09. April 2018

Alternative Presseschau (Radio)Münster. Konservativ. Sozialismus.

Erstmals seit 1989 werden wieder kommunistische Denkmäler errichtet

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Karl mag‘s: Nach fast 30 Jahren ist eine neue Statue geplant

Audio

Download

Münster: Anschlag, Attentat, Amok

Für das „Contra-Magazin“ gibt es hinsichtlich des Anschlags in Münster noch viele offene Fragen. Für Wolfgang Eggert ist noch unerklärlich, warum ein angeblich drogenabhängiger Neonazi in eine Menschenmenge fahren sollte. Untypisch sei ebenfalls der Kleinlaster, der eher islamistischen Kreisen zuzuordnen sei. Verwunderlich sei auch, dass es so wenig Bildmaterial von oder dem Anschlag oder der Situation unmittelbar danach gebe, die Lage sei offen einsehbar gewesen und es existierten genug hohe Wohnhäuser in der Nähe, von denen Anwohner hätten filmen können. Auch in den Medien gebe es kaum geeignete Aufnahmen. Zudem legen die wenigen Fotos nahe, dass die Airbags des Wagens nicht ausgelöst wurden, was auf eine niedrige Geschwindigkeit hindeute, so das „Contra-Magazin“ über den Anschlag in Münster.

In der „Jungen Welt“ fasst Klaas Brinkhof die Vermutungen um den angeblichen Täter Jens R. zusammen. Dieser habe zwar Kontakte in die Neonazi-Szene gehabt, ausschlaggend für die Tat seien aber keine politischen Motive gewesen, wie die Polizei am Sonntag bekanntgab. Sie fand in Jens R.s Wohnungen lediglich eine Nachbildung eines Sturmgewehrs. Innerhalb der Familie soll Jens R. Verwandte bedroht haben, aufgefallen war er zudem wegen Fahrerflucht und Betrug. Er soll seinen Freitod in einer Mail kurz zuvor angekündigt haben, so die „Junge Welt“.

Auf „Philosophia Perennis“ beschreibt Naomi Seibt ihre Wahrnehmung des Anschlags in Münster. „Es ist anders, weil es meine Stadt ist. Dachte ich zumindest. Aber gleichzeitig realisiere ich nun, dass es das nicht tatsächlich greifbarer macht als all die Male zuvor“, so Seibt. Mit keinem Wort spekuliert Seibt über Täter und Tatmotive, sondern stellt sich lediglich selbst Fragen, wie man zum Beispiel selber reagieren soll. „Das Konstruktivste, was ich tun kann, so glaube ich, ist, meine persönliche Wertschätzung des Lebens zu re-evaluieren und mich bewusst anzustrengen, mit permanenter Sinnhaftigkeit zu leben“, schließt Seibt auf „Philosophia Perennis“.

Konservativ: West und Ost

In der CDU regt sich Widerstand gegen Merkel. Zum wievielten Male eigentlich? Die sogenannte „Werte-Union“ habe nun auf ihrer Bundesversammlung ein „Konservatives Manifest“ beschlossen, um die CDU wieder zu ihrem Markenkern zurückzuführen, gibt der Bundesvorsitzende Alexander Mitsch in der „Jungen Freiheit“ bekannt. Die Inhalte richten sich gegen die Doppelpassbestimmungen und den Islam in Deutschland. Auch soll ein föderaler Staatenbund die zentralistische Europäische Union ersetzen. Darüber hinaus, so berichtet die „Junge Freiheit“, wollen die Unionskonservativen das „Abwälzen aktueller Probleme auf zukünftige Generationen durch immer neue staatliche Ausgabenprogramme im Sozialbereich stoppen“. Natürlich, man wundert sich kaum noch über die berühmte Phrase, steht das „Konservative Manifest“ gegen politischen Extremismus jeder Spielart.

Vergangenen Freitag besuchte Jarosław Kaczyński, Vorsitzender der polnischen nationalkonservativen PiS, Budapest und unterstützte Viktor Orbán vor dessen Wahl. „Würde und Freiheit von Nationen sind eng mit dem Namen Viktor Orbán verbunden, nicht nur für die Ungarn, sondern auch für die Polen”, so Kaczyński. Orbán erklärte im Gegenzug, Polen und Ungarn seien auf einem gemeinsamen Weg und in einem gemeinsamen Kampf mit einem gemeinsamen Ziel, die Heimatländer mit christlichen und nationalen Werten aufzubauen, so berichtet „Zuerst!“.

Ob Kaczyńskis lobende Worte ein paar Wähler mobilisiert haben? „PI-News“ berichtet über den Wahlsieg Orbáns bei der Abstimmung am Sonntag. Die rechtskonservative Fidesz-Partei Viktor Orbáns erzielte einen Stimmenzuwachs von 3,6 Prozent und erreichte damit 134 der 199 Mandate. Damit erreicht Fidesz eine alleinige Zweidrittelmehrheit. Die Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) verlor fast 14 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit fast 70 Prozent höher als erwartet. „Orbáns strikter Anti-Invasionskurs gegen den Widerstand der EUdSSR hat Europa und Deutschland schon in der Vergangenheit vor einem noch größeren Armutsmigrationstsunami bewahrt“, schätzt „PI-News“ Orbáns Politik ein. Glückwünsche kamen von Beatrix von Storch, Marine Le Pen und Geert Wilders.

Sozialismus: Marx-Statue

In der Moselstadt Trier soll demnächst ein 5,50 Meter hoher Karl Marx stehen. Der wohl berühmteste Sohn der Stadt soll ein Geschenk der Volksrepublik China werden und sorgte bereits für heftige Diskussionen im Stadtrat. Auf „idea“ kritisiert der Menschenrechtler und Ex-DDR-Häftling Alexander Bauersfeld das geplante Vorgehen: Bei dem „Marx-Götzen“ handle es sich um einen „ungeheuren Tabubruch“, erstmals seit 1989 werden wieder kommunistische Denkmäler errichtet. Marx schuf den Nährboden für die kommunistischen Verbrechen, so Bauersfeld auf „idea“.

In Nordkorea munkelt man über „Kim Jong-uns aufstrebende Schwester“. Die „Preußische Allgemeine“ vermutet: „Schafft Nordkoreas Diktator es, sie zu seinem Vize aufzubauen, ist die Machtkonzentration perfekt.“ Kim Yo-jong sei bereits heute die mächtigste Frau Nordkoreas, wie ihr Bruder Jong-un lebte auch sie anonym im Ausland und ging in der Schweiz zur Schule. Ab 2011 übernahm Yo-jong leitende Funktionen in der Staatspartei. Nach einer durch nordkoreanische Eliten getürkten Wahlniederlage verschwand ihr Name aus der Öffentlichkeit, so die „PAZ“. Durch diverse Säuberungsaktionen konnte Kim Jong-un seine Macht ab September 2017 stärken, einen Monat später gehörte seine Schwester offiziell zum persönlichen Stab des Diktators.

„Contra-Magazin“: „Münster: ‚8 Fragen, die wir stellen sollten‘“

„Junge Welt“: „Amokfahrt in Münster“

„Philosophia Perennis“: „Münster: Die Bundeskanzlerin, der tote Hund im Kräuterbeet und die deutschen Experten“

„Junge Freiheit“: „WerteUnion beschließt ‚Konservatives Manifest‘“

„Zuerst!“: „Rechtskonservativer Schulterschluß: Kaczyński lobt Orbán als politisches Vorbild“

„PI-News“: „Ungarn: Überwältigender Wahlsieg für Viktor Orban“

„idea“: „Menschenrechtler kritisieren Aufstellung eines ‚Marx-Götzen‘“

„Preußische Allgemeine Zeitung“: „Kim Jong-uns aufstrebende Schwester“

Zusammenstellung: Florian Müller


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

Anzeige