04. April 2018

Alternative Presseschau (Radio)Puigdemont. Bundesweh. Erklärung 2018. Ostern.

Alle gegen Lengsfeld

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Bildquelle: shutterstock Moderne Streitkräfte: Deutscher Soldat cremt sich die Schläfe ein

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Puigdemont: Linksrechte Kritik

Von links kritisiert man das Vorgehen der schleswig-holsteinischen Justiz, die sich im Fall Puigdemont die „Anklage der spanischen Justiz zu eigen macht“. Die „Junge Welt“ berichtet, dass die deutsche Justiz auf einer Pressekonferenz den Vorwurf der „Durchführung eines verfassungswidrigen Referendums trotz zu erwartender gewaltsamer Ausschreitungen“ vorbringt, die wortwörtlich aus der Madrider Anklageschrift stammt. Dabei ignorieren die norddeutschen Juristen, dass zuvor ein Gesetz über ein Referendum zur regionalen Selbstbestimmung verabschiedet wurde und die Gewalt am Tag der Abstimmung von der Guardia Civil und der spanischen Nationalpolizei ausging.

Auch von rechts stellt man sich gegen das Vorgehen der deutschen Justiz. „Compact Online“ fragt, für wen das Asylrecht überhaupt da sei, wenn nicht für einen spanischen Politiker, der aufgrund eines angeblichen politischen Verbrechens gesucht wird und zudem an der deutschen Grenze festgenommen wurde. Derzeit sitzt Puigdemont in der Justizvollzugsanstalt Neumünster und wartet auf seine Abschiebung. Einziger Lichtblick, so „Compact“, sei, dass das Oberlandesgericht erst die Unterlagen aus Madrid prüfen will.

Bernd Riexinger, Parteivorsitzender der Linken, fordert eine sofortige Freilassung Puigdemonts. Laut dem „Contra-Magazin“ liegt für Riexinger kein Straftatbestand vor. Eine Abschiebung Puigdemonts, obwohl es am Tag des Referendums keine gewalttätigen Ausschreitungen gegeben habe, so Riexinger, wäre ein „fatales politisches Signal“, berichtet das „Contra-Magazin“ am Morgen.

Erklärung 2018: Alle gegen Lengsfeld

Die von Vera Lengsfeld initiierte Erklärung 2018 erreicht nach und nach den Mainstream. Henryk Broder berichtet auf der „Achse des Guten“ über die ungewollte Werbung des Mainstreams. Allein nach dem Bericht in den „Tagesthemen“ am Ostersonntag kamen 15.000 weitere Unterschriften dazu. Martin Schulz, die „taz“ und „Cicero“ kritisierten, mehr oder weniger scharf, die Erklärung. Andreas Fanizadeh, Ressortleiter der „taz“, richtete sich zudem gegen Lengsfeld, die, so fasst Broder die Berichterstattung zusammen, „offenbar am falschen Ort zur falschen Zeit geboren wurde und seitdem alles falsch gemacht hat“.

Auch Lengsfeld fasst auf ihrem Blog die Entwicklung der Erklärung zu einer Petition zusammen. Mittlerweile unterzeichneten fast 50.000 Bürger die Erklärung, die sich gegen die Masseneinwanderung und die wachsende Überfremdung richtet. Der Mainstream lasse mit seinen Hetzartikeln nicht auf sich warten, so Lengsfeld, die Spitze der Artikel „hält überraschenderweise der ‚Cicero‘“. Lengsfeld im Wortlaut: „Der Artikel, den ich absichtlich nicht verlinke, ist von einer menschlichen Niedertracht, die ich nicht für möglich gehalten hätte, jedenfalls nicht bei einem, der sich selbst als bürgerlich verkauft.“

Bundesweh: Weiche Hände und offene Kritik

Was sich nach einem Tippfehler liest, entspricht immer mehr der Realität. Von der Leyen hat wieder zugeschlagen und auf dem Zeitgeist surfend ihr Wehrzersetzungsprogramm weiter vorangebracht. Auf der „Achse des Guten“ kritisiert Thilo Schneider die Entwicklung der letzten Monate und gibt einen satirischen Ausblick. Man brauche einen demokratischen Umgangston zwischen Vorgesetzten und Mannschaft, menschliche Wärme und Freundlichkeit sollen die neuen Leitsterne der Bundeswehr werden. In einem absolut köstlichen Text schreibt Schneider über die Probleme der Bundeswehr 2020. Ein Bericht über einen Einsatz in Mali könnte wie folgt aussehen: „StUffz Thane stellte beim Herstellen der Einsatzbereitschaft folgende Mängel fest: Gefreiter Dietrich hat auf dem Marsch seine Handcreme verloren.“

Nachdem die Bundeswehr nun Umstandsmode für Schwangere einführt, könnte sie sich mit ernsthaften Problemen auseinandersetzen. Generalleutnant Frank Leidenberger kritisiert offen die Versorgungsschwierigkeiten der Truppe. Die „Freie Welt“ berichtet, dass laut Leidenberger die langsamen Rüstungsbeschaffungen keine voll einsatzbereite Truppe garantieren könnten, auch die technische Ausstattung sei zum Teil auf dem Stand der 1980er. Die „Freie Welt“ schließt: „Immer mehr Bundeswehrangehörige beschweren sich: Ursula von der Leyen und die Führung des Verteidigungsministeriums würden die Probleme herunterspielen.“

Uli Gellermann kritisiert auf der „Rationalgalerie“ die Umbenennung diverser deutscher Kasernen. Die Emmich-Cambrai-Kaserne, benannt nach der durch deutsche Truppen in Brand gesteckten Stadt Cambrai, soll zukünftig den Namen von Tobias Lagenstein, einem deutschen Hauptfeldwebel, tragen. Dabei tradiere von der Leyen allerdings Kriegsverbrechen, da Lagenstein bei dem von den USA initiierten Angriffskrieg gegen Afghanistan starb. „Raus aus den Kriegsverbrechen der Wehrmacht zu den neuen Verbrechen der Bundeswehr“, schließt Gellermann auf der „Rationalgalerie“.

Ostern: Alles noch mal gut gegangen

Neben dem regulären Ostertrubel berichtet kath.net über eine „kleine Renaissance der Ehe“. 2016 gaben sich 410.000 Paare das Ja-Wort, dies seien fast drei Prozent mehr als 2015. Jürgen Liminski beleuchtet in seinem Gastbeitrag die Vorzüge der Ehe, die auch in Zeiten des Gendermainstreamings und der Emanzipation der Frau überwögen. Auch gehe die Zahl der Scheidungen zurück, und die durchschnittliche Ehedauer sei auf fast 15 Jahre angestiegen, so kath.net.

„Die Lage in Venezuela wird immer dramatischer“ schreibt kath.net am Morgen. Wer jetzt allerdings an Hungersnot und Ausschreitungen denkt, hat sich verkalkuliert. Stattdessen kam es über Ostern beinahe zur eucharistischen Katastrophe. Eine kolumbianische Diözese hat ihren venezolanischen Brüdern mit 250.000 Hostien ausgeholfen. Unter der Regierung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro leide Venezuela noch immer unter einer Versorgungskrise, so kath.net, Tausende Menschen sind bereits in Nachbarländer geflohen.

Das evangelische Portal „idea“ macht eigentümlich frei Konkurrenz und startet eine eigene Oster-Presseschau. Wer sich für die Meldungen der verschiedensten Zeitschriften zur Auferstehung Jesu Christi interessiert, wird hier fündig. Besonders bemerkenswert sei eine Titelgeschichte des „Spiegel“ gewesen. Die sonst so religionskritischen Hamburger berichten von neuesten archäologischen Funden aus Jerusalem, die zu vielen Schilderungen der Bibel passen, so „idea“ am Ostersonntag.

„Junge Welt“: „Im Dienste Madrids“

„Compact Online“: „Skandal! Generalstaatsanwalt Schleswig-Holstein: Puigdemont soll in Auslieferungshaft“

„Contra-Magazin“: „Linke: Oberlandesgericht soll Abschiebung von Puigdemont stoppen“

„Achse des Guten“: „Erklärung 2018: Zweite Staffel“

Vera Lengsfeld: „50.000 Unterstützer für die Gemeinsame Erklärung 2018!“

„Achse des Guten“: „Bundeswehr 2020“

„Die Freie Welt“: „Generalleutnant kritisiert Ausrüstungsbeschaffung bei der Bundeswehr“

„Rationalgalerie“: „Von der Leyen tradiert Kriegsverbrechen“

Kath.net: „Kleine Renaissance der Ehe“

Kath.net: „Kolumbien: 250.000 Hostien für Nachbardiözese in Venezuela“

„idea“: „Dieses Ostern wird Skeptikern kaum gefallen“

Zusammenstellung: Florian Müller


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