02. Mai 2018

Alternative Presseschau (Radio)System. Wahrheit. Bildung. Aufklärung.

Vage Politisierung der Jugend auf Djerba

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Selbstbestimmung in Djerba: Kinder können ihr Viertel virtuell umbauen

Audio

Download

System: „Abbau Deutschlands“

Gastautor Daniel Schweizer richtet sich auf „Philosophia Perennis“ gegen Angela Merkel und Wladimir Putin. Aufgrund der „mangelnden Glaubwürdigkeit unserer Nannymedien“ würden viele Merkel-Kritiker die Darstellung Putins als „Dämonisierung“ einordnen. Die russische Politik, so Schweizer, sei allerdings nicht besser, als sie von den Mainstream-Medien dargestellt würde. „Weil ichaus Überzeugung hinter einer freiheitlichen Demokratie stehe, kann ich nicht anders, als sowohl Merkels als auch Putins Politik zutiefst zu verabscheuen“, so Schweizer, Merkel bräuchte sich aber nicht zu freuen, etwas günstiger wegzukommen. Ihre Politik sei nach wie vor abscheulich. Am Beispiel der Ukraine-Krise begründet Schweizer seine Abneigung: „Wenn Putin zeigen würde, dass er hier besser agiert als der Westen, hätte er den Konflikt nicht zur Gebietserweiterung der Russischen Föderation genutzt.“ Im Sinne einer freiheitlichen Demokratie gehörten beide Systeme auf den „Müllhaufen der Geschichte“.

Claudia Roth macht sich wieder allseits beliebt. Sie fordert, das Wahlkampfverbot für türkische Politiker aufzuheben. Die „Freie Welt“ berichtet, dass Roth diese Regelung nicht als „Ausdruck starker Demokratie“ ansehe. Deutschland würde auch Auftritte des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan aushalten. Deutschland könne so zeigen, was der Unterschied zwischen einer liberalen Demokratie und der präsidialen Autokratie in der Türkei sei, ausländische Politiker müssten sich demgegenüber auch gefallen lassen, dass gegen sie demonstriert wird, berichtet die „Freie Welt“ über Roths Stellungnahme.

Vera Lengsfeld schreibt auf ihrem Blog über den „Abbau Deutschlands“. Trotz Rekordeinnahmen fahre der Bund weiterhin die Investitionen runter – dabei wurde Gegenteiliges im Koalitionsvertrag versprochen. Gerade in der Infrastruktur habe Deutschland Investitionslöcher, auch die Deutsche Bahn schwächele in letzter Zeit. Man könne sich nicht mehr sicher sein, ob man überhaupt ankommt, dafür werde aber „mit viel Propaganda-Aufwand dem Bahncard-Inhaber suggeriert, er fahre mit 100 Prozent Ökostrom, während der neben ihm sitzende normale Fahrgast mit einem Anteil Atomstrom befördert wird“. Trotzdem werden weiterhin Steuererhöhungen vorbereitet. Lengsfeld fragt sich: „Warum hat die Regierung soviel Geld wie noch nie zur Verfügung, kommt aber damit nicht aus?“ und vermutet abschließend, dass die Kosten für die Masseneinwanderung in die Sozialsysteme aus dem Ruder gelaufen seien.

Wahrheit: Die Zensur frisst ihre Kinder

Katrin Göring-Eckardt möchte mit mehr Wahrheit punkten. Die „Leute“, so berichtet „Tichys Einblick“, sollen nicht länger an der Nase herumgeführt werden. Alexander Wallasch erklärt, wie sich „die Grünen heillos in ihren Un- und Halbwahrheiten verheddern“. Göring-Eckardt, die noch immer als Verfechterin von Integration und Zuwanderung gilt, habe eine neue „Pirouetten-Strategie“ entwickelt. In der „Welt“ verkaufe sich Göring-Eckardt als Verfechterin der Wahrheit: „Wenn die Integration teuer wird, wollen die Leute nicht länger an der Nase herumgeführt werden, sondern von den Politikern diese Wahrheit hören: Ja, Leute, es kostet was, aber am Ende profitieren wir alle davon – mit mehr Sicherheit, übrigens auch sozialer Sicherheit.“ Dies sei selbst für die Grünen-Politikerin zu schäbig, so Wallasch, über sich selbst zu sagen, dass sie die Leute an der Nase herumgeführt habe – und in dem Moment, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist und man ihr nachweisen könne, dass sie das Blaue vom Himmel gelogen habe, zu meinen, man könne den Leuten die Wahrheit sagen.

Laut dem „Contra-Magazin“ fürchtet die Mainstream-Presse mittlerweile auch die Zensur. „Oft haben sie mitgemacht – nun bekommen sie Muffensausen“, so Marco Maier. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, kurz „NetzDG“, erweise sich als Bedrohung. Der Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, Rudolf Thiemann, warnte vor den Tendenzen in der Politik, getrieben durch Fake News, Hate Speech oder Datenskandale. Es gebe zudem eine neue Initiative der Europäischen Kommission, die „auch legale rechtliche Informationen als Desinformationen bewerten will“, so Thiemann. Es gehe dabei um eine inhaltliche Bewertung durch den Staat. Das „Contra-Magazin“ schließt: Die Presse sei die vierte Gewalt im Staat und brauche eine entsprechende Freiheit.

Bildung: Uni-Gaga und unbestimmte Mitbestimmung

Auf „Compact Online“ berichtet Karel Meissner über „Zensur, Masturbation und Psycho-Kastration“ und den „Genderterror“ an den Universitäten. In den USA rate mittlerweile schon die Universität von Austin (Texas) männlichen Studenten, sich von ihren „traditionellen Rollen zu befreien“. In Deutschland sei es nicht viel besser, die Alice-Salomon-Hochschule in Berlin will ein Gedicht von Eugen Gomringer von einer Hauswand entfernen lassen, weil der letzte Vers „Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“ als sexistisch gelte. Unter dem Stern der „Diversity“ wird die Abschaffung des Mannes propagiert, die als „Befreiung“ verkauft werde. „Dass jemand, der diese männliche Vielfalt in sich ‚zulässt‘, bei Frauen kaum mehr landen dürfte, wird der ‚Therapierte‘ erst (zu) spät erfahren“, schließt Meissner auf „Compact“.

Die Linke lobt wie immer die Politisierung der Jugend – selbst wenn dies auf einer tunesischen Insel passiert. Die „Jungle World“ berichtet über die geplante Mitbestimmung der Kinder bei den kommenden Kommunalwahlen auf der Insel Djerba. Die derzeitige Situation sei von Perspektivlosigkeit und hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Während der Lektüre des Artikels fragt man sich, welche gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten die Jugendlichen denn nun haben. Stattdessen berichtet Astrid Schäfers über ein Theaterstück über sexuelle Belästigung – zudem kamen Mitarbeiter der UN nach Djerba, die ein Seminar anboten, in dem Jugendliche ihr Viertel selbst gestalten konnten – im Computerspiel „Minecraft“. Der Anthropologe ­Walid Ben Omrane schließt, eine Chance für mehr Beteiligung der Jugendlichen und die Schaffung demokratischer Entscheidungsstrukturen liege im Dezentralisierungsprozess. Wie genau dergleichen aussehen soll, wird nicht gesagt.

Aufklärung: Doku über Wurzen

Die „Achse des Guten“ berichtet in einer eigenen Dokumentation über die Geschehnisse in Wurzen. Die sächsische Kleinstadt stand wegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in der Kritik. Mittlerweile gebe es ein „Neues Forum Wurzen“, das sich in die Tradition der DDR-Bürgerforen stelle und eine Heimat für unzufriedene Bürger und einen Platz für Diskussionen bieten solle. Ausführlich werden dabei die Geschehnisse in Wurzen beleuchtet, verschiedene Anwohner kommen zu Wort und fordern unter anderem eine „Entgiftung der Debatten“. Klar sei auch, so einer der Sprecher, dass man „Afrika von hier nicht retten könne“.

„Philosophia Perennis“: „Die politischen Systeme Merkels und Putins: Beide zusammen auf den Müllhaufen der Geschichte!“

„Freie Welt“: „Claudia Roth gegen Wahlkampf-Verbot für türkische Politiker“

Vera Lengsfeld: „Abbau Deutschland“

„Tichys Einblick“: „Katrin Göring-Eckardt will ‚die Leute‘ nicht länger an der Nase herumführen“

„Contra-Magazin“: „Sogar die Mainstreampresse fürchtet nun die Zensur“

„Compact Online“: „Universitärer Genderterror: Zensur, Masturbationsworkshops und Psycho-Kastration“

„Achse des Guten“: „Wurzen versucht was Neues“

„Jungle World“: „Insel der Jugend“

Zusammenstellung: Florian Müller


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

Dossier: Alternative Presseschau

Mehr von Redaktion eigentümlich frei

Über Redaktion eigentümlich frei

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige