Arne Hoffmann

Jg. 1969, Medienwissenschaftler und Journalist. Regelmäßiger Kolumnist der Zeitschrift eigentümlich frei.

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Politically Incorrect: Die Wirklichkeit ist nicht Schwarz-Weiß

von Arne Hoffmann

Eine Replik auf das Interview mit Stefan Herre in ef 75

Das Interview mit Stefan Herre über dessen Internetblog „Politically Incorrect“ in ef 75 halte ich für uninformiert und unkritisch. Deshalb möchte ich hier eine Gegenposition beziehen. Allerdings habe ich auch damit aus mehreren Gründen so meine Probleme.

Zunächst einmal glaube ich nicht, dass man zu Morddrohungen eine sinnvolle „Gegenposition“ beziehen kann. „Eine Zeitlang wurden sogar offene Mordwünsche publiziert“, berichtete die „Neue Zürcher Zeitung“ am 4. Mai 2007 über Politically Incorrect. „Dies scheint jetzt eingestellt zu sein.“ [1] Offenbar war das ein Irrtum, denn am 10. August 2007 meldet „Die Welt“ unter der Überschrift „Morddrohungen wegen Dialog mit den Muslimen“: „In der Mail, die Rohe der Polizei übergeben hat, heißt es: `Sie sind also auch einer von jenen verbrecherischen Hochverrätern, die Deutschland an den faschistoiden, totalitären und zutiefst imperialistischen Islam verraten und verkaufen wollen.´ Der anonyme Schreiber fährt fort: `Ich werde mich unglaublich bereichert fühlen, wenn Ihresgleichen, am Halse aufgehangen, am Baukran baumelt. Und wenn Ihnen dann die Visage blau anläuft, die Zunge aus dem Maul hängt, Ihr Schließmuskel versagt und Sie ein letztes Mal unter sich machen, dann, ja dann, werde ich bereichert sein. Ein Einheimischer.´ Die Website Politically Incorrect, auf der das Schreiben aufgetaucht war, hat es inzwischen von der Seite genommen.“[2] Und RP-Online meldet drei Tage später: „Auf Politically Incorrect sind nicht nur Beleidigungen wie `Saumusel´, sondern auch gegen alle Muslime gerichtete Morddrohungen nachzulesen, wie z. B. die von anonymer Seite vom 30.09.2006: `Der Islam muss vernichtet werden und zwar restlos. Zuerst ne Atombombe auf Mekka, damit euer dreckiger schwarzer Klotz verschwindet. Danach werdet ihr allesamt eingefangen und vergast ... Mohammed ist ein stinkender Hurensohn, der aus einer Schweinsfotze gekrochen kam.´ Oder, wie Karl B am 05.06.2006 um 16.18 Uhr schrieb: `Alle Moslem sollen vergast werden´ und um 16.21 Uhr fortfuhr: `Wir sollten neue KZ's eröffnen. Die wir ausschließlich für Moslems bauen. Arbeit macht frei!´“ [3]

Ich glaube auch nicht, dass man eine sinnvolle „Gegenposition“ dazu einnehmen kann, wenn Muslime auf „Politically Incorrect“ zum Beispiel als „Ziegenficker“, „Gesindel“ und „Migrationsmüll“ bezeichnet werden. Dokumentationen entsprechender Zitate gibt es beispielsweise bei Stefan Niggemeier, einem der Macher von Bildblog [4], Bastian Engelke auf Telepolis [5] und dem Publizisten Jürgen Külbel [6]. Külbel hat auch einige Zitate von Politically Incorrect zusammengestellt, die in eine ähnliche Richtung gehen. „Nichts kann einen Menschen derart erniedrigen, dass er auf die Stufe eines Moslems absinkt“ findet man da etwa. Und: „Ich will nicht, dass wenn ich Blut spende mein Blut irgendwann einem Musel das Leben rettet und genauso wenig will ich, dass in meinen Adern Muselblut fließt“. Nach diesem Artikel, so berichtet Külbel, seien für ihn „Morddrohungen, Belästigungen, Beleidigungen, Erpressungen (...) auf der Tagesordnung“ [7].

Am 21. August 2007 berichtet die „Frankfurter Rundschau“ unter der Schlagzeile „Per Blog zur neuen Wolfsschanze“ über Politically Incorrect: „Gleich der erste Kommentar in der Folge von Beiträgen gibt die Richtung vor: Von der nächsten Wolfsschanze, die `unbedingt´ und `ohne Rücksicht auf Verluste´ gebaut werden müsse, fabuliert ein Nutzer. Der Dortmunder Künstler Erhard Arendt dokumentiert schon seit längerem die Äußerungen des `rassistischen, islamophoben´ Blogs, der sich auch nicht scheue, zur Gewalt aufzurufen.“ [8]

Zu all diesen Unsäglichkeiten eine „Gegenposition“ beziehen, würde heißen, so zu tun, als ob das ernstzunehmende Argumente wären. Es ist ein bisschen so wie wenn ein TV-Sender einen Holocaustleugner in sein Studio einladen würde und dann bei einem Historiker oder beim Zentralrat der Juden in Deutschland anfragt, ob er dazu nicht eine „Gegenposition“ beziehen möchte. Wer sich auf diesen Unfug einlässt, hat schon verloren. Wollen wir ernsthaft darüber diskutieren, ob Muslime Ziegenficker sind, die vergast gehören, ob eine neue Wolfsschanze sinnvoll wäre und ob Mathias Rohe umgebracht werden sollte oder nicht?

Ein beliebter Einwand von Verteidigern Politically Incorrects ist, dass sich viele Unsäglichkeiten hauptsächlich im Kommentarbereich dieses Blogs abspielen würden und nicht im redaktionellen Teil. Zugestanden. Allerdings ist es ein Armutszeugnis für ein Blog, das quasi „hauptberuflich“ betrieben wird und über einen mehrköpfigen Redaktionsstab verfügt, wenn es so tut, als sei es den anonymen Kommentatoren praktisch hilflos ausgeliefert. Ich selbst führe mit Genderama nebenher ein feminismuskritisches Blog mit hohen Zugriffszahlen. Natürlich bleibt da nicht aus, dass da auch mal der eine oder andere frauenfeindliche Spinner vorbeispringt und sich mit Hassausbrüchen austoben will. Aber man kann als Blogbetreiber sehr viel dafür tun, damit das nicht zur Regel wird. Man kann seine Leser zum Beispiel zur Mäßigung aufrufen oder selbst in den Kommentarbereich hineingehen und dort ausgleichend auf eine Versachlichung hinwirken. Wenn das nicht greifen sollte, kann man ausufernde Kommentarspalten schließen, man kann in Aussicht stellen, den Kommentarbereich für ein paar Tage ganz zu sperren, man kann Unfug aus den Kommentaren herausfiltern oder nur Kommentatoren zulassen, von denen man weiß, dass sie sich zivilisiert benehmen. Illiberal? In keiner Weise: Mein Blog, meine Verantwortung, mein Hausrecht. Solche Maßnahmen wären ohnehin nur die Ultima Ratio: Nach drei Jahren als Blogger habe ich außer Werbespam keinen einzigen Kommentar gelöscht. Und bei mir geht trotzdem nicht alles drunter und drüber. Spätestens wenn ein Blog in etlichen Medien wegen Morddrohungen und dergleichen kritisiert wird, sollten sich seine Betreiber jedenfalls irgendetwas einfallen lassen, um so etwas dauerhaft zu unterbinden. Der „Zeit“-Journalist Jörg Lau führt seit langem ein äußerst islamkritisches, aber durchweg seriöses Blog, in dem Vergasungsphantasien und ähnliche Abscheulichkeiten ausbleiben. Das ist kein Zufall.

Man kann als Blogbetreiber nämlich auch ständig tüchtig Öl ins Feuer gießen, seine Hände in Unschuld waschen und sich darüber freuen, dass genau durch solche ständigen Skandale die Zugriffszahlen oben gehalten werden. Es ist eben mittlerweile dokumentiert, dass abweichende Meinungen bei Politically Incorrect hurtig gelöscht werden [9], während Passagen wie „MUSELMANEN SIND MÖRDER! (...) Daher rufe ich dazu auf, das Kriegsbeil gegen Islamer auszugraben. Sprengt ihre Propagandabunker! Rasiert die Bärtigen, indem ihr ihnen die Köpfe abschlagt! Verbrennt ihre Brut! Versklavt ihre Frauen!“ [10] über Monate hinweg stehenbleiben. Die Zugriffszahlen bei Politically Incorrect sind wohl kaum deswegen so hoch, weil die Argumente dort so vernünftig sind, sondern weil diese Mischung aus Boulevard, Krawall, Freakshow und Grand Guignol für viele Leser reizvoll ist. Die unfreiwillige Komik vieler hysterischer Texte wird inzwischen auf der grandiosen Satireseite: „Politically Impotent“ perfekt parodiert. [11]

Islamkritik ist kein Tabubruch. Unsere Buchhandlungen sind seit Jahren gerammelt voll sowohl mit reißerischen Titeln wie „Das Schwert des Islam“ als auch mit differenzierten, empfehlenswerten Büchern wie Irshad Manjis „Der Aufbruch“, Günter Lachmanns „Tödliche Toleranz“ und Julia Gerlachs „Zwischen Pop und Dschihad“. Der „Spiegel“ machte die angebliche „stille Islamisierung Deutschlands“ zu einer Coverstory, und auch Jörg Lau erklärt: „Es ist eine Legende, dass islamkritische Themen nicht gehen. Sie finden große Aufmerksamkeit, dankbare Leser und (alleine deshalb schon) auch erfreute Chefredakteure.“ [12] Der Tabubruch von Politically Incorrect liegt allein in den oben zitierten Unsäglichkeiten. Einer sinnvollen Islamkritik springen Leute, die Äußerungen wie die oben zitierten tätigen, lediglich im Weg herum.

Der zweite Versuch, Politically Incorrect zu verteidigen, besteht in einem Hinweis auf die Meinungsfreiheit. Stark vereinfacht darf man sich dieses Spiel so vorstellen: A nennt B einen Untermenschen, daraufhin bezeichnet B A als Rechtsradikalen, und prompt fängt A an zu lamentieren, dieser Vorwurf beschränke ihn in seiner Redefreiheit. Aber natürlich gilt diese Freiheit auch für B. Bastian Engelke äußert sich dazu sehr treffend: „Wirklich – man kann nicht eine streitbare, provokative Webseite wie PI betreiben, sich die Meinungsfreiheit auf die Fahnen schreiben und dann `Hilfe, Repression!´ schreien, sobald jemand mit Worten und mit nichts anderem widerspricht. Kein Wunder, dass ein solches Selbstverständnis gegen jede Kritik imprägniert.“ [13] Es geht nicht um die Frage, ob PI verboten werden soll, sondern darum, was man von diesem Blog halten darf.

Eine Verteidigung für PI, die ich gelten lassen würde, ist, dass die Leute dort nicht die idealen Lehrer hatten. Auch auf der von Henryk M. Broder („Der Spiegel“) und Michael Miersch („Die Welt“) betriebenen Website „Die Achse des Guten“, die „Politically Incorrect“ früher herzlich gerne verlinkt hatte, finden sich Passagen wie „HÖRT IHR IN DEN VORSTÄDTEN DIE GRAUSAMEN MULLAHS SCHREIEN? SIE KOMMEN BIS IN EURE ARME, EURE TÖCHTER, EURE EHEFRAUEN ZU ENTHAUPTEN!“ [14] Nachdem Peter Scholl-Latour die Regierung Bush kritisierte, lässt Broder darüber sinnieren, ob man ihm dafür nicht einen „Abenteuerurlaub in Guantanamo spendieren“ sollte. [15] Und obwohl Jörg Ziercke, der Präsident des Bundeskriminalamtes, betont, dass die Muslime in Deutschland zu 99,9 Prozent friedlich sind und nicht das geringste mit fanatischen Tendenzen zu schaffen haben, die einen Generalverdacht rechtfertigen würden, kommen diese 99,9 Prozent in Broders Buch „Hurra, wir kapitulieren!“ schlichtweg nicht vor. Er beschäftigt sich ausschließlich mit dem einen Promille, das übrig bleibt, und erklärt es zur Gesamtheit, wenn er von „1,5 Milliarden Muslimen“ spricht, die „die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen“. 1,5 Milliarden – das ist doch mal eine ordentliche Sippenhaft. Wenn gestandene Journalisten so schreiben und dafür mit Preisen geehrt werden, darf man sich nicht wundern, wenn viele Möchtegernjournalisten dieser Polemik nachzueifern versuchen – und schließlich bei der Wolfsschanze landen.

Letzten Endes sind viele Websites der Islamophoben vor allem eines: intellektuell extrem unbefriedigend. Eine echte Diskussion, die Vorurteile erschüttern könnte, ist undenkbar. Äußern sich Muslime fundamentalistisch, beweist das, wie radikal sie sind. Äußern sich Muslime liberal und treten für die Demokratie ein, beweist dies das Prinzip der „Taqyya“, zu deutsch: dass Moslems lügen, sobald sie den Mund aufmachen. Bleiben Muslime unter sich, wirft man ihnen vor, sich „in Parallelgesellschaften abzuschotten“. Gehen sie mit ihren Sitten nach außen, verurteilt man sie wegen „Überfremdung“ und „islamischem Missionierungsdrang“. Wer lieber differenziert denkt als in Dauerpanik zu verfallen, gilt als „nützlicher Idiot“, „Verräter“, „Gutmensch“ oder „Dhimmi“ – das Gegenstück zum „Judenfreund“ der zwanziger Jahre. Der einzige Grund, warum sich ein Mensch gegen Rassismus aussprechen könnte, besteht in diesem verqueren Weltbild darin, dass er Angst vor den Islamisten haben muss. Schon der Dialog mit Muslimen gilt als „Einknicken“ oder „Appeasement“. Nachdem Hans-Christian Ströbele Udo Ulfkotte in einer TV-Diskussion in der Pfeife rauchte, wünschte man ihm, „dass ihn mal ein paar Borats aufmischen“. Wenn ein Muslim wie Murat Kurnaz von den USA gefoltert wird und er danach darüber spricht, wird er auf Politically Incorrect noch zusätzlich als „Bazille“, „Parasit“ und „Abschaum“ beschimpft. Hier bricht ein Hass auf das Opfer aus, der den gegen Bin Laden und Co. bezeichnenderweise bei weitem übersteigt. Und auch der vorgebliche Einsatz für Frauenrechte fällt in sich zusammen, wenn die Kommentatoren enthüllen, dass sie weibliche Muslime genauso als „Soldaten einer feindlichen Armee“ betrachten wie ihre Männer. Selbst türkische Kinder werden vor allem als „zukünftige Hassprediger, Halsabschneider und Kofferbomber“ betrachtet. Wenn sich die Betreiber einer solchen Website mit dem Aufklärer Voltaire vergleichen, ist das nichts weniger als peinlich.

Politically Incorrect ist mittlerweile Teil einer größeren Szene, wo man sich über alles empört, was fremd und scheinbar typisch muslimisch ist: Ob ein türkischer Patient im Krankenhaus von der gesamten Familie besucht wird, ob Türken in einem Stadtpark grillen, ob Muslimas ein Kopftuch tragen oder ein Kioskbesitzer auch am Karfreitag geöffnet hat – alles deutet dort auf den kurz bevorstehenden Untergang des Abendlandes hin. Dieses Dauerkrakeele hat mit Liberalismus nichts zu tun. Im Gegenteil: Häufig wird durch das Heraufbeschwören einer ständigen Bedrohung ein Klima der Angst geschaffen, das die viel beschworenen westlichen Werte von Freiheit, Bürger- und Menschenrechten, Toleranz und Friedfertigkeit schwächt. Gerade individualistisch denkende Menschen sollten sich eigentlich daran stoßen, wenn für Verbrechen Einzelner eine ins Absurde ausgeweitete Kollektivschuld verhängt wird. Selbstverständlich ist auch die Religionsfreiheit schützenswert, wozu der Bau von Gebetshäusern gehört, die Forderung nach einer Art politisch korrektem Koran dürfte genauso unsinnig sein wie bei der Bibel, und auch Kopftuchträgerinnen sollten über die Straße gehen dürfen, ohne angespuckt zu werden. All die Drohmails, die beispielsweise der Zentralrat der Muslime erhält („Muslime werden von uns bekämpft und niedergestreckt, denn Dreck muss verschwinden.“, „Noch eine Gewaltaktion gegen Deutschland und wir werden 500 Moscheen in Deutschland niederbrennen.“ usw.) entstehen vor dem Hintergrund eines über Jahre geschürten Hasses.

Wie kann man als Liberaler mit solchen Dingen umgehen? Wer meine Texte kennt, weiß, dass ich einem amerikanisch geprägten Verständnis für Meinungsfreiheit anhänge: „The cure for bad speech is not censorship but better speech“. Vor diesem Hintergrund unterstütze ich als freier Mitarbeiter ein Watchblog Islamophobie, das diese Dauerhysterisierung mal sachlich, mal ironisch unter die Lupe nimmt. Allerdings läuft es auch in diesem Blog nicht ohne Konflikte: So berichtet die Betreiberin, die Muslima Dr. Dagmar Schatz, von Udo Ulfkotte mit juristischen Forderungen in Höhe etlicher zehntausend Euro überzogen worden zu sein, nachdem sie auf eine Website verlinkt habe, von deren Inhalt sich Ulfkotte beleidigt fühlte. (Dass Ulfkotte sich andererseits als großer Kämpfer für die Meinungsfreiheit inszeniert, solange es gegen Muslime geht, hat dadurch schon ein Geschmäckle.) Davon uneingeschüchtert berichtet Schatz weiter kritisch über Ulfkotte und Co., vermeidet dabei jedoch das Niveau von Politically Incorrect.

Stattdessen gibt es auf Sachebene einiges geradezurücken: Sind Kopftuchträgerinnen rückschrittlich und unterwürfig? Im Gegenteil: Wie die Konrad-Adenauer-Stiftung in einer großangelegten Befragung ermittelte, finden 94 Prozent von ihnen, Frauen sollten in der Partnerschaft ihre beruflichen Wünsche verwirklichen können. Die gebärschwachen Deutschen werden von den angeblich unendlich gebärfreudigen Musliminnen beim Kinderwunsch noch unterboten. Und die strenggläubigen Musliminnen zeigen sich doppelt so karriereorientiert wie die Gesamtheit deutscher Frauen. [16] Gibt es in deutschen Schulen wirklich massenhaft Probleme, weil viele muslismische Schülerinnen den Schwimm-, Sport- und Sexualkundeunterricht boykottieren? Die „Zeit“ kehrte bundesweit das unterste zuoberst und fand nichts als ein paar Einzelfälle, worauf sie das Fazit zog: „Die These vom breiten Unterrichtsboykott muslimischer Eltern scheint nicht haltbar. Von einer Kapitulation vor dem wachsenden Islamismus kann keine Rede sein.“ [17] Sind mittlerweile fast alle Terroristen Muslime, wie es häufig heißt? Ein weiterer Irrtum: Europol zufolge hatte nur eines der 500 im vergangenen Jahr dort registrierten Attentate einen islamistischen Hintergrund – der vereitelte Kofferbombenanschlag in Deutschland. [18] Sind Muslime eher freiheitsfeindlich eingestellt? Das amerikanische Gallup-Institut ließ mehr als 80 Prozent der muslimischen Weltbevölkerung befragen und erfuhr so, dass dort die westlichen Ideale von Rede- und Versammlungsfreiheit geschätzt und bewundert werden. [19] Wird Deutschland in ein paar Jahrzehnten mehrheitlich islamisch sein, wie Stefan Herre in eigentümlich frei suggerierte? Das wäre nur der Fall, wenn man frühere Entwicklungen exponentiell in die Zukunft rechnen würde – tatsächlich aber haben sich sowohl die Geburten- als auch die Zuwanderungsraten der Muslime in den letzten Jahren stark abgeschwächt, so dass Muslime wohl weiter eine Minderheit bleiben werden: um 2030 herum etwa ein Zehntel der deutschen Bevölkerung. [20]

Auch extrem absurde Behauptungen werden von den „Islamkritikern“ gerne verbreitet. So berichtet Ulfkotte, dass Fundamentalisten die Gipfelkreuze durch Halbmonde ersetzen lassen wollen, weil die Kreuze als „Herrschaftszeichen des Christentums“ eine Beleidigung des Islams darstellten. Iin Wahrheit steckte hinter dieser Forderung eine Wiener Künstlergruppe mit dem bezeichnenden Namen „Haben wir denn keine andere Sorgen“. [21] Von Ulfkottes Behauptung, Muslime spuckten in Metzgereien aufs Schweinfleisch, hat der Deutsche Fleischerverband noch nie etwas gehört und weist darauf hin, dass sich zwischen Fleisch und Kunden eine Glasscheibe befindet [22]. Dass in den USA ein Schüler wegen eines „Hate Crimes“ angezeigt wurde, weil er ein Schinkenbrot aß, während Muslime am Tisch saßen, wird auf den Seiten von Politically Incorrect behandelt, als sei es real geschehen [23], stammt aber in Wahrheit aus einer Parodie. [24] Und Henryk M. Broder zufolge werden in Großbritannien Sparschweine aus den Banken geräumt, weil sie die religiösen Gefühle der Muslime verletzen könnten. Zwar gab es hier tatsächlich eine Meldung über zwei britische Banken dieser Art, aber das war eine Zeitungsente: Die eine der beiden Banken benutzt weiterhin Sparschweine, die andere schon seit Jahren keine mehr. [25]

Noch immer werden solche und viele andere urbane Mythen in Weblogs und Talkshows unter die Leute gestreut, um eine bedrohliche Islamisierung zu belegen, aber bei einer näheren Überprüfung lösen sie sich häufig in Luft auf.

Immer wieder wird gefordert, dass sich mehr Muslime offensiver vom Terrorismus distanzieren sollten. Tatsächlich aber wurden die Greueltaten etwa des 11. September in den deutlichsten Tönen von praktisch allen islamischen Führern, Organisationen und Ländern verdammt, und diese Texte sind im Internet massenhaft dokumentiert. [26] Es gibt auch Fatwas gegen Osama bin Laden [27] und viele andere Terroristen [28]. Über solche Erklärungen, die nicht in unser Bild vom barbarischen Moslem passen, berichten unsere Medien aber nur selten. Zu diesen Links schrieb ich erklärend einem Freund: „Ich weiß nicht, ob ich den Muslimen hier raten kann, nach jedem Terroranschlag zu zehntausenden auf die Straßen zu gehen und zu protestieren, so wie ja viele Deutsche nach den Anschlägen von Solingen und Mölln Lichterketten gebildet haben. Einerseits wäre das mal ein klares, unübersehbares Signal. Andererseits sage ich mir: Wenn Feministinnen die Männerbewegung auffordern würden, sich nach jedem Amoklauf eines Mannes (oder die Väterbewegung nach jedem Amoklauf eines durchgeknallten Familienvaters) erst mal massenhaft zu distanzieren, würde ich denen doch den Vogel zeigen. Wieso sollte ich mich von etwas distanzieren, mit dem ich gar nichts zu tun habe? Die meisten Muslime haben doch mit Terrorismus und Islamismus nicht das geringste am Hut. Welcher deutsche Moslem macht denn auch nur seine verpflichtende Pilgertour nach Mekka, obwohl die zu den `fünf Säulen des Islam´ gehört? Als Mitglied des christlichen Kulturkreises distanziere ich mich doch auch nicht zusammen mit anderen Christen von den Evangelikalen.“

Das überzeugte meinen liberalen Freund. Vielleicht können fundierte Informationen und eine durchdachte Argumentation noch immer überzeugen. Dabei ist dieses Beispiel nur ein Mosaikstein einer wesentlich differenzierteren Wirklichkeit, die mit der populären Anti-Islam-Hysterie wenig gemeinsam hat.

Internet:
[1] http://tinyurl.com/39xbvo
[2] http://tinyurl.com/3cpc6k
[3] http://tinyurl.com/2jz8qd
[4] http://tinyurl.com/2jdgbh
[5] http://tinyurl.com/25yamg
[6] http://tinyurl.com/39264m
[7] http://tinyurl.com/2qc9xt
[8] http://tinyurl.com/2meb6n
[9] http://tinyurl.com/256o36
[10] http://tinyurl.com/2h2zgn
[11] http://tinyurl.com/256jzs
[12] http://tinyurl.com/2uk7ro
[13] http://tinyurl.com/2qc9xt
[14] http://tinyurl.com/2vrbqd
[14] http://tinyurl.com/34qa7s
[16] http://tinyurl.com/3e2mfm
[17] http://tinyurl.com/2p4nxo
[18] http://tinyurl.com/36o4ho
[19] http://tinyurl.com/2sf3r3
[20] http://tinyurl.com/34krny
[21] http://tinyurl.com/2pmur4
[22] http://tinyurl.com/2t7fu7
[23] http://tinyurl.com/2slget
[24] http://tinyurl.com/3dplgx
[25] http://tinyurl.com/rqlaz
[26] http://tinyurl.com/8b48q
[27] http://tinyurl.com/528sx
[28] http://tinyurl.com/3bo5r8

06. September 2007

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Kommentare

J. Pütter , am 06. September 2007 um 14:20 ( Link )

Nun ja, die Kritiken sind bestimmt oft zutreffend. Ich stelle aber die geschichtliche Situation des Islam und deren Entwicklung, die Herr Herre (wie viele andere) korrekt beschreibt, in den Vordergrund.

Wenn also ein Forum die brutale Gefahr einer totalitären Weltanschauung deutlich vor Augen führt, so ist das der zentrale Punkt. Und nicht die wirklich vorhandenen defizite dieses Forums.

Ist übrigens eine beliebte Methode der Islamverteidiger: Auf Inhaltliches/Fakten wird kaum eingegangen (die sprechen praktisch alle gegen den Islam). Dafür werden die, die diese Fakten bringen, kritisiert. Als ob nur der Fehlerfreie legitimiert wäre, diese Weltanschauung zu kritisieren. Das Ergebnis ist dann stets das Gleiche: Da der Kritisierende Fehler macht, wird versucht, damit beim Leser die Auseinandersetzung mit der Kritik zu vermeiden.

Mieser Stil, der aber einer solchen totalitären Anschauung und ihren Verteidigern angemessen ist.

“Die Wirklichkeit ist nicht schwarz-weiß” « Watchblog Islamophobie , am 06. September 2007 um 15:03 ( Link )

[...] “Die Wirklichkeit ist nicht schwarz-weiß” Wie “Politically incorrect” aktuell berichtet, enthält die aktuelle Ausgabe unseres liberalen Magazins “eigentümlich frei” ein ausführliches Interview mit Stefan Herre. Eine kritische Stellungnahme von mir nicht nur zu PI, sondern generell zu einer bestimmten Form der “Islamkritik”  ist für die nächste Ausgabe unserer Zeitschrift vorgesehen und erscheint vorab auf ef-online. [...]

Mafri , am 06. September 2007 um 15:47 ( Link )

Die Islamverteidiger nutzen sehr wohl Fakten. Im Gegesatz zu PI verzichten sie auf Polemik - die ist nänmlich unwissenschaftlich und hat mit Fakten nichts zu tun.

Pro Patria » Interview mit Stefan Herre im ef-Magazin und eine Gegenposition , am 06. September 2007 um 16:03 ( Link )

[...] Mieser Stil, der aber einer solchen totalitären Anschauung und ihren Verteidigern angemessen ist.1 s. ef-online - Politically Incorrect: Die Wirklichkeit ist nicht Schwarz-Weiß [↵]Lesezeichen setzen [...]

Perspektive2010 , am 06. September 2007 um 16:30 ( Link )

@#1:

Hast Du Dich auch nur länger als 3 Sekunden mit einem Satz oder einem Argument in Arnes Text befasst oder auch nur einen einzigen der Links aus den Fußnoten angeklickt und gelesen? Ich denke nicht. Lies weiter Politically Incorrect und glaube weiter daran, dass "die Musels" Dich nur unterwerfen, Deine Kinder auffressen und Deine Frau schänden wollen. Das gehört mit zur Glaubensfreiheit, auch wenn diese Dämonisierungen schon aus den 20er und 30er Jahren in Bezug auf Juden geäußert wurden, inklusive einer jüdischen Weltverschwörung, welche durch die angebliche Islamisierung der Welt ausgetauscht wurde.

Gruß

Alex

J. Pütter , am 06. September 2007 um 16:46 ( Link )

#5: Vielleicht wirst du überrascht sein, ich habe den Artikel und einige links gelesen.

Historische Vergleiche? Gut, wenn gewünscht: Genau wie wir in den 20-er und 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von linker Seite über die Sowjetunion massiv belogen wurden (ist alles dokumentiert: Ein Land des Friedens, der Gerechtigkeit, Regierung der Arbeiter und Bauern und mehr)

- so werden wir jetzt überwiegend von links in ähnlicher Weise über den Islam belogen.

Ich bin recht zuversichtlich: Die Menschen werden beim real existierenden Islam wie beim real existierenden Sozialismus merken, dass sie besser fahren, wenn sie die Taten beurteilen. Und nicht die rosa Worte.

Sie werden merken, und das findet derzeit schon erfreulich statt: Die Friedens- und Toleranzkleider des Islam entstammen bis auf wenige Ausnahmen der Märchenkiste. Direkt nach dem Märchen: "Des Kaisers neue Kleider." Wo ebenso eine bequeme Lüge der unbequemen Wahrheit vorgezogen wurde.

J. Pütter , am 06. September 2007 um 16:49 ( Link )

nur kurz zu mir, damit nicht schräge Vorstellungen auftauchen: Ich gehe seit über 10 Jahren zum Christopher Street Day (bin selber "hetero").

Die Verteidígung der in Jahrhunderten erkämpften Freiheiten gegen eine Weltanschauung, die ganz überwiegend vor jeder Aufklärung steht, ist mir sehr wichtig.

scipio , am 06. September 2007 um 16:55 ( Link )

Ein im großen und ganzen zustimmungsfähiger Artikel.Trotzdem ist es sinnlos,Dinge schönzureden, die eben von den Menschen anders wahrgenommen werden. Daß es Probleme mit dem Islam gibt, ist ja keiner Weltverschwörungsorganisation unter Leitung von PI anzulasten. Überhaupt ist diese exessive Fixierung auf PI schädlich. Das nimmt ja manische Züge an. Das Anliegen muß sein, in der Bevölkerung eine positivere Einstellung dem Islam gegenüber zu erreichen. Schwer genug ist das, wenn schon wieder über terrorverdächtige Muslime in Deutschland berichtet werden muß.

ED , am 06. September 2007 um 18:01 ( Link )

Ich bin zwar ein seltener Besucher von PI, kann also weder den „Rechtsdrall“ bestätigen noch verneinen aber bin etwas darüber verblüfft, wenn bei mir der Eindruck haften bleibt, dass der ISLAM ein Hort für libertäre Ideen sein soll.Wie schon Al Jazeera einmal recht treffend titelte: „Nicht alle Muslime sind Terroristen, aber alle Terroristen sind Muslime“. Da halte ich mich doch mehr an Hoppe, wenn es um meine Freiheiten geht und wenn ich mich nicht mehr auf den Sicherheitsagenten „Staat“ verlassen kann.

Zum Lau Blog. Wie schon der Name sagt. Interessant, immer wieder die Diskurshoheit der Gutmenschen. Der Gutmensch definiert, was gesagt werden kann und wer nicht koaltionsfähig ist. Das ist lächerlich, so viel Mut und Selbstbewusstsein sollten wir alle haben, um selbst zu entscheiden, was wir sagen und mit wem wir etwas gemeinsam machen.

Allerdings halte ich es für eine absurde Blauäugigkeit, den Islam mit dem uns vertrauten Wertekanon zu messen und zu verstehen. Da empfehle ich den nachstehenden Artikel von Egon Flaig aus der FAZ.

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Der Islam will die Welteroberung

Von Egon Flaig

15. September 2006
„Dann wollen wir, daß die Fahne des Islam wieder über diesen Landschaften weht, die das Glück hatten, eine Zeitlang unter der Herrschaft des Islam zu sein und den Ruf des Muezzins Gott preisen zu hören. Dann starb das Licht des Islam aus und sie kehrten zum Unglauben zurück. Andalusien, Sizilien, der Balkan, Süditalien und die griechischen Inseln sind alle islamische Kolonien, die in den Schoß des Islam zurückkehren müssen. Das Mittelmeer und das Rote Meer müssen wieder islamische Binnenmeere wie früher werden.“ Diese Sätze stammen nicht von Al Qaida; sie finden sich im Programm, das der Gründer der Muslim-Brüderschaft Hassan Al Banna in einer Rede formulierte. Die Bruderschaft zählt heute Millionen und hat sich weit über Ägypten hinaus verbreitet. Ihre Intellektuellen agieren in Europa und in den Vereinigten Staaten; sie gelten als ,moderat“ und werden von den Medien entsprechend bedient. Planmäßige Rückgewinnung „verlorener“ Gebiete gehört in die Programme von Staaten, welche um territoriale Machtausübung kämpfen, also von politischen Gemeinschaften. Wie kann sie ins Programm einer Religion gehören? Ist der Islam eine Religion wie andere?

Seit Beginn der klassischen Zeit zwischen dem neunten und dem elften Jahrhundert teilen die islamischen Juristen die Welt in zwei Teile, nämlich das „Haus des Islam“ und das „Haus des Krieges“. Diese Zweiteilung hängt nicht davon ab, wo Muslime in großer Anzahl leben oder gar die Mehrheit darstellen, sondern davon, wo der Islam herrscht - in Gestalt der Scharia - oder wo er nicht herrscht. Diese Dichotomie ist also keine religiöse, sondern eine politische. Zwischen diesen beiden Teilen der Welt herrscht naturgemäß so lange Krieg, bis das Haus des Krieges nicht mehr existiert und der Islam über die Welt herrscht (Sure 8, 39 und 9, 41). Daher besteht nach klassischer Lehre für die muslimische Weltgemeinschaft die Pflicht, gegen die Ungläubigen Krieg zu führen, bis diese sich bekehren oder sich unterwerfen.

Dieser Krieg heißt Dschihad. Lautete der Missionsauftrag Jesu, alle Völker zu bekehren, ihnen aber ihre politische Ordnung zu lassen, so besteht das Ziel des Islam darin, alle Nichtmuslime politisch zu unterwerfen, ihnen aber ihre Religion zu lassen, falls es Buchreligionen sind. Der allgemeine Befehl Gottes zum Dschihad wird entnommen aus Sure 9, 29. Gewiß, winzige pazifistische Strömungen im Islam haben diese Interpretation nicht akzeptiert. Die Schiiten akzeptieren sie zwar, verlangen aber, daß ein echter Imam die muslimische Gemeinschaft anführt (und auf einen solchen warten sie schon mehr als dreizehn Jahrhunderte), daher gilt für sie vorläufig nur der defensive Dschihad, also falls die muslimische Gemeinschaft angegriffen wird.

Dagegen haben die andere Strömungen, etwa die sogenannten charidschitischen, die Aussage von Sure 9, 29 radikalisiert: Sie sehen im Dschihad eine individuelle Pflicht jedes tauglichen Muslim, welche als sechste Säule neben den anderen fünf kardinalen Pflichten steht. Konsequenz dieser Lehre: Wenn jeder entweder an der kollektiven Kriegführung gegen die Ungläubigen teilnehmen muß oder - falls die muslimische Gemeinschaft dafür momentan zu schwach ist - allein, gruppenweise auf eigene Faust kriegerisch agieren muß, dann sind Attentate und Terroranschläge das Richtige. Was die Charidschiten für den offensiven Dschihad verlangen, gilt bei den meisten Vertretern der orthodoxen Lehre der Sunna für den defensiven: Wird der Islam angegriffen oder islamisches Territorium von Ungläubigen besetzt, dann wird der Dschihad zur individuellen Pflicht; eine Fatwa des Großmufti der Al-Azhar-Universität in Kairo von 1948 - gerichtet gegen Israel - läßt daran keinen Zweifel. Jedwede feindliche Macht, welche sich an die Haager Landkriegsordnung hält und streng unterscheidet zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten, gerät hierbei in größte Schwierigkeiten.

Der Kriegszustand dauert an, bis das Haus des Krieges vernichtet und die Welt erobert ist. Darum nennt Majid Khadduri den Islam eine „göttliche Nomokratie auf imperialistischer Basis“. Friedensverträge, welche islamische Herrscher mit nichtislamischen abschlossen, gelten nur als Waffenstillstände; deshalb wurden sie in der Regel für höchstens zehn Jahre abgeschlossen; zwei Rechtsschulen erlaubten nur drei bis vier Jahre Frieden. Die kurzen Fristen ermöglichten es den militärisch überlegenen Muslimen, die Gegenseite unentwegt zu erpressen; auf diese Weise sind im Laufe der Jahrhunderte riesige Mengen an Geldern und Menschen an die muslimische Seite geflossen. Als sich die Kräfteverhältnisse verschoben, mußten muslimische Herrscher die Praxis ändern. So schloß 1535 Suleiman der Prächtige mit dem französischen König einen Frieden, der so lange gelten sollte, wie der Sultan lebte - ein Bruch mit der Tradition. Christliche Theologen versuchten - angesichts einer Pluralität von Staaten - zu definieren, was ein „gerechter“ Krieg war und was nicht; Kriege einzig um des Glaubens willen galten überwiegend nicht als gerecht. Für muslimische Gelehrte ist hingegen das „Haus des Islam“ eine politische Einheit, welche keinen inneren Krieg duldet; darum ist allein der Krieg zur Unterwerfung der Ungläubigen legitim gewesen und obendrein Pflicht, wie der berühmte Gelehrte Ibn Chaldun im vierzehnten Jahrhundert kategorisch sagt: „Im Islam ist der Dschihad gesetzlich vorgeschrieben, weil er einen universalen Auftrag hat und gehalten ist, die gesamte Menschheit freiwillig oder gezwungen zur Religion des Islam zu bekehren.“

Die Kriegsregeln des Dschihad sind flexibel. Von der Schonung über Massenversklavung bis zur massenhaften Tötung ist nach Khadduri alles möglich, genau wie bei Griechen und Römern. Das unterscheidet die heiligen Kriege des Islam fundamental von denjenigen des alttestamentlichen Israel, welche vorsahen, daß außerhalb Israels alles Männliche zu töten, auf israelischem Boden hingegen alles Lebendige überhaupt zu vernichten war (Deuteronom. 20, 10-20). Wir pflegen uns darüber zu empören, was die Kreuzfahrer 1099 in Jerusalem anrichteten. Indes, die Kreuzfahrer handelten nach gängigem Kriegsrecht; muslimische Eroberer taten derlei unentwegt und überall: 698 traf es Karthago, 838 Syrakus; der berüchtigte Wesir des Kalifats von Córdoba, Al Mansur, führte in siebenundzwanzig Jahren fünfundzwanzig Feldzüge gegen die christlichen Reiche Nordspaniens, versklavend, vernichtend und verwüstend; es traf Zamora (981), Coimbra (987), León, zweimal Barcelona (985 und 1008), dann Santiago de Compostela (997).

Am furchtbarsten verwüsteten die Dschihads das damals noch so städtereiche byzantinische Anatolien; das Massaker von Amorium (838) ist lange ein Fanal geblieben; die städtische Kultur Anatoliens hat sich davon nie wieder erholt.

Der Seldschuke Alp Arslan ließ ganze armenische Städte massakrieren, am furchtbarsten 1064 die Hauptstadt Ani. Mehr als berechtigt darum das Urteil von Bat Ye'or: „Die Maßlosigkeit, die Regelmäßigkeit und der systematische Charakter der von den islamischen Theologen zur Norm erhobenen Verwüstungen unterscheiden den Dschihad von anderen Eroberungskriegen.“ Gewiß, die Massenversklavung blieb das beliebteste Kriegsziel. So entstand schon im achten Jahrhundert die größte Sklavenhaltergesellschaft der Weltgeschichte; sie benötigte eine ständige Zufuhr immer neuer Sklaven; sie transformierte den afrikanischen Kontinent zum größten Sklavenlieferanten, ein Schicksal, welchem Europa knapp entkam.

Singulär ist die enorme Geschwindigkeit, mit der binnen neunzig Jahren ein arabisches Großreich zwischen Südfrankreich und Indien entstand, ohne daß ein einzelner Eroberer die Expansion gelenkt hätte. Der erfolgreichste Imperialismus der Weltgeschichte erregte nicht zuletzt die Bewunderung Hegels: „Nie hat die Begeisterung als solche größere Taten vollbracht.“ Wenn „Begeisterung“ solches vermochte, worauf beruhte sie? Die Antwort ist einfach: auf dem Märtyrertum. Ein Ereignis des Jahres 963 in Konstantinopel illustriert das: Kaiser Nikephoros Phokas hatte soeben die arabischen Besatzer aus Kreta vertrieben; nun plante er einen großen Krieg, um Ostanatolien und Nordsyrien von der muslimischen Herrschaft zu befreien. Ein Konzil sollte ihm helfen; eindringlich bat er die versammelten Bischöfe, sie sollten Soldaten, die im bevorstehenden Kampf fielen, zu Märtyrern erheben. Diesen Soldaten wäre also das Paradies sicher gewesen. Der Patriarch stellte sich gegen den Kaiser: Kein kirchliches Konzil sei imstande, Gottes Ratschluß zu antizipieren; allein Gott entscheide über das Heil.

Eine welthistorische Schlüsselszene. Der Kaiser wußte, was auf dem Spiele stand. Immer wieder hatten die Byzantiner erleben müssen, wie die muslimischen Truppen mit einer Tapferkeit kämpften, zu der die Christen nicht imstande waren. Gefallene Muslime gelten als Märtyrer für den Glauben und marschieren als Gefallene geradewegs ins Paradies. In den beiden Religionen unterscheidet sich der Begriff des Märtyrers fundamental. Christliche Märtyrer imitieren das Leiden Jesu, erleiden passiv Folter und Tod; muslimische Märtyrer sind aktive Kämpfer.

Maßgeblich für die Todesbereitschaft der Krieger ist das unverbrüchliche Versprechen, daß, wer für seinen Glauben stirbt, das ewige Heil erhalte (Sure 4, 74-76). Muslime sollten einer zehnfachen Übermacht standhalten (Sure 8, 66-67); spätere Rechtsgelehrte erlaubten, wie Khadduri schreibt, den Rückzug, falls man einer mindestens doppelten Übermacht des Feindes gegenüberstand. Da die entscheidende Ressource jedes Krieges der kämpfende Mensch und seine Opferbereitschaft ist, half es den Byzantinern nichts, technisch den Arabern und Seldschuken gleichwertig zu sein; langfristig mußten sie unterliegen, falls ihre Kampfmoral nicht dieselbe Höhe erreichte. Höhere Todesbereitschaft bringt enorme Vorteile in der Gefechtssituation: so lassen sich waghalsige Operationen angehen und kühne Manöver, die den Feind überraschen und verwirren; so lassen sich Siege erzwingen, die technisch und materiell fast nicht möglich scheinen, und Schlachten gewinnen, die unter üblichen Bedingungen verloren sind.

Nikephoros wußte um die militärischen Konsequenzen von Sure 4, 74-76; er war der erste, der die prinzipielle kriegerische Unterlegenheit der christlichen Religion zu korrigieren suchte. Doch die Bischöfe der Ostkirche sahen sich außerstande, ihre Theologie so zu manipulieren, daß ein kriegerisches Märtyrertum hätte entstehen können. Dabei blieb es. Die byzantinischen Kaiser mußten ihre schweren Abwehrkriege gegen die ständigen sarazenischen und seldschukischen Aggressionen führen, ohne daß ihnen die Religion dort half, wo Hilfe am nötigsten war.

Erst die Westkirche veränderte die theologisch-politische Situation: als Papst Urban II. 1095 zum ersten Kreuzzug aufrief, versprach er den christlichen Kriegern den Erlaß der Sünden: Gefallene Kreuzeskrieger umgingen demnach das göttliche Gericht; sie wurden insofern den Märtyrern gleichgestellt, obschon ihnen dieser Name verwehrt blieb. Der Papst als Oberhaupt einer monarchisch organisierten Kirche tat genau das, was ein Konzil östlicher Bischöfe nicht vermochte: Er verfügte über das Heil. Die Papstkirche konnte nun ebensolche „Heiligen Kriege“ führen, wie der Islam es seit Jahrhunderten zu tun pflegte. Worin unterscheiden sich dann Kreuzzüge und Dschihad? Kreuzzüge konnte allein der Papst ausrufen; daher blieben sie sehr selten - verglichen mit den unzähligen, unaufhörlichen und ubiquitären Dschihads der islamischen Welt.

Und die Ziele von Kreuzzügen blieben genau begrenzt; im November 1095 nannte Urban II. in Clermont Grund und Ziel des Kreuzzuges: „Es ist unabweislich, unseren Brüdern im Orient eiligst Hilfe zu bringen. Die Türken und die Araber haben sie angegriffen und sind in das Gebiet von Romanien (Konstantinopel) vorgestoßen; und indem sie immer tiefer eindrangen in das Land dieser Christen, haben sie diese siebenmal in der Schlacht besiegt, haben eine große Anzahl von ihnen getötet und gefangengenommen. Wenn ihr ihnen jetzt keinen Widerstand entgegensetzt, so werden die treuen Diener Gottes im Orient ihrem Ansturm nicht länger gewachsen sein.“ Die ersten Kreuzzüge bezweckten, entweder bedrängten Christen zu Hilfe zu kommen oder die Heiligen Stätten in Palästina zu befreien oder von den Muslimen unterworfene Christen zu befreien. Dagegen hielten die muslimischen Rechtsgelehrten immer am Endziel fest, das „Haus des Krieges“ zu erobern und alle Ungläubigen zu unterwerfen.

Urban II. sah richtig. Wäre Konstantinopel schon 1100 gefallen, dann hätte die enorme militärische Kraft der türkischen Heere Mitteleuropa vierhundert Jahre früher heimgesucht. Dann wäre die vielfältige europäische Kultur wahrscheinlich nicht entstanden: keine freien städtischen Verfassungen, keine Verfassungsdebatten, keine Kathedralen, keine Renaissance, kein Aufschwung der Wissenschaften; denn im islamischen Raum entschwand das freie - griechische! - Denken eben in jener Epoche. Jacob Burckhardts Urteil - „Ein Glück, daß Europa sich im ganzen des Islams erwehrte“ - heißt eben auch, daß wir den Kreuzzügen ähnlich viel verdanken wie den griechischen Abwehrsiegen gegen die Perser.

Indes, wurden Kreuzzüge nicht häufig mißbraucht? Gewiß. Kreuzzüge „entgleisten“ und wurden „zweckentfremdet“, wie etwa jener, der 1204 zur Eroberung des christlichen Konstantinopel führte. Doch das passierte mit Dschihads weitaus häufiger. Wenn die Sklaven knapp wurden, führten Emire nicht nur Dschihads gegen nichtmuslimische Völker, welche zu versklaven geboten war, sondern immer häufiger auch gegen islamisierte Völker, unter dem Vorwand, es seien keine wahren Muslime. Das geschah vorwiegend in Afrika und gegen Schwarzafrikaner, so, als zuerst Songhay 1468, dann die Marokkaner 1552 Mali überfielen, so auch, als seit dem achtzehnten Jahrhundert religiöse Reformer im Sahel ihre Dschihads gegen die muslimisierten Haussa-Städte führten, woraus das Kalifat Sokoto entstand - mit der drittgrößten Sklavenmenge nach Brasilien und den amerikanischen Südstaaten. An den Folgen dieser immer weiter gehenden Dschihads mit ihren Genoziden und Massenversklavungen leidet Afrika bis heute.

Indes, für welche politische Ordnung führten die Muslime ihre Heiligen Kriege mit dieser Vehemenz und diesem Erfolg? Für die Scharia. Eine politische Ordnung, die erstens Herren und Unterworfene streng absondert, zweitens die politische und soziale Ordnung der menschlichen Verfügung weitgehend entzieht. Bleiben wir beim ersten Aspekt: In der Scharia sind die Muslime die Herren, die Anhänger anderer Buchreligionen - Christen, Juden, Parsen, Buddhisten - Unterworfene, „Dhimmi“; dabei handelte es sich nicht um religiöse Minderheiten, sondern um gewaltige Mehrheiten, vor allem in Syrien, in Anatolien, oder um die Christen Nordafrikas.

Die Unterworfenen durften keine Waffen tragen, sie waren wehrunfähig, somit keine vollwertigen Männer. Christen und Juden mußten besondere Farben oder Kleidungsstücke tragen (diese Diskriminierung führte zum Judenstern), um als „Dhimmi“ kenntlich zu sein; sie durften nicht auf Pferden reiten, sondern nur auf Eseln, damit sie ständig an ihre Erniedrigung erinnert wurden; sie zahlten einen Tribut (Jizya), den sie persönlich entrichteten, wobei sie einen Schlag an den Kopf erhielten. Sie mußten sich von Muslimen schlagen lassen, ohne sich wehren zu dürfen; schlug ein „Dhimmi“ zurück, dann wurde ihm die Hand abgehackt, oder er wurde hingerichtet. Die Zeugenaussage eines „Dhimmi“ galt nicht gegen Muslime; diese brauchten für Vergehen an einem „Dhimmi“ nur halbe Strafe zu tragen; und wegen eines solchen Unterworfenen konnten sie nie hingerichtet werden. Umgekehrt waren grausamste Hinrichtungsarten überwiegend den „Dhimmi“ vorbehalten.

Sogar jene Diskriminierung der Juden, zu der vierhundert Jahre nach dem Islam die Westkirche auf dem IV. Laterankonzil von 1215 schritt und die uns so barbarisch anmutet, bezweckte und erreichte keine Erniedrigung dieses Ausmaßes. Eine besondere Drangsalierung brachte die türkische Herrschaft: seit 1360 wurde in unregelmäßigen Abständen bis zu einem Fünftel aller christlichen Kinder in die Sklaverei abgeführt. Sie wurden zwangsbekehrt.

Diese Sklavenmenge dürfte im Laufe von vier Jahrhunderten in die Millionen gegangen sein; davon wurden Hunderttausende ausgewählter Knaben zu fanatischen Muslimen und zu Elitekämpfern erzogen, zu den berüchtigten Janitscharen: eine Politik zur systematischen Vermehrung der muslimischen Bevölkerung und zur allmählichen Auslöschung der Christen. Sie hatte Erfolg. Die „Dhimmitude“ versetzte die Nichtmuslime in eine radikale Andersheit: Die Menschen in diesem Zustand als „Bürger zweiter Klasse“ zu bezeichnen ist Schönrednerei. Wie der Nationalsozialismus die Menschen in Herren- und Untermenschen auf rassischer Basis spaltete, so hat es die Scharia auf religiöser Basis getan. Als erste Weltreligion schuf der Islam eine Apartheid, in der die christlichen oder auch parsischen Mehrheiten kolonisiert und allmählich islamisiert wurden. Islamische Toleranz hieß: Duldung der Unterworfenen als Gedemütigte und Erniedrigte. All das ist durch Studien zur „Dhimmitude“ bekannt. Aber wer will von den millionenfachen Opfern hören?

Der Islam hat riesige Territorien religiös „gesäubert“: der zweite Kalif machte den Hidjaz, also Arabien außer dem Jemen, „christenrein“ und „judenrein“; die Alternative hieß Konversion oder Vertreibung. Das hat - von alttestamentlichen Fällen abgesehen - niemals zuvor eine Religion gemacht. Ebenso „reinigten“ die Almohaden und Almoraviden ihr Spanien nach dem Zusammenbruch des Kalifats 1031: Zehntausende Juden wie Christen mußten entweder konvertieren oder ins christliche Nordspanien oder in die Levante fliehen. Gewiß, englische und französische Könige und dann die Könige Spaniens selber taten später das gleiche; sie wandten dabei ein muslimisches Rezept an.

Und die Pogrome? Seit dem Kalifen Al-Mutawakkil (847 bis 861) schwappten immer wieder Verfolgungen über den Orient und Nordafrika, wobei Juden und Christen zwangsbekehrt, vertrieben oder massakriert wurden. Die ständige Zerstörung von Kirchen ging bis ins vorletzte Jahrhundert weiter. Allmählich zerlaufen auf dem verklärten Bild des muslimischen Spanien, welches der europäische Antiimperialismus im neunzehnten Jahrhundert geschaffen hat, die blumigen Farben. Sorgfältige Aufarbeitung der Dokumente bringen darunter ein anderes Bild zum Vorschein. Dort kam es 889 in Elvira und 891 in Sevilla zu umfassenden Pogromen gegen Christen. Im marokkanischen Fez wurden 1033 über 6000 Juden massakriert. 1058 wurde das christliche Antiochia unter Folter und Todesdrohungen muslimisch gemacht.

Das erste große Pogrom gegen Juden auf europäischem Boden fand 1066 im muslimischen Granada statt; dabei kamen 1500 jüdische Familien um. 1135 wurde das Judenviertel Córdobas niedergebrannt, die Zahl der Massakrierten nicht zu wissen mag heilsam sein. 1159 standen sämtliche Christen von Tunis vor der Wahl, zu konvertieren oder zu sterben. Um diese Zeit wurde das ehemals so vitale Christentum Nordafrikas vollends vernichtet. Die Pogrome im christlichen Herrschaftsgebiet sind kein Ruhmesblatt der europäischen Kultur; aber ihre Ausmaße bleiben zurück hinter jenen der islamischen Welt. Wir brauchen dringend eine vergleichende Geschichte religiöser Unterjochung.

Reden wir von Integration der Juden? Nirgendwo unter der Herrschaft des Islam, und auch nicht im spanischen Kalifat, waren Juden Bürger ihrer Stadt; sie blieben stets Unterworfene. In manchen deutschen Städten - Worms, Augsburg und anderen - des Hochmittelalters waren die Juden Stadtbürger besonderen Rechts, sie hatten das Recht, Waffen zu tragen, und waren bessergestellt als ärmere christliche Einwohner. Sie waren bis ins vierzehnte Jahrhundert, als sich ihre Situation verschlechterte, weit besser integriert, als die Juden im muslimischen Spanien es jemals sein konnten. Wer die politische Integration für die wichtigste hält, kann nicht umhin, Augsburg über Córdoba zu stellen. All das ist seit über fünfzehn Jahren wissenschaftlich bekannt. Aber wer will es hören?

Seine Vergangenheit nicht zu kennen heißt, sie wiederholen zu müssen. Wer weiterhin das Märchen von der islamischen Toleranz verbreitet, behindert jene muslimischen Intellektuellen, die ernsthaft an jener Reform des Islam arbeiten, die im neunzehnten Jahrhundert so erfolgversprechend begann. Denn er beraubt sie der Chance, eine Vergangenheit zu überwinden, die ansonsten zur abscheulichen Gegenwart zu werden droht. Gelänge es den Reformern, den Islam radikal zu entpolitisieren, dann könnten die Muslime zu wirklichen Bürgern in ihren Staaten werden. Übrig bliebe jene hochgradig spirituelle Religion, die nicht nur Goethe fasziniert hat: Hegel nannte den Islam die „Religion der Erhabenheit“. Dazu könnte er werden.

Text: F.A.Z., 16.09.2006,

scipio , am 06. September 2007 um 18:57 ( Link )

@ ED
Und was jetzt? Ich lese eigentlich nur, daß wir auf der Stelle zu den Waffen greifen müssen. Aber wie wollen Sie die Gutmenschen loswerden? Klären sie mich auf.

Perspektive 2010 » Blog Archive » Arne Hoffmann zum Hetzblog “Politically Incorrect” von Stefan Herre , am 06. September 2007 um 19:42 ( Link )

[...] Arne Hoffmann hat in einem sehr treffenden Kommentar bei ef-online anti-islamische Hetzblogs wie Politically Incorrect analysiert, die sich selbst als “islamkritisch” bezeichnen, aber vorrangig rassistische Stereotypen verstärken: [...]

D. Näher , am 06. September 2007 um 22:33 ( Link )

Ein erstklassiger und in jeder Hinsicht zutreffender Text, den ich so unterschreibe.

Stefan Blankertz , am 07. September 2007 um 7:10 ( Link )

Arne Hoffmanns Maskulinismus ist nicht immer ganz mein Fall, aber dieser Artikel ist wirklich gut. "political incorrectness" ist genauso dumm, langweilich und brutal wie "political corectness". Wenn der Staat Mord unter Strafe stellt, bin ich kein Anti-Etatist, wenn ich Mord gut finde. Psychologisch interessant ist auch, wie die "PI"-Leute sich dem, was sie angeblich bekämpfen, in Form und Sprache angleichen: Beschimpfung von Andersdenkenden, Freude darüber, wenn ihnen etwas Schlimmes zustößt, vielelicht gar Mordaufruf. Verfolger und Opfer gleichen einander an. Die Augenpartie von Arafat und Scharon glichen sich zum Schluss völlig. Der Schwulenhasser des US-Senats ist selbst einer. Selbstständiges Denken verlangt etwas mehr als pure Umkehr des Vorgefundenen. Wer die kollektive Vernichtung der Islam-Gläubigen predigt, ist selbst ein "Islamist". Die Islamisten haben mit der Religion gar nichts zu tun. Vor 20, 30, 40 Jahren haben sie das gleiche unter der roten Fahne des Marxismus-Leninismus betrieben. Wenn Islam mal "out" sein sollte, wird eine andere Ideologie aufgefahren.
Zum Islam: Wer meint,d er Islam sei grundsätzlich totalitär, der sollte mal erklären, warum sich in einer Zeit, als im christlichen Abendland Judenpogrome an der Tagesordnung waren, islamische Fürsten von Juden beraten ließen (die Idee zu diesr Frage stammt nicht von mir, sondern aus einer Besprechung eines Buches in der "Welt"). Statt akademischen Büchern will ich hier meine El-Arab-Trilogie (Die Kondkubine des Erzbischof, Die stumme Sünde, Credo) empfehlen. In einer Besprechung in "Karfunkel" von "Die Konkubine des Erzbischofs" stand als Schlusssatz: Kaufen - lesen - diskutieren.
Doch noch eine weitere Leseempfehlung: Wer meint, Islam sei menschenfeindlich, Christentum grundsätzlich friedlich, der sollte doch mal Karl-Heinz Deschners Geschichte des Chrsitentums lesen. Ich bin gläubiger Katholik, aber es wäre dumm zu bestreiten, wie viel Leid im Namen Jesu verbreitet worden ist. Der Islamismus hat ja auch bei einigen christlichen Funktionären Gelüste nach Wiedereinführung von Zensur befördert. Wie kurz ist das Gedächtnis der Leute eigentlich? Noch in den 1960er Jahren hat es Blaspehmie-Prozesse in Deutschland gegeben! Heute wird Literatur ja eher wegen "Verletzung von Persönlichkeitsrechten" verboten. Das "Persönlichketisrecht" hat hier die Religion ersetzt. Das zeigt erneut, wie austauchbar die Ideologien sind.

ABC , am 07. September 2007 um 8:48 ( Link )

Warum werden eigentlich die Märchen vom toleranten Islam des Mittelalters immer noch kritiklos wiederholt? Wer hat den im Jahr 997 Santiago de Compostela dem Erdboden gleichgemacht? Wer waren die Täters des Judenprogroms von Córdoba 1066? All dies lange vor den Kreuzzügen.

Warum werden die Ergebnisse der spanischen Forschung zum Islam in Europa (Serafin Fanjul) nicht zur Kenntnis genommen? Muss man umjeden Preis ein rosiges, verlogenes Islambild aufrecht erhalten (und dann noch unter Berufung auf irgendwelche Romane!)?

Roc , am 07. September 2007 um 9:00 ( Link )

Sehr guter text von Hoffmann!!

Als ef-Abonnent fand ich besonders enttäuschend, wie unglaublich dumm, naiv und anheischig die Fragen des ef-Interviewers waren. Das war keine Sternstunde des Journalismus. Man hätte den mittelmäßigen Herre mit jenen Fragen konfrontieren müssen die Hoffmann etwa zur Pflege der Kommentare in Foren stellte. Wahrscheinlich hat das Interview nicht Auge-in-Auge statt gefunden. dies wird erkennbar an der ellenlangen Antworten Herres'. Fragen per Post hin und lange Antworten mit Platz zum Austoben zurück. Nur keine Peinlichkeiten.

Feuervogel , am 07. September 2007 um 10:07 ( Link )

Auch wenn ich Arne Hoffmanns überhaupt nicht zustimme, so ist doch die Existenz von so gegensätzlichen Meinungen innerhalb einer Zeitschrift/eines Webportals gelebter Ausdruck von libertärem Gedankengut :)

Perspektive2010 , am 07. September 2007 um 10:58 ( Link )

@#14:

Als wenn die katholische Kirche zu dem von Ihnen erwähnten Zeitfenster und auch danach nicht in Europa und Mittelamerika übelste Menschenschlachterei und Plünderung betrieben hätte. Noch bis ins 5. und 16. Jahrhundert hinein wurden angebliche Hexen verfolgt und verbrannt (http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverbrennung).

Karl der Große erließ gegen 800 die Capitulatio de partibus Saxoniae mit solchen Vorschriften:

8. Sterben soll, wer Heide bleiben will und unter den Sachsen sich verbirgt, um nicht getauft zu werden oder es verschmäht, zur Taufe zu gehen.

Es wäre vielleicht sinnvoll, wenn sie den heutigen Islam mit der heutigen Kirche vergleichen und den altertümlichen Islam mit der altertümlichen Kirche. Alles andere ist unseriös. Sie werden ertaunt sein: No fucking difference!

Gruß

Alex

J053f , am 07. September 2007 um 13:48 ( Link )

17% der Ägypter sind Christen.
Die koptisch-orthodoxe Kirche gibt es schon fast 1600 Jahre. Es gibt in Ägypten einige Klöster und Kirchen.
Es gab zwar mal eine Zeit wo sie unterdrückt wurden, aber zurzeit hat sich das wieder normalisiert.
Aber es ging ihnen nie so schlecht, wie den Juden in Europa im Mittelalter oder im Dritten Reich.
Bei den meisten Taxifahrern in Ägypten kann man die Religion beim Einsteigen erkennen. Christen haben meisten Marien- und Heiligenbilder über kleben und Muslime haben meist einen Koran dabei.

http://de.wikipedia.org/wiki/Koptische_Kirche
Das ist nur ein Beispiel für Christen in der islamischen Welt.

Limited , am 07. September 2007 um 16:04 ( Link )

@ Stefan Blankertz

Zitat: "Psychologisch interessant ist auch, wie die “PI”-Leute sich dem, was sie angeblich bekämpfen, in Form und Sprache angleichen: Beschimpfung von Andersdenkenden, Freude darüber, wenn ihnen etwas Schlimmes zustößt, vielelicht gar Mordaufruf. Verfolger und Opfer gleichen einander an."

Diesen Umstand finde ich auch besonders "gruselig".

So wie Islamisten ihre Sterotypen und Vorurteile pflegen, so macht man es auch von Seiten der Islamophoben.

Auf beiden Seiten stellen sich zudem die Fundamentalisten als "Kämpfer" und "Retter" für die heilige Sache da.

Hier mein Beitrag zu diesem Thema mit dem Titel: "Das Assassinentum von Political Incorrect"

http://limited.blog.de/2007/06/07/das_assassinentum_von_politically_incorr~2414180

Kranz , am 07. September 2007 um 18:35 ( Link )

#18: Das ist eben der Unterschied, die Entwicklung, die die christliche Kirche seit dem Mittelalter durchgemacht hat, steht beim Islam noch aus; was man nicht zuletzt daran sieht, dass das muslimische Spanien, ein feudalistisches Kolonialsystem, das auf Ausbeutung der Unterworfenen basierte, immer noch als vorbildlich präsentiert wird.

Nicht nur, dass man noch nicht so weit ist, man will vielmehr garnicht weiter kommen und zurück zur zeit des Propheten. Und es gibt Dumme, die das auch noch toll finden.

Perspektive2010 , am 07. September 2007 um 19:31 ( Link )

@#21:
Nicht nur, dass man noch nicht so weit ist, man will vielmehr garnicht weiter kommen und zurück zur zeit des Propheten. Und es gibt Dumme, die das auch noch toll finden.

Bitte Belege für diese Aussage. Die katholische Kirche wurde durch Aufklärer aus dem Inneren modernisiert, gleiches läuft auch im Islam bereits. Zwar scheint diese Entwicklung im Islam auf Grund der weniger modernen Kultur und teils Verstrickuingen zwischen Religion und Staat in manchen islamischen Staaten langsamer zu laufen, aber es läuft. Mit pauschalen Schuldzuweisungen und Druck von außen sorgt man lediglich dafür, dass gerade die Aufklärer und Modernisierer eine schwerere Arbeit haben, weil die gescholtene Gruppe dann zusammenrückt und sich weniger offen für Veränderungen verhält. Und es gibt Dumme, die bezeichnen sich trotz Null Bildung in Sachen Religion, Ethik und Kultur als "Islamkritiker" und finden das auch noch toll, wenn sie den Radikalen und Hetzern im anderen Lager in die Hände spielen, weil sie damit die eigene Radikalisierung rechtfertigen können, exakt.

Gruß

Alex

phylax , am 07. September 2007 um 22:34 ( Link )

Dies sind gültige medinische Verse, von allen islam. "Rechtsschulen" als ewiggültig und heiliganerkannt, kein "offizieller Islamvertreter" hat sich je davon distanziert. Gibt's 'ne Meinung dazu?:

Sure 98:6 "Die Ungläubigen unter den Leuten des Buches (Juden und Christen): Sie sind von allen Wesen am abscheulichsten".

Sure 8,55: "Siehe, schlimmer als das VIEH sind bei Allah die Ungläubigen, die nicht glauben."

Sure 9,29: "Kämpft mit Waffen gegen diejenigen, die nicht an Allah glauben, noch an den jüngsten Tag glauben, und die nicht für verboten erklären, was Allah und sein Gesandter Mohammed für verboten erklärt haben, und die sich nicht nach der rechten Religion (dem Islam) richten - von denen, die die Schrift erhalten haben (d. h. Juden und Christen) - kämpft mit der Waffe gegen diese, bis sie die Minderheitensteuer abgeben als Erniedrigte!"

Sure 2,216: "Der Heilige Krieg ist euch befohlen, auch wenn er euch missfällt; aber es ist wohl möglich, dass euch etwas missfällt, was gut für euch ist; und es ist wohl möglich, dass euch etwas gefällt, was für euch übel ist. Allah weiß, ihr aber wisset nicht."

"Der Koran ist die verbale Offenbarung Gottes [Allahs]"
(Islamische Charta, Art. 3, Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.).

Auslegungsprobleme? Allah hilft:

Sure 54,17: "Der Koran soll leicht verständlich und für jedermann zu begreifen sein."

__

Und wenn jetzt einer mit der "kriegstreiberischen" Bibel kommt: Obsolet. Hier gilt das Grundgesetz. GOttseidank ;-]]

phylax , am 07. September 2007 um 22:44 ( Link )

Zum "Ziegenficker"-Zitat:

Das hat Theo van Gogh oft formuliert, und schlüssig damit begründet, daß der Führeer der iranischen sog. "Revolution in einer heiligen, verbindlcichen Fatwa (Rechtsgutachten) Sodomie für "halal" (erlaubt, "rein") erklärt hat. Doof, wenn man mit Wissenslücken argumentiert. Achso, die Fatwa gilt verbindlich nur für Schiiten, allerdings hat sich kein sunnitischer Vertreter je davon distanziert. Falls ich's übersehen habe, bitte mit Quelle posten.

Biberbirne , am 07. September 2007 um 23:00 ( Link )

Zitat Arne Hoffmann: "Immer wieder wird gefordert, dass sich mehr Muslime offensiver vom Terrorismus distanzieren sollten. Tatsächlich aber wurden die Greueltaten etwa des 11. September in den deutlichsten Tönen von praktisch allen islamischen Führern, Organisationen und Ländern verdammt, und diese Texte sind im Internet massenhaft dokumentiert. [26] Es gibt auch Fatwas gegen Osama bin Laden [27] und viele andere Terroristen [28]. Über solche Erklärungen, die nicht in unser Bild vom barbarischen Moslem passen, berichten unsere Medien aber nur selten."
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Wenn es stimmen sollte, was auch hier im Beitrag von Herrn Hoffmann durchscheint, dass der Islam eine friedliche Religion sei, deren Mitglieder sich angeblich von Gewalt im Namen des Islam distanzieren würden, so ist für mich die Tatsache unverständlich, dass es gerade in der islamischen Welt keine grossen Friedensbewegungen gibt, die gegen die exzessive Gewalt im Namen des Islam auf die Strasse gehen. Warum schweigen die Muslime dazu? Warum gibt es nicht einmal in Europa eine Muslim-Demonstrationen gegen die zahlreichen Terroranschläge im Namen des Islam? Es gab selbst nach dem 11. September 2001 weder in der islamischen Welt noch in Europa Muslimdemonstrationen gegen die Gewalt im Namen des Islam.

Die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden können, sind offensichtlich.

Tom Müller , am 07. September 2007 um 23:02 ( Link )

99,9 friedliche Muslime ... Sie meinen das wirklich ernst. Das ist köstlich.

Jetzt werde ich mir Herrn Herres Duplik durchlesen. Mal sehen was er aus ihren Steilvorlagen gemacht macht.

Logos , am 07. September 2007 um 23:04 ( Link )

Man achte auf das Datum und den Verfasser:

Christen haben in muslimischen Ländern nichts verloren oder eine erniedrigte Stellung
Von Dr. Sheich Safr Bin Abdur-Rahman al- Hawali
(Institut für Islamfragen, dh, 11.06.2007)
Frage: Wer siegen will, soll sich Christen und andere Gottlose nicht als Freunde nehmen [dies ist ein Hinweis auf Sure 5, 51]. Wie sollen wir (Muslime) mit Christen umgehen, die sich in muslimischen Ländern befinden?
Antwort: “Christen können in zwei Gruppen eingeordnet werden:
1. Die erste Gruppe sind Christen, die (bestimmte) muslimische Länder nicht betreten dürfen. Es ist unnötig, die relevanten Vorschriften zu erwähnen. Diese Länder befinden sich auf der Arabischen Halbinsel. Auf der Arabischen Halbinsel dürfen sich weder Juden noch Christen befinden, d. h. in den (Ländern, die sich dort befinden) zwischen al-Busra (dem Irak) - wie einige meinen -, Jordanien und Adnan (dem Jemen). Diese (Länder) sind ein Tabu für Juden und Christen. Falls es nötig ist, dass sich ein Christ in einem dieser Länder aufhält, wird er eine dreitägige Aufenthaltserlaubnis bekommen, genau wie Umar [der dritte Nachfolger und Kalif Muhammads] es gehandhabt hat.
2. Die Gruppe [der Christen], die sich außerhalb der Arabischen Insel befindet, kann man in drei Untergruppen aufteilen:
Die sich im Kriegszustand mit den Muslimen befindlichen Christen, die einen Friedensvertrag [quasi Waffenstillstand] mit Muslimen geschlossen haben und daher Schutzbefohlene sind.
Der Schutzbefohlene ist derjenige, der in al-Shaam [also Syrien, Jordanien, Libanon, Palästina und evt. Jemen und Teilen Saudi-Arabiens] oder Ägypten geboren ist [also derjenige, der in diesen Ländern seine Heimat hat] … Er muss Tribut zahlen [an Muslime] zahlen und ist erniedrigt … In muslimischen Ländern müssen diese festgesetzten Regeln eingehalten werden. Z. B.:
- Sie [die Nichtmuslime] dürfen weder muslimische Vornamen noch Nachnahmen haben.
- Ihre Häuser dürfen nicht höher als die Häuser der Muslime sein. Ein Christ darf nicht ein dreistöckiges Haus bauen, wenn sein muslimischer Nachbar ein zweistöckiges Haus besitzt.
- Man [ein Muslim] darf sie [die Christen] nicht grüßen [d. h., er darf nicht mit der Begrüßung beginnen, sondern muss warten, bis er von ihnen begrüßt wird].
- Auf Wegen müssen sie [Juden und Christen] abgedrängt werden [nach Muhammads Vorschriften müssen Muslime auf Wegen so gehen, dass für Juden und Christen kaum einen Durchgang gelassen wird], weil Muslime das Vorrecht [d.h. mehr Recht auf die Benutzung von Straßen] auf Straßen haben.
- Sie müssen Kleider tragen, die zeigen, dass sie erniedrigte Schutzbefohlene sind. Selbst ein Kind muss leicht als schutzbefohlenes Christenkind erkennbar sein. Deshalb müssen sie [die Christen] bestimmte Gürtel und Kleider tragen.
- Man [d.h. die Muslime] darf sie [die Christen] nicht ehren, wie man einen Muslim ehrt.”
Quelle: www.alhawali.com/index.cfm?method=home.SubContent&contentID=4153

Das ist eine Beleidigung des Intellekts.

phylax , am 07. September 2007 um 23:14 ( Link )

@ 11., "rassistische Stereotypen verstärken", gibt's zitierfähige Beispiele?

Ich hätt' da 'was Einschlägiges:

"Der jüdische Nigger Lassalle ...
Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten).
Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft."

Marx an Engels, 1862 (MEW Bd. 30, S. 257)

phylax , am 07. September 2007 um 23:29 ( Link )

@26 Tom Müller meint:

99,9 friedliche Muslime … Sie meinen das wirklich ernst. Das ist köstlich.
___

Einerseits. Andereseits ist es eine lächerliche Lüge. Fakten und Zahlen:

» Großbritannien: 144.000 Muslime unterstützen Selbstmordattentate

Es sind nur einige wenige Muslime, die den politischen Islam und dessen islamistischen Terror unterstützen - dieses Bild zeichnen politisch korrekte Medien Tag für Tag. Mit DEM Islam habe das alles nichts zu tun. In Großbritannien leben nach offiziellen Angaben 1,6 Millionen Muslime. Und 144.000 von ihnen erklären sich dazu bereit, aktiv Selbstmordattentäter zu unterstützen. Und sogar 320.000 britische Muslime (20 Prozent) sympathisieren mit Selbstmordattentätern, würden sich allerdings nicht selbst bei einem Terroranschlag in die Luft sprengen. Haras Rafiq, ein Berater der britischen Regierung, hat diese Zahlen nun offiziell vorgelegt. Er hebt ausdrücklich hervor, dass allein in Großbritannien 144.000 britische Muslime aktiv den Islam-Terror unterstützen. Jeder elfte britische Muslim unterstütze den Selbstmord-Terror (Quelle: This is London 3. August 2007). Die prozentuellen Anteile der aktiven Terror-Unterstützer unter Muslimen sind in vielen EU-Staaten hoch. Sie variieren nur geringfügig in den einzelnen EU-Staaten (wir berichteten).«

http://www.thisislondon.co.uk/news/article-23406850-details/One+in+11+British+Muslims+backs+suicide+bombers%2C+says+Brown+aide/article.do?ito=newsnow&

Fundort:
http://akte-islam.de/3.html

phylax , am 07. September 2007 um 23:40 ( Link )

@3 Mafri behauptet allen ernstes:
" ... Polemik - die ist nänmlich unwissenschaftlich und hat mit Fakten nichts zu tun."

Aha. Ich pflege sogar gelegentlich Satire, Ironie und Sarkasmus.
Darf ich das? Falls nicht: Ich mach's trotzdem.

Wahrig (offline ;-] ): » "POLEMIK wissenschaftl., meist publizist. ausgetragenerStreit [

phylax , am 07. September 2007 um 23:42 ( Link )

Huch? Text weg?
Schade um die schöne Polémique.

Polemischer, allerdings hochkompetenter Islamophober polemisiert:

"Seit über fünf Jahrhunderten haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs und die unsinnigen Auslegungen von Generationen schmutziger und unwissender Pfaffen in der Türkei (bzw. Osmanisches Reich) sämtliche Einzelheiten des Zivil- und Strafrechts festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten im Leben eines jeden Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, den Schnitt seiner Kleidung, was er in der Schule lernt, seine Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken.
Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen (gemeint ist der islamische Prophet Mohammed), ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. Er ist nichts anderes als eine entwürdigende und tote Sache.
Die Bevölkerung der türkischen Republik, die Anspruch darauf erhebt, zivilisiert zu sein, muss ihre Zivilisation beweisen, durch ihre Ideen, ihre Mentalität, durch ihr Familienleben und ihre Lebensweise."

- Mustafa Kemal Pâscha "Atatürk" (Jacques Benoist-Méchin, "Mustafa Kemal. La mort d'un Empire", 1954)

Nochma', gekürzt:

"Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen,
ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet.
Er ist nichts anderes als eine entwürdigende und tote Sache."

"Atatürk, Daddy der TürkInnen.

Harald Fechner , am 08. September 2007 um 0:08 ( Link )

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

ein Vorschlag zur Güte:

Wenn es ihre Zeit erlaubt wäre zur Untermauerung Ihrer o.g. Aussagen ein gesonderter Text hilfreich in dem Sie das im großen und ganzen doch sehr ausgeglichene Verhältnis von extremistischen Gedankengutauslegungen und deren radikale und gewalttätige Folgen für die "einfachen" Menschen in aller Welt etwas übersichtlicher aufzeigten. Damit ließe sich sicherlich auch die bei PI-Kommentaren erkennbare Hysterie und Gerüchtekocherei abschwächen.

Mit freundlichem Gruß Ihr Herr Fechner

, am 08. September 2007 um 0:19 ( Link )

Es mag zutreffen, dass einige Kommentare in Threads von PI ueber das Ziel hinausschossen im Eifer des Gefechts.

Die Gefahr ist jedoch unwiderlegbar, dass in allen Laendern, in den Musleme durch Krieg oder falsche Toleranz einlass bekamen, entweder schon islamisiert sind, d.h. durch extrem hohe Geburtsrate von 6-7 Kdr.im Durchschnitt bekommt man nach einigen Jahrzehnten die Majoritaet und bestimmt von da an, geschehen so zB im Libanon, wo frueher Christen die Mehrheit stellt, eine friedliche, wohlhabende Gesellschaft aufbauten, waehrend heute Terror, Feindschaft, Missgunst das Land ruiniert haben.

In Deutschland steht die Uebernahme durch Islam etwa nach Statistik des Innenministeriums fuer 2046 bevor!!
Dann hat das Grundgesetz ausgespielt, dann hat die christlich-abendlaendische Gesellschaft abzudanken, dann regieret Koran und Schariarecht.

Die Gesellschaft von Muslemen ist der von westl./europ. Laendern gepraegten absolut entgegengesetzt, in jeder nur denkbaren Beziehung, wobei die Religion der Hauptfaktor ist der Koran duldet keine friedliche Koexistenz - er will dominieren.

Die Medien in D. verschweigen bewusst auf Verlangen der Regierung und der PC diese Fakten und lassen die Bevoelkerung im Unklaren, die die verheerenden Folgen nun kommen sieht und kopfschuettelnd feststellt, dass man scheinbar dies passiv geschehen laesst.

Dass die Migranten in 2.3. Generation noch feindlicher als die der Einwanderer sind, in Schulen und allerorts nur Probleme bereiten ist Fakt, auch dies wird verschwiegen und schoengeredet.

Wo ist schon eine nennenswerte Opposition gegen diese Entwicklung ausser bei PI?

Die alten Parteien haben versagt, sind aus diesem Grunde in zunehmenden Maase unwaehlbar, man wartet auf eine neue Partei, die deutlich die Interessen der Mehrheit der Gesellschaft vertritt.

Karl kaes , am 08. September 2007 um 1:41 ( Link )

@19 J053f
Schön haben sie dieses Märchen von 1001 Nacht aus Ägypten geschrieben. Nützt aber alles nichts dem vom Islam zum koptischen Christentum konvertierten. Dem die Änderung im Pass betreff seiner Religionszugehörigkeit verweigert wird, und gleichzeitig geprüft wird daß für ihn die Todesstrafe fällig ist. Jedenfalls nach der weltberühmten Al-Akzar Uni Kairo. Eine eng Bekannte von mir war mit einem ägyptischen Kopten verlobt. Da sieht es aber ganz anders aus in Ägypten als sie es weichzeichnen.

deniz , am 08. September 2007 um 6:51 ( Link )

Tja, die Wirklichkeit ist nicht schwarz weiss, aber PI ist es!

deniz , am 08. September 2007 um 6:58 ( Link )

Die Leute die im Forum sind schaukeln sich jeden Tag gegenseitig hoch und werden jeden Tag rassistische, die neuen am Anfang nicht, aber später bekommen sie auch eine Gehirnwäsche, es ist wie eine Sekte. Die Brutalität fängt in den Köpfen an, was draus später passiert, weiss niemand.

kewil , am 08. September 2007 um 7:22 ( Link )

Der Autor Hoffmann ist unehrlich!

Es ist immer dasselbe: man zieht die Kommentare her, die von allen möglichen Leuten geschrieben werden, um ein Blog zu verteufeln! Es ist auch eindeutig, dass manchmal Linke schon selber rassistische Kommentare geschrieben haben, um zwei Stunden später als Gutmensch ein Blog anzuschwärzen.

Es ist auch nicht wahr, dass bei PI anno 2006 oder davor ein TEAM dauernd auf den nächsten Kommentar gewartet hat, um ihn eventuell auszufiltern. Es sind bis heute sozusagen Amateure, die während des Tags auch noch etwas anderes tun müssen (im Gegensatz zu manchen HartzIV-Spammern).

Weiters war PI 2006 noch bei myblog.de, wie ich immer noch. Dort gibt es keine Anmeldemöglichkeit oder sonstige Filterfunktion. Entweder schaltet man alle Kommentare ab, oder man muss alle zulassen. Ich betreue mein Blog allein. Welcher Mensch, der noch bei Verstand ist, glaubt, dass ich 24 Stunden vor dem Computer sitze.

Wenn sich Hoffmann als leuchtendes beispiel gibt, die zwei Kommentare pro Monat, die er zensieren muss, sind zu bewältigen. PI hatte neulich auf einen eizelnen Artikel hin über 500 Kommentare in wenigen Stunden.

Und dann sucht man noch unter 2000 Artikeln bei Broder oder PI die zwei Enten heraus! Die findet man in der seriösen Presse jeden Tag!

Entschuldigung, Herr Hoffmann, ihre Argumente sind leider an den Haaren herbeigezogen!
k.

isegrim , am 08. September 2007 um 7:55 ( Link )

Nur ein Hinweis am Rande: Bei der Geschichte mit dem Schinkenbrot an der Lewiston Middle School in Lewiston, Maine, handelt es sich definitiv nicht um eine urban legend. Der Fall ist ausführlich dokumentiert, neben einer Unzahl weiterer Quellen vgl. z. B. hier:

http://www.sunjournal.com/story/208385-3/LewistonAuburn/Hate_incident_in_city/

Und die Sache mit den Gipfelkreuzen, die durch Halbmonde ersetzt werden sollten, hat nur wirklich keiner ernst genommen.

Myriam , am 08. September 2007 um 8:22 ( Link )

kewil alles Blödsinn! Wie kommt es denn, dass die Gegenkommentare innerhalb wenige Minuten gelöscht werden oder erst gar nicht auftauchen? Wenn die das machen können, dann können sie auch das andere.

Myriam , am 08. September 2007 um 8:26 ( Link )

Die einseitigen Kommentare kommen nicht von ungefähr. Ich kann mir gut vorstellen, dass über die hälfte der angeblichen PI Leser Gegner sind, so wie ich. Kein Grund sich drauf was einzubilden.

Richy , am 08. September 2007 um 9:40 ( Link )

Die Bild Zeitung ist aus dem gleichen Grund populär. Dort treibt sich auch "Gesindel" rum. Die Mehrheit sagt nichts aus.

Julenisse , am 08. September 2007 um 10:00 ( Link )

Hier fehlt mit Ausnahmen die geistige Auseinandersetzung mit dem Islam. Ob Ägypten odere andere Länder des einst jüdisch/ christlichen Orients, Juden und Christen und andere Nichtmuslime wurden per Islam/Dschihad erst einmal als Dhimmis benutzt, sind dann geflohen oder ermordet oder jedenfalls dezimiert worden. Letztes Beispiel waren die Armenier :
Bat Ye`or "Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam" , Resch Verlag
Warum das so war und ist, kann Ihnen Prof Bassam Tibi in einem Essay in DIE ZEIT erklären, selbst Moslem:
http://short4u.de/46dbdfca5899a
Herr Hoffmann und Fans haben geflissentlich die Kommentare bei PI überlesen, die sich inhaltlich mit den Gefahren durch den Islam für unsere Grund-und Freiheitsrechte auseinandergesetzt haben. Es stimmt, manchmal bekommen auch PI-Leser Bauchgrimmen über einige,allerdings wenige Kommentare; die überlese ich, da sie meist dem Frust ob der sichtbaren Zensur in den Medien und der Ignoranz von naiven Gutmenschen geschuldet sind. Da ich nun islamophob und Rassistin bin, weil ich Islam-Kritik oder besser unsere verantwortlichen Intellektuellen kritisiere, die den sich händereibenden organisierten Islam unsere Grundrechte- und Freiheiten katzbuckelnd vor die Füße legen, nenne ich Islam-Liebhaber demo(kratie)phob. Nun haben wir alle eine Krankheit und sollten wohl besser auf unsere Gesundheit achten. Ich tue das, indem ich versuche, meine Kräfte nicht zu sehr gegen etwas einzusetzen, sondern für etwas, in diesem Falle FÜR unsere Grund-und Freiheitsrechte!

Jagdmops , am 08. September 2007 um 10:01 ( Link )

Beeindruckende Argumentation von A. Hoffmann -

phylax , am 08. September 2007 um 10:02 ( Link )

just a test (Zensur und so)

"Die Redefreiheit ist zentral für Europas Werte und Traditionen. Jedoch, ihre Aufrechterhaltung hängt von dem verantwortlichen Benehmen von Einzelpersonen ab. Weiterhin glauben wir nicht, dass die Medien von außen gelenkt werden sollen sondern vielmehr, dass Sie selbst Wege finden, um sich selbst zu zensieren. Was die Selbstzensur anbelangt, möchte ich Sie auch bitten das Bedürfnis der Überwachung innerhalb Ihrer eigenen professionellen Reihen zu bedenken."

(Benita Ferrero Waldner, EU-Kommissarin für Außenrelationen und die Europäische Nachbarschaftspolitik an ausgewählte Medienvertreter aus allen euromediterranischen Staaten am 22.05.2006)
Benita Ferrero-Waldner - Intercultural dialogue: the media’s role Speech/06/321
http://balder.org/avisartikler/Barcelona-Deklaration-Euro-Mediterranien-Deutsch.php

Merica Fördermitglied , am 08. September 2007 um 10:09 ( Link )

Ich hoffe dass PI durch diesen Hetzartikel Zuwachs bekommt. Ein Hoch auf PI, denn darin findet man die Informationen, die die Mainstreampressen aus ideologischen Gründen verharmlost, schönredet oder komplett verschweigt. Das bezieht sich selbstverständlich nicht nur auf den Islam, aber gerade bei diesem Thema ist es leider so, dass hier die Öffentlichkeit wohl am dreistesten und nachhaltigsten belogen wird.
Angesichts der demographischen Lage und die sozialen und gesellschaftlichen Probleme an denen alle westlichen Nationen leiden, die große Mengen von islamischen Zuwanderen aufgenommen haben, ist es gerade zu fahrlässig, sich nicht mit den Auswirkungen heute - und Folgen morgen zu befassen.
Was wollen wir unseren Enkeln später sagen?

Die Schwerpunkte von PI beziehen sich im stetigen Verhältnis zur Meinungsmanipulation der Mainstreammedien, was eben auch Themen wie die inszenierte Klimawandelhysterie, Steuerverschwendungen, der Verlust der Staatssouveränität durch immer größere EU-Bevormundung, etc etc, betrifft. Je weniger offen die quasi gleichgeschaltenen Medien und Politiker mit der Gesellschaft umgehen, um so größer das Verlangen jener, die sich hinters Licht geführt und vergackeiert fühlen nach Informationen, die Fakten über eine ideologische Anschauung stellen.

Ich selbst bin übrigens auch erst durch ein Hetzartikel gegen PI auf diese Seite aufmerksam geworden - eben gerade weil ich mir gerne selbst ein Bild mache und auch Vordenker wie Herrn Hoffmann verzichten kann.

Jagdmops , am 08. September 2007 um 10:26 ( Link )

Sorry, war zu früh. Nochmal:
Beeindruckende Argumentation von A. Hofmann - aber im Grunde nur ein geschicktes Ablenkungsmanöver:
Die oft unerfreuliche Realität, wie sie von sehr vielen PI-lern - darunter sind Intellektuelle, Einfacher-Gestricke, Radikale, Ganz-Radikale, ein paar Rechtsradikale - im Alltag mit Mohammedanern (bewußt gebraucht)wahrgenommen wird, die aber in den etablierten Medien zu lange völlig ignoriert wurde, ja oftmals ins krasse Gegenteil verkehrt wurde, diese täglich erlebte Realität, wird in A.H.s Argumentation geflissentlich übergangen.

Genau diese erlebte Realität, die in den Medien, bis auf einige vernachlässigbare Ausnahmen, tabuisiert wurde und wird, auf oft groteske Weise beschönigt wird, genau diese Realität ist es, die letztlich die Meinung zu dem Phänomen Islam, moslemische Einwanderung usw. prägt.

Bemerkenswert viele PI-ler haben sich vom Saulus zum Paulus gewandelt, waren also im früheren leben oft überzeugte Linke und bekennende Gutmenschen.
Das kommt doch nicht von ungefähr, das sind doch nicht alles volksverhetzte Nazis.

Genau das wollen die Kritiker einem weismachen, indem sie dazu passende, ausgewählte, meist dümmlich-nichtssagende Kommentare zitieren - die vielen argumenativ-bestechenden Beiträge aber unterschlagen.

Nennt man glaub ich "selektive Wahrnehmung" oder besser "ideologisch-selektive Wahrnehming" oder volkstümlich:

"daß nicht sein kann, was nicht sein darf"

Roger , am 08. September 2007 um 12:48 ( Link )

Ist schon sehr aufschlussreich das seit einigen Wochen immer die gleichen vier oder fünf (PI)Leser Kommentare herangezogen werden müssen um PI insgesamt diffamieren zu können !.

Nur mal kurz zur Info! Nach meiner Schätzung erscheinen auf PI Tagtäglich etwa 500 bis 700 Kommentare.

spicault , am 08. September 2007 um 15:21 ( Link )

"Und obwohl Jörg Ziercke, der Präsident des Bundeskriminalamtes, betont, dass die Muslime in Deutschland zu 99,9 Prozent friedlich sind und nicht das geringste mit fanatischen Tendenzen zu schaffen haben, die einen Generalverdacht rechtfertigen würden, kommen diese 99,9 Prozent in Broders Buch „Hurra, wir kapitulieren!“ schlichtweg nicht vor. Er beschäftigt sich ausschließlich mit dem einen Promille, das übrig bleibt, und erklärt es zur Gesamtheit, wenn er von „1,5 Milliarden Muslimen“ spricht, die „die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen“. 1,5 Milliarden – das ist doch mal eine ordentliche Sippenhaft. Wenn gestandene Journalisten so schreiben und dafür mit Preisen geehrt werden, darf man sich nicht wundern, wenn viele Möchtegernjournalisten dieser Polemik nachzueifern versuchen – und schließlich bei der Wolfsschanze landen."

Offensichtlich sprechen Jörg Ziercke und Henryk Broder über zwei verschiedene Gruppen von Muslimen. Die 0,1 Prozent der in Deutschland lebendenen Muslime, von denen Herr Ziercke als Präsident des Bundeskriminalamtes spricht, sind vermutlich jene in Deutschland lebenden Muslimen, die Terrorismus unterstützen bzw. zu Terrorakte bereit sind. Herr Broder dagegen spricht von einer weltweit verbreiteten Gruppe von Muslimen, die die Freiheiten unserer liberalen Gesellschaften - vor allem die Meinungsfreiheit - nicht akzeptieren und dazu neigen, ihre Intoleranz mit gewaltsamen Demonstrationen, Buch- und Fahnen-Verbrennung, Aufrufe zum Mord oder zum Krieg gegen den Westen usw. manifestieren. Mit 1,5 Milliarden Menschen ist die Anzahl der Muslimen, die zur diesen Gruppe gehören, sicherlich zu hoch angesetzt - laut Wikipedia beläuft sich die muslimische Weltbevölkerung auf lediglich 1.3- 1.4 Milliarden Menschen. Dennoch auf jedes europäisches Land bezogen macht diese Gruppe einen weit grösseren Teil der muslimischen Bevölkerung aus als der 0,1- prozentige Anteil, den Arne Hoffmann uns vorgaukeln will.

Aus Umfragen in Großbritannien geht hervor, dass circa 50 Prozent der dortigen muslimischen Bevölkerung die Einführung der Scharia will. Andere Umfragen zeigen z.B., dass ein großer Anteil der in den Niederlanden lebenden jungen Muslimen Sympathie für islamische Terroristen hegen.

Führende islamische Organisationen in Europa wie z.B der Muslim Council of Britain predigen die Intoleranz und kämpfen an vorderster Front gegen die Meinungsfreiheit. Sie liefern die geistige Legitimation für die Gewaltausschreitungen auf den Straßen.

Mit dem Mißbrauch von Statistiken ist die islamische Gefahr nicht wegzuzaubern.

dnnf , am 08. September 2007 um 16:05 ( Link )

….
Ich schätze Arne Hoffman sehr und lese mit Interesse auch konsequent seinen Blog “Genderama”. Ich erweitere mit Freude und Genuss meinen Horizont auf seiner Seite.
Und das wird auch so bleiben, weil sein Thema “Femifaschismus” für uns Männer sehr, sehr wichtig ist. Er nennt es die “Benachteilgung des Mannes”, ich bin radikaler in der Bennennung….

PI und Genderama haben eigentlich einige Gemeinsamkeit. Beide Blogs drehen sich um Inhalte, die sonst gewöhnlich nicht Mainstream sind. Insofern ist das eine gute Basis für einen Meinungsaustausch. So würde ich mir wünschen, dass sich die beteiligten Herren Herre und Hoffmann gegenseitig ernst nehmen und sich in ihrer wechselseitigen Argumentation als Chance zur Verbesserung und Verstärkung des jeweiligen Anliegens begreifen und nutzen.
So müsste S. Herre durchaus die Gefahr sehen, die von zuviel Polemik einer bestimmten Richtung ausgehen kann. Es müsste durchaus eine Möglichkeit des Einbremsens extremer Formen der Formulierung in den Kommentaren geben dürfen, wie auch immer man das gestalten müsste. Man gerät sonst eben leicht in eine Gefahr, in der man sich nicht sehen will, in eine Ecke, in die man schlicht nicht gehört.
PI ist nicht rechtsradikal. Weit entfernt.

Arne Hoffman andererseits müsste lernen, dass nicht jeder Kommentar in der Radikalität seiner Ausdrucksweise auch die genaue Meinung des Kommentators abbildet. Schnell äußert man sich drastischer, als die Dinge gemeint sind. Oft geschieht dies schlicht als sprachliches Mittel der Verdeutlichung dessen, was man meint. Nicht übersehen dürfte Arne Hoffman auch, dass nicht jeder sprachlich so gewandt ist, um sein Anliegen in geschliffenen, feinsinnigen Sätzen zu formulieren. Er sollte jedenfalls auch berücksichtigen, dass hinter all den radikal erscheinenden Formulierungen Menschen mit Ängsten und Bedenken stehen, die man nicht mir nichts dir nichts in eine unseelige Ecke stellen darf.

Wenn also ein bisschen gegenseitiges Zuhören, Ernstnehmen und Wertschätzen in diesem Disput zu finden sein wird, können beide nur profitieren.

Und mit ihnen natürlich wir als Leser und Kommentatoren, wir als der Mitbürger, der dem unterliegt, was beide anprangern und herausstellen…

Insofern wünsche ich mir weiterhin einen fruchtbaren Austausch mit anderen…

spicault , am 08. September 2007 um 16:59 ( Link )

Ich möchte folgendes hinzufügen:

Wolf Biermanm hat im deutschen Fernsehen erzählt, wie er seinen lebenslangen Glauben an den Kommunismus endlich verlor. Wie viele anderen hat er immer alle Kritik an dem Kommunismus mit dem Argument "das sei nicht der wahre Kommunismus" abgewiesen. Bis zum Tage wo sein Zahnarzt, ein ehemaliger Nazi, ihm erzählt hat, der Faschismus von Hitler sei nicht der wahre Faschismus. Das hat ihn endlich zum Umdenken gebracht.

Die Anhänger und die gutmenschliche Apologeten der Religion des Friedens - die wie der Kommunismus die Menschheit in Gut und Böse unterteilt und zum Kampf der einen Seite gegen die andere aufruft - verhalten sich nicht anders als die Kommunisten und ihre Sympathisanten von damals. Obwohl diese menschenverachtende Ideologie zwangsweise zu Unterdrückung, Massenmord, Armut und Rückstandigkeit führt, begegnen sie jeder Kritik mit "Das ist nicht der wahre Islam".

Wie viele Menschen müssen noch sterben und wieviel menschliches Leiden wird noch benötigt, bis diese Leichtgläubigen endlich kapieren?

Oxygen , am 08. September 2007 um 17:40 ( Link )

Bitte nicht schon wieder diese versen Zitate. Gähn! Man könnte auch eine Liste mit anderen Religionsbüchern machen, die teilweise schlimmer sind. Aber wer hält sich daran? Oder hat dich ein Türke mit eine Waffe gedroht, weil du kein Moslem bist?

Oxygen , am 08. September 2007 um 17:40 ( Link )

Waffe bedroht wollte ich sagen..

Limited , am 08. September 2007 um 18:05 ( Link )

Zitat: "Wenn sich die Betreiber einer solchen Website mit dem Aufklärer Voltaire vergleichen, ist das nichts weniger als peinlich."

Und offenbart ein ziemlich verqueres Verständnis von Voltaires Werk.

Voltaire war ein Kritiker aller religiöser Ansprüche auf Hoheit über die Regeln des Zusammenlebens.

Und das keineswegs nur mit Blickrichtung auf den Islam, sondern explizit auch auf die christlichen Religonen bezogen.

Vielfach wird von "Islamkritikern" und auch von Islamisten, das Bühnenstück "Mahomet" als islamfeindlicher Standpunkt Voltaires benannt.

Das Stück „Mahomet” wird in Teilen der Literaturwissenschaften jedoch eher als verklausulierte Kritik an intoleranten christlichen Denkmustern gewertet, denen Voltaire auf diese Weise (eine andere Weise war damals nicht ungefährlich) den Spiegel vorgehalten hat.

Das dies nicht abwegig ist, kann auch darin gesehen werden, dass dieses Stück – trotz Widmung an den damaligen Papst Benedikt – auf Druck der katholischen Kirche zunächst verboten wurde.

Generell hatte Voltaire ein ambivalentes Verhältnis zum Islam. In einigen Schriften aus seinen späteren Werken äußert er sich äußerst positiv.

"Muhammads Religion war fraglos der von Jesus überlegen. Er stieg nie auf das Verleumdungsniveau der Christen hinab und sagte auch nicht, das Gott eine Dreiheit oder das drei Götter einer seien. Der einzige Pfeiler seines Glaubens ist der Eine Gott. Der Islam verdankt seine Existenz den Anordnungen und der Männlichkeit seines Begründers, während die Christen ihre Religion anderen mit dem Schwert aufzwangen. Oh Gott! Wenn nun alle Völker Europas die Muslime zu ihren Vorbildern machten!"

"Der Prophet Muhammad schränkte die ‘unbegrenzten Harems unglücklicher Frauen, die von vor-islamischen Potentaten unterhalten wurden, auf ein Maximum von 4 Ehefrauen ein, und seine Gesetzgebung über Ehen und Scheidungen ist die edelste und wirksamste, die je von irgendeiner kompetenten Stelle in der religiösen, politischen und sozialen Weltgeschichte konzipiert, formuliert und durchgeführt wurde."

Neutralmensch , am 08. September 2007 um 18:14 ( Link )

Ich zitiere mal aus Wiki zum Thema Gutmensch:
"Der Deutscher Journalisten-Verband weist in Zusammenarbeit mit Sprachforschern auf die NS-semantische Herkunft des Begriffes hin[18]. Demnach wurde die Bezeichnung „Gutmensch“ bereits in der Zeit des Nationalsozialismus für die Anhänger von Kardinal Graf von Galen, die gegen die Euthanasie auftraten, verwendet. Ungeklärt sei dabei, ob der Begriff 1941 von Joseph Goebbels selbst, oder einem Redakteur der nationalsozialistischen Zeitung Der Stürmer stammte. „Gutmensch“ war eine Ableitung vom jiddischen „a gutt Mensch“. Der DJV verweist auf Adolf Hitler, der in seinen Reden und seinem Buch „Mein Kampf“ die Vorsilbe gut wiederholt in abwertendem Zusammenhang verwendet hatte. So waren für ihn gutmeinende und gutmütige Menschen diejenigen, die den Feinden des deutschen Volkes in die Hände spielten. " Der Inhalt der einzelnen Beiträge hier hat damit erstmal nichts zu tun, aber warum muß den eigentlich diese miese Naziterminologie weiter salonfähig gemacht werden?

Neutralmensch , am 08. September 2007 um 18:19 ( Link )

PS: Good minds wäre dann Alternative, Bonhommes. Selbst wenn AH einige "so schöne" Wörter geklaut hat - für einen Dikutanten, der nicht gleich mit einer politischen Richtung gleichgesetzt werden will, schickt sich Gutmensch ebensowenig wie Endsieg. Wer aber auf diese Richtung steht soll meinetwegen so schreiben.

Hassan Kal , am 08. September 2007 um 20:57 ( Link )

PI hin oder her. Dieser Blog ist mir zunächst einmal egal. Was mich als Apostaten der benannten Religion erschreckt, ist die profunde Unkenntnis und Naivität, mit der dem Islam begegnet wird. Wie man an der obigen Linksammlung deutlich sieht, kann man sich seine "Wahrheit" auch zurechtlegen. Passt schon irgendwie.

Erstaunlich, wie bemüht tolerant Sie doch alle sind, wenn es um eine menschenverachtende Ideologie geht. Wie arrogant und überheblich muss man eigentlich sein, um Fakten permanent zu negieren?

http://www.ex-muslime.de/

Limited , am 08. September 2007 um 21:21 ( Link )

@ Hassan Kal

Tja, einige hier - z.B. ich - sind eben Gutmenschen.

Dies bedeutet auch, dass man andere nicht pauschal aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion verurteilt.

Insbesondere wenn sich diese Religion in ebensovielen Facetten spiegelt, wie dies etwa beim Christentum der Fall ist.

Michael Blume , am 08. September 2007 um 23:20 ( Link )

Lieber Herr Hoffmann,

danke für den hervorragenden Beitrag!

Noch ein Hinweis: PI gibt sich zwar als pro-amerikanisch aus. Aber in den USA, obwohl mit tausenden Toten vom Terror betroffen und weil deutlich christlich aktiver und religiös vielfältiger, ist die Islamophobie deutlich geringer ausgeprägt als in Deutschland. Das liegt auch (sichtbar z.B. in "Ratio"s Beiträgen) an einer stärkeren Religions- und Minderheitenfeindlichkeit in Deutschland, die sich gegen den Islam nun wieder so richtig austoben kann, letztlich aber Juden, Christen etc. immer mit-meint.

Wers nicht glaubt - empirisch-demoskopische Daten, auch übrigens zur Entwicklung eines eigenständigen Antwortprofils von Muslimen in Deutschland (und die Daten übrigens eines amerikanischen Institutes...) u.a. hier:

http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4239025/

Das aber nur als Ergänzung zu Ihrem Artikel, den ich völlig mit unterschreibe.

Mit Dank und herzlichen Grüßen!

Michael Blume

Oxygen , am 09. September 2007 um 9:08 ( Link )

hasan kal, die Einstellungen von den Ex-Muslimen kommt nur daher, weil die meisten aus Iran kommen denke ich mal. Die haben den Koran ganz anders erlebt, einige haben angehörige verloren. Da muss man ja anders denken.

Oxygen , am 09. September 2007 um 10:18 ( Link )

http://www.jurablogs.com/de/sicherheitsbericht-deutschland-ist-dank-tuerken-eines-der-sichersten-laender-der-welt

Oxygen , am 09. September 2007 um 10:47 ( Link )

http://www.svp-so.ch/dynasite.cfm?dssid=3968&dsmid=49296&dspaid=382801
http://www.stern.de/politik/panorama/:Kriminalit%E4tsstatistik-Nur-Zerrspiegel-Realit%E4t/541543.html
http://64.233.183.104/search?q=cache:YrltQ2dKYDgJ:www.sh-landtag.de/parlament/flueb/daten_fb/ref-doehring_12.10.2001.pdf+statistik+ausl%C3%A4nderkriminalit%C3%A4t+t%C3%BCrken&hl=de&ct=clnk&cd=9&lr=lang_de&client=firefox-a

Pro Patria » Kommentar zur Diskussion im ef-Magazin , am 09. September 2007 um 13:30 ( Link )

[...] Eigentlich ist dieser Grabenkampf via ef-Magazin doch mehr als lächerlich in meinen Augen. Allein der Hergang: Stefan Herre gibt ein Interview, darauf schreibt Arne Hoffmann eine Gegenposition, darauf Herre auch eine und darauf schreibt Hoffmann zu guter letzt (oder doch vorletzt?) einen Kommentar. Das lächerliche daran ist, dass sich, bis auf das Interview, alle Artikel mehr oder weniger inhaltslos gegenüberstehen und mit keinem Wort auf den eigentlichen Streitpunkt eingehen, nämlich der unterschiedlichen Einstellung zum Islam. Nichtsdestotrotz gefielen mir Herres Ausführungen inhaltlich besser, da Hoffmann am eigentlichen Thema vorbeigeschossen ist meiner Meinung nach. Aber wenigstens ist Hoffmann ein vernünftiger Diskussionspartner, so dass sich letztens Endes ein recht interessantes Hin und Her ergab. Lächerlich fand ich es irgendwo aber immer noch. [...]

André F. Lichtschlag , am 09. September 2007 um 15:32 ( Link )

Ich habe eben mal ein wenig in den beiden PI-Threads aufgeräumt. Im Großen und Ganzen geht es bei dem hoch emotionalen Thema noch recht zivilisiert zu. Dafür vielen Dank!!! Wenn ich es in der Eile richtig gesehen habe, waren es jeweils zwei Diskussionsteilnehmer beider Seiten, deren Kinderstube wohl etwas problembehaftet war. Natürlich kann man immer darüber streiten, ob nicht der eine oder andere Kommentar doch nicht so schlimm war oder der eine oder andere Kommentar dann doch auch hätte gelöscht werden müssen. Ist alles rein subjektiv und geht auf meine Kappe. Vielen Dank für das Verstandnis!

Herbert Klupp , am 09. September 2007 um 18:59 ( Link )

Sehr geehrter Herr Arne Hoffmann,
ihr Kommentar ist ein "starkes Stück". Es kann einem seriösen Denker schon den Atem verschlagen, wie Sie durch rhetorische Finten und äusserst geschickte Einzelargumente die große Sache KOMPLETT VERDREHEN. Nämlich: .....
H. Klupp

Herbert Klupp , am 09. September 2007 um 19:09 ( Link )

... nämlich ...
Sehr geehrter Herr Arne Hoffmann,
ihr Kommentar ist ein “starkes Stück”. Es kann einem seriösen Denker schon den Atem verschlagen, wie Sie durch rhetorische Finten und äusserst geschickte Einzelargumente die große Sache KOMPLETT VERDREHEN. Nämlich:
1.) Natürlich sind die einzelnen (privaten) Beiträge in PI teilweise sehr extrem und/oder verurteilenswert - WAS SOLLS ?
2.) Natürlich sind die redaktionellen Beiträge ganz schön hochgepeppt - aber inhaltlich sauber ! Nur mit diesen haben sie sich ja nicht befaßt ! - Also: WAS SOLLS ?
3.) In der HAUPTSACHE herrscht bei Ihnen Funkstille:
3a) Was ist denn von einem System zu halten, das den Ausstieg mit der Todesstrafe belegt ? Mafia ? Faschistisch ? - jedenfalls ganz in der Nähe dessen !
3b) Was ist mit der jährlichen Steigerungsrate von ca 6% mehr Muslimen in Deutschland (und Europa) - wird das nicht in etlichen Jahrzehnten zu einem kompletten Systemtausch führen müssen ? (Grundgesetz ade!)
3c) Liegt nicht die Weltgeschichte vor unser aller Augen offen, wo - WIE IN EINER GESETZMÄSSIGKEIT, fast "mathematisch" - die muslimische Mehrheit IMMER anfängt, die Minderheiten zu verdrängen (um es einmal milde auszudrücken)
DER ISLAM IST UNDULDSAM -
zuerst mit seinen eigenen Leuten (falls diese einen Soft-Islam machen möchten) -
und dann mit allen andersgläubigen !
SIE SEHEN DEN WALD VOR LAUTER BÄUMEN NICHT !
BITTE BITTE AUGEN AUFMACHEN - und mutig die eigene Vernunft einschalten, auch wenns dann "politically incorrect" wird !!!
Danke ! H. Klupp

Kelman , am 10. September 2007 um 2:48 ( Link )

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

in Ihrem Artikel geht es um eine sehr berechtigte Kritik am Kommentarbereich von PI, die ich unterstütze. Ich habe in der Vergangenheit diese Unzuträglichkeiten wiederholt im Kommentarbereich des Blogs kritisiert.

Völlig daneben gegangen ist allerdings in meinen Augen, Herr Hoffmann, Ihre Betrachtung des Islam. Was mich immer wieder wundert, ist folgendes:

Wenn es sich beim Islam um eine politische Partei oder Bewegung handeln würde, hätten Sie (oder jedenfalls viele, die so ähnlich denken) aufgrund der Propagierung eines derart totalitären Weltbildes längst massive Kritik daran geübt und evt. sogar ein Verbot gefordert. Da es sich aber „nur“ um eine Religion handeln soll, glaubt man, dies unterfalle der Glaubensfreiheit.

Ich gewinne immer wieder den Eindruck, dass sich von den Leuten, die Islamkritiker als vorurteilsbehaftet bezeichnen, niemand mit der Ideologie des Islam als solcher beschäftigt hat, geschweige denn den Koran gelesen hat. Bezeichnenderweise erwähnen Sie den Koran genau ein Mal, nämlich als Sie ihn faktisch mit den Heiligen Büchern anderer Weltreligionen vergleichen.

Wenn man jedoch die Ideologiekritik am Islam nicht zur Kenntnis nimmt, kann als Ergebnis natürlich nur herauskommen, dass Islamkritiker rechtsradikal oder bestenfalls islamophob sind.

Kritik wegen angeblicher Islamophobie kann ich aber nur dann ernstnehmen, wenn ich erkenne, dass sich jemand mit dieser Religion beschäftigt hat und er mit sachlichen Argumenten meine Besorgnis im Hinblick auf das Aufkommen eines neuen Totalitarismus entkräftet.

Ich vermute, Herr Hoffmann, dass wir beide auf eine ganz verschiedene Weise glauben, einem Wiedererstarken der Gespenster der Vergangenheit entgegentreten zu müssen.

Sie sehen die Gefahren in anwachsendem Fremdenhass und Rechtsradikalismus, ich hingegen im immer stärker werdenden Islam, den ich (abgesehen von der religiösen Komponente) für eine totalitäre Politideologie halte, welche die weltliche Machterweiterung als Glaubensdogma beinhaltet. Dass viele Moslems damit (noch?) nichts anfangen können, spricht nicht gegen die Aktualität und die Thematisierung dieser Frage. Wenn Sie behaupten, dass Moslems in den USA gem. Umfrage zu 80% hinter den Werten von Demokratie und Aufklärung stehen, so habe ich Zweifel. So hat eine Umfrage in Großbritannien ergeben, dass 1/3 der Muslime die Einführung des Schariarechts befürworten, wobei der Anteil der Befürworter unter den jungen Muslimen höher ist als unter den alten. Die Hinwendung zum Fundamentalismus zeigt sich auch darin, dass die Hälfte der britischen Moscheen nach Untersuchungen der TIMES inzwischen in fundamentalistischer Hand sein sollen.
MfG Kelman

Michael Blume , am 10. September 2007 um 20:12 ( Link )

Lieber Herr Kelman,

ich verstehe das Bedürfnis mancher Deutscher, die eigene Geschichte totalitärer Ideologien auf andere Religionen abzuwälzen. Aber Fakt bleibt: sowohl die braune wie die rote Diktatur ging auf christliche und konfessionslose Stichwortgeber zurück, wogegen christliche und jüdische Minderheiten in islamischen Ländern das Mittelalter und z.T. auch die Jetztzeit überdauern. Die gedankliche Volte, aus den Gräueln der NS-Zeit nun neue Diskriminierungen gegen eine weitere, religiöse Minderheit einzuleiten, leuchtet mir nicht ein. Islamophobie und Antisemitismus funktionieren nach den gleichen Mechanismen und bedienen die gleichen Stereotype.

Der Islam ist eine Religion, keine "Ideologie" - was man schon an den unendlich vielen Formen erkennt, die die islamische Religion angenommen hat. Über 90% der Opfer von Islamisten sind andersdenkende Muslime - auch dies spricht gegen eine Verkürzung der Wahrnehmung.

Wie Sie richtig schreiben, gelingt die Integration des Islam in den USA offenbar sehr viel besser als in europäischen Ländern, z.B. Großbritannien. Ist es nicht ein interessanter Befund, dass ein Land mit mehr Freiheit, auch religiösem Wettbewerb und auch dadurch christlicher Lebendigkeit religiöse Minderheiten offenbar besser integrieren kann als unser europäisches Schwanken zwischen religiösen und säkularen Monopolen?

Die Terroristen wollen Furcht verbreiten und unsere freiheitlichen Gesellschaften spalten und unterminieren. Würden wir wieder anfangen, Angehörige von Minderheiten pauschal zu verdächtigen und zu verfolgen, hätten sie ein Ziel erreicht. Das Gegenmittel gegen Terror ist neben der rechtsstaatlichen Verfolgung m.E. Besonnenheit, Dialog und Vernunft. Freiheit braucht Mut, immer wieder.

Herzliche Grüße!

Michael Blume

spicault , am 10. September 2007 um 22:41 ( Link )

#66

Also Herr Blume, der Islam, der keine "Ideologie" ist, ist mit dem Judaismus zu vergleichen und Islam-Kritiker (die in Wahrheit Islamophoben sind) sind mit Antisemiten gleichzusetzten?

Mit allem Respekt, Herr Blume, auf welchem Planeten leben Sie?

Was hat der Islam, mit seinem Herrschaftanspruch, seiner Verteuflung von Christen und Juden, seiner Xenophobie, seinen Aufrufe zum Jihad, seiner Gewaltverherrlichung (lesen Sie bitte den Koran!) seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Homophobie, mit dem Judaismus zu tun?

Rufen weltweit in Synogogen Rabbis zum Mord und Krieg gegen nicht-Juden auf?

Und wenn der Islam keine Ideologie sei, dann bitte sagen Sie mir, was dann eine Ideologie für Sie ist.

Sind dann fur Sie Simon Rushdie, Ayaan Hirsi Ali und tausende andere ex-Muslime, Menschenrechtsaktivisten in muslimischen Ländern, Verfolgte und Opfer des iranischen Mullah-Regimes, Wafa Sultan, Ralph Giordano und viele anderen freiheitsliebenden Europäer, die berechtigte Angst vor dem Islam haben, üble Islamophoben, die mit Antisemiten zu vergleichen sind?

Die Antisemiten, Herr Blume, befinden sich auf der anderen Seite und gegen Antisemiten zu kämpfen ist ein ehrenwertes Unternehmen.

Ihre ideologische gutmenschliche Blindheit ist gerade das, was zur gegenwärtigen katastrophalen Situation in Europa geführt hat. Es kann nur noch schlimmer werden.

Vor nur ein paar Tagen ist in Deutschland ein Rabbiner durch, aller wahrscheinlich nach (siehe Phantombild der Polizei), einen Muslimen auf offener Straße erstochen worden. Durch jemanden, der ihrer Ansicht nach keiner Ideologie folgt.

Wieder ein Verbrechen, der mit dem Islam nichts zu tun hat.

Esclarmonde de Foix , am 10. September 2007 um 23:07 ( Link )

Arne Hoffmann schreibt u.a.:
"Am 21. August 2007 berichtet die „Frankfurter Rundschau“ unter der Schlagzeile „Per Blog zur neuen Wolfsschanze“ über Politically Incorrect"

Damit hat die FR, eines der Zentralorgane der bundesdeutschen Obrigkeit, PI praktisch den Ritterschlag verpaßt. Wer von der FR bzw. SZ zum Nazi geschlagen wird, muß interessant sein.

Sicherlich sind viele der Nutzerkommentare auf PI dreckig, derb und unter der Gürtellinie. Genau so wie die üblichen Angriffe auf Abweichler von der durch die Obrigkeit vorgegebenen Meinung.

Wenn dann diverse "Aktivisten" akribisch "feindliche Blogs" wie PI nach dreckigen Kommentaren durchforsten und diese dann speichern und verbreiten, kann einem die Galle hochkommen.

Um es mit den Worten der bundesdeutschen Obrigkeit zu sagen: "Das grenzt an die Blockwartmentalität zur NS-Zeit."

spicault , am 11. September 2007 um 0:00 ( Link )

#66

Ich hätte Sie auch fragen können, Herr Blume, ob die tausende Türken und Türkinnen, die vor ein paar Monaten gegen die Islamierung ihres Landes demonstrierten, auch "Islamophoben" sind.

Und was sagen Sie zu Kemal Atatürk, Gründer der Republik Türkei, und seine lebenslange anti-islamische Einstellung? Auch ein Islamophobe?

Wenn Sie "ja" sagen, dann haben Sie eine seltsame Idee von der Demokratie, und wenn Sie "nein" sagen, dann ist für Sie die Islamophobie vor allem Rasse- oder Kultur-bedingt, und Sie entlarven sich als Rassist oder Xenophobe.

spicault , am 11. September 2007 um 0:23 ( Link )

Jetzt auf PI zu lesen (sehr empfehlungswert!):

"Ralph Giordanos ungehaltene Kölner Rede"

http://www.politicallyincorrect.de/

spicault , am 11. September 2007 um 2:48 ( Link )

#66

Ich habe noch eine Frage fur Sie, Herr Blume.

Sie schreiben:

"Islamophobie und Antisemitismus funktionieren nach den gleichen Mechanismen und bedienen die gleichen Stereotype."

Könnten Sie mir bitte erklären, welche Stereotype hier im Spiel sind, und warum sie sich ähneln? Was sind das für Stereotype, die ich als "Islamophobe" pflege und wie sind sie mit den Stereotypen in Zusammenhang zu bringen, die Antisemiten pflegen?

Vielen Dank im voraus.

Oxygen , am 11. September 2007 um 8:21 ( Link )

Und was ist mit Moslems in der Türkei, die gegen die Islamiesierung gekämpft haben? Sind das auch gewalttätige Musels? PI ist grundsätzlich gegen Moslem das ist Fakt. Für diesen feinen Unterschied sind sie zu grob in ihrem Denken. Atatürk war auch ein Moslem.

http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=2474

Oxygen , am 11. September 2007 um 8:21 ( Link )

ich meine demonstriert natürlich, nicht gekämpft in dem Sinne.

Karl , am 26. September 2007 um 15:11 ( Link )

Arne Hoffmann sollte eigentlich bekannt sein, daß sog. Schwarze Propaganda existiert, nämlich daß dem Feind kritikwürdiger Äußerungen untergeschoben werden. Woher will Arne Hoffmann wissen, daß die Kommentatoren, die von "Vergasen" reden, aus einer PI-freundlichen Position kommen? Jeder denkende Mensch sieht doch sofort, daß dieser scheinbar zustimmende Kommentar PI nur schadet - und bei entsprechender Gesinnung wird diese Tatsache ausgenutzt.

Daniel Leon Schikora , am 04. Oktober 2007 um 23:18 ( Link )

@Karl

Ich nehme mir die Freiheit, im folgenden etwas ausführlicher zu zitieren, was "PI" über die Kampagne gegen einen tadellosen Wissenschaftler, den liberalen Islamismus-Kritiker Bassam Tibi, zu sagen hatte. In diesem Falle dürfte es Ihnen und den anderen Apologeten von Stefan Herres völkischem Blog schwerfallen, von einer "Schwarzen Propaganda" gegen "PI" durch unerwünschte Kommentare zu schwadronieren, denn die wüsten Beschimpfungen Tibis wurden von der "PI"-Redaktion selbst eingestellt.

"Bassam Tibis rudimentäre Kenntnisse über Europa zeigen, daß er die Geschichte des Abendlandes nie verinnerlicht bzw. begriffen hat. Allen seinen politischen Förderern schlägt er nun ins Gesicht, beißt die Hand, die ihn Jahrzehnte hervorragend gefüttert hat und beschimpft die Deutschen, die seine Bücher gekauft haben. Und seine Bezeichnungen als Semit, soll ein Schlag ins Gesicht des Mischvolks der Deutschen sein, die den eitlen Herrn nich genug gewürdigt haben. Auch wenn Nirumandas Tochter Mariam Lau in der Welt um ihn weint, wir müssen uns ihrer Trauer keinesfalls anschließen [...]

Und so verloren wird sein Leben nicht sein - eine satte Altersversorgung darf er aus Deutschland beziehen, auch wenn er die Höhe als "ehrverletzend" empfinden mag."

http://myblog.de/politicallyincorrect/art/4444417

Man vergleiche einmal die Lebensläufe Herres und Tibis, um sich zu vergegenwärtigen, wie lachhaft es ist, daß ausgerechnet "PI" sich als Schiedsrichter berufen fühlt in der Frage, ob Tibi die "Geschichte des Abendlandes verinnerlicht bzw. begriffen" hat. Wie schade für die Niete Herre, daß in einer Leistungsnation ein "Urdeutscher" wie er nicht in jedem Fall einem intelligenten und gebildeten Fremden vorgezogen wird! Vielleicht könnten Sie dem geneigten Leser bei Gelegenheit einmal erläutern, inwieweit sich die Freude eines gegenwärtigen Nazis über den Umstand, daß Bassam Tibi sich an seiner deutschen Universität so unwohl fühlte, daß er öffentlich seinen Bruch mit dieser Universität erklärte, ethisch-moralisch höher veranschlagt werden könnte, als die Freude eines Nazis der 1930er Jahre über die Entlassung etwa eines Viktor Klemperer.

Indem Herre und Co. nicht einmal davor zurückschrecken, sich über Tibis Rentenansprüche zu beschweren, lassen sie keinen Zweifel daran, wie sie Andersdenkende behandeln würden, wenn sie die Macht dazu hätten.

Daniel Leon Schikora , am 04. Oktober 2007 um 23:36 ( Link )

Hassan Kal

"PI hin oder her. Dieser Blog ist mir zunächst einmal egal. Was mich als Apostaten der benannten Religion erschreckt, ist die profunde Unkenntnis und Naivität, mit der dem Islam begegnet wird."

Uneingeschränkte Zustimmung! Arne Hoffmann und andere "Anti-Antiislamisten" sind bemüht, radikale Religionskritik, soweit sie sich gegen den Islam richtet, als "rassistisch" zu stigmatisieren. Das Auftreten von "Islam-Kritikern" wie dem "Pro Köln"-Sympathisanten Stefan Herre ist ihnen dabei nachvollziehbarerweise ein gefundenes Fressen. Dabei sind die Nazis gar nicht so "islam-kritisch" oder "islamophob", wie Hoffmann ihnen unterstellt: Während "PI" Rußland der Aggression und des Völkermordes in Tschetschenien bezichtigt - in voller Übereinstimmung mit der Agitation islamistischer Extremisten -, bedenken Herre und Co. die islamistische Barbarei, der die Russen seit 1999 ein Ende bereiteten, mit vernehmlichem Schweigen. Die Menschenrechtsverletzungen der Maschadow-"Regierung", etwa die Einführung der Scharia, das öffentliche Zu-Tode-Steinigen von "Rechtsbrechern", die bestialische Verstümmelung gefangener russischer Kombattanten, die Aufrufe zur Ermordung der jüdischen Bevölkerung - dies alles bekümmert die Nazis im geringsten.

Was die exil-iranische Bürgerrechtlerin Maryam Namazie über die multikulturalistischen Kulturrelativisten bemerkt, trifft daher vollumfänglich auch auf wackere Kämpfer gegen den "Kulturimperialismus" der Russen (und anderer Europäer) aus dem braunen Lager zu: „’Multikultis’ gehen so weit zu behaupten, Menschenrechte hätten ausschließlich westlichen Charakter und seien mit einer islamischen Gesellschaft unvereinbar. […] Die Niederlage der Nazis und ihrer Theorie der biologischen Unterschiede haben den Gedanken rassischer Überlegenheit gewaltig in Misskredit gebracht. Trotzdem fand der antihumane Gehalt, der im Rassismus steckte, eine andere, in der heutigen Zeit weniger aneckende Ausdrucksform. Statt rassistischer Begriffe werden nun kulturelle Begriffe bemüht, um Unterschiede zu manifestieren. Deshalb ist der Multikulturalismus nichts anderes als die neue Ausdrucksform des Faschismus, und seine Verfechter und Anhänger sind die Anhänger eines zeitgemäßen Holocausts.“

Daniel Leon Schikora , am 06. Oktober 2007 um 23:13 ( Link )

P. S.:

Nazis & Islamisten hassen die westliche Zivilisation. Die Sympathien von Neonazis wie Herre, die sich innenpolitisch gern als Moscheenbau-Gegner profilieren, mit albanischen und tschetschenischen "Freiheitskämpfern" habe ich hier thematisiert:

http://danielleonschikora.blogspot.com/2007/10/grn-brauner-schulterschlu-auch-das-herz.html

Google News ohne Politically Incorrect « Stefan Niggemeier , am 15. Oktober 2007 um 17:29 ( Link )

[...] Mehr zum Thema „PI” z.B. von Arne Hoffmann, „Limited”, Telepolis. [...]

Simon , am 16. Oktober 2007 um 8:19 ( Link )

Lieber Arne Hoffmann, vielen Dank für den durchdachten, fundierten und sehr aufschlussreichen Artikel! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass man mit Fakten, Information und Argumentation den dumpfen Menschenhass besiegen kann.

” Google News Selbstreinigung » Ringfahndung, Forza St. Pauli , am 16. Oktober 2007 um 13:47 ( Link )

[...] Ja, mir war es unerträglich, dass der von mir als “Hetzblog” wahrgenommene Blog “PI” in den Google News als Nachrichtenquelle tolieriert wurde. Anscheinend hat Google nun ein einsehen, wie Stefan Niggemeier berichtet. [...]

Jaaa, Blog. :: Verzeihung, ich muss noch mal, net? :: October :: 2007 , am 19. Oktober 2007 um 10:46 ( Link )

[...] Diese nur teilweise scherzhafte Anmerkung soll auf keinen Fall die Brisanz und Gefährlichkeit der Autoren und vor allem Kommentatoren dieses Blogs mildern – im Gegenteil, wenn ich mich da so intensiv durchwühlen würde, wie andere es zum Glück tun, wäre mir wohl nur noch schlecht. Ein großer Nachteil des tollen, freien Internets: man kann halt auch frei zugänglich mitbekommen, was für unglaublich verblendete Idioten und Arschlöcher Menschen sein können. [...]

Linke merken was , am 23. Oktober 2007 um 19:21 ( Link )

Wallraff und Staeck: Toleranz kann auch Feigheit sein

Der Kölner Schriftsteller Günter Wallraff und der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, haben vor falscher Toleranz gegenüber dem Islam gewarnt. Staeck wandte sich in Berlin gegen ein Denken, "unter dem sich manchmal auch die Feigheit verbirgt". Damit lebe man auf lange Sicht gefährlich. Er bezeichnete eine Religion, die - wie der Islam - Konversion als Todsünde betrachte, als totalitär. Es sei aber richtig, mit Muslimen den Dialog über gesellschaftliche Grundfragen zu suchen.

Auch Wallraff kritisierte eine falsche Toleranz. Zur Begründung verwies er auf verbreiteten Antisemitismus unter Muslimen und die weiter bestehende Verurteilung des Schriftstellers Salman Rushdie, des Autors der "Satanischen Verse". "Die Intoleranz des anderen hinzunehmen und zu dulden, das ist falsch verstandene Toleranz oder auch Feigheit", meinte er. Er könnte heutzutage fordern, im Kölner Dom einen ökumenischen Schwulengottesdienst zu feiern, und würde dann trotzdem nicht mit dem Tode bedroht; das sei der elementare Unterschied zur westlichen Gesellschaft.

Mit Blick auf den umstrittenen Moschee-Neubau in Köln-Ehrenfeld sagte Wallraff, eigentlich sei er für das Projekt. Es sei wichtig, den Islam in Deutschland aus dunklen Hinterhöfen herauszuholen. Er bemängele jedoch, dass der Vorsitzende der dortigen Gemeinde ein Hardliner aus der Türkei sei, kein Wort Deutsch spreche und eine Integration der Muslime verhindern wolle. Nach Wallraffs Einschätzung gibt es derzeit in Deutschland eine Reihe von Neubauten "übermächtiger Monumentalmoscheen". Sie entsprächen nicht den Bedürfnissen der Gläubigen, die diese Gebetsstätten besuchen wollten. Das Geld für diese Bauten komme aus der Türkei, dem Iran oder Saudi-Arabien.

Staeck bezeichnete die Proteste gemäßigter oder säkularer Muslime gegen das gewaltsame Agieren von Islamisten als unzureichend. "Der Widerspruch derer, die die gleiche Religion haben wie Selbstmordattentäter, ist so matt und schwach, dass mir angst und bange wird", sagte der Politkünstler. Er warnte vor einer brutalen Gläubigkeit, die der Rationalität keine Chance gebe. KNA

Daniel L. Schikora , am 24. Oktober 2007 um 13:12 ( Link )

@"Linke merken was"

Repräsentanten der demokratischen Linken, wie Günter Wallraff, sind natürliche Verbündete all jener echten Konservativen, Liberalen oder Libertären, die "westliche" zivilisatorische Errungenschaften für verteidigungswürdig halten. Um Europa zu verteidigen, bedarf es keinen "Völkermord in Tschetschenien" grölenden Neonazi, der sich innenpolitisch als Moscheebau-Gegner aufspielt - während ihn in seinem Hass auf die freiheitlichen Traditionen Europas von Radikalislamisten nichts unterscheidet.

Linke merken was , am 26. Oktober 2007 um 11:56 ( Link )

Da haben Sie ja wieder fein den Bogen gekriegt zu Ihrem Lieblingsfeind. Der war aber gar nicht das Thema der Veranstaltung mit Wallraff und Staeck in Berlin. Es bewegt sich was - und auch Sie werden sich bewegen, Herr Sch.

Bob , am 28. Oktober 2007 um 2:54 ( Link )

Ganz objektiv betrachtet: fundamentalistischen PI-Anhängern würden aufmerksames Lesen und wissenschaftliches Quellenstudium gut anstehen. Das wird grade hier in den Kommentaren für jedermann sichtbar. Allerdings gibt einem das Ausmaß ihres Ressentiments wenig Hoffnung dazu.

aylin , am 18. Dezember 2007 um 0:50 ( Link )

Zunänchst einmal gratuliere ich Ihnen zu diesem Beitrag, ich habe wirklich lange nicht mehr etwas über den Islam gelesen, was so gut differenziert und erruiert worden ist. Ich kann den Ihnhalt Ihres Beitrages voll und ganz bestätigen, es ist die Wahrheit. Ich möchte als muslima und deutsch-türkin, (wenn ich das überhaupt so sagen darf), loswerden, dass ich wirklich angst bekomme bzw. schon angst habe. Man traut sich heutzutage wirklich nicht seine Herkunft oder Religionszugehörigkeit zu nennen und schon garnicht, wenn man solche abwertende, menschenunwürdige Kommentare wie im PI lesen muss. Ich möchte auch noch hinzufügen! Ich trage keinen Kopftuch, ich werde oder wurde nie von meinem Vater geschlagen, ich wurde und werde niemals zwangsverheiratet, ich durfte an Klassenfahrten etc. teilnehmen, ich hatte und habe immernoch sehr viele deutsche Freunde, ich studiere Medizin und habe eine eigene Wohnung. Fazit: Man kann mich nicht von einerdeutschen Frau unterscheiden, ausser dass ich schwarze Haare habe und dunkle Augen und solche Frauen wie mich gibt es zugenüge, nicht nur in Deutschland aber man möchte sie nicht sehen oder wahrhaben. Man möchte nur die negativen Dinge sehen oder die muslimische FRau mit Kopftuch und drei Kindern an der Hand, wobei dieser Zustand auch keine Beleidung sein darf. Mutter und Hausfrau sein gehört zu den natürlichsten Dingen der Welt. Aber es wird diffrenziert zwischen einer deutschen und muslimischen Frau. Macht die Augen auf und seht die Ungerechtigkeit!!! Ali, Memet, Fatma, Hassan und Hüseyin sind keine schlechten Menschen, sie leben unter euch und verkaufen euer Obst und Gemüse!!!!!

Tobias1985 , am 11. Februar 2008 um 19:18 ( Link )

Ich selbst lehne den Islam ab und bin gegen massive Einwanderung, aber kein Nazi oder Rassist. Ich habe bei PI einen offensichtlichen Neonazi wegen Rassismus ermahnt und wurde dafür auf "Moderation" gesetzt. Rassisten und Neonazis dagegen bekommen von PI keine Sanktionen für ihre Hetze auf deren Seiten. Ich halte diese ganze USA und Israel Sache von PI nur vorgeschoben, um einen reaktionären Nationalrassismus irgendeiner kruden Form zu verschleiern, eben "politisch korrekt" zu machen - dem Namen "PI" zum Trotz, oder als schlechte Ironie.

Schurke , am 09. November 2008 um 22:17 ( Link )

Guten Tag

Zu einer Demokratie gehört nicht nur das man immer nur
" Ja " sagt , bzw Pro ist .
Es muß auch ein Contra geben ,
wobei es hier in unserem Land immer mehr üblich wird .
Das Kontra zu verbieten / abzuschaffen !

Ich Persönlich habe immer mehr den Eindruck ,
das wir hier eine
" Meinungsdicktatur " haben .
Und jeder der nicht diese Meinung teilt wird mit der
" Nazi Keule " fest verdroschen !

Alles Quatsch dann sagen sie doch mal etwas anderes als ihn der Bildzeitung steht , wenn dann jemand den Finger erhebt und sagt daaaaaaaaasssssss ist einer von den Na...tüpen
heist es bye bye Job und Verein oder sie werden Körperlich Bedroht .

Nun gut es wäre sicherlich eine Bereicherung
wenn sie , an den Diskusionen bei
Politically Incorrect Teilnehmen
Und diese Bösen , Dumme etz Kommentare
mit Fackten oder gegen Argumenten aus der Welt Schaffen !

Bis Bald
Der Schurke

Schurke , am 09. November 2008 um 22:26 ( Link )

Ps :
Ich gehöre keiner Rechten Partei an !

Wobei für mich ist jeder ein Na... der gegen die Meinungsfreiheit ist .
Wofür ich allerdings auch schon als Na...
Bezeichnet wurde .

Tja ihn Deutschland wäre ein Hyde Park mit einem Speakers’ Corner undenkbar !

Speakers’ Corner („Ecke der Redner“) ist ein Versammlungsplatz am nordöstlichen Ende des Hyde Park in London, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Marble Arch. Durch einen Parlamentsbeschluss vom 27. Juni 1872 (Royal Parks and Gardens Regulation Act) kann hier jeder ohne Anmeldung einen Vortrag zu einem beliebigen Thema halten .......

Faiez Nagib , am 08. April 2009 um 19:01 ( Link )

Die Islamisten hassen nicht nur die westliche Zivilisation sondern auch alle Christen.

Wir Kopten werden verfolgt, viele wurde schon getötet und ich erhalte auch in Deutschland ständig Morddrohungen.


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