03. Mai 2018

Alternative Presseschau (Radio) Folge 39Fehlentwicklung. Flüchtlinge. Literatur.

Conchita Wurst ist „bedeutendster Österreicher“

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Bildquelle: shutterstock Vollbart statt Quadratbart: Conchita Wurst ist unter österreichischen Jugendlichen ein Star

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Fehlentwicklung: Conchita Wurst mit HIV auf Platz eins

Die österreichische „Zur Zeit“ stellt in ihrer Reihe „Roter Faden“ einen Weckruf für Geschichtslehrer vor. In einer aktuellen Studie unter Jugendlichen in Österreich sei Conchita Wurst, der sogar mit dem HI-Virus infiziert sei, zum bedeutendsten Österreicher gekürt worden. Als wichtigste Geschehnisse nach 1945 wurden die Fußball-EM und der Eurovision Song Contest genannt – ebenso der Zweite Weltkrieg. Unklar sei, so „Zur Zeit“, ob damit die Auswirkungen des Krieges gemeint waren oder „ob unsere Jugend in bezug auf Jahreszahlen nicht sonderlich sattelfest ist“. Es müsse ja nicht immer der „Mozart-Lipizzaner-Kitsch“ angeführt werden, schließt der Text, aber die österreichische Geschichte sei reicher und vielfältiger, als Jugendliche heute wahrnähmen.

Um Hollywood gärt es. Mel Gibson behauptet, dass Amerikas Filmszene „institutionalisierte Pädophilie“ sei. Im „Contra-Magazin“ beleuchtet Eva Maria Griese die Rituale und Fetische der US-Eliten. Karriere in Hollywood oder Washington mache nur, wer Satan huldige. Die Ikone des Okkultismus, Marina Abramović, habe zur Zeit in Köln eine Ausstellung – sie werde von den Massenmedien gefeiert, „obwohl ihre Kunst in greifbarer Nähe zu Pädophilie und Kannibalismus angesiedelt ist“, so Griese. Noch immer laufe eine Spur von geleakten E-Mails zum Dunstkreis um die Clintons, Bill Clinton habe während des Wahlkampfs einen Skandal verhindert. Seine Wahlkampfmanager John und Tony Podesta waren wegen des Sammelns verstörender Kunst in die Schlagzeilen geraten. Noch immer seien die Vorfälle um die sogenannte „Pizzagate-Affäre“, einen angeblichen Pädophilenring, noch nicht aufgeklärt.

Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit hat bekanntgegeben, dass sich die Religionsfreiheit in vielen Ländern zurückentwickelt. „idea“ berichtet, am stärksten werde die Religionsfreiheit in autoritären Systemen missachtet, Spitzenreiter bei der Unfreiheit waren unter anderem China, Eritrea, der Iran und Myanmar. Der Vorsitzende der Kommission, Daniel Mark, so betont „idea“, gebe aber Grund zum Optimismus: „Die Bedeutung des Grundrechts auf Religionsfreiheit werde heute mehr denn je gewürdigt, und schwere Verstöße würden weniger unbemerkt bleiben.“

Flüchtlinge: Freundeskreis Asyl hat Verständnis

Einige Tage nachdem ein „Ausländermob“ von mehreren Hundert Schwarzafrikanern die Polizei daran hinderte, einen Kongolesen abzuschieben, hat diese zurückgeschlagen. Und nach langem Warten hören sich die Nachrichten wie Bürgerkriegsszenarien an. Auf „Philosophia Perennis“ berichtet David Berger über die morgendliche Stürmung der Flüchtlingsunterkunft durch die Polizei, die mit rund 100 Fahrzeugen angerückt sein soll. Linke Aktivisten hatten bereits dazu aufgerufen, nach Ellwangen zu reisen, um den Flüchtlingen beizustehen. Bergers Einschätzung: „Erfahrungsgemäß schläft die Zielgruppe allerdings bis in die späten Vormittagsstunden, so dass es in Ellwangen vermutlich keinen nennenswerten Widerstand gegen die Polizeiaktion von Linken geben wird.“ Im Laufe des Tages wolle die Polizei weitere Details über den Verlauf der Aktion veröffentlichen.

Anhand solcher Situationen erkennt man schnell, woran man ist. Kath.net berichtet über die Stellungnahme von Pater Reinhold Baumann vom Freundeskreis Asyl Ellwangen gegenüber dem „Fokus“: „Die meisten der Menschen wissen, dass sie kaum eine Bleibeperspektive haben. Es ist eine bedrückende Situation, da gehen manchen von ihnen schon mal die Nerven durch.“ Das Verhalten sei sicherlich nicht richtig, er bringe aber ein „gewisses Verständnis“ auf, betont kath.net.

Bamberg hat sich gegen eine größere Asylunterkunft ausgesprochen, berichtet die „Junge Freiheit“. „Die bisherigen Erfahrungen mit der Aufnahmeeinrichtung hätten gezeigt, dass Massenunterkünfte den sozialen Frieden in der Stadt gefährden“, so ein Sprecher der Stadt gegenüber der dpa. Seit 2015 diene das ehemalige Gelände der US-Streitkräfte als Unterkunft. Das biete zwar Platz für über 3.000 Personen, mit knapp 1.500 Asylsuchenden sei aber deutlich geworden, dass eine Stadt von der Größe Bambergs nicht mehr Migranten vertrage, schließt die „Junge Freiheit“.

Literatur: Integration statt Permakultur

In der „Sezession“ stellt Gastautor Felix Dirsch den Sammelband „Nationalmasochismus“ von Michael Ley und Martin Lichtmesz vor. Acht Autoren stellten ihre Sicht auf den deutschen Selbsthass vor, bei der es um Identität, Historie, Kultur und aktuelle Themen gehe. Für Autor Dirsch ist die Analyse des „facettenreichen Grundthemas“ eine der wichtigsten Veröffentlichungen im Antaios-Verlag.

Auf „KenFM“ besucht Ken Jebsen den Pionier der Permakultur Wolf-Dieter Storl. Jebsen betont allerdings, dass man Storl nicht mit einem Begriff erfassen könne. Der Wissenschaftler und Buchautor Storl „lebte wie ein Hobo mit Hippies, Konservativen, Religiösen und Indianern. Er probierte synthetische und natürliche Drogen aus und verfiel immer wieder der Faszination des anderen Geschlechts.“ Ken Jebsen unterhält sich über zweieinhalb Stunden mit Storl, dessen letztes Buch „Mein amerikanischer Kulturschock: Meine Jugend unter Hillbillies, Blumenkindern und Rednecks“ vor kurzem erschienen ist.

„PI-News“ stellt Hamed Abdel-Samads Buch „Integration – Ein Protokoll des Scheiterns“ vor. „Es gibt wenige deutsche Publizisten, die wirklich mutig sind. Die Anti-rechts-Mafia, nein, sie ist nicht ‚mutig‘. Sie erntet Preise, Gehälter, fette Posten.“ Wirklich mutig seien aber Leute wie Abdel-Samad, die die Finger in die Wunde legen. Kernelement des Buches sei die Differenzierung in „Migration früher und heute“, eine Schatzgrube an Argumenten, so die Rezension. Trotz aller Deutlichkeit wagt Abdel-Samad zwei Prognosen – eine positive und eine negative. Dieses Buch sollte jeder gelesen haben, der künftig über Integration und Assimilation, Islam und Multikulti diskutieren möchte, schließt „PI-News“.

„Zur Zeit“: „Weckruf für Geschichtslehrer“

„Contra-Magazin“: „Mel Gibson: ‚Hollywood ist institutionalisierte Pädophilie‘“

„idea“: „Lage der Religionsfreiheit hat sich weiter verschlechtert“

„Philosophia Perennis“: „Ellwangen: Polizei stürmt mit Großeinsatz Flüchtlingsheim“

kath.net: „Flüchtlinge bedrohen Polizei – Pater hat dafür ‚gewisses Verständnis‘“

„Junge Freiheit“: „Bamberg wehrt sich gegen größere Asylunterkunft“

„Sezession“: „Michael Ley/Martin Lichtmesz: Nationalmasochismus“

„KenFM“: „Die Macher: Wolf-Dieter Storl – Pionier für Permakultur“

„PI-News“: „Hamed Abdel-Samad: Das Projekt ‚Integration‘ ist gescheitert“

Zusammenstellung: Florian Müller


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