23. Dezember 2019

Pro und Contra „Treibhaus Erde“ Von Konsens kann nicht die Rede sein – doch das rührt eine rücksichtslose Politik nicht

Ein Diskussionsbeitrag

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Keineswegs unumstritten: Treibhauseffekt

Zum Themenkomplex „Klimawandel“, erst recht zum sogenannten „menschengemachten“, also dem angeblich großen Einfluss, den der Mensch mittels seiner industriell bedingten Kohlendioxidemissionen auf das „Weltklima“ haben soll, wurde bereits genug veröffentlicht. Umso erstaunlicher ist, dass trotz der Tatsache, dass diesbezüglich keineswegs der von den Massenmedien vielbeschworene „Konsens“ unter Naturwissenschaftlern besteht – die „FAZ“ sprach in einem jüngst erschienenen Artikel faktenwidrig sogar von einer Übereinstimmung unter den „führenden“ Köpfen von „100 Prozent“ –‍, die Politik nun beinhart durchregiert und – laut einer Meldung des „Focus“ vom 16.12.2019 – den Kohlendioxidpreis sogar verdoppeln will.

Doch ist das wirklich erstaunlich? Ganz und gar nicht. Ich selbst hatte bereits in zahlreichen Artikeln die geopolitischen Hintergründe derjenigen Agenda beleuchtet, die auf eine Deindustrialisierung und Demobilisierung und vor allem auf eine planwirtschaftlich-technokratische Umverteilung hinausläuft, wie sie beispielsweise von Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, auch schon offen zugegeben wurde: Es gehe, gab er 2010 freimütig zu, bei internationaler Klimapolitik „nicht um Umweltpolitik“, sondern „darum, wie wir den Wohlstand der Welt umverteilen können“. Das institutionelle Netzwerk aus diversen Organisationen und „Denkfabriken“, vom Club of Rome über die Trilaterale Kommission, den IWF und auch das IPCC bis hin zum Rockefeller Brothers Fund sowie anderen, die an diesem Narrativ („anthropogener Klimawandel“) bereits seit langer Zeit stricken, das auch die deutsche Politik nun ungeachtet anderslautender Meinungen über sämtliche Knechtköpfe hinweg durchzupeitschen versucht, wurde (abseits des Mainstreams) ebenfalls aufgedeckt, die Zielsetzungen ausführlich besprochen: Dass es dabei also um eine „Neuordnung der Welt auf Kosten einer Schrumpfung des Arbeitsniveaus und des Lebens (sic!) in den industrialisierten Ländern“ gehe, wie ein IWF-Präsident namens Jacques de Larosière sich am 30. September 1979 auf einer Konferenz in Belgrad auszudrücken pflegte. Oder wie Henry Kissinger es einmal formulierte: Wie man über die „Kontrolle der Energie“ zu einer „lose geknüpften Weltregierung“ kommen könnte.

Ralf D. Tscheuschner veröffentlichte im Juli 2015 die deutsche Version einer 2009 zusammen mit Prof. Gerhard Gerlich vom Institut für Mathematische Physik der Technischen Universität Braunschweig auf Englisch verfassten Arbeit mit dem Titel „Falsifizierung der atmosphärischen CO2-Treibhauseffekte im Rahmen der Physik“, aus der ich in einem einige Wochen zurückliegenden Artikel bereits Passagen zitiert hatte. Der Diplommeteorologe Dr. Wolfgang Thüne wiederum schrieb in einem am 6.11.1998 erschienenen Artikel („Wettersatelliten widerlegen Treibhaus-These“, publiziert auf ingenieur.de): „Insbesondere die CO2-Moleküle mit ihren besonderen stoffspezifischen Absorptionsbanden bei 2,8 Metern, bei 4,5 Metern und bei 15 Metern, die so unabänderlich und charakteristisch sind wie ein menschlicher ‚Fingerabdruck‘, haben auf den täglichen Temperaturgang keinen Einfluss, weil sie das ‚offene Strahlungsfenster‘ zwischen sieben und 13 Metern nicht schließen können. Dies gälte auch dann, wenn die Erde von einer reinen CO2-Atmosphäre umgeben wäre. Es kann also aus rein physikalischen Axiomen heraus keinen wie auch immer gearteten ‚Wärmestau‘ unter dem fiktiven ‚Glasdach‘ in sechs Kilometern Höhe geben. Der ‚Treibhauseffekt‘ ist eine pure Erfindung. Selbst wenn man die Atmosphäre wegdenken und wie weiland Svante Arrhenius bei seiner ‚Eiszeithypothese‘ 1896 rein modelltheoretisch annehmen würde, dass der gesamte CO2-Gehalt der Atmosphäre wie ein ‚Schwarzer Körper‘ in sechs Kilometern Höhe die Erde umhülle, selbst dann kann es keinen ‚Treibhauseffekt‘ geben, denn die minus 18 Grad Celsius kalte ‚Kohlendioxidschicht‘ würde mit einer Leistung von 240 Watt pro Quadratmeter die Erde ‚anstrahlen‘, während die plus 15 Grad Celsius warme Erde permanent Energie in der Größenordnung von 390 Watt pro Quadratmeter abstrahlen würde. Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik lässt prinzipiell nicht zu, dass freiwillig ‚Wärme‘ von kalt nach warm fließt. Das gasförmige CO2 als ‚Treibhausgas‘ zu bezeichnen, das wie ein ‚Glasdach‘ in einem Gewächshaus die Wärmestrahlung ‚reflektiert‘ und am Entweichen in den Weltraum hindert, ist physikalisch unhaltbar.“

Andere, wie zum Beispiel der Astrophysiker Peter Heller, behaupten zwar, der Treibhauseffekt sei real, der menschliche Einfluss darauf allerdings sehr gering (in Hellers auf „Tichys Einblick“ am 24. Januar 2017 veröffentlichten Artikel „Über einen vergeblichen Versuch, den Treibhauseffekt zu widerlegen“): „Es ist berechenbar, wie sich die Temperatur der bodennahen Luftschichten in Abhängigkeit von der Dichte der Treibhausgase in der Atmosphäre entwickelt. Jede Verdoppelung der Kohlendioxid-Konzentration führt beispielsweise zu einem Anstieg von nur einem Grad. Auch nach 200 Jahren industrieller Revolution hat die Menschheit diese Größenordnung noch lange nicht geschafft, die Kohlendioxid-Konzentration ist lediglich von 280 ppm auf knapp über 400 ppm gestiegen. Die Mengen an Kohle, Erdöl und Erdgas, die noch zu verbrennen wären, um in wirklich riskant erscheinende Größenordnungen vorzustoßen, liegen außerhalb unserer Möglichkeiten.“

Also wie gesagt: Von dem durch die Mainstreampresse und ihr tägliches Bombardement mit alarmistischen, hysterisierenden Artikeln schlichtweg herbeigelogenen „Konsens“ in der Welt der Wissenschaft dahingehend, es gebe eine zweifelsfrei geklärte, definitive und unanzweifelbare Antwort auf die Frage, ob der Mensch hauptsächlich für die „Erderwärmung“ verantwortlich sei, kann eindeutig nicht die Rede sein. Aber es passt eben hervorragend zur politisch-technokratischen Agenda. Weshalb die kritischen Stimmen – so wie die hier von mir auszugsweise angeführten – dort ja auch nicht mehr zu Wort kommen. Entgegen allen Berufstugenden des guten, seriösen Journalismus.

Zweitens ist es nicht nur grotesk, sondern schon infantil, wenn statt Menschen mit fundierter Ausbildung, die Referenzen in den entsprechenden Fachgebieten vorweisen können, solche auf ein Pressepodest gehoben und unverhältnismäßig viel, ja eine völlig überzogene massenmediale Dauerpräsenz geschenkt bekommen, die – so wie Luisa Neubauer und erst recht eine Carola Rackete – außer fachlich dünnen und dürftigen Propagandafloskeln und überemotionalen Appellen bisher nicht gerade dadurch auffielen, es zum Beispiel mit eben zitierten Fachleuten auch nur näherungsweise aufnehmen zu können.

Wenn eine Rackete dann, so wie unlängst geschehen, auf einer solchen ungesicherten Datenbasis ihre Mitmenschen auch noch zu „zivilem Ungehorsam“ aufruft, weil sonst der Planet quasi verglühe, ist jedes vernünftige und erträgliche Maß überschritten. Aber sie ist ja nicht die erste, die für ein eher „chinesisches Modell“ zur „Bekämpfung des Klimawandels“ (eine in sich schon unsinnige, maßlose Formulierung) plädiert. Aber auch das passt übrigens perfekt zur geopolitischen Agenda, die sich hinter dem Gerede von der angeblich dringenden Notwendigkeit verbirgt, das Weltklima mit Billionen an Steuergeldern „retten“ zu wollen. Parallelen zur „Euro-Rettung“ sind durchaus angebracht – schon wegen der behaupteten „Alternativlosigkeit“, die auch bei Letzterer nie vorlag.

Mit anderen Worten macht eine skrupellose Hauruck- beziehungsweise Huschhusch-Politik den Bürgen das Leben nun noch teurer – obendrein unnötigerweise. Abschließend sei mir noch eine scharfe Spitze erlaubt: Menschen mit ausgeprägtem Hang zum Sarkasmus und vor allem Geschichtsbildung könnten angesichts der Tatsache, dass das Projekt „EU“ seine planerischen Wurzeln schließlich auch in der Nazi-Zeit hat, frotzeln, es sei deshalb ja kein Wunder, wenn man nun mittels Klima-Selbstermächtigungsgesetzgebung einfach einen Notstand ausrufe, dessen Angemessenheit auf Grundlage aller vorliegenden naturwissenschaftlich seriösen Forschungen „in Sachen Klima“ fragwürdig ist. Der Vergleich, über den manche Politiker sich bereits empört haben, ist von der Wahrheit gar nicht so weit entfernt. 


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