16. April 2018

Alternative Spätnachrichten (Radio)Syrien. Entlastungen. Quotensozialismus. Widerstand.

Was uns am 16. April bewegt

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Bildquelle: shutterstock Schiebt den Wal von der Straße zurück ins Meer: Widerstand gegen Personenkult um Eurosozialisten Helmut Kohl

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Napoleon-Komplex hinter Angriffen auf Syrien?

Paris/Washington. Macron beansprucht die Führungsrolle für das syrische Wochenendfeuerwerk für sich. Die Schizophrenie in der Nachrichtenlage bezüglich des wieder einmal vorübergezogenen dritten Weltkrieges setzt sich also fort. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatten die ehemaligen Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien sowie die USA Ziele in dem bürgerkriegsgebeutelten Land bombardiert. Kurz zuvor hatte der russische Außenminister verlauten lassen, Indizien für eine Beteiligung des britischen Geheimdienstes an dem vorausgegangenen mutmaßlichen Giftgasanschlag in Duma zu besitzen. Ob der Angriff primär der Ablenkung von internen Problemen oder der Beweismittelvernichtung diente, sei einmal dahingestellt. Der Nachwuchskriegstreiber aus dem Élysée-Palast mit seinem Rekordschuldenberg und seinem reformunfähigen Streikparadies könnte eine außenpolitische Ablenkung gut gebrauchen. Ebenso könnte die britische Premierministerin Theresa May damit die Skripal-Blamage vergessen machen. Dabei handelte es sich hier womöglich selbst schon um ein Ablenkungsmanöver. Anfang März wurde im britischen Telford ein neuer tausendfacher Missbrauchsskandal von britischen Mädchen durch sogenannte „asiatische“ Einwanderer bekannt. Quasi zeitgleich preschte May mit ihren unbewiesenen Vorwürfen vor. Wer weiß, was sie aus ihrer Zeit als Innenministerin diesbezüglich noch für Leichen im Keller hat. Syrien wäre somit also schon die Verdrängung eines anderen antirussischen Ablenkungsmanövers. Trotzdem beansprucht das Maasmännchen aus Paris die Führungsrolle nun erst mal für sich. Er habe Trump von der Teilnahme überzeugt. Nicht ganz unpassend, da der Libyenkrieg vor den Kulissen nicht anders ablief. Frankreich und Großbritannien preschten vor, als sie keine Munition mehr hatten, mussten die USA nachziehen. Mittlerweile manifestieren sich die Hinweise, dass der Feldzug Sarkozy damals zur Beweismittelvernichtung bezüglich illegaler Wahlkampfspenden diente (wir berichteten). Das Vorgehen hinter den Kulissen deckte sich also damals möglicherweise in etwa mit der für den Wähler inszenierten Voraufführung. Eine ähnliche Geschichte will Macron nun also für sich in Anspruch nehmen. Unterdessen erneuerte Trump plötzlich sein vor zwei Wochen gegebenes Versprechen, die eigenen Truppen möglichst schnell abzuziehen. Macron hingegen ließ verlauten, ihn überzeugt zu haben, seine Truppen dazulassen, um am Luftschlag teilzunehmen. Möglicherweise ist der Knabe ja auch nur ein Ewiggestriger, der immer noch von den Weltkarten des 19. Jahrhunderts träumt. Insofern wäre Syrien ein willkommener Anlass, sich wieder mit auf die Bühne zu drängen. Andererseits kann auch der Schwarze Peter für die spätere Eskalation möglichst oft hin und her geschoben werden. Im Endeffekt ist es müßig, die Handlungen von drei Geisteskranken mit rationalen Mitteln erklären zu wollen. Vielleicht hat der russische Präsident dabei ja mehr Glück.

Geringfügige Entlastungen bei Sozialabgaben – DGB warnt

Berlin. Krankheitsminister Jens Spahn und Asozialminister Hubertus Heil planen geringfügige Entlastungen bei dem für vermeintliche staatliche Sozialleckerlis abgeknüpften Geld. Sie verhandeln über insgesamt neun Milliarden Euro, die zukünftig in den Taschen der Bürger verbleiben sollen. Die sogenannten Entlastungen sollen bei der sozialistischen Arbeitslosen- und Krankenversicherung greifen. Spahn begründet die Senkungen mit dem Milliardenüberschuss der Krankenkassen im letzten Jahr. Sie erwirtschafteten ein Plus von 3,15 Milliarden, wodurch sich die akkumulierten Reserven mittlerweile auf fast 20 Milliarden belaufen. Der oberste Krankheitsverwalter sieht die Aufgabe der ihm unterstellten Apparate jedoch nicht darin, einen Kapitalstock aufzubauen, da es nicht ihr Geld ist. Die Abgabenquote für die Versicherung gegen staatlich verursachte Arbeitslosigkeit soll um 0,3 Prozent gesenkt werden. Die Arbeitgeberverbände fordern mittlerweile eine Vorverlegung zum 1. Juli 2018 oder eine Senkung um 0,4 Prozent zur Entlastung der Unternehmen. Warnungen vor der allgemeinen Luft zum Atmen kommen nun vor allem aus dem DGB. Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft, fordert eine „vernünftige Planung“ der Reformen. Offenbar gehören Entlastungen also nicht zu den vernünftigen Teilen der Planwirtschaft. Der Gedanke ist nachvollziehbar. Wenn die Menschen sehen, wieviel sie ohne die enormen Abgabenquoten verdienen könnten, wozu bräuchten sie dann noch Gewerkschaften? Am Ende müssten die BetriebsrätInnen selbst noch echte Arbeit leisten.

Kein weibliches Interesse an Pseudofreiheit – FDP diskutiert mehr Quotensozialismus

FDP. Die FDP hat nach kulturmarxistischen Maßstäben ein Frauenproblem. Sie verfügt einfach nicht über weibliche Charakterköpfe wie Angela Merkel, Andrea Nahles oder Claudia Roth. Deshalb soll sie jedoch auch für weibliche Wähler angeblich wenig attraktiv sein, obwohl noch nie eine Relation zwischen weiblichen Kandidaten und Wählerstimmen nachgewiesen wurde. Des weiteren fällt mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger spontan durchaus eine standhafte Kämpferin gegen den Überwachungsstaat ein. Nur dass die gesamte Führungsriege sie in Rücksicht auf die Merkel-CDU in der Legislaturperiode von 2009 bis 2013 öffentlich allein auf weiter Flur stehen ließ. Bis heute sind die Liberallalas jedoch die am stärksten männlich dominierte Partei. Nur drei von 18 Präsidiumsmitgliedern sind Frauen, ihr Anteil an der Gesamtpartei beträgt 22 Prozent. Um den FDP-Anteil am weiblichen Wählerkuchen zu stärken, hat Sonnyboy Christian Lindner eine interne Analyse zu dem Thema in Auftrag gegeben. Auf Basis dieser Ergebnisse soll nun ein Maßnahmenkatalog zur Förderung weiblicher Mitglieder auf allen Ebenen diskutiert werden. Zur Diskussion stehen frauenfreundlicher ausgestaltete Parteitage und mehr gendergerechte Entstellungen der deutschen Sprache im internen Schriftverkehr. Zugleich wird jedoch auch über die Einführung von Zwangsquotensozialismus nachgedacht, falls freiwillige Selbstverpflichtungen nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen. Dass gescheiterte Selbstverpflichtungen ein Ausdruck realistischer Unmöglichkeiten sind, soweit scheint auch bei der FDP der gesunde Menschenverstand nicht mehr zu reichen. Auch darüber, warum die Bionade-Bourgeoisie plötzlich vom grünen Original zu den anderen selbsternannten Linksliberalen umschwenken soll, kann die FDP ja nach der Wahl nachdenken. Ab 2021 ja vielleicht noch einmal im realen Leben?

Widerstand gegen „Helmut-Kohl-Straßen“

Deutschland. Die gute Nachricht zum Schluss. Letztes Jahr verstarb mit Helmut Kohl einer der wichtigsten Verantwortlichen des Euro-Desasters. Entsprechend enthusiastisch sind seine vielen Nachfolger in den kommunalen Ämtern und Verwaltungsstuben jetzt, ihm allerlei Namensgebungen zu widmen. Straßen, öffentliche Plätze, Alleen, das ganze Programm eben. Nur erfreut sich der Grabträger der D-Mark postum offenbar weitaus weniger Beliebtheit als vielfach angenommen. Ein vom „Spiegel“ zu seinem Protest befragter Unternehmer offenbarte dann auch das übliche aktionistische Vorgehen seitens der Befürworter. Vorwarnungen oder Diskussionsveranstaltungen Fehlanzeige. In den meisten Städten scheiterte der Protest bereits. Im pfälzischen Frankenthal ebenso wie in Kohls Geburtsstadt Ludwigshafen konnten die Gegner jedoch Erfolge für sich verbuchen. Offenbar ist der Hang zum verdienstlosen Personenkult in Deutschland doch noch nicht ganz so weit fortgeschritten, wie man aufgrund der aktuellen Politik oft anzunehmen versucht ist.

Zusammenstellung: Jean Modert


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