intelligente Management“ vornehmen wird, darüber schweigt sich Joseph aus. Er sieht zwar ganz richtig, dass unsere Welt sich im ständigen Wandel befindet und dass alle Menschen untereinander und mit der Natur symbiotisch verbunden sind. Doch wie wir untereinander und mit der Natur Signale austauschen, damit ein möglichst reibungsloser, „symbiotischer“ Wandel stattfinden kann, diskutiert er nicht. Fresco sagt zwar ganz richtig, dass die Politiker keine Ahnung haben, wie Probleme zu lösen sind, und dass es die Techniker sind, die die Probleme lösen. Er sagt aber nicht, wer entscheiden soll, welches Problem zuerst gelöst werden soll. Wessen Problem ist das dringendere? Ist es das des Arztes, der an einer Heilung einer tödlichen Krankheit arbeitet? Oder ist es der Ingenieur, der einen spritsparenden Motor entwickelt? Oder der Pädagoge, der revolutionäre Lehrmethoden ausprobiert? Bei den beiden großen Österreichern Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises hätten Joseph und Fresco nachlesen können, dass Ressourcen allein mit dem Preissystem in einer freien Wirtschaft effizient verteilt werden können. Denn die Preise geben die Signale, wo die Bedürfnisse am dringendsten ist. Und nur wenn Profite möglich sind, werden Menschen sich bemühen, Ressourcen in Richtung dieser Bedürfnisse zu lenken. Josephs Behauptung, dass es nicht der Natur entspricht, dem Eigeninteresse zu dienen, ist nichts anderes als spätmarxistische Schwärmerei.

Es wäre falsch, über die technischen Träume Frescos zu lachen. Verglichen mit einer Zeit vor hundert oder zweihundert Jahren leben die meisten von uns in einer Welt des ungeahnten Überflusses. Es ist durchaus möglich, dass die Welt in zweihundert Jahren, verglichen selbst mit den reichsten Regionen von heute, wie ein Schlaraffenland wirken wird. Doch der Weg dahin ist nicht das blutleere, totalitär anmutende „intelligente Management“ Josephs und Frescos, sondern die Zulassung des selbstorganisierenden, „chaotischen“ Systems der freien Marktwirtschaft, einschließlich der unter diesen Bedingungen zustandekommenden Geldsysteme und Profite. Was Marktwirtschaftler österreichischer Prägung und die Macher von „Zeitgeist Addendum“ eint, ist die Erkenntnis, dass das jetzige, betrügerische und monopolistische Geldsystem abgeschafft werden muss. Was sie trennt ist die Vorstellung dessen, was dann folgen wird: Eine freie Marktwirtschaft mit realem Geld oder ein „intelligentes Management“, das zwangsläufig in schrecklichstem Totalitarismus enden muss, der, da angeblich keine Gefängnisse mehr nötig sind, wohl nur noch „Umerziehungslager“ und die Todesstrafe kennen wird.

Internet

Zeitgeist Addendum (Google Video, 2 Std 3 Min)

Murray Rothbard: Das Schein-Geld-System

Hans-Hermann Hoppe: Demokratie – Der Gott, der keiner ist

Guido Hülsmann: Die Ethik der Geldproduktion

06. Oktober 2008

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Kommentare

Cicero, am 06. Oktober 2008 um 14:52 ( Link )

Ich glaube es ist eine grundsätzlich falsche Annahme das Menschen aufgrund von Preisen in eine besondere Richtung forschen, bzw. wenn doch das dadurch zwangsläufig etwas entsteht, was der Gesellschaft zu gute kommt.

Ist es nicht eher so das Wissenschaftler viel eher von der eigenen Biographie, dem eigenen Wissensdurst, den eigenen Wünschen angetrieben werden?

Albert Einstein entwickelte seine Theorien doch nicht, weil eine preisliche Nachfrage nach theoretischer Physik bestand und nach den wirklich großen wissenschaftlichen Entdeckungen besteht doch meist überhaupt keine Nachfrage, weil man ja vorher überhaupt nicht weiß, dsas diese Entdeckung bzw. Erfindung möglich war. Gerade das macht doch die Aussergewöhnliche Leistung des Wissenschaftlers, bzw. des Intellektuellen aus.

Und was Krankheiten angeht:

Gäbe es kein staatliches Gesundheitssystem bzw. andere kollektive Gesundheitssysteme, könnte nach dieser Nachfragetheorie überhaupt nicht nach Krankheiten geforscht werden, da die Nachfrage der Betroffenen aufgrund ihres Mangels an Geld, um die Medikamente zu bezahlen, sehr gering wäre.

Wäre Aids auf Afrika beschränkt, würde doch kein Pharmaunternehmen ein Medikament erforschen um diese Krankheit zu heilen, den die Menschen dort sind zu arm um einen Marktpreis zu bezahlen.

Gäbe es kein staatliches Bildungssystem, wären dann Forschung in dieser Größenordnung wie heute überhaupt möglich und damit die segensreichen Folgen für die Gesellschaft?

Würde denn nicht jede Menge an Intelligenz ungenutzt bleiben, weil die Eltern den Sinn der Bildung nicht erkennen, weil sie selber ungebildet sind, oder weil es ihnen zu teuer ist, oder weil das Kind ein Genie ist, aber komische Züge hat (was bei Genies ja vorkommen soll) und deswegen für dümmlich gehalten wird?

Al_Bore, am 06. Oktober 2008 um 18:08 ( Link )

@ Cicero

Nur kurz zum Gesundheitssystem: die Abwesenheit von Staat schließt eine wirksame kollektive Absicherung ja nicht aus, im Gegenteil. Private, nach marktwirtschaftlichen Kriterien organisierte Versicherungen machen ja nichts anderes. Bei Autos, Hausrat usw. tun sie das relativ reibungslos und ohne daß großartig jemand nach angeblicher Ungerechtigkeit fragt. Beim Gesundheitssystem sind sie die letzten Säulen vor dem Einsturz, allerdings wird ihnen die Leistungsfähigkeit aus ideologischen Gründen in Abrede gestellt.

Und herrschte in den Staaten Afrikas Rechtssicherheit und das Primat des Privateigentums, würde sich das von ihnen genannte Problem aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen gar nicht in der jetzigen Form stellen.

bitter_twisted, am 07. Oktober 2008 um 15:04 ( Link )

Leider muss ich zustimmen. Die Logik des Films ist ähnlich zu der von den Linken. Das Übel der Welt entsteht dadurch das sich die Mächtigen mit den anderen Interessensgruppen zusammenschließen und gemeinsame Sache machen. Soweit Zustimmung.

Die Lösung ist nun das alle Bürger auf alle verbrieften Rechte die sie noch haben mögen verzichten und eine zentrale Regierung alle Gewalten überlassen- Häh?

Dazu kommt der realitätsferne Glaube an Wind und Sonne als Lösung für unseren Energiebedarf. Das ganze endet wie ein grüner feuchter Traum. Staatsgläubigkeit mit technologischen Wunschdenken, als Gegenmittel zu staatlicher Korruption.

Schade, der Film fängt so gut an.

Apropos Geld, wenn unser Geld sich bald in nichts aufgelöst hat, werden Zigaretten, Kupferrohre oder Schnaps als Geld dienen, aber es wird Geld geben. Es wird nicht unbedingt eine Regierung geben, aber es wird auf alle Fälle Geld geben.

guenta, am 31. Oktober 2008 um 23:59 ( Link )

sehr geehrter verfasser!

danke, dass sie sich die mühe gemacht haben, eine kritik dieses films zu verfassen, denn viele leute gehen gar nicht erst auf so etwas ein!

ich glaube, die richtige methode um die monetären probleme der welt zu lösen, besonders wenn es um gerechtigkeit geht, ist die geldreform nach silvio gesell. dieser geniale denker hat etwas ersonnen, was uns alle glücklicher machen könnte. schauen sie doch mal zb. auf www.geldreform.de!

wie man die probleme der ökologie und eines wahren technischen fortschritts lösen kann, bin ich mir nicht sicher. ich weiß aber, dass schon sehr viele atemberaubende technologien vorhanden sind. die konzerne als platzhirschen der ökonomie wollen nicht so einfach das feld räumen, vor allem nicht für gratisenergie (nach nikola tesla). wenn schon gesells geldreform oder die politik hier nicht weiterhelfen können, geht das wohl nur über einen grundlegenden bewusstseinswandel.

mit freundlichen grüßen, g. a.

gatwwe, am 08. Dezember 2008 um 21:21 ( Link )

So lange wir den Tod nicht besiegen, wird es für uns immer zumindest eine begrenzte, nicht erneuerbare Ressource geben: unsere Zeit

wenn dem so ist.. wie wäre es dann nicht mit einer gesselschaft ohne monetäres system, sondern mit einem alternativen geldsystem? ein geldsystem das nicht geld in form von papier wertschäzt, sondern das wertet, was das einzig wichtige ist und was wir verlieren sobald wir uns unserem job hingeben? unsere zeit! sie ist das einzig wertvolle, das wir verlieren, das einzige was wert hat sobald wir arbeiten gehen.. also sollte man doch auch mit zeit bezahlt werden können. angenommen in ferner zukunft gehen die menschen mit einem armband um das handgelenk zur arbeit, auf welchem ihre arbeitszeit auf einem display festhalten wird. am anfang ihrer arbeit ziehen sie das display einmal über eine infrarot schrank oder ähnliches, und die uhr beginnt zu laufen, bis man bei arbeitsende sie wieder durch die infrarot schranke zieht. und man hat 8 stunden arbeit auf seiner "geld-uhr" nach der arbeit geht man dann einkaufen und bezahlt von seiner uhr, für eine tiefkühlpizza, 20 minuten. und jede ware hat nun einen wert, von zeit, die jeder wie ihm beliebt hat, oder nicht hat. er muss halt arbeiten gehen, bzw. zu schule, bzw, studieren usw

so gäbe es ein finanzsystem mit einem maß, das jeden menschen gleichermaßen betrifft. und das jeder gleichermaßen zu schätzen weiß! wie wäre das?

mfg

holadihi, am 11. Dezember 2008 um 19:53 ( Link )

Ich finde ihre Schlussfolgerung Zitat:"Eine freie Marktwirtschaft mit realem Geld oder ein „intelligentes Management“, das zwangsläufig in schrecklichstem Totalitarismus enden muss, der, da angeblich keine Gefängnisse mehr nötig sind, wohl nur noch „Umerziehungslager“ und die Todesstrafe kennen wird" ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Die Idee einer anderen Gesellschaft, so wie in diesem Film propagiert wird, beruht auf Freiheit und Respekt gegenüber allem. Wird in dem Film auch mehrmals erwähnt. Und außerdem ist es doch selbstverständlich das jeder andere Bedürfnisse hat. In diesem Film wurde auch nichts von gleichmachen aller Menschen gesprochen, sondern von einer hierachielosen Gesellschaft in der jeder seine Bedürfnisse decken kann. Und in der es andere Bedürfnisse geben wird, als Habgier und Materialismus. Es ist natürlich schade, dass in diesem Film nur über ein intelligentes Management die Rede ist, dabei gibt es viele interessante Gesellschafts-Theorien für eine solidarische Gesellschaft - die sicherlich erst einmal ausprobiert werden müssen. Aber ist auch schade, dass sie sich darauf in ihrer Kritik einschiessen und auf alte österreichische Wirtschaftswissenschaftler zurückgreifen, die den freien Markt propagieren. Und dann dieses: "Denn die Preise geben die Signale, wo die Bedürfnisse am dringendsten ist. Und nur wenn Profite möglich sind, werden Menschen sich bemühen, Ressourcen in Richtung dieser Bedürfnisse zu lenken." Nur schade, dass die Hälfte der Menschheit, den Preis nicht bezahlen kann, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wir hätten die Möglichkeit alle Menschen zu ernähren, aber leider ist dem Kapital der Preis zu hoch bzw. ist der Profit wohl nicht hoch genug oder kann man mit Hunger etwa Profit machen?.
Ihr Vergleich mit dem Blut und Geld ist wohl auch ziemlich aus der Luft gegriffen. Und die Geschichte als Grund für die Natürlichkeit des Geldes heranzuziehen anmaßend. Im ganzen Film wird nicht darüber gesprochen, wie Handel und Tausch stattfinden. Liegt es über ihrer Vorstellungskraft, dass Menschen Handel betreiben können ohne den anderen dabei übers Ohr zu hauen. Schade, sie haben die Utopie des Filmes leider nicht verstanden.
Ihre Utopie des "Freien Marktes" wird es wohl noch weniger geben solange es ein Geldsystem gibt, welches nach Profit strebt, Machteliten und Hierarchien bildet, als die Utopie nach einer solidarischen Gesellschaft. Hoffe ich mal, dass jeder Mensch irgendwann bereit ist in eigener Verantwortung, Freiheit und Solidarität mit allen anderen zu leben und schlechte Kritiken weniger werden.

Tschüß

Aadfas De, am 22. Januar 2009 um 21:32 ( Link )

Ich finde die Arbeit von Robert Grözinger nur im Bereich Experimentalfime O.K. aber mit einer Kritik hat das ganze nur wenig zu tun, weil er nicht bei einem Thema bleibt und nicht gekonnt zwischen den Dingen Beziehungen herstellt. Ich würde sogar so weit gehen, dass ich schreiben würde dass dieses Material auch mißbraucht werden kann von Leuten...
Die bei dem Haupttext als "intelligentes Management der Ressourcen der Erde“ kritisierte Haltung zu dem Film finde ich untertrieben, denn die Wissenschaft leidet genauso unter dem Rückständigen System in dem wir derzeit leben. Es würden mehr und sinnvollere Innovationen zu Tage kommen wenn die Geldgeber wir selbst wären und nicht die Industrie, die bisher nur in grausamen Kriegen mit uns und der Natur um uns verwickelt ist. Allein unsere Denkweise führt zu neuen Entdeckungen, die unser Leben auf der Erde verbessern kann und unter Zwängen kann nur etwas in Grenzen entstehen und es ist auch nicht die Absicht der Industrie uns die Freiheit zu schenken... Vielleicht etwas zu kurz aber ich glaube das wäre überhaupt ein zu komplexes Thema um es auf die schnelle zu schreiben.

Brakiri, am 15. Februar 2009 um 18:00 ( Link )

Ich bin ein wenig erschrocken über den Author, da er angibt, Diplom-Ökonom zu sein, aber anscheinend noch nichts von Wohlfahrtsökonomie, Internalisierung externer Effekte etc. gehört hat. Ich bearbeite als Student grade diese Theorien, und sehe bei jeder Behandlung immer wieder, dass das eigendliche Problem wirklich der Mangel an Anreiz ist. Viele bzw. fast alle Probleme liegen in dem Profitstreben begründet. Das Verursacherprinzip wird in der Wirtschaft nicht wirklich angewand, obwohl es eine folgerichtige Weiterentwicklung ökonomischer Theorie ist.
In den Abhandlungen wie Marktversagen oder Ökonomie der Umweltpolitik wird klar quer durch die Bank gezeigt, dass der Versuch nationale Wohlfahrt zu maximieren darauf hinausläuft, dass die global optimale Wohlfahrt nicht erreicht wird. Der Grund dafür ist das nationalistische Denken, und das Problem der Gewinnmaximierung.
Wenn ich die Gewinnmaximierung und das nationalistische Denken aus der Gleichung entferne, komme ich automatisch zu einer ressourcenbasierten Ökonomie, wo die Ressourcen dort in Projekte fliessen, wo sie den höchsten Nutzen, also die global optimale Wohlfahrt stiften können.

Zum anderen zeigt der Author leider einen grossen Mangel an "Google"-Fähigkeiten. Die gezeigten Technologien wie Geothermie, Gezeitenkraftwerke und sogar die Maglev-Technologie sind erprobte und sogar bereits eingesetzte Technologien, deren Einsatz aufgrund von Kostengedanken oder Aufgrund protektionistischer Aktion/Lobbyarbeit der Energiebetreiber und Ölgesellschaften nicht umgesetzt werden.
Das wir in einer solchen Gesellschaft nicht weiterkommen ist wohl kaum zu bestreiten.

Der Film zeigt einen alternativen Weg auf, der meiner Ansicht nach nicht nur eine freiere und schönere Gesellschaft verspricht, sondern auch eine gedankliche Weiterentwicklung des Menschen.

Der Film kann natürlich nicht alle Feinheiten des Projektes Venus in kürze darstellen. Bei Interesse gib es vom Macher von Projekt Venus ein PDF zum downloaden, in dem näher auf technologische Feinheiten eingegangen wird.

Womit ich aber ebenfalls übereinstimme ist foglendes: Die Frage nach Überbevölkerung und Koordination wird nicht tief genug behandelt.
Auf der anderen Seite muss man sich fragen: Reicht es nicht, eine Alternative zu haben? Muss die Alternative sofort alle Probleme lösen? Warum kann man die Probleme nicht innerhalb dieser neuen Form gemeinsam angehen, anstatt sie zu verwerfen, nur weil nicht alle Fragen beantwortet werden?

Ebenfalls Fakt ist, das viele Technologien, die herrschende Instututionen gefährden könnten, zurückgehalten werden. In der beschriebenen Alternative wäre dies viel weniger der Fall, und weltweite Kooperation dürfte für jeden vorstellbar eine immense Beschleunigung des Fortschritts bedeuten.

Alleine was Kernfusion angeht, kommt diese Forschung wegen Finanzierungsstreitigkeiten nicht wirklich in die Gänge. Reaktoren werden bei momentaner Finanzierung frühestens 2050 erwartet. Die Gruppe um den Stellar-Reaktor vom Max-Planck-Institut sagten in einem Interview aus, dass bei ordentlicher Investition, eine Lösung der Probleme bereits 2013 möglich wäre.

Man sieht also, ein neues Gesellschaftskonzept tut dringend Not, will man die Probleme der Zukunft effizient lösen.

Solange Profit und Zahlungsfähigkeit die einzige Motivation für Institutionen bleiben, werden weiterhin Kinder verhungern, Leute die es sich nicht leisten können, an Krankheiten sterben, Krankheiten, die nur Leute haben, die kein Geld haben, nicht erforscht, und von Unternehmen mit allen Mitteln versucht den Status Quo zu erhalten, auch wenn wir damit direkt auf den Abgrund zufahren.

Zum Ende möchte ich den Author fragen, was sein Vorschlag zur Bewältigung der Probleme ist? Es ist leicht eine Idee zu kritisieren, aber wie wäre es mit etwas eigener Kreativität? Haben Sie was besseres auf Lager?
Ein Geldsystem mit Wertdeckung löst das Problem des Profites nicht. Es werden weiterhin arme Länder ausgebeutet und die Umwelt zerstört, im Namen des Profites. Eine Veränderung des Geldsystems ist nicht die Lösung, denn das Problem ist der Mangel an Anreiz sich so zu verhalten, wie es global gesehen wohlfahrtsoptimal wäre.

Christian Z, am 16. Februar 2009 um 1:55 ( Link )

Sonntag nachmittag, was mache ich? Geh ich mal bisschen social networken , ah Gruppe "0% Zins", mal schauen ob mir jemand einen Kredit gibt. Hab erstmal gedacht, das wäre eine Sekte die als Geheimsprache Vokabular aus der Wirtschaft nehmen. Nach dem Film bin ich übelst entsetzt, weil die nehmen den für bare Münze. Die glauben das wäre eine ernsthafte Lösung.

Nagut, zum Film, wollte den schon nach 30 Minuten wieder ausstellen, hab den mir aber bis auf die letzten 20 Minuten angetan und mir auch einiges notiert. Stimme dem Author fast voll zu, ausser das ich eine Alternative zu Geld und Resourcenwirtschaft habe um Güter zu verteilen, Messerkampf, würde sogar das Knappheitsproblem eindämmen. Bei „Economic Hitmen“ dachte ich direkt an grosse deutsche Konzerne.

Einiges war komisch am Film, dies fand ich richtig paradox und habs mir notiert:
1960 30:1
1998 74:1
Der Anstieg der Armen wird mit der Massenproduktion geldgeiler Konzerne begründet die die aufkeimenden Märkte zerstört haben. Es ist aber noch viel schlimmer, das waren aber zum Grossteil non profit Hilforganisationen die Nahrungsmittel und Kleidung fast verschenkt haben.

An der utopischen Welt mit den neusten Kraftwerken, Auto mit Radar, Magnetschwebebahnen, volles Bildungsprogramm, ohne Geld und jeglichen Mangel mit 6mrd Menschen hätte ich leichte Bedenken.

Aber jetzt genug Kritik geübt, eine Sache fand ich echt genial, dieses Pendel, mit dem man besoffen Auto fahren kann ist echt eine Hammeridee.

Lösung für die Zukunft, hm.. nicht zuviel an die armen Länder denken, vieleicht mit Ratschlägen helfen. Und wenn richtig viel Vermöge vererbt wird, soll der Staat die Hand aufhalten, ab 10mio und mehr, das finde ich irgendwie ungerecht

vitruv, am 16. Februar 2009 um 23:20 ( Link )

Sehr geehrter Verfasser,

ich habe Zeitgeist Addendum ausführlich mit einem Freund diskutiert.

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Fresco's Ideen keinesfalls in nächster Zeit umgesetzt werden können.
Wir denken dass es sich dabei um ein Modell handelt, welches von einer von Grund auf veränderten Menschheit ausgeht.

Zitat vom Verfasser: "Ergo werden die Menschen immer unterschiedliche Bedürfnisse haben,
ergo wird es Tauschhandel geben, ergo Geld."

Was wenn aus den unterschiedlichen Bedürfnissen nicht zwangweise Tauschhandel ensteht, was wenn kein Tauschhandel nötig ist, was wenn es genug Ressourcen gibt um allen Menschen zumindest die Möglichkeit zu geben alles haben zu können?

Weiters: "da angeblich keine Gefängnisse mehr nötig sind,
wohl nur noch 'Umerziehungslager' und die Todesstrafe kennen wird."

Was wenn tatsächlich keine Gefängnisse mehr nötig sind, was es für keinen Menschen mehr nötig ist ein Verbrechen zu begehen, was wenn für diese neu-entwickelte Menschheit gar keine "Verbrechen" existieren, weil es schlicht keinen Grund gibt solche zu begehen?

Soweit unsere Antworten auf die Kritikpunkte die Joseph und Fresco aufwerfen, bitte um Feedback und/oder Berichtigungen.

Robert Grözinger, am 17. Februar 2009 um 23:45 ( Link )

Sehr geehrter vitruv,

vielen Dank für ihren engagierten Kommentar, den ich wie folgt beantworte:

Was wenn aus den unterschiedlichen Bedürfnissen nicht zwangweise Tauschhandel ensteht, was wenn kein Tauschhandel nötig ist, was wenn es genug Ressourcen gibt um allen Menschen zumindest die Möglichkeit zu geben alles haben zu können?

Ich habe mit Hilfe der Logik aufgezeigt, dass es immer zu Tauschhandel kommen wird. Ihre Entgegnung basiert jedoch allein auf Wunschdenken. Zeigen Sie mir mit Hilfe der Logik, weshalb es irgendwann nicht mehr zu Tauschhandel kommen sollte.

Was wenn tatsächlich keine Gefängnisse mehr nötig sind, was es für keinen Menschen mehr nötig ist ein Verbrechen zu begehen, was wenn für diese neu-entwickelte Menschheit gar keine "Verbrechen" existieren, weil es schlicht keinen Grund gibt solche zu begehen?

Auch hier wieder nur Wunschdenken. Unter welchen Umständen gäbe es keine Verbrechen mehr? Wenn alle immer genau das bekommen, was sie wollen, und zwar sofort. Sehen wir mal vom Fall ab, dass der eine oder andere den Wunsch verspüren könnte, jemand anderen umzubringen. Wenn jeder immer alles bekommt, bedeutet es, dass Tauschhandel nicht mehr nötig ist. Das aber muss erstmal gezeigt werden. Womit wir wieder beim obigen Punkt wären.

Außerdem: Wer Knappheit abschaffen will, muss die Bedürfnisse der Menschen einschränken. Denn die Bedürfnisse der Menschen sind im Prinzip unendlich. Wenn wir zu den Planeten reisen können, wird es immer welche geben, die zu den Sternen reisen wollen. Und zu den Galaxien. Und so weiter.

Einschränkung der Bedürfnisse heißt aber: Entweder Gewalt, oder Gehirnwäsche, oder Zuchtmaßnahmen mit zweifelhaften Erfolgsaussichten. In allen drei Fällen ist Freiheitseinschränkung Voraussetzung.

Wer Knappheit abschaffen will und die Menschen entsprechend gezüchtet hat, muss dann noch das zweite Gesetz der Thermodynamik abschaffen. Spätestens dann wird's wirklich schwierig. Dann sind wir unfrei und haben immer noch keinen Überfluss.

Wunschdenken hilft nicht weiter. Ich empfehle Ihnen: Lesen Sie gute Einführungstexte in die Gedankenwelt der österreichischen Schule der Ökonomie:

Ken Schooland:Die Abenteuer des Jonathan Gullible
http://www.mises.de/public_home/topic/24

Frederic Bastiat: Was man sieht und was man nicht sieht
http://bastiat.de/bastiat/was_man_sieht_und.html

Roland Baader: Markt oder Befehl
http://www.capitalista.de/product_info.php?products_id=981001489

Friedrich August von Hayek: Der Weg zur Knechtschaft
http://www.capitalista.de/product_info.php?products_id=789281182

Das soll erstmal als Einstieg reichen. Lesen Sie diese Texte. Das Engagement für eine bessere Welt haben Sie. Nicht aber das nötige Wissen. Noch nicht.

Wenn Sie die Texte gelesen haben, können wir weiter reden.

jowak, am 23. März 2009 um 0:14 ( Link )

Ich stimme dem User Brakiri voll und ganz zu und halte das Venus Project für eine bemerkenswerte Idee.

Weiters finde ich, dass der Robert Grözinger viel zu viele Behauptungen aufstellt, ohne diese zu begründen.
z.B. Das gegenwärtige Geldsystem ist das einzig mögliche.
So ein Unsinn!

Irre Levant, am 23. März 2009 um 19:33 ( Link )

"Wunschdenken hilft nicht weiter. Ich empfehle Ihnen: Lesen Sie gute Einführungstexte in die Gedankenwelt der österreichischen Schule der Ökonomie:

Wenn Sie die Texte gelesen haben, können wir weiter reden."

Allein die Tatsache das die Bücher, die wenn man sie Lesen muss, um allein die Thematik an sich diskutabel zu machen bezahlen muss spricht in meinen Augen schon für diese "Wunschvorstellung".
Solang es Geld gibt, gibt es immer den Drang dannach, das Geld zu vermehren was den unwiederbringlichen Schluss bring, das Manche immer mehr haben werden als Andere.
Um Das zu erkennen ist ein erweiterter Einblick in die Marktmechanismen nicht nötig weil dies dem ganzen Marktsystem zu Grunde liegt.
Damit will ich nicht behaupten freie Marktwirschaft sei Teufelswerk oder Demoktratie ist für die Katz. Noch will ich sagen: Venus ist zwingend etwas gutes. Ich will sagen das die Demokratie sich behauptet hat aber nicht dazu in der Lage ist zu bieten was von nöten ist um eine umfangreiche besserung hervorzurufen und die "Venuse Vision" eine Möglichkeit erbringt die Situation zu verbessern.

Paul , am 26. März 2009 um 13:17 ( Link )

Der Film ist Pflicht! Er trägt sehr zur Aufklärung vieler gesellschaftlicher Mechanismen bei und stellt sie in Frage, was wir alle tun sollten! Nichts ist selbstverständlich! Es ist unsere Gesellschaft, es ist unser Leben, und jeder sollte zu einem Bessern beitragen. Wir alle gestalten es. Herr Grözinger, Sie haben eine recht 'steife' und verschlossene Haltung gegenüber vieler einzelner Punkte des Films. Ich muss ehrlich sagen, dass mir Ihre Ansichten viel realitätsferner erscheinen als die des Herrn Fresco! Mir scheint es so, als hätten Sie ihn sogar gar nicht verstanden. Das meine ich jetzt nicht als Beleidigung, sondern als eine persönliche Feststellung.

Sie erkennen Widersprüche in diesem Film, wo es keine gibt. Der Grund, warum Sie diese Widersprüche erkennen, sind Ihre kuriosen Annahmen, auf denen Ihr Urteil über den Film basiert. Es scheint auch noch so, als würden Sie einigen Punkten widersprechen wollen, aber ein nachvollziehbares Argument bleibt aus. "Der grundlegende Denkfehler, der zu dieser Schlaraffenlandvision führt, ist, dass das
gegenwärtige Geldsystem das einzig mögliche ist." Das ist doch kein logisch nachvollziehbares Argument sondern Ihre persönliche Haltung, dass das gegenwärtige Geldsystem das einzig mögliche ist! Wo ist denn da der Denkfehler, den Sie ankündigen?

Weiterhin beziehen Sie sich auf Punkte, wo ich nicht verstehe, was Sie eigentlich damit sagen wollen! Zum Beispiel, welche Probleme zuerst gelöst werden sollen. Es wird doch nicht nur eine Person geben, die an der Lösung aller Probleme arbeiten wird. Und daher ist es doch möglich, dass, wenn an einem medizinischen Problem gearbeitet wird, dass gleichzeitig auch an einem technischen gearbeitet werden kann! Es ist doch möglich, parallel an unterschiedlichen Problemen zu arbeiten. Daher verstehe ich nicht so recht ihren Einwand an dieser Stelle. Wie ist es denn gegenwärtig? Das Problem, dessen Lösung profitabel ist, wird gelöst. Ansonsten 'lohnt'es sich ja gar nicht ein Problem zu lösen. Denn wieso auch, es bringt ja kein Profit!

Es ist von entscheidener Bedeutung, dass man alle Punkte des Films im Zusammenhang sieht und sie nicht einfach loslöst vom Rest! Es scheint mir nämlich so, als hätten sie bestimmte Punkte, wo sie dachten, dass Sie denen widersprechen können, ausgesucht und den ganzen Rest der Aussagen ausgelassen. Denn was ist mit Nachhaltigkeit, Reichhaltigkeit, Effizienz, Vertrauen, Ethik? Es scheint schon so naiv zu sein über Ethik überhaupt zu sprechen, weil der Begriff an sich so 'fremd' wirkt in unserem gegenwärtigen System.

Ich denke weiterhin, dass es in diesem Film auch gar nicht möglich war, das Projekt von Herrn Fresco im vollen Umfang und mit jedem einzelnen Detail darzustellen, deswegen verstehe ich nicht, warum Sie darauf so 'rumhacken'. Es geht um die Gesamtreflektion des Films. Sie nennen es utopisch. Das allein sagt noch nicht viel aus. Vielleicht liegt es ja an Ihrer Vorstellungskraft, warum Sie es als utopisch
bezeichnen, und nicht daran, weil das Vorhaben von Hernn Fresco wirklich absurd und unmöglich ist. Nichts ist wirklich unmöglich. Welche Menschen vor über 1000 Jahren hätten gedacht, dass es mal sowas wie ein FLugzeug, einen Toaster, einen Computer etc. geben wird... Es sind die Einsichten, die uns verändern lassen. Wir müssen nur offen sein für diese Einsichten. Und sobald wir die Einsicht haben, müssen wir den ersten Schritt wagen! Und nicht darauf warten, dass die Generationen nach uns erst damit anfangen! Es liegt in unserer Verantwortung zu handeln. Dass Menschen in 200 Jahren, so wie Sie es sagen, in schlaraffenähnlichen Verhältnissen leben werden, wird nur möglich sein, wenn wir auch rigendwann die ersten Schritte in diese Richtung unternehmen werden. Veränderungen kommen nicht einfach von selbst. Und ein Schlaraffenland, basierend auf dem Monetärsystem, wird es nur für einige Wenige an der Spitze der Pyramide geben. War ja bislang nie anders! Dass die Visionen von Herrn Fresco unmöglich sind, ist einzig und allein Ihre Vorstellung, ihre geistige Illusion.

Es ist für alle so wichtig, dass uns bewusst wird, dass wir Sklaven dieses Systems sind. Denn erst dann kann man sich wehren und sich befreien. Doch die Versklavung findet auf so subtilen Ebenen statt, dass sie nicht von allen Menschen wahrgenommen wird. Viele nehmen das Leben einfach so hin wie es ist. Fakt ist, dass diese Versklavung gegenwärtig ist, genauso Fakt es ist, dass die Erde rund ist und nicht flach. Damals mussten die Menschen auch eines Besseren belehrt werden. Genauso müssen die Menschen heute darüber aufgeklärt werden, dass sie Sklaven eines ausbeuterischen Systems sind. Denn das hat nichts mit subjektiver Meinungsbildung zu tun. Es ist einfach Fakt, dass wir dem System der Elite ausgesetzt sind, und die Strukturen dieser Gesellschaften nach deren Regeln aufgebaut sind. Und das muss zu allen Menschen durchdringen. Genau wie damals die Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel ist. Der Film sagt es schön: Wir müssen ein neues Bewußtsein entwickeln. Denn man wächst auf in solch einem System und nimmt es an, denn man kennt ja nichts anderes. Doch alles muss hinterfragt werden. Und wie weit man hinterfragt, spiegelt die eigene Haltung wider. Ich habe Verständnis für jede Art
von Standpunkt. Doch an dem Standpunkt kann man sehen, wie weit man mit seinen Überlegungen gegangen ist. Fescos Vision einer besseren Welt ist nichts Utopisches. Es scheint nur so für einige zu sein, weil sie das gegenwärtige System so sehr verinnerlicht haben, dass sie es nicht loslassen und sich etwas völlig anderes vorstellen können. Wie kann man nach einer Freiheit streben, die man nicht kennt... . Und erwähnt man diese Freiheit, reagieren viele mit Angst. Man ist zu sehr an diese Strukturen gewöhnt, dass Visionen einer besseren Welt schon völlig befremdend wirken. Wir blicken nicht hinaus auf die freie Welt, wir blicken nicht mehr über die Gitterstäbe unseres Gefängnisses. Denn die Gitterstäbe sind unsere Realität. Man muss sich einfach von dem täglichen Müll befreien und seinen Geist für Neues öffnen. Dann erkennt man, dass Frescos Visionen nahliegend sind, dass sie möglich sind, nur das bedarf Veränderungen in uns selbst, in unserem Bewußtsein, in unserer Wahrnehmung für die Welt und wie sie zu sein hat. Das gegenwärtige System ist doch nicht Teil unserer Natur. Es wurde geschaffen und genauso kann es auch abgeschafft werden. Es ist keine natürliche Notwendikeit, auf die wir nicht verzichten können. Es ist nur eine Möglichkeit eines Systems, das jedoch nur zugunsten einiger Weniger ist.

Der Film hat zum Ziel, einen Gesamteindruck zu kommunizieren. Das alles insgesamt ist ja ein sehr umfangreiches und auch komplexes Thema. Und dennoch ist es Joseph sehr gut gelungen viele Informationen anschaulich darzustellen.

Sie verweisen permanent auf unterschiedliche Autoren von Büchern. Sie sind wissenschaftlich korrekt, das wertet jedoch nicht Ihre Aussagekraft auf. Sie können so viele Autoren nennen, wie sie wollen. Das ändert jedoch nichts daran, dass das Monetärsystem gescheitert ist. Der Sozialismus ist auch gescheitert. Daran ändert auch nichts, wenn ich anfange über den Sozialismus euphorisch zu reden und dann einfach auf Karl Marx verweise. Vielleicht ist die Idee von Marx in ihrem Kern gut, akzebtabel und vielleicht auch wünschenswert. So schön es sein kann, diese Systeme theoretisch in einem Buch zu
behalndeln... sie versagen letzt endlich in der Praxis. Warum? Das Grundproblem stellt das Geld dar!! Geld und die damit verbundene Macht. Es wird nie anders sein solange es Monetärsysteme geben wird.

Ihr Vorschlag ist es lediglich 'Syptome' des Problems zu behandeln, aber nicht das Problem an sich. Nicht Frescos Vorstellungen sind utopisch, sondern Ihre. Sie versuchen in einem Monetärsystem Gerechtigkeit zu schaffen... genau das ist für mich utopisch! Warum ist das bis heute nicht gelungen? Wir haben so viele fähige Leute, aber sie haben es dennoch bis heute nicht geschafft, ein 'gerechtes' Monetärsystem zu erschaffen. Und warum? Weil die fähigen Leute nichts zu sagen haben in einem Monetärsystem, sondern nur die kapitalstarken.

Fresco ist ein Visionär und versucht grundlegend etwas zu ändern. Sie hingegen sagen: "Wir sind zwar in einem Gefängnis, aber lasst uns die Dinge so verändern, das uns wenigstens die Handfesseln abgenommen werden, denn wir müssen ja nicht gleich ganz aus dem Gefängnis gehen."

Ihr Titel "Teilweise richtige Diagnose – völlig falsche Therapie" bewertet genau Ihren eigenen Beitrag. Treffender hätte ich es selbst nicht formulieren können!

Mein Beitrag hat nicht die Absicht zur Provokation oder Beleidigung. Ich finde einfach nur, dass Ihr Versuch, den Film bzw die Aussagen dieses Films zu entwerten, misslungen ist. Ihr Standpunkt ist für mich nicht logisch
nachvollziehbar.

Der Film ist nicht nur systemkritisch sondern hat ebenfalls einen philosophischen Tiefgang. Er betrachtet den Menschen nicht nur als ein reines Instrument einer Gesellschaft. Innerhalb des Monetärsystems wird der Mensch nur auf seine sachliche Funktion reduziert. Er ist nur so viel wert, so viel er für das System erbringt. Eine harte und brutale Tatsache, die die meisten von uns, denke ich, erkannt haben. Denn das Wertesystem des Monetärsystems hat keinen Platz für Moral und Ethik.

unten geht es weiter!

Paul , am 26. März 2009 um 13:17 ( Link )

Und bitte, machen sie mir keine Bücherempfehlungen... ich habe schon zahlreiche Bücher gelesen. Als ob das eine oder andere Buch, was ich eventuell nicht gelesen habe, meine Grundzüge ändern könnte. Ich selbst weiß, dass das Monetärsystem nicht zwangläufig so sein muss, wie wir es kennen. Aber es hat sich nicht in der Praxis bewährt und es wird sich auch nie ändern. Denn solange es Geld geben wird, wird
deswegen geraubt, geplündert und gemordet. Und die Leute an den oberen Positionen werden sich weiterhin die Taschen vollstopfen. Die Geschichte hat uns das gelehrt. Da die Verführung viel Geld zu besitzen immer da sein wird. Denn Geld bedeutet Macht. Jetzt ist es an der Zeit für Veränderung. Die Darstellung dessen im Film finde ich sehr gut gelungen.

Fazit: Um das alles mal kurz zusammenzufassen, hier einige kurze Sätze. Sie lehnen Frescos System grundlegend ab, ein völlig anderes System mit anderen Werten, mit der Annahme, dass so etwas nicht funktionieren kann, weil Sie ja in einigen Büchern gelesen haben, dass 'nur' das Monetärsystem das einzig mögliche ist. Zugleich bestehen sie auf das gegenwärtige System, welches bislang immer kläglich gescheitert ist. All die Menschen, die versucht hatten, Gerechtigkeit innerhalb dieses Systems zu schaffen, waren erfolglos, oder der Erfolg war nur kurzfristig. Trotzdem nehmen Sie dieses System in Schutz.

Würden wir uns immer auf derart konservative und in sich verschlossene Ansichten verlassen, gebe es keine Entwicklung. Vor etwas 600 Jahren hätte unsere Unterhaltung hier so stattfinden können, dass ich behaupte, die Welt sei eine Kugel, Sie mich aber davon überzeugen wollen, dass die Erde flach sei, denn das war die gegenwärtige Ansicht der Menschen, dabei verweisen Sie auf andere gleichgesinnte Zeitgenossen, die auch Ihrer Meinung sind, und Sie meinen damit Ihre Meinung bestätigt zu haben. Ich hingegen will Ihnen einfach nur sagen, dass Sie offen für ein anderes Weltbild sein sollten. Es ist genau das
selbe, nur findet unser Gespräch zu einer anderen Zeit statt.

Sie bestehen auf das bereits existierende System und wollen sich nicht auf etwas Neues einlassen. Sie sind wie ein Koch, der ein Rezept hat, dass
nur einigen wenigen schmeckt. Der Masse der Menschheit schmeckt es nicht. Anstelle sich mal an ein neues Rezept zu wagen, wollen sie an dem alten rumwürzen und verwürzen es nur.

Thesen sind nur solange richtig bis sie widerlegt worden sind. Das meiste Wissen des Menschen hat ein Verfallsdatum, es ist zeitlich beschränkt. Das ist jetzt der Zeitpunkt, wo wir uns eines besseren Lebens bewußt werden und alte Muster, wie im Film auch gesagt, ablegen werden. Eine andere Form der Zivilisation ist erforderlich, die unsere Einsichten und Ansichten einer freien Zivilisation reflektiert.

All diese Aussagen vertrete ich als freidenkender Mensch.

Chris Ullrich, am 10. Mai 2009 um 16:10 ( Link )

Der Autor ist allem Anschein nach ein Österreicher und seine Argumentation bestätigt mir mal wieder das weit verbreitete Vorurteil der österreichischen Arroganz. Die Verweise auf einige Bücher, die alle ausschliesslich von der österreichischen Schule stammen geben darüber ein zusätzliches Zeugnis ab.

Geld hat keinen definierten Gegenwert mehr, seit Gold damals als solcher von den Herren Morgan, Rockefeller, etc. abgeschafft wurde. Geld ist somit nur Papier, wo Zahlen drauf stehen. Es ist einheitlich, aber sein Wert wird immer von den Zentralbanken bestimmt werden.
ALLEIN DESHALB IST EIN GERECHTES GELD-SYSTEM NICHT MÖGLICH. Denn SOLANGE es um GELD geht, haben die Zentralbanken als dessen "Erschaffer" IMMER die oberste Macht..

Soweit zum jetzigen System, jetzt zur Alternative:

Die Zeitgeist-Filme sind in erster Linie dazu gedacht, aufzurütteln und auf die Bewegung "Zeitgeist Movement" aufmerksam zu machen. (Als könnte man den vollen Umfang des Venus Projects in einem, zwei oder drei Filmen abhandeln....)
Jacque Fresco hat sein ganzes Leben mit der Planung des Venus Projects verbracht und das System viel mehr durchdacht als die Filme darüber Auskunft geben.

Wer alle Informationen haben möchte, sollte sich auf

www.thezeitgeistmovement.com und www.thevenusproject.com

informieren, Interviews, Podcasts, etc. hören & sehen, und sich auf dieser Grundlage eine Meinung bilden, anstatt sich der Utopie hinzugeben, man könnte sich aufgrund von 1 oder 2 Filmen eine realistische Meinung über ein Projekt zur Änderung unseres gesamten Systems bilden.

Man liest ja auch nicht nur den Anfang eines Buches, sondern das komplette Buch, bevor man darüber ernsthaft diskutieren kann.

Ansonsten stimme ich Paul absolut zu.

jowak, am 10. Mai 2009 um 19:14 ( Link )

An Chris Ulrich: Ich finde es tief von dir, Österreicher (ich bin auch einer) als arrogant zu bezeichnen. Mit so einer Einstellung kann ein Projekt wie das Venus Project natürlich niemals funktionieren.

Ich hoffe trotzdem, dass die Leute aufwachen und weg von diesen Vorurteilen gegenüber Ausländern, Andersfarbigen und Andersgläubigen kommen.

MB, am 04. Juni 2009 um 18:12 ( Link )

Ich finde es sehr interessant, welche eine Diskussion auf Grund der Kritik des Autores sich hier abspielt, wiederum sehr Schade das Herr Grözinger selbst, bis her nur auf eine Gegenargumentation sich daran beteiligt.

Besonders eine Stellungnahme an der Kritik von Brakiri hätte mich interessiert.

Was allerdings noch nicht erwähnt wurde und selbst von den Befürwortern des Filmes bzw. der Bewegung, übersprungen oder nicht verstanden wird, ist dass nicht die Abschaffung des Geldes, der Politik oder des Glaubens das Ziel der Bewegung ist (es ist mehr oder weniger eine Folge) sondern die radikale Revolution des Bewusstseins
(Zitat aus dem Film)

Im Grunde genommen erklären die ersten Minuten und Bilder den ersten
Weg der gegangen werden soll.

Der Mensch ist von Grund auf einer der anpassungsfähigsten Lebewesen auf unserer Erde.

Ebenso wird er durch unserer Generationsübergreifende
Erziehung an ein Soziales Weltsystem angepasst, im Laufe der Zeit festigen sich so Denkstrukturen in verschieden Bereichen in unterschiedlicher Stärke, diese Strukturen prägen sich am stärksten in der Pubertät.

Sie können sich zum Beispiel in folgende Richtungen prägen: Religion, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft etc.

Dies ist unter anderem auch der Grund:

- warum Sekten versuchen bei der Werbung von neuen Anhängern, meist Jugendliche für sich zu gewinnen,

-politische Parteien versuchen meist junge Menschen von Ihrem Vorgehen zu Überzeugen und somit einen Befürworter oder sogar Mitstreiter zu gewinnen

Eine Bewegung wie Zeitgeist, welche die gelebten Strukturen von mehreren Generationen für mit Recht, als hinfällig und überholt erklärt,

kann nur als aller erstes Ziel eine Gehirnwäsche (Worte des Autors); in meinen Worten Gehirnreinigung;

oder wie im Film ausgedrückt "radikale Revoultion des Bewusstseins"
(die Zerstörung der erzieherisch auferlegten Strukturen) haben.

Durch eine mehrheitliche Auferlegung neuerer, modernerer, zivilisierterer, Denkstrukturen in den kommenden Generationen, würden die Menschen, unsere kommenden Kinder, Enkel oder Urenkel, selbst die Überflüssigkeit von Politik, Wirtschaft, Krieg, Knappheit und Geld erkennen und abschaffen.

Brakiri, am 17. Juni 2009 um 11:25 ( Link )

@MB:

Ja, eine Reaktion hätte mich auch interessiert.

Ich vermute mal, dass weder die Intention noch die Argumente gegeben sind, um dass was ich lange und gründlich gelesen, studiert und recherchiert habe, auch nur im Ansatz auszuhebeln. Was die Technologien angeht, gibt es mehrere Studien vom MIT über Geothermie, und sogar auch über die MagLev-Technologie, die alle besagen: Das Potenzial ist gewaltig, die Probleme lösbar, und die Kosten zumindest mittelfristig beherrschbar.

Viele Argumente des Autoren spiegeln, wie einige hier schon erkannt haben, nur das alteingesessene, das Verharren an "etablierten" Standpunkten, und einen Mangel an Auseinandersetzung mit dem Grundproblem wieder.

Alle Argumente des Autoren lösen das Hauptproblem, welches hinter der Basis steckt nicht: Gewinnmaximierung. Solange dies die Hauptmaxime ist, wird keine Veränderung INNERHALB des Systems zu einer Lösung führen.

Ich kann eine im Grunde falsche Gleichung nicht dadurch lösen, in dem ich die Werte der Variablen verändere.

Ich denke mit den Antworten die hier auf die "Kritik" des Autors bezüglich Zeitgeist Addendum geäussert wurden, kann man in der Quinessenz sagen: Die Kritk zeigt, dass der Autor ein Anhänger des etablierten Systems ist, nicht willens ist, die Probleme im Kern zu erkennen, keine Lösungen ausserhalb des Systems anbieten möchte, eigene oder Kollegen-Bücher promoten will, und weder fachlich noch argumentativ in der Lage zu sein scheint, sich mit den Kernaussagen des Films intensiv auseinanderzusetzen.

Das einzige was dadurch erreicht wurde, ist eine Diskussion unter den Leuten, die verstanden haben um was es geht, und die sich die Mühe gemacht haben, zu hinterfragen, zu verstehen, und sich bereit erklärt haben, die geistigen Fesseln der Gesellschaft und der Erziehung hinter sich zu lassen.

alleine dafür gebührt dem Kritk-Autor mein Dank.

Diese Meinungen und Gedanken hier zu lesen, gibt mir Hoffnung, und das Gefühl nicht alleine zu sein.

Vielen Dank von meiner Seite, an alle kritischen und interessierten Teilnehmer! :)

Gruss

Brakiri

Robert Grözinger, am 18. Juni 2009 um 21:36 ( Link )

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