03. Mai 2018

Alternative Nachrichten (Radio) Folge 37Flugstunden. Marx. Zuckersteuer. Ölrabatt.

Was uns am 3. Mai bewegt

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Bildquelle: shutterstock Sie haben einen Konflikt mit einem Mitmenschen, aber Angst vor kurzzeitiger Disharmonie: Werfen Sie sie einfach ins Schwarze Staatsloch hinein

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Bundeswehr – Keine Flugstunden, keine Lizenz

Berlin. Gilt der behördlich verfügte Wahnsinn endlich auch für seine Verfüger? Fast könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man sich die neueste Meldung zu Uschis Putin-Abwehr-Spezialeinheit auf der Zunge zergehen lässt. Wegen nicht fliegender Hubschrauber können viele Piloten das zur jährlichen Erneuerung ihrer Lizenz notwendige Minimum an Flugstunden nicht absolvieren. Entsprechend verlieren sie ihre Zulassung. Sprich, die Diener des Staates müssen die Konsequenzen der vom Staat verursachten Misswirtschaft selbst ausbaden. Das Christentum nennt so was: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Weltlich übersetzt wird es mit: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem and‘ren zu.“ Beide Grundsätze zielen natürlich auf das Nichtaggressionsprinzip ab, um ein funktionierendes Zusammenleben zu gewährleisten. Entsprechend dürfte ein Staat nur dann existieren, wenn alle, die ihn konstituieren, beispielsweise einzeln bereit wären, sich selbst eine Steuerquote von 80 Prozent aufzuerlegen. Die damit einhergehende Verschwendung natürlich eingeschlossen. Offensichtlich wäre ein solches Vorhaben zum Scheitern verurteilt. Deshalb wird in modernen Phantasiegebilden namens „Staat“ ja auch vorsorglich nach öffentlichem und privatem Recht unterschieden. Die Menschen, die sich „Staat“ nennen, geben sich selbst ganz einfach andere Regeln als die, die sie den ihnen Unterworfenen aufzwingen. Die Bundeswehr scheint diesem Prinzip ja dann offenbar zuwiderzulaufen? Nun ja, es folgt wohl alles einem Zweck. Je mehr Schreckensmeldungen über die fehlende Einsatzbereitschaft im Fall einer russischen Invasion verbreitet werden, desto eher fließen weitere Milliarden. So ungefähr könnte das Kalkül lauten. Über die geforderten Gelder für Wehr- und Entwicklungsetat haben wir ja bereits mehrfach berichtet. Und wenn der Wähler mault, so die Hoffnung, dann kuschen auch noch die sozialdemokratischen Austeritätsfanatiker. So leicht verführbar ist zwar nicht mal mehr der Gutgläubigste unter den Schlafmicheln. Aber wie der „Spiegel“ schreibt, gilt es neben Putin ja zum Glück noch ein weiteres Feindbild zu bedienen. „Trump ist Trumpf.“ Schließlich fordert auch er mehr Geld für das in seinem Wahlkampf noch obsolete „Verteidigungsbündnis“ der Nato. Oder er zieht die Besatzungstruppen ab. Der Schwarze Peter dürfte wohl noch ein Weilchen hin und her gehen, aber rechnen Sie lieber mal damit, ihn bald wieder auf der Rechnung zu haben.

„Er ist wieder da“? – Marx im 21. Jahrhundert

München. Karl und Reinhard Marx, zwei Seiten der gleichen Medaille? Der erste der beiden prägte bekanntlich den Grundsatz „Religion ist Opium fürs Volk“. In der spirituellen Heilslehre erkannte er einen unliebsamen Konkurrenten für seine demagogischen Luftschlösser. Der zweite von ihnen ist hingegen selbst ein katholischer deutscher Kardinal. In den vergangenen Jahren machte er vor allem als moderner Gutmensch von sich reden. Also als jemand, der entgegen der in dieser Hinsicht klaren christlichen Botschaft auf fremder Leute Kosten Gutes tun will. Mittlerweile hat sich ihre Eminenz jedoch wohl noch höhere Ziele gesteckt als nur die illegale Migrationspolitik. Neben der Namensvetternschaft strebt er jetzt auch eine geistige Bruderschaft mit Deutschlands international bekanntestem Philosophen an. Er nahm den 200. Geburtstag seines Vorgängers zum Anlass, sich mit den Folgen von dessen Thesen auseinanderzusetzen. Dabei betonte er in der „FAZ“, dass es ohne Marx auch keine katholische Soziallehre gäbe. Die 100 Millionen Toten seien hingegen nicht dessen Thesen anzurechnen. Diese seien erst aus dem Marxismus-Leninismus hervorgegangen. Das ist wohl etwas ganz anderes als der dann womöglich bald auch noch kommende Marxismus-Reinhardismus. Eine passende Formel hat er sich ja schon zurechtgebastelt: eine „soziale, globale Marktwirtschaft“. Diese solle den quasi noch nie in der Menschheitsgeschichte vorhandenen Kapitalismus zähmen und reformieren. Ob eine biologische Verwandtschaft des Kardinals mit seinem Namensvetter besteht, ist nicht bekannt. Zumindest fungierte er jedoch selbst eine Zeitlang als Hirte im Range eines Bischofs für dessen Geburtsstadt. Für einen längeren philosophischen Exkurs über den Zusammenhang des sozialistischen Todestriebs und die Widersprüche der menschlichen Natur ist hier leider kein Platz mehr. Deshalb sei bezüglich der Wiederkehr des Marxismus noch auf einen erstaunlichen potentiellen Zusammenhang verwiesen. Wie wir bereits mehrfach berichteten, sucht Papst Franziskus offensiv die Aussöhnung mit dem atheistisch-kommunistischen chinesischen Regime. Hochrangige katholische Würdenträger waren sich bereits nicht zu schade, die Parallelen ihrer Soziallehre mit dem sich auf Marx‘ Schriften berufenden politischen Gebilde zu loben. Nun denn, es sollte sich jeder seine eigenen Gedanken über mögliche Hintergründe machen.

Statt dem Patienten in die Augen zu sehen – Ärzte fordern Zuckersteuer

Deutschland. Sozialismus und Asozialismus zum dritten. Auch das deutsche Gesundheitssystem zeigt sich in dieser Hinsicht gerade von seiner besten Seite. Zu den asozialen Begleiterscheinungen des gleichnamigen Staates gehört langfristig auch die Zersetzung jedweder persönlichen menschlichen Beziehung. Zur Natur derselben gehört nämlich, dass sie im Alltag immer wieder mit kleinen Konflikten geladen ist. Durch eine geübte Kommunikation und ein bisschen guten Willen lösen sich diese in der Regel in zwei bis drei Minuten als Missverständnisse auf. Nur dazwischen besteht ein kleiner Moment der gestörten Harmonie, den der innere Schweinehund stets zu vermeiden sucht. Allein, dann würde doch nichts, aber auch gar nichts mehr funktionieren? Es sei, ja es sei denn, es gäbe eine Institution, die Konfliktvermeidungen wie ein Schwarzes Loch in sich aufsaugt, um sich davon zu ernähren und zu wachsen. Diesen Weg geht jetzt auch die deutsche Ärzteschaft. Offenbar herrscht die Meinung vor, übermäßiger Zuckerkonsum sei ungesund. Anstatt dies dem möglicherweise grummelnden Patienten selbst zu erklären, nimmt man lieber den Umweg über den Staat. Höhere Privatversicherungsbeiträge entfallen ja zumeist als natürliches Regulativ. Entsprechend forderten mehr als 2.000 Ärzte jetzt den Staat auf, ihre Patienten doch mit einer Zuckersteuer zu belegen. In Großbritannien ist eine solche ja bereits eingerichtet (wir berichteten). Mit deutscher Gründlichkeit geht man jedoch noch weiter und fordert auch konkrete Werbeverbote und neue Speisepläne für Kitas und Zwangsschulen. Wozu das alles? Um zu vermeiden, dem Patienten offen zu sagen, dass seine Gesundheit in einer Zwangsversicherung nicht ihm, sondern allen gehört? Und auf diese Weise vermeintlich die sozialisierten Kosten zu senken? Nun ja, wie man neulich lesen konnte, funktioniert die interne Leistungsverrechnung ja nicht mal nach monetären Grundlagen. Einem Büchlein Carlos Gebauers zufolge werden die in Anspruch genommenen Leistungen auf Basis von Tauschhandelsprinzipien abgerechnet. Natürlich folgt dann später eine weitere behördliche Umrechnung in die seit dem babylonischen Zeitalter geltende Buchführung. Zu wundern braucht einen also so oder so überhaupt nichts mehr.

Drückt Venezuelas „Währungswettbewerb“ die Rohölpreise?

Caracas. Die gute Nachricht zum Schluss? Darüber dürfen die Krypto-Währungsexperten unserer Leser in der Kommentarfunktion trefflich streiten. Vor einiger Zeit berichteten wir über den staatlich verordneten Währungswettbewerb im sozialistischen Krisenland Venezuela. Um internationale Sanktionen am Kapitalmarkt zu umgehen, hatte die Regierung eine eigene Kryptowährung, den „Petro“ herausgegeben. Das Hauptunterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Währungen dieser Art besteht in der Deckung durch die Ölreserven des Landes. Leider mangelt es dem Redaktionsteam in puncto Kryptowährungen an einem eigenen Experten. Daher müssen wir uns auch einer Wertung bezüglich guter oder schlechter Nachricht enthalten. Der weitere Sachverhalt lautet wie folgt: Um die Akzeptanz der digitalen Zweitwährung zu stärken, plant das Maduro-Regime, internationalen Handelspartnern einen Ölrabatt bei Petro-Zahlung zu gewähren. Als erstes Land soll Indien in den Genuss dieses Nachlasses kommen. Verhandlungen startete eine Gesandtschaft der venezolanischen Regierung schon letzten Monat. Die Möglichkeit für andere Länder, in diesen Genuss zu kommen, soll folgen. Darüber, ob und wie der Preisrabatt gegenfinanziert wird, ist zur Zeit allerdings nichts bekannt.

Zusammenstellung: Jean Modert


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