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![]() Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Bericht aus Bodrum I: Solschenizyn der subjektivistische Antidemokratvon Robert Grözinger Beginn der 3.Jahresversammlung der Property and Freedom Society Mit dem Anspruch, kompromisslosen intellektuellen Radikalismus zu verbreiten und sich der organisierten politischen Korrektheit zu widersetzen, tagt seit heute morgen im türkischen Bodrum die 3. Jahresversammlung der „Property and Freedom Society“, ein Klub „exklusiver libertärer Kameradschaft“, wie der Gründer und Präsident Professor Hans-Hermann Hoppe eingangs bemerkte. In den folgenden Tagen werden André Lichtschlag und ich von dieser Tagung auf dieser Webseite berichten. Die erste Rede hielt der russische Ökonom Yuri Maltsev, und zwar über Alexander Solschenizyn. Der berühmte frühere Dissident und Gulag-Insasse der Sowjetunion sei ein das Subjektive betonender Denker und sehe als entscheidenden moralischen Faktor die „Trennlinie zwischen gut und böse im Herzen des Menschen“. Die Probleme der modernen Welt seien dadurch verursacht, so Solschenizyn, dass Ideologien diese Grenze verwischen oder nach außen tragen, weg vom Individuum. Der orthodoxe Christ ist ein scharfer Kritiker seiner Kirche, der er zu große Staatsnähe vorwirft, referierte Maltsev. Insgesamt sei es sehr schwierig, Solschenizyn zu etikettieren. Der russische Intellektuelle sei sich immer bewusst gewesen, nicht viel von Ökonomie zu verstehen. Obwohl er eine angebliche „blinde Gier“ des Kapitalismus kritisierte, habe er dennoch erkannt, dass eine enge Verknüpfung zwischen freien Märkten und persönlicher Freiheit existiert. Die Schweiz, die Solschenizyn als Exilant kennenlernte, empfiehlt er seiner Heimat als politisches Modell. Der ehemalige Insasse sowjetischer Konzentrationslager stellte einmal fest, dass die Zahl der staatlichen Todesopfer aus der Zeit der Sowjetunion (61 Millionen) höher sei als die von allen politischen Führern von Dschingis Khan bis Hitler zusammengenommen. Viel Kritik habe der Intellektuelle für seine Äußerung bekommen, die russischen Juden sollten über die Rolle ihrer Glaubensbrüder in der Zeit der russischen Revolution nachdenken (die nicht-jüdischen Russen im übrigen auch) – darüber, wie in ihren Herzen die Grenze zwischen gut und böse verlief. Allerdings habe er auch Verständnis für die überproportionale aktive Rolle vieler Juden bei den revolutionären Kommunisten geäußert, denn Juden wurden auch unter den Zaren scharf verfolgt. Solschenizyn, der ein Unterstützer des amerikanischen Kriegseinsatzes in Vietnam war und ein Unterstützer des Krieges in Irak ist, ist jedoch ein Gegner der Verbreitung der Demokratie, und lobt die Tschetschenen dafür, als einzigen Volk sich der Vereinnahmung durch die Sowjetunion widersetzt zu haben. In der nachfolgenden Diskussion wurde Maltsev unter anderem gefragt, welchen Einfluss Solschenizyn heute in Russland hat. Die Antwort: Solschenizyn sehe sich als „modernen Nationalisten“, als Gegner der Kommunisten aber auch der militanten Nationalisten. Aber populär sei er nicht. Ein eigens für ihn eingerichtetes Fernsehprogramm wurde aufgrund mangelndes Interesse eingestellt, zu Veranstaltungen mit ihm kommen vielleicht 20 Personen. Stalin dagegen werde von 65 Prozent der Bevölkerung als größte Persönlichkeit der russischen Geschichte betrachtet. Als nächster sprach Paul Gottfried, der über die Religiosität des westlichen Säkularismus referierte. Dieser habe mit Martin Luther King und Eleanor Roosevelt inzwischen seine eigenen Heiligen. Dieser religiöse Säkularismus, der die metaphysische individuelle Schuld in eine gesellschaftliche Schuld umwandelt, sei vor allem im protestantischen Nordeuropa, in den USA und Kanada entstanden. Er sei vom Protestantismus ausgegangen und inzwischen auf den Katholizismus übergesprungen. Manche säkulare Intellektuelle sähen im Säkularismus die „Erfüllung der in der Bibel nur angedeuteten sozialen Gerechtigkeit“ und die „Erfüllung der christlichen Pietät“. Die frühere christliche Verpflichtung zur Nächstenliebe werde in einen Zwang umgewandelt. Der Umfang des zu bekämpfenden menschlichen Verhaltens werde ständig erweitert. Internet: Property and Freedom Society 23. Mai 2008 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareRobert Grözinger, am 29. Mai 2008 um 17:29 ( Link ) Haben Sie dazu eine Quelle? landvogt72, am 02. Juni 2008 um 12:17 ( Link ) Ich bitte um Verzeihung. Ich habe ihn mit Lew Kopelew verwechselt. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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landvogt72, am 29. Mai 2008 um 14:15 ( Link )
Eigentümlich gegenwärtig geschrieben der Artikel. A. Solschenizyn weilt nicht mehr unter den lebenden.