12. April 2018

Alternative Nachrichten am Abend (Radio)Karl Marx. Elektrolaster. Bundeswehr. Sanktionen.

Was uns am Abend des 12. April bewegt

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Bildquelle: Andrii Zhezhera / Shutterstock.com Libertäre wollten nur die Weizenzölle abschaffen, er wollte die Weltrevolution: Marx-Statue in Trier sorgt weiter für Kontroverse

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Er ist wieder da – Riesige Karl-Marx-Statue sorgt weiter für Kontroversen

Trier. In der ältesten Stadt Deutschlands residierten schon so illustre Persönlichkeiten wie der römische Kaiser Konstantin und auch der Begründer der kommunistischen Pseudowissenschaft, Karl Marx. Konstantin verschlug es später in das von ihm gegründete Istanbul, und er wurde zum ersten politischen Usurpator des Christentums. Den Schwager des preußischen Innenministers verschlug es hingegen nach Manchester. Dort schob er das Elend der unter den hohen Weizenzöllen leidenden Arbeiter den lokalen Unternehmern zu. Anstatt die Antiweizenzoll-Liga des ersten bekannten Libertären, Richard Cobden, zu unterstützen, verfasste Marx lieber gesellschaftszersetzende Pamphlete. Die Wirkung seiner politischen Schriften im 20. Jahrhundert dürfte ausreichend bekannt sein. Auch in China stellen Experten zwar eine schrittweise Umstellung von kommunistische auf nationalistische Narrative zur kollektivistischen Identitätsstiftung fest. Auf absehbare Zeit wird Marx in dem offiziell kommunistischen Regime jedoch weiter verehrt werden. Zu seinem 200. Geburtstag haben die dortigen Parteifunktionäre seiner Geburtsstadt eine fünfeinhalb Meter hohe Statue ihres Säulenheiligen gestiftet. Obwohl Marx‘ Ideen in der politischen Praxis global längst auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt wurden, sorgt das Denkmal immer wieder für Kontroversen. Nach der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft hat sich nun auch die Gesellschaft für bedrohte Völker zu Wort gemeldet. Auch für andere Städte sei Tourismus wichtig, aber sie hätten es nicht nötig, sich von einer totalitären Regierung beschenken zu lassen. Die Stadtverwaltung hat das Geschenk nämlich ironischerweise als kostenlose Fördermaßnahme für die Fremdenverkehrswirtschaft angenommen. Für viele Chinesen kommt die katholische Bischofsstadt einem säkularen Wallfahrtsort gleich. Das Denkmal aufzustellen war also die bestmögliche Art, den Schwachsinn von Marx‘ Ideen zu belegen. Mit der Kommerzialisierung seiner Person illustriert er selbst die Überlegenheit marktwirtschaftlicher Ideen. Politik trennt, und Wirtschaft verbindet. Ein besserer Treppenwitz der Geschichte wird so bald nicht mehr zu finden sein.

„Steuersubvention“ für Elektrolaster – So hat der Diesel auch mal angefangen

Berlin. Wer sich nur ökopolitisch korrekt verhält, soll nach dem Willen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sogar in den Genuss von Steuererleichterungen kommen. Logistikunternehmen, die dem Wetter zuliebe auf Elektrolaster umstellen, sollen ab nächstem Jahr von der Maut ausgenommen werden. Nach Behördenangaben könnten Spediteure dadurch jährlich 5.000 Euro pro Fahrzeug einsparen. Soweit die politische Zuckermaßnahme. Selbstverständlich wird parallel auch die Peitsche ausgepackt. Bevor die Befreiungsmöglichkeiten in Kraft treten, greift ab Juni erst mal die Ausdehnung der Lkw-Maut auf sämtliche Bundesstraßen. Die fahrplantechnischen Erleichterungsmöglichkeiten entfallen also erst mal, bevor dann gnädig der vermeintliche Rettungsring zugeworfen wird. Die Kosten für die Umstellung tragen die Unternehmen natürlich selbst. Bereits angeschaffte und noch gut funktionierende Diesel-Lkws werden hingegen zu einem erhöhten Kostenfaktor. An sich ist die Maßnahme eine Zwangsneuauflage der sogenannten Abwrackprämie, die 2009 zur steuerfinanzierten großflächigen Verschrottung noch funktionierender Autos führte. Als Hauptbegründung wurden damals die Finanzkrise und der Wetterschutz angeführt. Erstere wurde auf Kosten der Sparer mittlerweile gründlich kaschiert. Dafür ist jedoch der Schutz künstlicher Statistiken über schlecht gerechnete Luft in deutschen Innenstädten hinzugekommen (wir berichteten). Ob E-Lkws auch nur annähernd die für Warentransporte notwendige Reichweite mitbringen, ist der Redaktion nicht bekannt. Auch nicht, wie sich die Doppelbelastung bei Kühltransporten auswirken würde, insbesondere wenn der Motor zum „Tanken“ länger ausgeschaltet werden muss. Ohne hauseigene, aus Gebühren bezahlte Experten, aber mittels gesundem Menschenverstand gehen wir davon aus, dass es sich wieder um eine typisch politisierte Schnapsidee unter vielen handelt. Interessanterweise wurde die Verbreitung von Dieselfahrzeugen im Namen des Wetterschutzes ja auch einmal mit Steuerzucker vorangetrieben. Wer brav Diesel tankte, bekam an der Zapfsäule ein paar steuerliche Peitschenhiebe weniger als garstige Benzinschlucker. Von diesen Hintergründen redet bloß schon lange kein Mensch mehr. Wetten auf die zukünftigen politischen Stolpersteine von Elektrofahrzeugen werden ab sofort angenommen. Zum anderen scheint sich der Vergleich der Erinnerungsspanne von Goldfischen und Wählern langsam zum „Running gag“ der „Alternativen Nachrichten“ entwickeln zu müssen. Falls bei unserem Publikum ausreichend Nachfrage besteht, würde die Redaktion den Versuch eines Altparteienwähler-gegen-Goldfischgedächtnis-Wettbewerbs starten. Im Erfolgsfall würde er dann ebenso wöchentlich etabliert wie der Murmeltierwettbewerb.

Noch mehr Pannen – Patriotisch gesinnte Männer fühlen sich von Bundeswehr offenbar magisch angezogen

Bundeswehr. Auch das noch. Nach all den technischen Pannen, wie fehlenden Wintermänteln an der Ostfront, hat die Bundeswehr jetzt auch noch mit Personalverschleiß zu kämpfen. Offenbar machen die besser bezahlten Spezialtruppen der Antifa und des Islamischen Staates ihnen zunehmend die qualifizierten Bewerber abspenstig. Die fürs Ausland bestimmte Söldnertruppe muss trotz attraktiver Reisemöglichkeiten wie Afghanistan und Somalia immer mehr das nehmen, was übrigbleibt. Die Mängel sind dabei weniger militärischer, sondern vielmehr politischer Natur. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund fühlen sich ausgerechnet junge, biodeutsche Männer mit patriotischer Gesinnung von der ehemaligen „Volkseinheit“ angezogen. Der Militärische Abschirmdienst muss in insgesamt 431 Fällen ermitteln. Dabei ist er schon mit der Verhinderung der wöchentlichen russischen Giftgasanschlagsversuche mehr als überlastet. Einfach ignoriert werden können die Gesinnungsverbrechen jedoch auf keinen Fall. Dafür sind sie zu brisant. Manche der Betroffenen haben beispielsweise unter ungeklärten Umständen die beiden Worte „Heil“ und „Hitler“ in direkter Reihenfolge in den Mund genommen. Andere wiederum haben rechte Musik gehört. Diese schweren Pannen wurden dank einer Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der Linkspartei, Ulla Jelpke, einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Sie verlangte zugleich ein hartes Vorgehen gegen den „braunen Sumpf in der Truppe“. „Wer ein Hakenkreuz schmiert, muss rausfliegen, und eine Waffe darf er nicht mehr in die Hand bekommen.“ Ob und wann die preußische Oberkommandierende der Streitkräfte eine Ursachenanalyse für dieses verheerende Phänomen in Auftrag gibt, ist noch nicht bekannt.

Ungarn – EU-Parlament reagiert mit potentieller Sanktionsliste auf Wahlergebnis

Budapest/Straßburg. Die gute Nachricht zum Schluss? Wir raten, die erneute Selbstentlarvung des Systems einfach mit Humor zu nehmen. Zu Wochenbeginn hatte Viktor Orbán die dauerempörten, politisch korrekten Gemüter mit seinem erneuten und eindeutigen Wahlsieg erzürnt (wir berichteten). Der notorische Politclown Jean Asselborn hatte sogar über einen „Wertetumor“ geschimpft, den es zu entfernen gelte. Passend dazu hat das EU-Parlament jetzt einen Bericht über die „systematische Bedrohung der Demokratie“ in Ungarn vorgelegt. Die Versammlungs- und die Meinungsfreiheit würden in dem osteuropäischen Mittelstaat zunehmend geschwächt. Des weiteren beklagte die Berichterstatterin, die Grünen-Abgeordnete Judith Sargentini, dass auch sogenannte Nichtregierungsorganisationen zunehmend eingeschränkt würden. Sie schlug daher vor, ein Rechtsstaatsverfahren nach Artikel 7 der EU-Verträge gegen Ungarn zu starten. Im Dezember wurde diese Maßnahme bereits gegen Polen ergriffen. Im Gegensatz zur Regierungspartei Polens sitzt Orbáns Fidesz jedoch mit der EVP, der auch CDU und CSU angehören, in einer Koalition. Wenngleich auf nationaler Ebene gerne linkspopulistisch gegen den osteuropäischen Staatschef geschossen wird, ist der Widerstand gegen die Maßnahme auf europäischer Ebene groß. Was dieses Vorgehen eigentlich umgekehrt für Länder wie Deutschland bedeuten würde, wurde natürlich nicht diskutiert. So oder so entlarvt sich das totalitäre System wieder mal selbst. Möglicherweise dieses Mal, bevor es seine volle Machtentfaltung erreicht hat.

Zusammenstellung: Jean Modert


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