06. August 2019

Entlarvende Aussagen und widersprüchliche Daten Die forcierte Deindustrialisierung wird desaströse Folgen haben

„Das hat mit Umweltpolitik fast nichts mehr zu tun“

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Wird desaströse Folgen haben: Forcierte Deindustrialisierung

Nun höre sich einer diesen rechtsradikalen Klimaleugner an: „Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun.“

Noch mal: „Das hat mit Umweltpolitik fast nichts mehr zu tun.“ Auch sehr hübsch: „Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um.“

Verzeihung. Da habe ich wohl etwas verwechselt. Denn das Zitat stammt nicht etwa von einem Lobbyisten der Ölindustrie, keinem rechtsverschwörerischen Weltenbrandleugner auf Youtube, auch nicht von Putin, der das Klima des Westens mit Bargeld zur Weißglut treibt, sondern von Ottmar Edenhofer, einem der bekanntesten deutschen Befürworter einer radikalen Klimapolitik sowie des fiskalischen Raubschemas namens „Kohlendioxidsteuer“, Mitglied unter anderem des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) sowie der Weltbank. Dieses bemerkenswert offenherzige Zitat erschien in einem Artikel der „NZZ“ vom 14.11.2010.

Glücklicherweise kann ich mir aufgrund zahlreicher Artikel der jüngeren Vergangenheit auch aus eigener Feder die Aufdröselung der geopolitischen Antriebskräfte hinter dem Narrativ vom „anthropogenen Klimawandel“ sparen (so wie sie von Edenhofer bestätigt wurden: Es geht um Umverteilung des Weltvermögens), angefangen beim Club of Rome bis zu den finanzstarken Unterstützern dieser Agenda vom Rockefeller Brothers Fund bis zu Soros‘ Open Society Foundations und anderen. Die wichtigsten Namen, Daten und Zitate wurden schon oft genannt. Ich bescheide mich daher (wie schon in meinem letzten Beitrag zur Thematik) mit einer der diesbezüglich vielsagendsten Äußerungen: „Der ehemalige Präsident der Sowjetunion erkannte die Wichtigkeit der Nutzung von Klima-Alarmismus zur Förderung sozialistisch-marxistischer Ziele, als er 1996 sagte: ‚Die Bedrohung durch die Umweltkrise wird der internationale Katastrophenschlüssel sein, der das Tor zur Neuen Weltordnung aufschließen wird.‘“ (Larry Bell, „Climate of Corruption: Politics and Power behind the Global Warming Hoax“, Seite 226, meine Übersetzung.)

Gibt es mittlerweile wenigstens halbwegs zuverlässige Daten, die dieses Narrativ stützen? Nein. Sie sind nach wie vor widersprüchlich.

Es fängt ja schon an bei der angeblichen Korrelation zwischen dem Kohlendioxidgehalt der Luft und der Temperatur. Einer Studie der Nasa zufolge sank die Temperatur trotz einer Zunahme des Kohlendioxidgehalts von 285 auf 300 ppm in den Jahren zwischen 1850 und 1910 um 0,1 Grad.

Zwischen 1940 und 1977 stieg die Kohlendioxidkonzentration von 311 auf 334 ppm, also plus 23 ppm. Anthropogene Kohlendioxidemissionen stiegen von einer Gigatonne pro Jahr im Jahre 1940 auf circa fünf Gigatonnen Mitte der 1970er. In diesem 35-jährigen Abschnitt, der von schnell steigenden Kohlendioxidkonzentrationen begleitet war, war dennoch eine Abkühlung um 0,1 Grad Celsius zu verzeichnen. Und zwischen 2001 und 2014 stiegen die Kohlendioxid-Level von 371 auf 398 ppm oder plus 27 ppm. In dieser Zeit blieben die Temperaturen konstant oder sanken sogar geringfügig.

Es ließen sich derlei Beispiele in großer Zahl anführen, die den (politisch gewollten) Klima-Alarmismus einfach nicht stützen. Dennoch wird von der Presse weiterhin die Falschbehauptung verbreitet und aufrechterhalten, es bestehe ein „Konsens“ in der Welt der Wissenschaft und dringender Handlungsbedarf. In der „Zeit“ verstieg sich ein Journalist gar zur – man kann es leider nicht anders sagen – völlig durchgeknallten Behauptung, die „Apokalypse“ sei „auserzählt“, das Ende der Menschheit stehe also quasi kurz bevor.

Da dieser politische Neototalitarismus, bei dem es nicht ums Klima geht, sondern in erster Linie um technokratische Kontrolle und sozialkybernetische („gesellschaftsklempnerische“) Gottspielerei, sich den Leuten natürlich nicht auf dem Wege einer direkten, offenen Konfrontation schmackhaft machen lässt – man kann sich ja nicht wie der T-1000 in James Camerons „Terminator 2“ vor den Bürgen aufbauen und fordern: „Ich will deinen Individualverkehr, deine Flugreisen und dein Geld!“ –‍, ist natürlich ein Vorwand nötig; es muss ein „guter Grund“ konstruiert, dieses Vorgehen irgendwie legitimiert werden. Dies soll erreicht werden durch eine massenmediale Dauerpropaganda, die sich wohl am besten als „Klima-Kollektivschuldkult“ beschreiben ließe: Menschen machen eben alles kaputt. Sie sind an allem schuld. Und jetzt zernichten sie auch noch das „Weltklima“.

Nicht umsonst wurde in den letzten Jahren immer öfter empfohlen, aufs Kinderkriegen zu verzichten. Auch das geht übrigens auf ein Papier des Club of Rome zurück, der schon vor Jahrzehnten empfahl, jede Frau, die auf Kinder verzichtet, mit 50.000 Dollar zu bezuschussen. Ganz zu schweigen von manchen in puncto Geschichtsvergessenheit schlicht sprachlos machenden Äußerungen der jüngsten Zeit in den zumindest politklimatisch wohl wirklich jeden Hitzerekord brechen wollenden Anstalten des veröffentlichten Meinensollens: Nachdem Kristin Joachim von den „Tagesthemen“ Zuschauer dadurch verblüffte, kühn zu verkünden, der Mensch wolle eben zu seinem Glück gezwungen werden, legte kurz danach Lorenz Beckhardt (ebenfalls VEB-Buntfernsehen) nach: Bitte, liebe Füh... Politiker, ihr müsst mich endlich mit Verboten überziehen, denn aus eigener Kraft lerne ich es nicht! Die Kommentare auf Twitter sprachen Bände. Einige trafen genau ins Schwarze. Nachfolgend eine kleine Auswahl: „Eine von Zwangsbeiträgen gemästete Drohne gibt Verzichtslyrik und Leidensmystik zum Besten und stellt sich als hilfloser Junkie dar, dem nur mit Gewalt geholfen werden kann. Dieses Erziehungsfernsehen produziert hoffentlich immer mehr schwer Erziehbare.“ – „Die ‚Tagesthemen‘ waren mal die renommierteste Nachrichtensendung in Deutschland. Tut schon weh, sich den Abstieg anzuschauen. Wenn jemand Probleme mit seinem Sozial- und Konsumverhalten hat, warum lässt man so jemanden zu Bußzwecken kommentieren? Erinnert an die Kulturrevolution in China.“ – „Eine gewisse Ähnlichkeit mit Karl-Eduard von Schnitzler ist sogar optisch vorhanden. Hm. Der deutsche Untertan, wie er leibt und lebt. Dass ich das so noch einmal erleben muss. Wahnsinn.“ – „Kommentare sind frei. Dass solcher Schwachsinn zwangsfinanziert und mit Informationsauftrag begründet wird, ist totalitär.“

Zur Krönung noch einen der treffendsten Kommentare. Genau ins Schwarze: „Es geht nicht ums Klima. Es geht darum, der auf dem Boden liegenden Mittelschicht noch einen Tritt in die Magengrube zu verpassen.“ Bingo.

Oder um es – wenn ef-Leser mir die x-te Wiederholung dieses wichtigen Zitats gestatten mögen – in den Worten des ehemaligen Chefs des Internationalen Währungsfonds, Jacques de Larosière, auszudrücken: Es geht um „die Neuordnung der Welt auf Kosten einer Schrumpfung des Arbeitsniveaus und des Lebens in den industrialisierten Ländern“ (auf einer Konferenz am 30.09.1979 in Belgrad).

Doch so weit braucht man gar nicht zurückzublicken. Der Physiker Piers Corbyn brachte es auf den Punkt: „Der eigentliche Grund für die Erfindung des Kohlendioxid-getriebenen Klimakollapses ist die Deindustrialisierung-Strategie in den westlichen Ländern.“ – „Steuerzahler zahlen für die Zerstörung ihrer eigenen Industrie.“


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