11. Mai 2018

Alternative Presseschau (Radio)Justitia. Hass. Macron. Buchkultur.

Multikulti-Mütter opfern Kinder dem eigenen Perfektionskult

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Bildquelle: shutterstock „Immer weiter strampeln!“: Autoritärer Großvater zwingt seinen Enkel, nicht umzufallen

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Justitia: Der Antidrakon

George Soros gibt sich weiterhin Mühe, von allen Nichtlinken gehasst zu werden. In den USA habe Soros dem California Justice & Public Safety PAC, einer Lobbygruppe, die wiederum einen linken Richter bei der Wahl des Bezirksstaatsanwalts in San Diego unterstütze, 1,5 Millionen Dollar gespendet, berichtet „Zur Zeit“. „Zur Zeit“ wertet das Vorgehen Soros als langfristige Strategie, die westlichen Straf- und Justizsysteme aufzuweichen. Auch in anderen Bundesstaaten, so die Aussage von Jason Roe, dem Wahlkampfstrategen des konservativen Kandidaten in San Diego, versuche Soros das eigentlich harte Strafsystem der Vereinigten Staaten nach und nach zu lockern, einen stärkeren Täterschutz einzubringen und verschiedene Verbrechen zu entkriminalisieren.

Die meisten Menschen neigen dazu, Breite und Härte von Gesetzen zu verwechseln. Das kann man den Linken diesmal nicht vorwerfen. Die demonstrieren in München gegen die geplanten Gesetzesverschärfungen in Bayern. Die „Junge Welt“ berichtet, dass 30.000 Menschen sich zusammengefunden haben und sich gegen die Ausweitung der polizeilichen Befugnisse im Freistaat positionieren. Das „breite Demonstrationsbündnis“, das sich normalerweise nur gegen AfD und Rassisten formiert, will nicht, „dass die Polizei mit weitgehenden Geheimdienstbefugnissen ausgestattet wird und Bürger und Bürgerinnen mit allen Mitteln überwachen kann“, so SPD-Landtags-Fraktionschef Markus Rinderspacher. Ein paar schießen natürlich immer übers Ziel hinaus und fordern eine „solidarische Gesellschaft, in der alle ohne Angst verschieden sein können“, so ein Redner der Antifa. Mehr Worthülsen gehen nicht.

Hass: Ursache und Wirkung

Karl Lagerfeld macht wieder von sich reden. Der Modeschöpfer „hasst“ Angela Merkel, wie man in den Mainstreammedien, aber auch bei den alternativen Medien zu lesen bekommt. In diversen patriotischen Facebook-Gruppen wurde Lagerfeld zur neuen Ikone des Widerstands erklärt, da man nur die Überschrift gelesen hatte. Lagerfeld kritisierte Merkel für ihre Politik, sie habe den Aufstieg der AfD überhaupt erst ermöglicht. Jetzt säßen „100 dieser Neonazis im Parlament“, so Lagerfeld. Die „Junge Freiheit“ betont Lagerfelds angebliche Konsequenzen: „Wenn das weitergehe, gebe er die deutsche Staatsangehörigkeit auf, sagte der seit 1952 in Paris lebende Lagerfeld. Er möge keine Nationen und fühle sich als Kosmopolit – und ‚hanseatisch‘.“

Sus Scrofina macht ihrem Ärger auf „Philosophia Perennis“ Luft und beschreibt die moderne Multikulti-Mutter: „Ihr benutzt Eure Kinder, um Euch selbst abzufeiern, Eure Töchter liefert Ihr kulturfremden, sexistischen und hochgradig gefährlichen Männern aus.“ Gewettert werde heute vor allem gegen deutsche Nazi-Opas, die mit Kindern Schießen spielten, süße Maximalverführungen und nur ansatzweise autoritäre Erziehung. In den lieben Kleinen haben die modernen Eltern „perfekte Objekte gefunden oder besser gesagt: selber produziert, um ihren Bestseinswahn darin ausleben zu können“. Die Multikulti-Ideologie sei „geboren aus Eurem Gefühl der Unvollkommenheit, Eurem Drang nach Geltung und Eurer Unfähigkeit“. Paradoxerweise opfere man dem moralischen Perfektionskult zuerst die eigenen Kinder.

Macron: Übeltäter Deutschland

Schon länger wunderten sich einige Verschwörungstheoretiker über die innige Beziehung zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron. Jetzt mimt Macron in Aachen den Daumen-Hoch-Volkspolitiker. Einziger Unterschied zu Trump: Angela Merkel lacht. Inhaltlich lägen der US-amerikanische und der französische Präsident ebenfalls auf einer Linie. Beide forderten Deutschland auf, die Exportüberschüsse zurückzufahren. Roland Tichy erklärt auf „Tichys Einblick“, warum das gar nicht so leicht sei. Früher diente die Deutsche Mark als Regulator, der im Falle positiver oder negativer Handelsbilanzsalden auf- oder abwertete. Durch den Euro sei dies nicht mehr möglich. Auch der Sparkurs in Deutschland sei zu strikt, kritisiert Macron, schließlich glaube er „an eine stärker integrierte Euro-Zone mit einem eigenen Haushalt“. Einige Rezepte gebe es dennoch, so Tichy: Lohnerhöhung, Exportzölle oder Zinserhöhung durch die EZB. Alle drei Ansätze bergen allerdings enorme Nachteile, eine Lösung wäre nur die Abschaffung des Euros.

Die „Deutschen Wirtschafts-Nachrichten“ kommen direkt auf den Punkt: „Macron fordert von Deutschland mehr Geld für die EU“. ESM-Chef Klaus Regling rechnet mittlerweile mit einer kommenden Finanzkrise, auch wenn der Zeitpunkt unklar sei. Gegensteuern könne man nur mit Reformen, die „die Integration weiter vertiefen“. Dazu zähle die gemeinsame Einlagensicherung der Banken. Regling im Wortlaut (Achtung, keine Satire): „Anleger würden nicht die Notwendigkeit sehen, ihr Geld abzuheben, wenn sie wissen, dass es nicht nur durch ihre jeweilige Regierung, sondern durch ganz Europa gesichert ist.“ Angela Merkel und das Kabinett der Großen Koalition stemmten sich bisher gegen höhere Ausgaben Deutschlands in der EU – gefordert wurden mehr Gelder, vor allem um das drohende Ausscheiden Großbritanniens abzufedern.

Buchkultur: Überläufer

Die „Preußische Allgemeine Zeitung“ berichtet ausführlich über die streitbare Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen, die gegen die Linkslastigkeit der Bundesrepublik kämpft. Seit der Frankfurter Buchmesse 2017 sorge sie für „rechte“ Schlagzeilen und werde zum Ziel von Verleumdungen und Beleidigungen. Laut Dagen nütze es wenig, „wenn die Meinungsfreiheit zwar theoretisch gegeben sei, Akzeptanz, Reaktionen oder die Bereitschaft, den anderen gelten zu lassen, jedoch sehr ungleichgewichtig ausfielen“. Neben ihrem Buchladen betreibt Dagen das „Kulturhaus“, in Dresden-Loschwitz werden dort regelmäßig literarisch-kulturelle Veranstaltungen angeboten und Persönlichkeiten eingeladen, die sich zu aktuellen und historischen Fragen äußern, „die nicht immer dem entsprechen, was der GEZ-finanzierte Fernsehschirm verlautbaren“ lässt, so die „PAZ“. Zuletzt äußerten sich DDR-Zeitzeugen und politische Dissidenten, die, so der „Spiegel“, zu den Rechten übergelaufen seien.

„Zur Zeit“: „Auch in den USA versucht Soros mit seinem Geld Politik und Wahlen zu manipulieren“

„Junge Welt“: „Stinkefinger für den Polizeistaat“

„Junge Freiheit“: „Karl Lagerfeld ‚verabscheut‘ Angela Merkel“

„Philosophia Perennis“: „Politisch korrekte Eltern – Ihr opfert Eure Kinder Eurem Wahn“

„Tichys Einblick“: „Macron macht in Aachen den Trump“

„Preußische Allgemeine Zeitung“: „Meinungsfreiheit im Buchladen“

Zusammenstellung: Florian Müller


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