19. Mai 2019

Diskussion über Klimawandel und Treibhausgas Fiskalisches Beuteschema Kohlendioxidsteuer

Wem würden Sie mehr vertrauen, ausgebildeten Physikern oder politischen Gesellschaftsklempnern?

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Mythos jenseits physikalischer Realität: Atmosphärischer Treibhauseffekt

Es scheint kein Ende zu nehmen. Und nicht nur das: Das Klima, und damit meine ich nicht das erdatmosphärische, sondern das politisch-technokratische und ideologisch gezielt aufgebrezelte, also die Hysterisierung und „Alarmisierung“ des „öffentlichen Bewusstseins“, heizt sich rapide auf.

Grund sind die Ausdünstungen diverser Denkfabriken, in denen Strategien zur „Erhöhung der Preise“ (gemeint sind Lebenshaltungskosten im Allgemeinen) sowie zur „Einführung spezifischer Energiesteuern“ ausgearbeitet wurden. Ich hatte bereits in zwei oder drei Artikeln die Hintergründe beleuchtet; Grundlage ist ein Arbeitspapier der Trilateralen Kommission von 1978 mit dem Titel „Energy: Managing the Transition“. Dieses wiederum überschneidet sich nicht zufällig mit dem im Club of Rome erarbeiteten „Post-Industrial Zero Growth Theorem“, also der „postindustriellen Nullwachstumsagenda“.

Vielleicht ist es angebracht, noch einmal in knapper Form auf das wohl häufigste Gegenargument einzugehen: Es sei doch kein Wunder, wird derzeit vor allem in Teilen der deutschen Politik, vor allem bei den Grünen, vor allem aber in den „Leitmedien“ argumentiert, dass man schon frühzeitig die Bedrohung durch die weltweit zunehmende Industrialisierung (vor allem in den Schwellenländern) und ihre ökologischen Folgen für den Planeten erkannt habe. Es bestehe also gar kein Widerspruch, im Gegenteil: Die gegenwärtige Politik, erst recht aber die „Fridays for Future“-Bewegung im zivilen Bereich sei doch nur die konsequente Fortführung wissenschaftlicher Erkenntnisse, die eindeutig gezeigt hätten, dass „wir“ nicht so weitermachen könnten wie bisher; dass „dringender Handlungsbedarf“ bestehe; und dass deshalb unbedingt die Kohlendioxidemissionen drastisch reduziert werden müssten.

Wie gesagt: Ich hatte die technokratischen, „gesellschaftsklempnerischen“ Hintergründe dieser Agenda bereits in einigen Artikeln etwas näher unter die Lupe genommen. Thema dieser Kommentars soll ein anderes sein, nämlich die Stichhaltigkeit der zugrundeliegenden, angeblich auf harten naturwissenschaftlichen Fakten basierenden Argumentation.

Tja. Und da beginnen die Probleme. Große Probleme. Denn so gesichert, wie vom politmedialen Komplex behauptet wird, ist diese Grundlage eben nicht. Im Gegenteil. Selbst Wissenschaftler aus dem IPCC, also dem Intergovernmental Panel on Climate Change, der „Weltklimakonferenz“, sind sich beileibe nicht einig über den angeblichen Treibhauseffekt von Kohlendioxid. Trotzdem wird vor allem in der Presse der falsche Eindruck aufrechterhalten, die „Welt der Wissenschaft“ sei sich in dieser Frage „einig“.

Ich kann dazu abermals nur die Lektüre zweier Bücher dringend empfehlen: „Klimafakten“ von Ulrich Berner, das nicht ganz zufällig beispielsweise auf Amazon nur noch zu exorbitanten Preisen erhältlich ist (mit Stand vom Freitag lag es bei über 200 Euro) sowie das glücklicherweise sehr viel billiger zu habende Buch „Climate of Corruption: Politics and Power Behind the Global Warming Hoax“ („Klima der Korruption: Politik und Macht hinter dem Erderwärmungs-Schwindel“), das bislang leider nur auf Englisch vorliegt. Es ist für rund 25 Euro zu haben; der Autor geht detailliert auf das Netzwerk der Denkfabriken, „unpolitischen“ Organisation sprich „NGOs“ und ihrer Finanziers ein, die das fiskalische Beuteschema namens „Kohlendioxidsteuer“ unter dem Tarnmantel ökologischer Wohltaten unbedingt durchdrücken wollen.

In vielen Zeitungen – darunter dem „Tagesspiegel“ und der „Zeit“ – wurde in Artikeln kühn behauptet: „Eine Kohlendioxidsteuer ist sinnvoll.“ Man hält die Luft an und fragt sich, welche wissenschaftliche Expertise die Autoren solcher verblüffenden Behauptungen eigentlich vorweisen können. Der Clou ist nämlich, dass man noch nicht mal ein „Experte“ sein muss, um sie mit den Mitteln einfachster logischer Deduktion zu widerlegen.

Grund: Da die Behauptung, Kohlendioxid sei die Ursache des „Klimawandels“, entgegen aller in „Denkfabriken“ vom Club of Rome bis zur Trilateralen Kommission ausgearbeiteten und von Massenmedien ebenso eilfertig wie kritiklos übernommenen und weiterverbreiteten Deindustrialisierungs-Propaganda eben noch nicht gesichert ist, ganz zu schweigen von den in den letzten Jahren bereits aufgedeckten Datenmanipulationen und statistischen Tricksereien des IPCC – wie kann man daraus die Sinnhaftigkeit einer Besteuerung eines Gases ableiten, das für das Pflanzenwachstum unerlässlich ist und dieses erst recht unter den Bedingungen erhöhter Temperaturen sogar fördert, also die Begrünung des Planeten erleichtert?

Wie kann es sein, dass man mit einem Milliardenaufwand (per gesetztem „Recht“ zwangsweise eingetrieben von den Steuerwollepflückern, versteht sich) gegen einen vermeintlichen „Klimakiller“ vorzugehen gedenkt, dessen „Toxizität“ für das Überleben der Menschheit bislang noch seiner wissenschaftlichen Bestätigung harrt?

Ich möchte abschließend drei knappe Ausschnitte aus einer 130-seitigen Schrift präsentieren, die von zwei Physikern am Institut für Mathematische Physik in Braunschweig herausgegeben wurde. Titel: „Falsifizierung der atmosphärischen CO2-Treibhauseffekte im Rahmen der Physik“. Die Arbeit ist als PDF im Internet frei zugänglich; Sie finden den Link unter diesem Artikel.

„Der atmosphärische Treibhauseffekt ist eine Idee, die viele Autoren auf die überlieferten Werke von Fourier (1824), Tyndall (1861) und Arrhenius (1896) zurückführen. Er wird in der Globalklimatologie immer noch als grundlegend angesehen und beschreibt im Wesentlichen einen fiktiven Mechanismus, in dem die planetare Atmosphäre wie eine Wärmepumpe arbeitet, die von ihrer Umgebung angetrieben wird, die sich mit dem atmosphärischen System zwar in einer Strahlungswechselwirkung, aber gleichzeitig in einem Strahlungsgleichgewicht befindet. Nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik kann eine solche planetare Maschine niemals existieren. Trotzdem wird in fast allen Texten der Globalklimatologie und in einer weitverbreiteten Sekundärliteratur stillschweigend vorausgesetzt, dass ein solcher Mechanismus physikalisch möglich ist. In dieser Arbeit werden die populäre Vermutung analysiert und die physikalischen Grundlagen klargestellt. Indem gezeigt wird, (a) dass die Erwärmung eines Glashauses und die fiktiven atmosphärischen Treibhauseffekte sich in keinerlei Hinsicht durch gemeinsame physikalische Gesetze auszeichnen, (b) dass es keine Berechnungen gibt, welche die durchschnittliche Oberflächentemperatur eines Planeten bestimmen, (c) dass die häufig erwähnte Differenz von 33 Grad Celsius eine bedeutungslose und falsch berechnete Zahl ist, (d) dass die Formeln der Hohlraumstrahlung falsch angewendet werden, (e) dass die Annahme der Strahlungsbilanz unphysikalisch ist, (f) dass Wärmeleitfähigkeit und Reibung nicht gleich null gesetzt werden dürfen, ist der atmosphärische Treibhauseffekt falsifiziert.“ (Seite 12)

Auf Seite 14 heißt es: „Interessanterweise ist die Wärmeleitfähigkeit von CO2 nur etwa halb so groß wie die von Stickstoff und Sauerstoff. In einer Atmosphäre bestehend aus 100 Prozent CO2 leuchtet eine konventionelle Glühlampe heller, da die Wärmeleitfähigkeit ihrer Umgebung reduziert ist. Dies hat aber nichts mit dem vermuteten CO2-Treibhauseffekt zu tun, der sich auf Spurengas-Konzentrationen bezieht. Die Global-Klimatologen behaupten, dass der natürliche Treibhauseffekt die Erde um 33 Grad Celsius wärmer hält, als sie es ohne die Anwesenheit dieser Spurengase wäre. Etwa 80 Prozent dieser Erwärmung wird dem Wasserdampf zugerechnet, etwa 20 Prozent den 0,03 Volumen-Prozenten CO2. Wenn es tatsächlich einen solch extremen Effekt gäbe, so müsste er doch in einem Laborexperiment sichtbar gemacht werden können, und zwar als Anomalie in der Wärmeleitung für hochkonzentriertes CO2. Dieser Effekt würde sich als eine neue Art eines ‚Supra-Isolators‘ manifestieren, der die gewöhnliche Wärmeleitungsgleichung verletzt. Für CO2 hat man einen solchen anomalen Wärmetransport allerdings niemals beobachten können.“

Dritter und letzter Auszug (Seite 103-109): „Eine gründliche Diskussion des planetaren Wärmeübertragungsproblems im Rahmen der Theoretischen Physik und Ingenieursthermodynamik führt zu den folgenden Resultaten: Erstens: Es gibt keine gemeinsamen physikalischen Gesetze zwischen dem Erwärmungsphänomen in Glashäusern und dem fiktiven atmosphärischen Treibhauseffekt (egal in welcher Version), welche die relevanten physikalischen Phänomene erklären. Die Begriffe ‚Treibhauseffekt‘ und ‚Treibhausgase‘ sind bewusste Fehlbenennungen. Zweitens: Es gibt keine Berechnungen, welche die durchschnittliche Oberflächentemperatur eines Planeten bestimmen könnten mit oder ohne Atmosphäre, mit oder ohne Rotation, mit oder ohne Infrarotlicht absorbierende Gase. Die häufig erwähnte Differenz von 33 Grad Celsius für den fiktiven Treibhauseffekt ist eine bedeutungslose Zahl.“ – „Nach Schack (1972) ist Wasserdampf für den wesentlichen Anteil der Absorption der Infrarot-Strahlung der Atmosphäre der Erde verantwortlich. Der Bereich der Wellenlängen der Strahlung, welche von Kohlendioxid absorbiert wird, ist nur ein kleiner Teil des vollständigen Infrarot-Spektrums und ändert sich nicht wesentlich, wenn dessen Partialdruck erhöht wird.“ – „In den Klimamodellen werden die planetaren und astrophysikalischen Mechanismen nicht angemessen berücksichtigt. Die zeitliche Abhängigkeit der Gravitationsbeschleunigung durch den Mond und die Sonne (also der Einfluss der Gezeiten, sprich: hohe und niedrige Tide) und die lokale geographische Situation können nicht angemessen berücksichtigt werden.“ – „Mit anderen Worten: Schon der natürliche Treibhauseffekt ist ein Mythos jenseits jeder physikalischen Realität. Der CO2-Treibhauseffekt jedoch ist ein ‚Wunder‘. Die Horror-Visionen der ansteigenden Meeresspiegel, abschmelzenden Polkappen und entstehenden Wüsten in Nordamerika und Europa sind fiktive Konsequenzen von fiktiven physikalischen Mechanismen, weil sie nicht einmal in Klimamodellrechnungen gesehen werden können. Die Hauptstrategie der modernen CO2-Treibhausgas-Verteidiger liegt offensichtlich darin, sich selbst hinter mehr und mehr Pseudo-Erklärungen zu verstecken, die nicht Teil der akademischen Ausbildung, erst recht nicht Teil der Physik-Ausbildung sind. Ein gutes Beispiel sind die Strahlungstransport-Gleichungen, die nicht vielen bekannt sind. Ein anderes Beispiel sind die sogenannten Rückkopplungsmechanismen, die eingeführt worden sind, um Effekte zu verstärken, die nicht nur marginal sind, sondern überhaupt nicht existieren. Es ist offensichtlich, dass die Verteidiger der CO2-Treibhaus-Hypothese es ablehnen, reproduzierbare Berechnungen vorzulegen. Stattdessen stützen sie sich auf nicht-reproduzierbare Berechnungen. Ein theoretischer Physiker muss hier das Fehlen an Transparenz rügen. Er muss auch den Stil der wissenschaftlichen Diskussion kritisieren, in der Vertreter der Treibhaus-These behaupten, die Diskussion sei abgeschlossen.“ – „Die Autoren möchten ihre Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass in den Schulen auf dieser Welt die Grundlagen der Physik richtig unterrichtet werden und nicht, indem preisgekrönte ‚Al Gore‘-Filme in Hollywood-Machart für den Unterricht verwendet werden, die jeden aufrechten Physiker schockieren, weil sie in einfältiger beziehungswesie manipulativer Weise Absorption/Emission mit Reflektion, die Tropopause mit der Ionosphäre und Mikrowellen mit Kurzwellen durcheinander bringen.“

Gerhard Gerlich/Ralf D. Tscheuschner: „Falsifizierung der atmosphärischen CO2-Treibhauseffekte im Rahmen der Physik“


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