08. Mai 2018

Alternative Presseschau (Radio) Folge 42Wachstum. Überleben. Frieden.

Ramadan als „Wehrübung“

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Bildquelle: shutterstock Ausbreitungsfähiges System: Der Islam trainiert seine Anhänger

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Wachstum: „Der Stimmungszenit ist überschritten“

Die „Preußische Allgemeine Zeitung“ greift die Prognose des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung“ auf und berichtet über die schwächelnde Konjunktur. Der sogenannte Geschäftsklimaindex sei von über 103 Punkten auf 102,1 zurückgefallen. Die deutsche Wirtschaft hatte zu Beginn des Jahres allen Kritikern zum Trotz stark zugelegt, jetzt nehme sie allerdings „Tempo raus“, so die „PAZ“. Deutlicher drückt sich Alexander Krüger, Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, aus: „Der Stimmungszenit ist überschritten, und der Wachstumshöhepunkt auch.“ Die vorliegenden Ifo-Zahlen seien zwar ein Signal zur Skepsis, allerdings müsse auch klar sein, dass der Geschäftsklimaindex aus subjektiven Einschätzungen von Tausenden Managern erstellt werde. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Joachim Lang, äußert sich in einem Interview mit der „Zeit“ dahingehend, dass Fachkräftemangel, ein schleppender Breitbandausbau sowie ausbleibende Anreize für private Investitionen das Wachstum bremsten.

Zwischen den beiden Supermächten verschiebt sich das militärische Gleichgewicht immer weiter. Russland habe seine Rüstungsausgaben deutlich zurückgefahren, berichtet Jason Ditz im „Contra-Magazin“. Die USA hingegen rüsteten weiterhin auf, die seit 2011 abgezogene Atlantikflotte solle neu aufgelegt werden und die Navy behaupte, sie stehe in einem Großmachtwettbewerb mit Russland. Dies sei Unsinn, beurteilt Ditz, die russische Marine sei viel älter und kleiner als die US-amerikanische und zudem nicht im Atlantik aktiv. „Es macht keinen Sinn, eine neue Flotte an der amerikanischen Ostküste zu bilden, um Russland oder irgendjemand anderem entgegenzutreten. Dennoch scheint es keine öffentliche Debatte dagegen zu geben“, schließt Ditz im „Contra-Magazin“.

Überleben: Systemfrage

Gastautor Jörg Seidel sieht in der „Sezession“ den anstehenden Ramadan als „Wehrübung“. Er argumentiert mit den Worten Peter Sloterdijks, der sich dahingehend äußerte, die Begrifflichkeit der Religion abzuschaffen und in „mehr oder weniger ausbreitungsfähige oder mehr oder weniger ausbreitungswürdige Übungssysteme“ zu unterteilen. „Mohammeds Genie liegt in der Vorwegnahme dieses Gedankens und in der Installation eines entsprechenden Regulariums“, so Seidel. Betrachte man die Säulen des Islam und die anderen Pflichten und Verhaltensweisen in dieser Religion, erkenne man „ein ausgeklügeltes Hochintensivtrainingsprogramm“. Bis auf wenige Ausnahmen handle es sich bei der Praktizierung des Islams um „Permanenzübungen“, vermutlich sei der Islam das am meisten durchorganisierte religiöse System, seine Anhänger seien „mehr oder weniger durchtrainierte potentielle Glaubenssoldaten“.

„Täglich kommen immer neue Fakten ans Tageslicht“, schreibt David Berger auf „Philosophia Perennis“ und bezieht sich auf „Böhmermann-Gate“. Auch die vom Bundesfamilienministerium finanzierte Seite „No Hate Speech“ habe sich an Böhmermanns umstrittener „Reconquista Internet“-Kampagne beteiligt. Die Seite hatte vor einigen Tagen frohlockt: „Gute Nachrichten, wenn ihr die letzten Tage im Loch des langen Wochenendes verbracht habt: Hass ist im Netz militärisch organisiert. Doch es regt sich Widerstand.“ Auf Nachfrage von „Philosophia Perennis“ sprach die Seite von digitaler „Selbstverteidigung gegen rechte Trollfabriken“. In der Schweiz behält man einen kühlen Kopf, der Kantonsrat Claudio Schmid twitterte: „Merkels Hofnarr Böhmermann überschreitet eine Grenze, indem er zwei freie Schweizer öffentlich verunglimpft. Wir prüfen rechtliche Schritte und empfehlen ihm, einstweilen unsere Grenze nicht zu passieren.“ Böhmermann hatte eine Liste „oppositioneller“ Twitter-Accounts zusammengestellt und geraten, diesen nicht mehr zu folgen oder sie zu melden. Darunter befanden sich auch die Accounts Schweizer Politiker.

Auf der „Rationalgalerie“ berichtet Ulrich Gellermann über die Machtkämpfe hinter der Partei Die Linke. Immer deutlicher erkenne man die verschiedenen Flügelströmungen, so bei der Haltung zu Israel, in der Migrationsfrage oder in der Ausgestaltung des Sozialstaates. „Schon lange ist die Linkspartei auf einem Weg, den die Grünen vor ihr gegangen sind: Von der Basisbewegung zur Aufspaltung in ‚Fundamentalisten‘ und ‚Realos‘“, beobachtet Gellermann. Trotz aller Querelen innerhalb der Linken werde der nächste Parteitag allerdings ohne tatsächliche Spaltung begangen werden. Der Hauptgrund: „Niemand will sein schönes Abgeordneten-Mandat riskieren“, so die „Rationalgalerie“.

Frieden: Kein Vertrauen in die Medien

Auf den „Nachdenkseiten“ bemerkt Tobias Riegel, dass die antirussische Propaganda ins Leere laufe. Eine aktuelle Umfrage habe ergeben, dass bei vielen Bürgern eine große Sehnsucht nach deutsch-russischer Annäherung existiere, zudem rege sich immer häufiger Misstrauen und Unverständnis gegenüber den öffentlich-rechtlichen Sendern. Über 80 Prozent der Bürger hätten keine Angst vor einer russischen Bedrohung, stattdessen sähen 79 Prozent die USA als größere Gefahr. Diese Einschätzung paart sich mit einem wachsenden Unverständnis über die traditionellen Medien. Nur noch knapp die Hälfte der Bürger, so die Forsa-Umfrage, empfinde, dass ARD, ZDF und Deutschlandfunk ihren Programmauftrag gut erfüllten. Eine ergänzende Umfrage des Instituts Civey stützt die Ergebnisse: 53 Prozent der Deutschen gaben an, kein Vertrauen in die Medien zu haben. Am kritischsten waren AfD-Wähler, die Personen mit dem höchsten Vertrauen in die Medien waren, man wundert sich kaum, die Grünen-Anhänger.

Papst Franziskus habe keine Angst davor, in die Kriegs- und Krisengebiete der Welt zu reisen, gab der vatikanische Kardinal Leonardo Sandri bekannt. Kath.net berichtet über ein Interview mit Sandri, der sich im Nachrichtenportal „Vatican News“ geäußert hatte: Der Papst habe „keine Angst um sich selbst, aber sehr wohl um alle jene, die sich zu seinem Besuch versammeln und sich ihm nähern würden“, so Sandri. Es sei undenkbar, so der Kardinal, dass der Papst bei einer Reise aus Sicherheitsgründen vom Volk abgetrennt sei. Ein für den Juni geplantes Friedensgebet mit katholischen und orthodoxen Religionsführern aus den Krisenregionen finde deshalb am Hafen im italienischen Bari statt. „Der Papst wolle mit seinen Gästen Seite an Seite ‚wie Brüder‘ beten und zugleich die Welt auf das Leid der Menschen im Nahen Osten aufmerksam machen.“

„Preußische Allgemeine Zeitung“: „‚Die Hochstimmung verfliegt‘“

„Contra-Magazin“: „Russland schrumpft die Militärausgaben – die USA kontern mit neuer Flotte“

„Sezession“: „Ramadan als Wehrübung“

„Philosophia Perennis“: „Auch Bundesfamilienministerium finanziell in Böhmermann-Gate verwickelt“

„Rationalgalerie“: „Abschied von LINKS“

„Nachdenkseiten“: „Das öffentliche Scheitern einer versuchten Gehirnwäsche: Neue Umfragen belegen Medienkompetenz und Pazifismus der Bürger“

Kath.net: „Kardinal Sandri: ‚Franziskus würde sofort nach Syrien reisen‘“

Zusammenstellung: Florian Müller


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