09. Mai 2018

Alternative Presseschau (Radio) Folge 43Goldstücke. Journalisten. Richtungsstreit. Vermüllung.

Erste Vorboten des Familiennachzugs

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Bildquelle: shutterstock Wollen zu ihren Familien: 26.000 Anträge auf Nachzug bereits gestellt

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Goldstücke: Mörder und Gefährder

Die „Junge Freiheit“ berichtet über die ersten Vorboten des geplanten Familiennachzugs. Bereits 26.000 Angehörige sollen in deutschen Auslandsvertretungen bislang einen Antrag auf Nachzug gestellt haben. Der Koalitionsvertrag sehe eine Obergrenze von lediglich 1.000 Nachzügen pro Monat vor. Die neue Regelung tritt erst ab August in Kraft. Ebenfalls stellte sich heraus, so die „Junge Freiheit“, dass in begründeten Einzelfällen Ausnahmen gemacht werden könnten, wodurch auch nachweisliche Gefährder im Zuge der Familienzusammenführung nach Deutschland kommen dürften.

In „Bild“-Manier berichtet die österreichische „Zur Zeit“ über den Nigerianer Terry A. „Nigerianischer Meißel-Mörder setzt Blutspur im Gefängnis fort“. Aber wie soll man die Realität auch anders beschreiben? Der Asylbewerber hatte zuerst auf einem Spielplatz Kinder mit einem Meißel bedroht, anschließend erschlug der angeblich minderjährige Mann in der Asylunterkunft einen Bangladescher, bei der Festnahme verletzte er zwei Polizisten, fasst „Zur Zeit“ die Vorgeschichte zusammen. Laut aktuellen Medienberichten habe Terry A. nun seinen Zellenkameraden halb tot geschlagen, das Opfer wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Fall zeige besonders drastisch, so schließt „Zur Zeit“, die verfehlte Asylpolitik unter der rot-schwarzen Regierung in den vergangenen Jahren.

Journalisten: Auflagenverlust und alternative Sicherheit

Auf „Tichys Einblick“ berichtet man über die urbane Filterblase des Journalismus. „Die Auflagen sinken, das Vertrauen der Leser schwindet – nur die Angst wächst in den Redaktionen“, so Gastautorin Cora Stephan. Warum fällt die Auflage so rapide, fragt Stephan und weist auf verschiedene mögliche Erklärungen hin. Die fehlende Leselust der Bürger, die Konkurrenz durch die alternativen Medien oder gar das „unbelehrbare Volk“? Trotz aller Unkerei existiere aber noch guter Journalismus, so die Autorin, als Paradebeispiel gelten Robin Alexanders Untersuchung der Grenzöffnung im September 2015 oder die Reportage des Schweizer Fotographen Rudolph Jula in Syrien, der über Motive und Einstellungen vor Ort berichtete. Viele verließen Syrien nicht aus Not, sondern weil sie eingeladen wurden, so das Ergebnis des Schweizers. Mittel- bis schwerwiegend blauäugig folgert Cora Stephan: „Und warum stand das nicht in deutschen Zeitungen? Weil außer Jula offenbar niemand die Aufbrechenden gefragt hatte.“

Aus allen Rohren hört man derzeit, dass die Kriminalität gesunken sei. Vera Lengsfeld enttarnt die Behauptung als Märchen, selbst die Mainstream-Journalisten bekämen langsam kalte Füße. Sogar auf „Spiegel Online“ könne man lesen, die Kriminalstatistik sei lediglich „ein Arbeitsnachweis der staatlichen Strafverfolgungsorgane“, viele Taten, die für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung relevant seien, würden gar nicht erfasst. Besonders perfide sei die Behauptung der Politiker, so ein abgedruckter Leserbrief, dass es sich bei der Wahrnehmung der Bürger lediglich um die gefühlte Wahrheit handle, die nichts mit der realen Sicherheitslage zu tun habe. „Der Bevölkerung einreden zu wollen, sie lebe im sichersten Deutschland seit der Vereinigung, ist eine nicht entschuldbare Irreführung“, so Lengsfeld im Wortlaut.

Richtungsstreit: Linksrechte Verirrungen

Die Debatte um die inhaltliche Ausrichtung der Partei Die Linke geht weiter. Auf den „Nachdenkseiten“ dokumentiert man die Entwicklungen innerhalb der Linken. Mit einem nüchternen Thesenpapier hätten linke Politiker versucht, die „Risse zu kitten“ und die „Gräben zu überbrücken“. Stattdessen sei aber das „Papier von Teilen der Linken mit äußerster Härte und nicht immer auf dem Boden von Fakten attackiert“ worden, so Autor Jens Berger. Wie verwunderlich... In einem ausführlichen Interview mit dem Co-Autor des Thesenpapiers, Fabio De Masi, beleuchten die „Nachdenkseiten“ die Querelen der Linken. Es gebe keinen Machtkampf, so De Masi, auch wenn sich viele einen ernsteren Konflikt herbeiwünschten, um den „rechten Flügel“ um Sahra Wagenknecht zu schwächen. De Masi fordert unter anderem mehr Hilfe vor Ort, eine kontrollierte Einwanderung und Asylpolitik und eine faktenbasierte Auseinandersetzung, die es bislang noch nicht gab. Das Thesenpapier stellt sich gegen „offene Grenzen“, wenn auch der Flügel um die Initiatoren sich eine „erleichterte Einbürgerung“ und eine „Grundsicherung für alle, die sie benötigen“ wünscht.

Vermüllung: Berlin regelt

Seit einigen Tagen geistert eine Meldung über grillwütige Berliner durch das Netz, die von den meisten Mainstream-Journalisten, sogar von der Berliner Polizei, als witzige Aktion angesehen wird. Zwölf Schafe waren auf einer öffentlichen Wiese gegrillt worden. Was jedem denkenden Mensch klar wird, dass deutsche Berliner keine zwölf Schafe grillen, bestätigt nun „PI-News“. Die Zeitschrift spricht von „150 BBQ-Bosniern“. Auf Nachfrage gab einer der Beteiligten an, dass sie seit zehn Jahren zum Osterfest eine große Grillparty schmeißen, die aufgrund des gregorianischen Kalenders der orthodoxen Christen dieses Jahr auf Anfang Mai gefallen sei. „PI-News“ schließt mit dem Hinweis auf die riesige Vermüllung Berlins. „Bei schönem Wetter fallen jedes Wochenende zusätzlich zirka 20 bis 24 Kubikmeter Müll an“, so der zuständige Stadtrat Oliver Schruoffeneger. Der Müll werde von Subunternehmen der Stadtwerke Berlin wieder eingesammelt.

Auf „Compact Online“ fasst Elmar Hörig, vormals beim Südwestrundfunk, die Meldungen des Tages zusammen. Neben dem täglichen Wahnsinn verweist Hörig auf einen Vorschlag der Grünen in Berlin, gegen die Vermüllung vorzugehen. Die Idee: „Prostituierte sollen künftig nachts in Möbelhäusern aufs Klo! Damit würde die Pisserei und Vermüllung in den Parks aufhören!“ Hörig bissig: „Wie alle Vorschläge von Grünen: brillant! Die Bordsteinschwalben könnten dabei auch gleich Matratzen testen.“

„Junge Freiheit“: „Familiennachzug: Bereits 26.000 Angehörige stellen Anfragen“

„Zur Zeit“: „Nigerianischer Meißel-Mörder setzt Blutspur im Gefängnis fort“

„Tichys Einblick“: „Wie der Journalismus sich abschafft“

Vera Lengsfeld: „Das Märchen von der sinkenden Kriminalitätsrate“

„Nachdenkseiten“: „‚Wir führen hier mit äußerster Härte Phantomdebatten‘“

„PI-News“: „Berliner Bunkerberg: 150 BBQ-Bosnier grillen zwölf Schafe“

„Compact Online“: „Schluss mit Müll und Pisse in Parks! ‚Elmis Moinbrifn‘ vom 7. Mai“

Zusammenstellung: Florian Müller


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