11. April 2018

Alternative Presseschau (Radio)Syrien. Kapitalismus. Fortschritt. Anstand.

2021 sind die Bienen wieder glücklich

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Bildquelle: shutterstock Glückliche Bienen im Jahr 2021: Danke für nichts, Svenja!

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Syrien: Weltkrieg vor der Tür

Das Schlimmste scheint sich zu bewahrheiten. „Compact“ berichtet in einem alternativen Liveticker über die sich überschlagenden Ereignisse. Angela Merkel gibt dem Druck der USA nach und stellt die „Nordstream-Pipeline zur Disposition“, so „Compact Online“. Eine Kriegsteilnahme Großbritanniens sei bei einem Angriff auf Syrien unsicher. Das britische Unterhaus sei mehrheitlich gegen eine Intervention, so das „Compact“-Magazin zu aktueller Stunde.

Die Zeitschrift „Zuerst!“ berichtet als eines der ersten Medien über Russlands Reaktion auf den angedrohten Schlag gegen Assad. Dieser habe angeblich wieder einen Giftgasangriff gestartet. „Das Ziel dieser grundlosen lügnerischen Erfindungen ist, die Terroristen sowie die unversöhnliche radikale Opposition reinzuwaschen. Gleichzeitig wird versucht, mögliche äußere Militärschläge zu rechtfertigen“, heißt es seitens des Moskauer Außenamtes. Ein Militärangriff unter diesen Vorwänden werde „schwere Folgen nach sich ziehen“, so „Zuerst!“ am Morgen.

Hinter dem geplanten Angriff auf Assad stehe womöglich eine „Anti-Zerfall-Strategie“ der Nato, so das „Contra-Magazin“. „Es ist ein alter Trick, wenn Allianzen zu zerbrechen drohen: Man sucht sich einen gemeinsamen Feind, den man gemeinsam zu vernichten versucht“, so mutmaßt Marco Maier. Die sich immer weiter entfremdenden USA und Europa könnten ein Problem für das Atlantik-Bündnis sein. Immer mehr europäische Regierungen seien „Nato-kritisch“ und russlandfreundlicher eingestellt. Dazu zählen mittlerweile die Italiener, die Österreicher, die Ungarn mit dem jüngst wiedergewählten Viktor Orbán und andere osteuropäische Regierungen. Ein Ausbrechen eines Konflikts, die Chinesen und die Iraner werden sich an einer Auseinandersetzung ebenfalls beteiligen, würde zu einem Weltkrieg führen, so Marco Maier.

Kapitalismus: Dunkelrotes Schwarz

Abseits der Kriegsberichterstattung kämpfen auch die alternativen Medien gegen den bösen Kapitalismus. Das „Contra-Magazin“ kritisiert: „Vermögenskonzentration wird weiter zunehmen“. Bis zum Jahr 2030 soll das reichste Prozent der Menschheit rund zwei Drittel des gesamten Kapitals besitzen, so eine aktuelle Studie. Im vergangenen Jahr, so zitiert das „Contra-Magazin“ die Schweizer Bank Credit Suisse, besaß das reichste Prozent bereits 45 Prozent des Vermögens. Es sei allerdings davon auszugehen, dass es in den nächsten paar Jahren erneut zu einem großen Finanzcrash kommen wird, der die ganzen Buchgeldgewinne der letzten Jahre wieder (teilweise) zusammenbrechen lassen werde, schließt das „Contra-Magazin“.

Auch die brandenburgische CDU hat sich mittlerweile so weit vom Kapitalismus entfernt, dass sie eine Koalition mit den Linken nicht ausschließt. CDU-Landeschef Ingo Senftleben hat sich offen für eine Erweiterung der „politischen Farbenlehre“ ausgesprochen, berichtet die „Junge Freiheit“. Womöglich auch Blau-Schwarz? Natürlich nicht, Senftleben mit Bezug auf den AfD-Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz im Wortlaut: „Sie wissen doch ganz genau, dass Ingo Senftleben mit Herrn Kalbitz keine Gemeinsamkeit verbindet.“ – „Mit denen, die versuchten, auf dem Rücken der Schwachen Erfolge zu erzielen, werde er Klartext reden“, gab er weiterhin bekannt, berichtet die „Junge Freiheit“.

Fortschritt: Atomare Bienchen

Die Zeitschrift „Novo“ berichtet über das geplante Vorgehen der neuen Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Diese unterstütze die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) beim Kampf gegen Glyphosat. Das Pflanzenschutzmittel soll bis spätestens 2021 verboten werden. Begründung: „Das Insektensterben nehme zu“, so die Politikerinnen. Autor Frank Nagel betont, dass ein Herbizid keinerlei direkte Wirkung auf Bienen und Insekten habe, auch die indirekte Wirkung, das angebliche Vernichten von pollentragenden Blüten, sei nicht gegeben, da auf landwirtschaftlichen Monokulturen, egal ob mit oder ohne Glyphosat, keine Nahrung für Insekten und Bienen wachse.

Bangladesch will ein eigenes Atomkraftwerk, berichtet die linke „Jungle World“. Nicht ohne mit westlicher Überheblichkeit auf die möglichen Umweltprobleme hinzuweisen. Zudem leben im Umkreis des künftigen AKWs derzeit rund 30 Millionen Menschen, nach Richtlinien der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) müssten diese im Falle eines GAUs innerhalb einer Stunde evakuiert werden. Die Kosten stiegen bereits von vier auf knapp 13 Milliarden US-Dollar. Und was ist das Allerschlimmste für deutsche Linke? Richtig, das Geld stammt angeblich aus russischen Krediten. Derzeit, so schließt die „Jungle World“, haben noch 20 Prozent der Bangladescher keinen Stromanschluss.

Anstand: Abstecher in Burgwedel

Die „Junge Freiheit“ berichtet über einen Einsatz der Polizei in Hamburg gegen Rauschgifthändler. Linksextreme hatten die Polizei „bedrängt und beleidigt“. Auf Plakaten stand unter anderem: „Unfassbar! Ich bekomme Geld dafür“, so die „JF“. Die Polizei musste die Straßenseite wechseln, schwarzafrikanische Passanten hatten die Szene gefilmt und Sirenengeräusche nachgeäfft. Dem Bericht der Polizei zufolge war der Hafenrand touristisch gut besucht, „die Leute bekamen diese Szenen ebenfalls mit und lachten darüber“, berichtet die „Junge Freiheit“.

Auf der „Sezession“ berichtet Till-Lucas Wessels über einen neuen Sonntagshelden. Die politisch-gesellschaftliche Meinung werde nicht nur in den Medien oder von der Politik geformt, sondern auch in einfachen Situationen auf der Straße. Rechte stehen vor der entscheidenden Frage: „Beziehe ich Stellung, oder bleibe ich ein U-Boot?“ Werner Fussenegger, ein Anwohner aus Burgwedel, platzt in ein Interview einer „Flüchtlingsmutti“ und bekennt Farbe. Mit herzerfrischendem Sarkasmus – „Das sind alles Studenten, studieren alle“ – und einer Portion harter Realität – „Und die anderen stechen Leute ab“ – wendet sich der grimmig dreinblickende Glatzkopf gegen das gutmenschliche Narrativ. Wessels bewertet: „Es ist eine simple, provokante Feststellung, nur ein kleiner Satz, aber er bringt die Interviewpartnerin gehörig aus dem Konzept; als der Bericht ausgestrahlt wird, fungiert die Szene als Aufmacher, der Ausschnitt mit dem unbekannten Störer schafft es bis über den Atlantik.“

Das letzte Wort

In den Youtube-Kommentaren drückt man sich weniger eloquent aus als auf der „Sezession“, meint aber eigentlich das gleiche. Nutzer „Benny“ schreibt zum haarlosen Flüchtlingskritiker: „Ich liebe die Fleischmütze.“

„Compact Online“: „13.20 Uhr: Merkel gibt dem US-Druck nach!! Live-Ticker zum bevorstehenden Angriff der USA auf Syrien“

„Contra-Magazin“: „Studie: Vermögenskonzentration wird weiter zunehmen“

„Junge Freiheit“: „Brandenburger CDU hält Koalition mit Linkspartei für möglich“

„Novo“: „Von Bienchen und Glyphosat“

„Jungle World“: „Radioaktive Träume“

„Junge Freiheit“: „Linksradikale verhöhnen und beleidigen Polizisten im Einsatz“

„Sezession“: „Sonntagsheld (55) – Sand im Getriebe“

„Hallo Niedersachsen“: „Anwohner platzt spontan in Interview über Flüchtlinge“

Zusammenstellung: Florian Müller


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