27. März 2018

Alternative Nachrichten am Abend (Radio)Puigdemont. Linksextremisten. Schulz. Mut.

Was uns am Abend des 27. März bewegt

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Bildquelle: shutterstock Geraten zunehmend unter Konkurrenzdruck der Realität: Satiriker müssen zukünftig wohl auf neutrale Bericherstattung umstellen

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Verbrennt die Hexe – „Wie Puigdemont Dänen und Finnen entkam“

GEZ-Medien. Ohne, dass es ihn gebraucht hätte, liefert der Fall Puigdemont einen weiteren Beweis dafür, wie weit die deutsche Politik längst zur Realsatire verkommen ist. Desweiteren, wie die deutschen Hauptstrommedien ihre Konsumenten tagtäglich über alle Maße dreist belügen. Zusätzlich, wie unglaublich feige und verkommen die tragenden Mitläufer der gesamten politischen Kaste geworden sind. Schlussendlich aber auch, wie unglaublich geistig degeneriert jeder zukünftige Merkel- und SPD-Wähler doch sein muss. Puigdemont ist nicht unbedingt als politischer Held oder Freiheitskämpfer zu betrachten. Solch ein Urteil könnte erst gefällt werden, wenn ein unabhängiges Katalonien nicht gleich nach der Unabhängigkeit selbst alsbald in die Tyrannei abdriften sollte. Für sich genommen hat in diesem Fall möglicherweise nur eine Krähe einer anderen doch mal ein Auge ausgehackt. Für einen Tennisball ändert es nichts, wer gerade den Schläger schwingt. Fragt sich naheliegenderweise, warum der Fall Puigdemont überhaupt einen solchen Wutausstoß wert sein sollte. Ganz einfach, weil er den Hauptstrom seit Tagen regelrecht mit vermeintlich neuen Entwicklungen überschwemmt, ohne dass ein einziges Mal ein Bezug zur Asylpolitik hergestellt wird. Es ist die Posse der Ungleichzeit des gleichzeitigen Irrsinns. Ein Fallbeispiel lieferte auch wieder die Netzseite der Tagesschau. In bester Manier eines Tatort-Pseudokrimis wird dort gefragt, wie der katalanische Abtrünnling sich überhaupt so unbemerkt durch die skandinavischen Länder bewegen konnte. Die Frage wäre unter Bezugnahme auf die murmeltierhafte Lückenberichterstattung in zwei Sätzen zu beantworten. Die skandinavischen Behörden haben in einem Einzelfall, der sogar ganz ohne Ironie als solcher zu bezeichnen ist, das gemacht, was in Deutschland seit Jahren millionenfach gang und gäbe ist. Sie haben aus Gründen der tatsächlichen Humanität weggeschaut, um den Druck im iberischen Kessel nicht noch weiter zu erhöhen. Für die Tagesschau selbstverständlich Anlass, die schlampige skandinavische Vorgehensweise suggestiv der deutschen Zuverlässigkeit gegenüberzustellen. Eine kleine Verschwörungshypothese zum Schluss. Satirische Darstellungen waren auch in Zeiten politischen Totalitarismus‘ manchmal schwer zu verbieten. Möglicherweise versucht der politisch-mediale Komplex ihnen jetzt wirtschaftlich das Wasser abzugraben. Die Realität wird einfach so lange und so grotesk verzerrt, bis den frechen Federschwingern schlichtweg nichts mehr einfällt. In der Rüstungspolitik wird manchmal nach der Vorgabe des doppelten Gegenschlags agiert. Eine Armee muss so hoch gerüstet sein, dass jeder Schlag der Gegenseite mit doppelter Wirkung beantwortet werden kann. Dieses Vorgehen muss im Ernstfall nicht nur linear, sondern auch exponentiell durchhaltbar sein. Nun denn, die geistige Übertragung auf das epische Ringen satirischer Redaktionsstuben mit der politisch-medialen Kaste überlasse ich am Schluss Ihrer Phantasie.

Anschlag auf Stromnetz – Linksextremisten wollten staatlichen Flugverkehr lahmlegen

Berlin. „Herrschaftsnetze sind angreifbar.“  Eine bislang unbekannte linksextreme Formation namens „Vulkangruppe Netzwerke zerreißen“ bekannte sich zu einem Anschlag auf die Berliner Energieversorgung. 6.500 Haushalte und 400 Unternehmen waren in Berlin-Charlottenburg zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Linksterroristen hatten gezielt Stromkabel durchtrennt und teilweise in Brand gesetzt. Der Anschlag galt unter anderem dem Berliner Flughafen Tegel. Neben IT-Netzen sollten dort vor allem Einrichtungen der öffentlichen Hand, wie Militär und Verwaltungen getroffen werden. Also genau jener Institution, von denen das völlig unbekannte Grüppchen wahrscheinlich seit Jahren fleißig Subventionen kassiert. Blöd bloß, dass diese Einrichtungen selbstverständlich über hocheffiziente Notstromaggregate verfügen. Die Energiewende gilt schließlich für den Dumm-Michel, doch nicht für ihre Initiatoren. Bemerkenswert ist auch die Begründung für den Anschlag. In Deutschland hätte sich ein neuer „Überwachungsstaat“ breit gemacht und man wolle „dem Zugriff auf unser Leben“ etwas entgegensetzen. Gewisse Ähnlichkeiten mit libertärer Systemkritik sind offensichtlich nicht zu verkennen. Wird der Liberalismus vom Establishment etwa schon so stark als Bedrohung empfunden, dass ihm jetzt fingierte Terroranschläge unter falscher Flagge untergejubelt werden sollen? Wohl kaum, denn sonst hätten sich die Hauptstromkollegen vor Sensationsmeldungen längst überschlagen. Stattdessen herrscht im Blätterwald eisernes Schweigen. Oder wartet man etwa wirklich darauf, dass irgendein Libertärer den von Steuergeldern lebenden, pubertierenden Linksfaschisten Applaus für den Angriff auf Gewerbetreibende spendet? „Triggern“, wie man es zu neudeutsch ausdrückt. Eine kleine, verschwörungshypothetische Schlussbotschaft für die Denunzianten-Kollegen aus dem Hauptstrom: Eventuell werdet Ihr ja beschließen, eigentümlich frei eines Tages mit einem fiktiven, aus Gebührengeldern finanzierten Abo zwangszusubventionieren. Damit Ihr hier frei nach „Belegen“ für die gefährlichen Umtriebe der Libertären in Deutschland schnüffeln könnt. Von dieser Botschaft würdet Ihr, die Ihr keinerlei Marktkontrolle unterliegt, Euch beim willkürlichen Zusammenschnitt des vorliegenden Artikels sowieso nicht abhalten lassen. Es ist aber jetzt schwarz auf weiß vermerkt, dass „wir“ intellektuell vor Euch da waren.

BDK – Absturz oder Absägen eines unbequemen Gewaltmonopolisten?

Deutschland. Vor einigen Monaten geriet der bundesweit bekannte Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Rainer Wendt unter Korruptionsverdacht. Er hatte Gehaltsbezüge möglicherweise doppelt abgerechnet. Der bis dahin in den Talkshows als eine der wenigen oppositionellen Stimmen bekannte Wendt verschwand sang- und klanglos in der medialen Versenkung. Ähnliche Vorwürfe ereilen jetzt auch den Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz. Auch er soll ein polizeiliches Gehalt bezogen haben, obwohl er dafür keine Arbeitsleistung mehr erbrachte. Sowohl die Zentrale des BDK als auch der Wohnsitz von Schulz wurden durchsucht. Obwohl er bei weitem nicht an Wendts Bekanntheitsgrad heranreicht, ist er doch die Nummer zwei der medialen Gesichter deutscher Sicherheitsbehörden. Wie Wendt weist auch er die Vorwürfe zurück. Eine alte Weisheit fordert auf, „niemals nie zu sagen“. Es ist nicht völlig auszuschließen, dass an den Vorwürfen etwas dran ist. Der Fall hat jedoch auf jeden Fall ein Geschmäckle von politischem Komplott. Wer sich Schulz einmal ansieht, versteht schnell, warum. Mit seinem bulligen Körper, seiner Glatze und Vollbart könnte der ebenfalls teilweise politisch inkorrekt argumentierende Spitzenbeamte genauso gut als harter Türsteher durchgehen. Mit dem Problem, wer nach Entfernung der letzten aufrechten Polizisten eigentlich die Bürger und ihr Eigentum schützen soll, wird die Politik sich erst im Wahlkampf „befassen“. Dann hoffen wir, dass die braven Wähler bis dahin nicht ihres heiß geliebten Fernsehapparates beraubt werden. Wie sollen sie ihr Denken denn sonst jeden Abend mit der Tagesschau betäuben? Am Ende stellt sich noch die unbeabsichtigte Nebenwirkung ein, dass sie beginnen, eigenständige Überlegungen anzustellen. Zum Beispiel, wie die Menschen, die sich Staat nennen, abseits der moralischen Frage eigentlich pragmatisch ihr dysfunktionales „Gewaltmonopol“ legitimieren. Am Ende merken sie gar, dass eine 18-jährige hispanische Lesbe, die in den USA die Revolution gegen Waffen aufruft, vielleicht doch nicht als Vorbildcharakter für ihre Kinder taugt. Nachher lernen die, anstatt ökologisch korrekt mit dem Fahrrad, auch noch Dieselauto zu fahren? Die Fälle zeigen vor allem, dass die Narzissten, die sich Staat nennen, weder fähig noch willens sind, die Bürger zu beschützen. Das sogenannte Gewaltmonopol ist eine Wunschfiktion einiger machtkranker Scheinriesen mit Heiko Maas als Frontikone. Die sich außerdem niemals selbst an die Regeln halten, die sie damit anderen aufzwingen wollen. Ein paar Murmeltiere sind zu viel für den gesamten Apparat, aber unter dem vermeintlichen Schutz des großen Bruders träumt man zugleich von der Endschlacht mit dem russischen Volk. Vielleicht ist die wirtschaftliche Lage für Satiriker doch noch nicht hoffnungslos. Im Gegensatz zu den Hauptstrommedien müssen sie nur neutral und kommentarfrei berichten. Dann produzieren sich die Pointen zukünftig wie von selbst. Und falls man dem Leser richtig was bieten will, werden einfach noch ein paar rhetorische Perlenzitate der Obrigkeit hinzugefügt.

Österreich, Luxemburg, Zypern – kleine Länder zeigen Mut in kindlicher Eskalationspolitik

Brüssel. Die gute Nachricht zum Schluss. Groß wurde angekündigt, dass nach dem EU-Gipfel über 20 Länder ein paar Diplomatenpöstchen in Russland gestrichen haben. Anlass war natürlich die Skripal-Affäre (wir berichteten). Zu den 20 Ländern gehören auch die nicht EU-Staaten Australien, Kanada und die USA, die allesamt traditionell sehr eng mit Großbritannien verbunden sind. Insgesamt sind es also nur 17 Länder, die das Vorgehen überhaupt mittragen. Falls ein einzelnes Land sich gegen ein EU-Projekt stellt, wie beispielsweise die Murmeltierquoten, steht die Apokalypse regelmäßig kurz bevor. Nicht so in diesem Fall. Unter totaler Ignoranz der Abweichler wurden stattdessen landauf, landab Fiat-Schlagzeilen über die Geschlossenheit gegen Russland konstruiert. Die rund elf Abweichler waren fast alles kleine Staaten wie Belgien, Malta und Portugal. Das größte Flächenland war Bulgarien mit seinen trotzdem nur knapp 8 Millionen Einwohnern. Der zweite Riese unter den Zwergen war das ähnlich einwohnerstarke Österreich. Dessen schwarz-blaue Regierung ist auch in anderen Punkten bereits mit vorsichtigen Schritten Richtung Vernunft aufgefallen (wir berichteten). Sie ist also noch nicht allerorten verloren. Diese Episode liefert erneut ein Indiz für die libertäre Theorie Hans-Hermann Hoppes, dass sie in den Lichtensteins dieser Welt auf sehr viel fruchtbareren Boden fällt als den Superstaaten.

Zusammenstellung: Jean Modert


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